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Weltweite Umfrage zu Status: Lehrer werden in Deutschland kaum respektiert
Corbis

Vertrauen, Respekt, Image: Für ihre Lehrer haben die Deutschen nur wenig davon übrig. Das zeigt eine weltweite Umfrage zu dem gesellschaftlichen Ansehen von Lehrern. Immerhin in einem Punkt liegt Deutschland vorn.

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lindenbast 04.10.2013, 12:01
270.

Zitat von kritischer-spiegelleser
Früher waren Respekt und Ansehen automatisch mit dem Beruf eines "Staatsdieners" verknüpft. Heute muss man sich das verdienen. Und da gehören die Persönlichkeit genauso dazu wie Aufgeschlossenheit für aktuelle Themen und Techniken. Ein Lehrer, der diesen Anschluss verloren hat, kann eine vernetzte und technisch sehr interessierte Jugend nicht mehr begeistern!
Wieso? Wenn die Jugend doch sowieso technisch interessiert ist, muss sie doch kein Lehrer mehr dafür begeieistern? Viel anspruchsvoller erscheint mir die Aufgabe, Schüler für Mathematik oder Goethes Faust oder den Investiturstreit oder Ciceros Reden zu begeistern. Warum das nur gehen soll, wenn man selbst ein Facebook-Account hat und auf dem Smartphone spielen kann, erschließt sich mir nicht.

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lindenbast 04.10.2013, 12:04
271.

Zitat von Susi Sorglos
So gilt der Lehrer als Schreckensargument für Vertriebler, die beschreiben sollen, wann verkaufen unmachbar wird.
Wollen Sie damit sagen, dass diese Berufsgruppe sich NICHT von einem gewieften Verkäufer mit Leichtigkeit und ohne Nachfragen neue Versicherungsverträge, Fondssparpläne oder überteuerte Staubsauger aufschwatzen lässt? Unfasslich. Dass es so schrecklich um die Lehrer steht, wusste ich gar nicht. Nicht auszudenken, wenn Schüler sich flächendeckend daran ein Beispiel nähmen!

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raber 04.10.2013, 13:57
272. Deutsche Lehrer im Ausland

Es gibt auch andere Aspekte wie die der deutschen Lehrer an Deutschen Schulen im Ausland. Manchmal muss man sich fremdschämen wie viele zum Unterrichten ankommen. Völlig ungepflegt und ungeduscht. Besonders in warmen Ländern sind es meistens die einzigen Personen die im Unterrichtsraum stinken. Dieses Image sollte man verbessern und auch die Einstellung. Sobald die Arbeitszeit aus ist, fällt der Griffel aus der Hand. Und kritisiert wird über die Gastländer als ob sie als Besucher die Weisheit und Hygiene mitbrächten. Es sind Ausnahmen, aber oft genug um ein schlechtes Image beizubehalten. Wie sollen die Schüler solche Lehrer respektieren? Zum Glück sind die Ergebnisse gut.

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evilbernd 04.10.2013, 20:07
273. jetzt muss

Zitat von Feindbild_Mensch
Ich wäre ein guter Lehrer geworden, das weiß ich. Aber warum habe ich es nicht gemacht: fachliches Wissen braucht man nicht, Hauptsache Quasigeschwurbel - das widerspricht meinem naturwissenschaftlichen Interesse.
ich aber schmunzeln. Sie merken vermutlich gar nicht mal, wie Sie sich widersprechen, oder? Wenn naturwissenschaftliches Interesse in Ihrem Fokus steht (was ich jetzt mal mit Forschungsambitionen verknüpfe, zumindest wenn ich ihr Geschwurbel richtig deute), dann sind sie sogar hochgradig ungeeignet. Einen guten Lehrer zeichnet wesentlich mehr aus, als ein Fachidiot zu sein (erstaunlicherweise belegen dies sogar die Unterrichtsuntersuchungen: Schüler lernen bei einem Lehrer, der rein fachwissenschaftlich schlechter ist, aber ein gutes Lernklima schafft, mehr, als bei dem "Dr. Dr. Dr. Ich wäre ein guter Lehrer geworden").
Ihre Beiträge sind Frustbewältigung auf sprachlich höherem Niveau (im Vergleich zu den anderen Posts hier), aber eben nur dies. Muss Sie ja tief treffen, in der Lehrerausbildung lauter (ihrer Meinung nach) fachwissenschaftlich schlechte Leute zu sehen, die dann einen sicheren Job bekommen und mehr Geld. Daher: Erhalten Sie ihr Selbstbild einfach, denn wenn sie das mal reflektiert betrachten könnte es für Sie sehr traurig werden. Aber in anbetracht Ihrer Posts denke ich mal, dass Sie da hochgradig resistent sind.
Bevor ich es vergessen, ich wäre übrigens ein super 100m Läufer geworden, vermutlich besser als Usain Bolt, aber dieses ganze Gekurbel, bis der Startblock eingestellt war, entsprach einfach nicht meinem sportlichen Interesse :D

