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Wettbewerb um Nachwuchs: Mecklenburg-Vorpommern verbeamtet erstmals Lehrer
Bildungsministerium MV

Im Kampf um junge Lehrer probieren Bundesländer alles: Zum ersten Mal macht nun Mecklenburg-Vorpommern Lehrer zu Beamte auf Probe ein. Der Versuch, Absolventen mit sicheren Jobs in den Nordosten zu locken, hat aber auch Nachteile.

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Onsom2000 02.08.2013, 22:20
30. Pensionsblödsinn

Ich finde ja diesen Pensionsblödsinn immer sehr erheiternd. Wäre mir zumindest neu, dass Rentenzahlungen durch Rücklagen gedeckt wären. Folgich ist es völlig egal ob Rente oder Pension... mit dem unterschied das Pensionslasten Gesamtgesellschaftlich zu tragen sind und die eher klammen Länderkassen belasten. Aber das ist schließlich eine andere Frage.

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waldemar.46 02.08.2013, 22:42
31. immer feste druff auf

Vielleicht ist dieser Verbeamtungs-Humbug sogar für die typischen Beamtenhasser ein Hinweis darauf, dass der Beamte den Staat billiger kommt als der Angestellte. Das war schon vor Jahren der Grund, weshalb Offenbach/Main viele Angestellte gegen deren Willen zwangsverbeamtete. Seit etwa 1957 hätte der Staat Pensionskassen anlegen müssen; damals wurden die Beamtengehälter um 7 % (= die Hälfte des damaligen Rentenbeitrags von 14 %) gekürzt - quasi als Arbeitnehmer-Anteil für eine der Rentenversicherung analoge Pensionskasse. Diese wurde niemals angelegt, das Geld wurde anderweitig verbuttert. Und heute wird von den notorischen Beamtenhassern (insbesondere den Lehrerhassern) auf den Beamten rum gehackt!!

Leute, sooo gehts nun mal nicht! Der Beamte ist zwar grundsätzlich unkündbar, aber er kann jenseit der 35 Jahre (Pi mal Daumen) auch nicht mehr von sich aus kündigen, weil er dann so schlecht nachversichert wird, dass er selbst in einem gut bezahlten Job kaum noch eine vernünftige Rente erwirtschaften kann.

Der ganze Beamten-Kokolores gehört endlich auf den Misthaufen der Geschichte und eine allgemeine Versicherung nach dem Vorbild der schweizer AHV angelegt. Dann gäbe es auch diese blöden Artikel mit den noch blöderen Beamtenhasser-Kommentaren nicht mehr! Aber ehe in Deutschland über die Abschaffung des fossilen Beamtentums auch nur ernsthaft nachgedahct wird, fließt der Rhein rückwärts und mündet in den Lago Maggiore!

P.S.: Schon mal überlegt, dass die "Jungen", die unbedingt verbeamtet werden wollen, nicht unbedingt zur Elite gehören? Die Gehälter, die beamtete Naturwissenschaftler in der Schule erzielen, sind mit ein Grund dafür, dass in diesen Fächern ein gravierender Mangel herrscht. Denn die "Guten" suchen sich vernünftig bezahlte Jobs, die sie auch hinschmeißen können, um sich woanders besser zu verkaufen. Übrig bleibt der "Bodensatz" - Ausnahmen bestätigen die Regel!

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kölschejung72 03.08.2013, 23:08
32.

Die Verbeamtung der Lehrer ist schön für die Neuen, sorgt aber dafür, dass ich die total überbezahlten Angestellten Lehrer wenig geschätzt fühlen.

Aber gegen den Umstand, dass jede Partei mit Lehrern durchsetzt ist, und so die unglaublich hohen Verdienste im Weltweiten Vergleich bestehen bleiben, kann man wohl nichts machen.

