Forum: Leben und Lernen
Werben für Deutschland: Forscher, kommt heim
Dave McHale

Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.

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spaghettismonster 10.09.2013, 20:00
100. ²

Angesichts der Tatsache, das Bildung in den USA für Arme noch schwerer zugänglich ist als sogar in Deutschland (Stichwort Studienkosten USA), kann man sich über viele egoistische und jammernde Beiträge hier nur wundern - da dieser obige "Mief" oft partiell das eigene deutsche Studium z.B. über Bafög indirekt finanziert, zu schweigen von geringen erhobenen - oder gar nicht erhobenen Studiengebühren.

Da sitzen amerikanische Juristen mit Bachelor in Zeltstädten, inklusive Schuldenberg, der der Uni gehört. Und hier wird vom tollen Land USA fabuliert und über das Eigene geschimpft, dass ist schon irgendwie peinlich - und typisch deutsch.

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eu-sklave 10.09.2013, 20:00
101. Akademisches Prekariat 2

Zitat von whostalking
Na, da treiben aber einige alte C4er die Statistik hoch. Das Grundgehalt einer W3 in Berlin beträgt EUR 4800 und da alle klamm sind, gibts da in der Regel auch nur marginal drauf. Und wenn es nur eine W2 ist, haben Sie nur soviel, wie ein Gymnasiallehrer; aber dafür müssen Sie zuerst auch eine unbefristete Professur haben. Meist sind auch die befristet und sowas wie einen unbefristeten Lecturer oder Senior Lecturer gibt es ja nicht mehr (Studienrat etc.).
Für alle die mich jetzt kreuzigen wollen!

Mein Beitrag bezog sich nur auf die Aussage von dem Forist Beyer
im Beitrag #26 und sein Link zu Schweiz. Das sollte keine Bewertung über die tatsächliche Lage an den Unis werden.

Schweiz zahlt Uni-Professoren die höchsten Löhne: Überraschendes Resultat eines weltweiten Vergleichs - Schweiz Nachrichten - NZZ.ch

"#26 Heute 12:06 von
Herr Bayer
Akademisches Prekariat
hat man es tatsächlich zu einer Professur gebracht, ist man plötzlich "Besserverdiener", der zuwenig Steuern bezahlt (dass man erst mit 40 anfängt, Geld zu sparen, spielt keine Rolle). Die Gehälter sind übrigens im internationalen Vergleich nicht wirklich konkurrenzfähig. Ein Prof. in der Schweiz verdient beinahe das doppelte (kaufkraftbereinigt). Siehe http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/zahltag-an-der-uni-1.16961100"

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L_P 10.09.2013, 20:03
102. PR Aktion

Bemühungen, deutsche Fachkräfte nach Deutschland zurück zu holen, sind prinzipiell zu begrüssen. Nicht nur bei Spitzenakademikern. Auch bei in der Industrie gefragten Ingenieuren, Technikern und Handwerkern. Und bei Ärzten, die in Deutschland auf dem Land fehlen.
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Aber liebe Leute, achtet auf die Kommentare hier.
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Zu viele deutsche Akademiker haben wider Willen gelernt ihr Land zu hassen. Weil sie darin wie Feinde behandelt werden. Diese Leute werden nicht aufgrund einer PR Aktion zurück gehen, um sich wie ein Rädchen in ein System einzufügen, das ihnen die Voraussetzungen für die Gründung einer Familie verweigert hat. Es mag gelingen, den einen oder anderen mit halbwegs anständigem Verdienst und unbefristeter Stelle zurück zu locken. Die Mißhandlung der deutschen Bevölkerung inklusive der Akademiker durch befristete Arbeitsverträge und Dumpunglöhne ist aber mittlerweile zu weit fortgeschritten, um sich mit einer unbefristeten Stelle zufrieden zu geben / bestechen zu lassen. Es muß eine 3-Kind Politik für das ganze Land her. Auch für nicht-Akademiker. Diese ist freilich nur mit deutlichen Änderungen in Politik und Wirtschaftsethik möglich. Aber möglich ist sie. Wenn ausnahmsweise mal Leute mit Köpfchen und Vaterlandsliebe Macht ausüben.

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RealityCheck 10.09.2013, 20:05
103.

Wenn sie das schon in San Francisco veranstalteten, dann hätten sie vielleicht versuchen sollen, Professor Casper aus Hamburg zu 'repatriieren'.

Er war fast 10 Jahre Präsident von Stanford und hätte erklären können, wie eine Universität zum Katalysator für die Entwicklung einer ganzen Region - Silicon Valley - werden kann.