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varesino 05.10.2013, 08:59
274. Respekt

Reden wir ueber Respekt. Wieviel Respekt bringen deutsche Lehrer fuer Kinder und Eltern auf?
Begnungen mit Lehrern sind meist unerfreulich, es eird gejammert, dann getadelt und es sind immer die Anderen.
Erfahrung mit 3 Kindern in drei Ländern, plus einer internationalen Schule.
Gruss

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OHCRIKEY 05.10.2013, 14:50
275. ...

Zitat von A.Hello
Ja, das haben wir uns natürlich auch gleich gefragt. Heute glauben wir, dass der Satz "Mathe ist im Wesentlichen ein psychologisches Problem" von unserem Dozenten schon mit Bedacht gewählt war. Er hat uns damit konsequent aus der 'Mathe-Jammer-Ecke' herausgeführt. Viele Schüler, Eltern und auch Lehrer befinden sich in der 'Mathe-Jammer-Ecke': "Das ist alles so kompliziert - wofür brauchen wir das denn später", "In unserer Familie sind wir eher an Literatur interessiert", "Die sind alle zu blöd und ich muss sie unterrichten". Aber das hat der Dozent einfach alles nicht gelten lassen. Er hat seinen Unterricht klar gegliedert, uns Tricks gezeigt, dazu ermahnt die Übersicht bei langen Ausdrücken zu wahren und vor Allem aus dem Thema einfach mal die Luft raus gelassen. Es gab dann von keiner Seite mehr Gezicke. Es wurde dann einfach nur noch gelehrt und gelernt. Bei meiner Tochter klappt der Ansatz auch. Ich sage ihr "du regst dich doch schon auf, wenn du dein Mathe-Buch aufschlägst. Mach dich erst mal locker und sieh dir den Sch*** mal in ruhe an". Dann erkläre ich vielleicht ein, zwei Sachen und sie gibt zu, dass sich in der Klasse wieder mal alle nur aufgeregt haben und keiner mehr in der Lage war zu lernen oder zu lehren. Und wieder frage ich mich, was machen die da eigentlich in der Schule...?
Nichts anderes als die an der Uni. Ich hatte in der Schule zum Teil Mathelehrer, die deutlich besser waren als die Dozenten an der Uni.
Letztere taten vornehmlich eins: Frontalunterricht bzw. Ablesen von den Folien. Ins Detail gehen wir mal nicht, wer das in der Schule nicht begriffen hat, der gehört sowieso nicht hierher.

Trotzdem wurden mir viele Zusammenhänge im Selbststudium viel deutlicher und klarer als sie es zur Schulzeit jemals waren. "Wie konnte ich in Mathe nicht dauerhaft nen Einser gehabt haben?" war die Frage an mich selbst. Wohlgemerkt, ohne einen kompetenten Dozenten.
IMO ist das Problem einfach, dass sich der Matheunterricht über viele Jahre erstreckt, was den Schülern einen Überblick erschwert. Daran können auch Lehrer nur relativ wenig ändern, sie sind schließlich an den Lehrplan gebunden. Das Aufarbeiten dieses Stoffes am Anfang der Unilaufbahn kann da im Vergleich nur gewinnen. Alter/ andere Motivation kommen dann sicher noch hinzu.
Wie viele Schüler setzen sich schon wirklich regelmäßig hin und bereiten abseits des Hausaufgaben-Pflichtprogramms Stoff nach/vor?