Ob angestellt oder verbeamtet. Die Gehälter sind schon extrem. Aber wenn jemand schreibt, dass Lehrer faul sind, würde ich das verneinen. Denn je nach Fächerkombination ist das schon alles andere als Zuckerschlecken. Zudem ist Schule eine ziemlich totalitäre Behörde, bei der jemand, der nicht mit den Wölfen heult, schnell Probleme bekommt.

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spon-facebook-10000005222 03.08.2013, 23:19
33. jobsicherheit ist wichtig!

sie können gern über den beamtenstatus debattieren - seine nachteile sehen viele von uns lehrern ebenso wie sie.

aber sehen sie es bitte von der anderen seite: sie studieren etwas, dass sie praktisch nur als lehrer einsetzbar macht, sind mit ca. 27 fertig, erwarten 1 bis 2 jahre referendariat bei hungerlohn und stellen dann mit 29 oder 30 fest, dass sie über die ferien gern mal entlassen werden und sich im zweifelsfall nächstes jahr in nem anderen bundesland nen neuen job suchen sollen.

familiengründung? sesshaft werden? wohl eher ein leben auf abruf und geprägt von unsicherheit. ich würde nie nach sachsen gehen. mecklenburg ist gerade deutlich attraktiver geworden.

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fitzke 03.08.2013, 00:05
34.

Zitat von GeorgNoLakoff
... kann nur die Antwort sein, solange andere Bundesländer auch verbeamten. Wenn man jedoch sieht, wie sich verbeamtete Lehrer auf die faule Haut legen, sobald sie verbeamtet sind, dann kann es nicht im Sinne des Auftraggebers oder des Gemeinwohls sein, auch nur einem Menschen eine solche Generalvollmacht zum Faulsein zukommen zu lassen.
bitte belegen Sie doch ihre These der "faulen Haut"!
Wenn sie so neidisch darauf sind, warum sind sie dann nicht Lehrer geworden?
Diese Neiddebatten sind unnütz, unsachlich und unnötig.

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sanhe 03.08.2013, 00:07
35. Reform des Beamtenstatus dringend nötig

Zitat von phthalo
Wenn ich sehe, wieviel Geld Lehrer bereits im ersten Jahr verdienen verglichen mit einem Ingenieur, der 10 Jahre bei einem großem Flugzeugbauer tätig ist, dann verdient ein Lehrer (nach Abzug aller Steuern etc.) immer noch mehr!
Unabhängig davon, ob Ihr Beispielvergleich mit dem angeführten Ingenieur so realitätsgetreu ist, bleibt aus meiner Sicht sachlich zu konstatieren:

1. Lehrer im Beamtenstatus verdienen hierzulande -Nettogehälter betrachtet- definitiv zu viel, auch im internationalen Vergleich.

2. Der Beamtenstatus für Lehrer hat keinerlei sachliche Berechtigung.
Die Politik sollte nun endlich einmal zu Potte kommen und diesen Status per Gesetz auf den Kern von Polizei, Justiz und ggf. Finanzverwaltung beschränken.

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doke969 03.08.2013, 00:10
36. Deutschland ist dumm.

Schrecklich dieser provinzielle bananenrepublikanische Beamtenstatus. Der Staat spart vordergündig Geld durch Nichtzahlung von Sozialleistungsanteilen, teilt den Gewinn unnötig-verbrecherisch
-großzügig mit den Beamten und will nicht sehen, dass er für gleiche Arbeit grundgesetzwidrig unterschiedlich bezahlt (an die Angestellten des Staates) und dass die "gesparten" Sozialbeiträge/-leistungen eben aus einem anderen Topf des Staates kommen müssen. Ganzheitliches Denken, was ist das? Oh je, das wird noch lange dauern bis wir modern und intelligent handeln.

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fitzke 03.08.2013, 00:15
37.

