Forum: Leben und Lernen
Werben für Deutschland: Forscher, kommt heim
Dave McHale

Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.

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tegelbre 19.09.2013, 19:40
180. tegelbre@aol.com

Zitat von imlattig
hier in deutschland kostenlos studieren durfte auf kosten der steuerzahler (in der regel die kleinen leute) und dann in die usa geht, sollte alles auf heller und pfennig zurueckzahlen. das kann man vor antritt des studiums vertraglich regeln. ansonsten koennen die herren und damen in der usa studieren. das kostet aber etwas.
hatte 36.000 DM Bafög- Schulden nach Beendigung meines Studiums : zurückgezahlt, selbstverständlich !
würde heute gerne mit einer monatlichen Unterstützung
personenbezogen helfen : muss mich rechtfertigen, warum ich samstags (Kilometerpauschale) die von mir am Freitag operierten Patienten besuche.

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memyselfi 03.02.2014, 08:26
181. Na dann versuchts mal schoen weiter!

Ich bin Professorin in England, aber habe in Deutschland habilitiert.Mit dem Ergebnis, dass ich im Alter von 42 Jahren als Beamte auf Zeit ohne Arbeitlosengeldanspruch auf der Strasse gestanden haette, wenn ich in England nicht eine Stelle gefunden haette. Dort habe ich mich vom Gruppenleiter innerhalb von 10 Jahren zum Abteilungsleiter hochgearbeitet. In Deutschland undenkbar.
Ich habe mich ueber die Jahre ab und zu mal in Deutschland beworben, und wurde dann auch immer (mein CV is richtig gut) als Vorzeigefrau eingeladen. Dann sprach man mit mir aus Hoeflichkeit, aber es war immer klar, dass die "Herr"schaften schon jemand anderes im Blick hatten. Das habe ich mir dann irgenwann mal nicht mehr angetan.
Mein Mann ist auch Naturwissenschaftler und Professor - undenkbar, zusammen in D eine Stelle zu finden. Bein letzten Versuch (ca 5 Jahre her) wurde zwar in er Anzeige eine solche Moeglichkeit erwaehnt, beim Nachfragen stellte sich dann heraus, dass die Herrschaften das Modell vom Herrn Professor mit forschender TA-Frau im Auge hatten.

Wir haben in England vor kurzem die Stelle gewechselt - ich wurde "Headhunted"- die Stelle fuer meinen Mann war ueberhaupt kein Problem - in Deutschland undenkbar.
Und lassen sie mich gar nicht erst anfangen, mich ueber die Art und Weise wie junge Wissenschaftler behandelt werden, wie die Chancen von Frauen aussehen, wie junger Wissenschaftler von Klinikchefs behandelt werden, und wie der ganze Betrieb immer noch voellig buerokratisch, unflexibel, und unterfinanziert ist.

Ich bleib mal schoen hier, wo das Geld zwar auch knapp ist, aber die Qualitaet der Forschung zaehlt, und nicht, ob man mit sienem Gutachter bei der DFG (ich habe als Externer schon in so einem Gremium gesessen) das "your scratch my back and I scratch your back" Spielchen spielt. Ignorieren Sie das dummer Geschwaetz des US Forschers, der es in Deutschland so schoen findet. Kein Wunder, in USA waere er wahrscheinlich schon laengst abgeschmiert, in Deutschland kann man sich, wenn man mal unukuendbarer Professor ist, eine schoenes Leben machen, und seine imaginaere Forschung mit Studenten und Kollegen im Pub diskutieren.
Kann man in UK uebrigens auch: Dafuer ist der Freitag-abend vorgesehen.

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Thomas Schröter 03.02.2014, 19:38
182. Einbetonierte Studiengebühren an deutschen Unis

Zitat von sysop
... 500 Euro pro Semester. "Das würde viel Geld in die Kassen spülen."...
Die Studiengebühren sind nicht daran gescheitert das diese eine erhebliche zusätzliche Belastung für Studenten in einem faktischen Niedriglohnland darstellen. Vielmehr haben viele Unis diese unzweckmäßig in Protzbauten einbetonierte statt sich um den vergänglichen Ruhm hochrangiger Forschung und vor allem verbesserter Studienbedingungen zu mühen.
Ein dafür prägnantes Beispiel ist die Technische Uni Darmstadt, die zwar mit erheblichen Mitteln, auch aus Studiengebühren, städtische Bauten wie das Darmstadium faktisch quersubventionierte und in einen millionteuren, repräsentativen dafür wenig funktionalen Eingangsbereich investierte statt mit diesen Mitteln immer ernsthaft und erfolgreich um Anerkennung und Vertrauen im Rahmen der Exellenzinitiative zu werben. Für Universitäten in Hessen hatte das anscheinend fatale Vorbildfunktion.

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Lightbringer 24.02.2014, 00:34
183. optional

In ein Land zurückkehren, in dem Lehrstühle mit quasi absoluter Macht quasi "vererbt" werden, in dem ich mich mit Zeitverträgen über Zeitverträgen über Wasser halten muss, in dem Berufungsverfahren gern mal ein Jahr dauern und in dem Unis nicht mal Reisekosten für einen Gastvortrag bezahlen möchten? Ich bin doch nicht verrückt ...

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