An der Uni gehts meiner Erfahrung nach übrigens genauso weiter wie an der Schule: manche Dozenten sind spitze, manche lesen stumpf von Folien ab und sind somit eigentlich redundant. Und auch an der Uni merkt man sich besser die Lehrmeinung des Dozenten, weil der einen sonst ggf durchfallen lässt.
Es wird besser, je weiter man kommt, bzw je kleiner die Kurse sind. Aber das ist in der Schule ja auch nicht unbedingt anders.

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Psycho Dad 05.10.2013, 17:43
276. Das ist ja ein Teil des Problems

Zitat von plutinowski
Na ich glaub eher, dass die Leistungskriterien deutlich höher sind. Ein Lehrer steht ja immer im öffentlichen Blickfeld. Wenn er / sie mal einen schlechten Tag hat, fällt das sofort auf.
Klar fällt das auf...man kann nur nichts dagegen machen! Das ist ja das Schlimme, das in Fällen der Minderleistung kaum eine Möglichkeit besteht das zu ändern.

Zitat von plutinowski
Wenn man da mal dagegenhält, was in deutschen Großunternehmen teilweise für Luschen rumlaufen, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit verdaddeln und sich 'nen angenehmen Lenz machen ... das fällt nur nicht so auf. Führungskräfte merken es nicht, oder sie scheuen sich, es anzusprechen, schließlich will man sozial-kommunikativ-partizipativ führen.
Wenn Sie wüßten, was sich manche "Luschen" anhören müssen. Die können nämlich, wenn es schlecht läuft, ihren Job verlieren. Das Problem hat ein Lehrer nie.

Als Schüler / Eltern ist man nämlich prinzipiell "captive customer" für den Lehrer. Warum sollte den das also scheren? Wer nicht zufrieden ist, kann ja gehen...

So etwas ist von Grund auf motivations- und leistungsfeindlich.

Ceterum censeo: Ja, es gibt gute Lehrer. Aber die Rahmenbedingungen ziehen leider häufig schlechte an.

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testet1995 05.10.2013, 18:15
277. Wenn die Lehrer einen aber auch nicht respektieren

Bei uns auf der Realschule haben die Lehrer die Schüler sehr oft beleidigt und einer uns auch gemobbt. Ich wurde auch u.a. weil ich nicht sehr gut sehen kann von den Lehrern gemobbt. Erst auf einer anderen Schule wurden wir Schüler respektiert und wir haben auch die Lehrer respektiert.

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mailmanek 05.10.2013, 20:24
278. Nach Leistung bezahlen...

Für alle, die Bezahlung nach Leistung immer wieder fordern: Das lässt sich ja wunderschön mal eben so in den Raum werfen. In der Praxis ist das leider so gut wie unmöglich bzw. sogar kontraproduktiv. Schon mal darüber nachgedacht, wie man die "Leistung" eines Lehrers feststellen soll?
Einfache Möglichkeit: Am Lernerfolg der Kinder. Nur wie stellen wir den fest? Ach ja, dafür gibt es ja die Noten. Nur wer gibt die Noten? Ist das Problem klar? Wenn nicht, dann hier noch mal ausbuchstabiert: Wenn mein Gehalt davon abhängt, wie gut die Noten der Schüler sind und ich die Noten der Schüler bestimme, dann...
Andere Möglichkeit: Wir stellen die "Leistung" der Lehrer an wissenschaftlichen Kriterien für gute Lehrer fest. Kleines Problem: Keiner weiß so recht, was diese Kriterien sind bzw. die Erziehungswissenschaftler sind sich nicht einig. Zudem: Haben wir für jeden Lehrer einen Erziehungswissenschaftler (inklusive Gehalt), der die Arbeit des Lehrers genau untersucht?
Noch eine Möglichkeit: Vergleichsstudien (PISA, TIMSS, IGLU und ähnliche Gebilde). Probleme: Wiederum der Aufwand, keinerlei Beachtung von... nun ja, jeder Menge. Beispiel: Welcher Lehrer ist besser? Einer der die Klasse extrem hart ran nimmt, ein "Arschloch" ist. Großer Lernerfolg, aber die gesamte Klasse hasst den Lehrer, die Schule und das ganze Schulfach und damit verbundene Jobs für immer? Oder einer mit weniger ( durch Zahlen messbaren) Lernerfolg, der die Schüler für das Fach begeistern kann und ihnen kreatives, vernetztes, kooperatives, usw. Denken beibringt. Vergleichsstudien bringen da gar nichts.
Es gibt noch viele andere Versuche, die "Leistung" eines Lehrers zu messen und alle zeigen extreme Schwierigkeiten auf. Und danach wollen Sie Lehrer bezahlen? Das dürfte das Problem mit sich bringen, dass diese Lehrer dann keine Beamten mehr sind und wegen absolut schwachsinniger Besoldungsprinzipien in den Dauerstreik gehen.