Mindestens eine Anregung könnten sie nutzen, die 'Unternehmer-Ecke' der Stanford University. Da letzten Endes alles bezahlt werden muss, ist es auch in Academia wichtig zu wissen, wie man das dazu nötige Geld verdient.

Da so etwas gern als 'Gier' diffamiert wird, tauft die Rednerin hier es in 'Hunger' um:

Stanford's Entrepreneurship Corner: Elizabeth Holmes, Theranos - Leveraging the Talent Network

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pfzt 10.09.2013, 20:11
104.

Zitat von forumgehts?
jemand etwas aufgefallen? Dies ist bisher - und vermutlich auch künftig - der einzige thread, bei dem ALLE Foristen einer Meinung sind!
Das macht es noch lange nicht richtig.

Allein wenn ich schon höre das eine "Dual Career" nicht möglich ist, dann kann ich nur sagen, das solche "Elite" Pärchen mit einem derartigen Lebensplan auch bitte weg bleiben mögen. Solche Konstellationen waren bisher in der Menschheitsgeschichte äußerst selten und es gibt kein Menschenrecht darauf. Wie wäre es denn wenn einer der beiden Dual Careers einfach zuhause bleibt und sich Vollzeit um die Kinder kümmert? Damit eure Sophies und Hermanns keine verwöhnten Psychopaten werden? Oder eine reiche Akademikerin heiratet mal einen armen arbeitslosen Tropf? Um die gesellschaftliche Durchmischung wieder herzustellen? So wie es früher auch war, als erfolgreiche Männer die Sekretärin geheiratet haben?

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spezialdm 10.09.2013, 20:14
105.

Zitat von spaghettismonster
Angesichts der Tatsache, das Bildung in den USA für Arme noch schwerer zugänglich ist als sogar in Deutschland (Stichwort Studienkosten USA), kann man sich über viele egoistische und jammernde Beiträge hier nur wundern - da dieser obige "Mief" oft partiell das eigene deutsche Studium z.B. über Bafög indirekt finanziert, zu schweigen von geringen erhobenen - oder gar nicht erhobenen Studiengebühren. Da sitzen amerikanische Juristen mit Bachelor in Zeltstädten, inklusive Schuldenberg, der der Uni gehört. Und hier wird vom tollen Land USA fabuliert und über das Eigene geschimpft, dass ist schon irgendwie peinlich - und typisch deutsch.
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Bildung und Bildungszugang ist etwas anderes als die Bezahlung derer die dies schon hinter sich haben. In Deutschland hätte/hatte man ja auch gerne Studiengebühren wie in den USA eingeführt, nur fragt man sich hier eher wie man das vernünftig zurückzahlt bei der Anstellungpolitik an deutschen Universitäten. Gleichzeitig sollen Akademiker auch noch Familien gründen und Konsumieren...

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TS_Alien 10.09.2013, 20:19
106.

Mit solchen Rückholaktionen wird man wenig gewinnen. Das Geld sollte lieber in die deutschen Unis gesteckt werden, dort insbesondere in den Bereich des akademischen Mittelbaus. Gäbe es noch Stellen wie den akademischen Oberrat, ich würde mich sofort bewerben. Als Professor hat man es in vielen Fächern nicht leicht, da man mit den Landesmitteln nicht auskommt, wenn man eine solide Forschungsgruppe aufbauen möchte, und einen Großteil seiner Arbeitszeit in das Werben von Drittmitteln stecken muss. Auf Dauer kann das sehr belasten - und es hält natürlich von der eigenen Forschung ab.

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kdshp 10.09.2013, 20:22
107.

Zitat von sysop
Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.
WAS erwarten diese leute? Deutschland ist nun mal ein billiglohnland und das betrifft nun mal alle jobs egal ob ganz unten oder weiter oben.

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haku210 10.09.2013, 20:26
108.

Geld würde helfen!

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SchnurkelBlitz 10.09.2013, 20:30
109. Bin

in Dland, 3 Jahre vor dem Ende nach WissZeitGesetz, ich bin kurz vor Habil. und habe in den letzten 3 Jahren sicher mehr (und besser) veroeffentlicht als jeder Prof meiner Fakultaet. Nur see ich keine Chance, wenn ich nicht binnen eben deser 3 Jahre noch eine Professur finde... vermutlich bin ich dann weg, entweder Industrie oder Ausland. Achja, ich bin Mintler, und ich habe eine Familie. Muss ich noch erwaehnen, dass mich diese Rueckholaktionen ank***tzen, weil ich ja schon keine Chance fuer mich sehe?

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