Forum: Leben und Lernen
Werben für Deutschland: Forscher, kommt heim
Dave McHale

Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.

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mps58 10.09.2013, 13:39
20. Falsche Fixierung

Ein Grossteil der Politik ist fixiert auf die sogenannten Armen unserer Gesellschaft und vergisst dabei, wer eigentlich der Motor des Fortschritts und des Wohlstandes in unserem Lande ist. Andere Länder nehmen unsere Wissenschaftler und Ingenieure sehr gerne und durchaus auch für erheblich mehr Geld. Aber unseren Gerechtigkeitsparteien fällt ja dazu nichts ein ausser diesen Personenkreis als Besserverdienende zu verunglimpfen.

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forumgehts? 10.09.2013, 13:47
21. Ist

Zitat von sysop
Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.
jemand etwas aufgefallen? Dies ist bisher - und vermutlich auch künftig - der einzige thread, bei dem ALLE Foristen einer Meinung sind! Das ist bei diesem Thema wirklich furchterregend!

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pepe_sargnagel 10.09.2013, 13:52
22.

Zitat von mps58
Ein Grossteil der Politik ist fixiert auf die sogenannten Armen unserer Gesellschaft und vergisst dabei, wer eigentlich der Motor des Fortschritts und des Wohlstandes in unserem Lande ist. Andere Länder nehmen unsere Wissenschaftler und Ingenieure sehr gerne und durchaus auch für erheblich mehr Geld. Aber unseren Gerechtigkeitsparteien fällt ja dazu nichts ein ausser diesen Personenkreis als Besserverdienende zu verunglimpfen.
Dort arbeiten diese Personen auch nicht beim Staat, sondern häufig an Privateinrichtungen, Privathochschulen, Stiftungsprofessuren oder in den Unternehmen. Andere Länder? Es handelt sich hier eher um andere Arbeitgeber als den Staat. Das ist wenigstens meine Meinung.

Der Staat soll sich ruhig um die Schwachen kümmern. Aber eine Wirtschaft, die man zur Jagdt (Forschung & Entwicklung) tragen muss, ist keine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Ich sehe da eher ein Problem! Da sitzen auch Personen, die noch nie wirklich evaluiert wurden in den Chefetagen - wieso sollte man denn einen Jungen ins Boot holen, der alles hinterfragt und am Ende auch noch evaluiert? Da kann nur Schlechtes dabei für den altgedienten Vorstand herauskommen? Muss es gar nicht - aber man fürchtet das noch mehr als der Teufel das Weihwasser. Auch ein weiterer Grund, warum man lieber alles so lässt wie es ist. Verschlafen wird man die Trends schon nicht.

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pepe_sargnagel 10.09.2013, 13:57
23.

Zitat von sysop
Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.
Wie kann man sie anlocken?

Ganz im Stile des Wehdienstes sollten sie einfach zum Forschungsdienst für das deutsche Volk verpflichtet werden. Manchmal ist es doch so einfach! Wieso Anerkennung oder Gehalt, wenn man doch an das Ehrgefühl und deutsche Pflichtbewusstsein erinnern kann? Wir sind doch alle so fleißig, ehrlich, altruistisch und pflichtbewusst - also ist es auch dieser Personenkreis! Das ist nur logisch...

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Helene Ebalt 10.09.2013, 14:02
24. Unerträgliches Gejammer

Über das Gejammer in einigen Beiträgen hier muss ich mich doch sehr wundern. Ich halte die jüngsten Veränderungen im deutschen Uni-System wie Elite-Uni (=Ende des Gießkannen-Prinzips), Bologna-Prozess (=Abschlüsse auf Abi-Niveau 1950), Stellenbefristung (=Verbilligung der Forschung/Lehre) für die angemessene Reaktion der Regierung auf die quälende Drittklassigkeit der deutschen Uni-Forschung. Die Masse der Unis wird zu Low-Level-Akadamiker-Fabriken umgebaut - zu Recht.
Wer glaubt, in diesem Umfeld Karriere im Sinne von werde-mal-viel-Geld-verdienen machen zu können, dem ist wirklich nicht zu helfen.

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jensjavea 10.09.2013, 14:03
25. optional

nun mein im Englisch sprechenden Ausland forschender Sohn dort auch Promoviert, wurde vom Wirtschaftsministerium nach Berlin mit Treffen des Bundespräsidenten und zuletzt nach Bayern eingeladen, Return to Bavaria. Ich würde meinen Sohn für Meschugge erklären, käme er zurück. Das Gehaltsangebot als jun Prof. lag bei 40% seines dortigen Einkommens, verschärft durch einen doppelt so hohen Steuersatz. Die Politiker appelierten an Patriotismus....