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Psycho Dad 06.10.2013, 11:04
279. Ist gar nicht so schwer..

Zitat von mailmanek
Für alle, die Bezahlung nach Leistung immer wieder fordern: Das lässt sich ja wunderschön mal eben so in den Raum werfen. In der Praxis ist das leider so gut wie unmöglich bzw. sogar kontraproduktiv. Schon mal darüber nachgedacht, wie man die "Leistung" eines Lehrers feststellen soll? Einfache Möglichkeit: Am Lernerfolg der Kinder. Nur wie stellen wir den fest? Ach ja, dafür gibt es ja die Noten. Nur wer gibt die Noten? Ist das Problem klar? Wenn nicht, dann hier noch mal ausbuchstabiert: Wenn mein Gehalt davon abhängt, wie gut die Noten der Schüler sind und ich die Noten der Schüler bestimme, dann... Andere Möglichkeit: Wir stellen die "Leistung" der Lehrer an wissenschaftlichen Kriterien für gute Lehrer fest. Kleines Problem: Keiner weiß so recht, was diese Kriterien sind bzw. die Erziehungswissenschaftler sind sich nicht einig. Zudem: Haben wir für jeden Lehrer einen Erziehungswissenschaftler (inklusive Gehalt), der die Arbeit des Lehrers genau untersucht? Noch eine Möglichkeit: Vergleichsstudien (PISA, TIMSS, IGLU und ähnliche Gebilde). Probleme: Wiederum der Aufwand, keinerlei Beachtung von... nun ja, jeder Menge. Beispiel: Welcher Lehrer ist besser? Einer der die Klasse extrem hart ran nimmt, ein "Arschloch" ist. Großer Lernerfolg, aber die gesamte Klasse hasst den Lehrer, die Schule und das ganze Schulfach und damit verbundene Jobs für immer? Oder einer mit weniger ( durch Zahlen messbaren) Lernerfolg, der die Schüler für das Fach begeistern kann und ihnen kreatives, vernetztes, kooperatives, usw. Denken beibringt. Vergleichsstudien bringen da gar nichts.
Glauben Sie bei anderen Berufsgruppen ist die Leistungsmessung einfacher???? Trotzdem gibt es eine, klar ist die nicht immer gerecht (wie auch Schulnoten), aber als Alternative komplett darauf zu verzichten ist doch sehr schlicht.
Eine Überprüfung des Leistungsstandes der Klasse ist schon mal ein guter Anfang. Auch eine kombinierte Rückmeldung Schüler / Eltern über den Lernfortschritt wäre hilfreich. Aus alledem läßt sich schon ein Leistungsbild zimmern. Und ja, Eltern / Schüler können ungerecht sein...das gilt bei allen anderen "Kunden" aber auch. Und die MEhrzahl ist verständig.

Natürlich muss man das auch im Verhältnis sehen. Die Schule mit einem Migrantenanteil von 80% wird voraussichtlich im Durchschnitt schwächere Deutschkenntnisse erzielen. Aber gegenüber einer "Peer group" kann man das sehr wohl messen.
Das Theme Leistungsmessung ist wirklich nicht schwer...aber wie sagte schon der große Philosoph Stromberg: ""Kann nicht" wohnt ja häufig in der "Will Nicht"-Straße."

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