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Herr Bayer 10.09.2013, 14:06
26. Akademisches Prekariat

hat man es tatsächlich zu einer Professur gebracht, ist man plötzlich "Besserverdiener", der zuwenig Steuern bezahlt (dass man erst mit 40 anfängt, Geld zu sparen, spielt keine Rolle). Die Gehälter sind übrigens im internationalen Vergleich nicht wirklich konkurrenzfähig. Ein Prof. in der Schweiz verdient beinahe das doppelte (kaufkraftbereinigt). Siehe http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/zahltag-an-der-uni-1.16961100

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gerald246 10.09.2013, 14:07
27. heisse Luft

Zitat von forumgehts?
jemand etwas aufgefallen? Dies ist bisher - und vermutlich auch künftig - der einzige thread, bei dem ALLE Foristen einer Meinung sind! Das ist bei diesem Thema wirklich furchterregend!
In der Tat, und auch ich kann in den Tenor nur einstimmen. Die Karrierechancen in D sind verglichen mit USA oder England einfach mies. Es gibt ausser der Professur keine Stellen auf denen man selbstsaendig arbeiten kann. In England hat z.B. schon der Lecturer das Promotionsrecht und das Recht auf einegnstaendige Forschung und Lehre, im deutschen System unvorstellbar. Dadurch werden natuerlich ganz andere Energien bei den juyngen leuten freigesetzt als in D, wo dem Lehrstuhlinhaber gehorcht werden muss. Das kann funktionieren wenn der weiss worum es geht, aber das soll ja nicht immer der Fall sein.
Die Besetzung der deutsche Professuren in meinem Gebiet (Bereich Ingenieurwissenschaften) ist atemberaubend. Leistung kommt irgendwie nicht in die Gleichung, und die letzten 8 oder 9 Besetzungen sind international und in mehr als der Haelfte der Faelle auch natiuonal gesehen Unbekannte - wo soll denn das hingehen??

Wenn hochqualifizierte Forshcer nach D zurueckkehren sollen, muesste das System geaendert werden, und dann natuerlich auch die Finanzierung. Alle reden von Investitionen in die Bildung aber, wie sagen die Tommies so schoen: you've got to put your money where your mouth is - und das passiert eben nicht. Solche Initiativen wie die hier beschriebene sind sinnlose Heissluft

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gsm900 10.09.2013, 14:08
28. Wo inkompetente Poltiker

Zitat von sysop
Mit Werbeveranstaltungen versucht der Bund, deutsche Wissenschaftler aus den USA zurück zu holen. Doch die fürchten die schlechten Karrierechancen diesseits des Atlantiks - und scheuen die miese Bezahlung.
lieber Geld in Pseudowissenschaften wie Genderismus stecken?
Und Forschungs- und Technikfeindlichkeit mindestens ein Drittel der Parlamentarier auszeichnet.

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Vox libertatis 10.09.2013, 14:23
29. Mehr Spass, mehr Leistung, mehr Schönheit, mehr Geld!

Ein paar Tipps eines Betroffenen an die deutsche Hochschulpolitik:
1) Macht die Unis schöner!
Viele Universitäten, vor allem Reformuniversitäten, sehen zum Weglaufen aus. Etwas mehr Stil, z.B. bei Zeugnisübergaben, kann auch nicht schaden.
2) Mehr Leistungsfreude!
Als ich noch in Deutschland unterrichtete, durfte ich die Namen der Besten in Prüfungen nie öffentlich vorlesen oder schriftlich nennen ("Datenschutz"), obwohl diese sich über eine solche Auszeichnung gefreut hätten.

3) Mehr Selbstbewusstsein!
Deutsche Unis sind besser als viele in den USA. Auch in Harvard finden sich durchaus geistige Grenzanbieter unter den Studenten. Ein wichtiger Unterschied ist, dass in den USA die Studenten zugleich zahlende Kunden sind, denen man nie sagen wird, dass ihre Leistung unzureichend ist; lieber lässt man sie mit einem C- durchkommen.
4) Duzt Euch, zumindest wenn Ihr zusammen arbeitet!
Klingt für einige immer noch komisch, verbessert aber die Atmosphäre. Ein "Call me Robert" macht in den USA einen Professor nicht besser, verringert aber die Hemmnisse bei der Zusammenarbeit.

5) Weniger "Lehrstühle", mehr Fachbereich!
Assistenten sollten keine Leibeigenen des Lehrstuhlinhabers sein. Doktorarbeiten sollten nicht von dem Professor benotet werden, der sie betreut hat, sondern vom ganzen Fachbereich. Die Qualität eines Wissenschaftlers sollte an seiner letzten Veröffentlichung gemessen werden, nicht an seinem Dienstalter.

6) Schluss mit der Titelhuberei!
Vor allem an juristischen oder medizinischen Fakultäten wird der Doktortitel weiterhin verschenkt, was ihn wertlos macht. An anderen Fakultäten promovieren nach wie vor zu viele unqualifizierte Leute, nur weil ihnen Alternativen fehlen.

7) Studiengebühren und Gehälter
können die Situation verbessern, auch wenn sie in Wahlkampfzeiten unpopulär sein mögen! Das Geld könnte u.a. dazu benutzt warden, die Gehälter von Wissenschaftlern flexibler zu gestalten, wobei ich damit durchaus Flexibilität nach oben meine. Wer regelmässig zu den Besten gehört, will nicht dauerhaft auf einer Gehaltsebene mit Sachbeabeitern bleiben.

Ansonsten: Deutsche Universitäten sind ziemlich gut – wesentlich besser als die anderer europäischer Länder!
Grüsse aus Cambridge Mass.

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