Zitat von aalf
Das Beamtentum sollte bis auf wenige Ausnahmen abgeschafft werden. Ob Lehrer zu den Ausnahmen zählen müssten bezweifel ich zumindest. Warum müssen nur Berufstätige in der freien Wirtschaft das Risiko der Kündigung und Arbeitslosigkeit tragen? Dafür dürfen sie sich an der Bezahlung der Beamten beteiligen...
Denken Sie doch mal darüber nach, anstatt unreflektiert ihre eigenen Weisheiten zu verbreiten. Geht es nur um das genannte Risiko? Dann sind ihre Argumente wenig ausreichend, denn hier geht es nur um Neid, statt Sachlichkeit.
Der Lehrerberuf ist ein Scheißjob. Nicht nur wegen der Kinder, sondern wegen der Eltern, die genau in das gleiche Horn blasen wie alle Lehrerhasser. Die Fluktuation wäre gewaltig, was sich wiederrum auf die Qualität des Unterrichts auswirken würde.

Wer mit diesem ganzen "Wir-hassen-alle-Lehrer, weil-diese-Beamte-sind"-Sermon planlos durch die Gegend schwadroniert, geht leichtfertig mit der Zukunft unserer Kinder um.

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rulamann 03.08.2013, 02:00
38.

Zitat von TS_Alien
So viel verdienen Lehrer auch nicht. Vom Nettogehalt muss noch die PKV bezahlt werden. Zusätzlich geben Lehrer einen Teil ihres Gehalts für ihr Arbeitsmaterial (Bücher, Computer, Papier, ...) aus. Lustigerweise erhalten Angstellte mit dem gleichen Nettogehalt bei gleich hohen beruflich bedingten Ausgaben mehr Geld beim Lohnsteuerjahresausgleich zurück, haben also insgesamt ein höheres Nettogehalt. Die Pension eines Beamten wird höher versteuert als die Rente eine Angestellten. Und in einigen Jahren dürfte auch die Pensionshöhe der Beamten gesenkt werden. Zumal die "Rücklagen" für die Pensionen bereits ausgegeben worden sind.
Oh Gott, die Lehrer die ich kenne haben ein Jahr rangeklotzt und käuten auf Jahrzehnte das wieder was sie einmal in Leitz-Ordner abgeheftet haben. Außerdem ist die Nutzung der privaten KK eine Frechheit, ab zur Fließbandabfertigung beim Baader wie jeder andere auch. Ganz zu schweigen von der Absetzbarkeit der "sauteuren" EDV.

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dickebank 03.08.2013, 06:45
39. Vorurteil

Zitat von phthalo
Die Leher dürfen nicht streiken. Warum sollten sie auch? Wenn ich sehe, wieviel Geld Lehrer bereits im ersten Jahr verdienen verglichen mit einem Ingenieur, der 10 Jahre bei einem großem Flugzeugbauer tätig ist, dann verdient ein Lehrer (nach Abzug aller Steuern etc.) immer noch mehr! Überstunden haben wir ohne Ende und auch bei weitem nicht soviel Urlaub. Und jedesmal zittern wie um die Jobs, wenn die Aufträge fehlen. Verliert man seinen Job mit 50 Jahren, dann wars das! Und v.a.m!
Vorurteile ersetzen kein detailliertes Faktenwissen.

Ich kann aber gerne aushelfen, da ich neben dem Grad des Dipl.-Ing. noch über zwei weitere Zweite Staatsexamina verfüge und sowohl bei Behörden als auch in der freien Wirtschaft in unterschiedlichen Ingenieurbüros gearbeitet habe. Mittlerweile bin ich tarifbeschäftigter Lehrer.

Zu glauben, dass Lehrer keine Überstunden hätten diskreditiert Sie schon als Diskussionspartner. An einer Schule, die ich gut kenne schieben das Kollegium 200 Überstunden vor sich her, die eigentlich zurückgegeben werden müssten.

Das klingt nicht viel, de facto sind es aber 4000 Schulstunden in einem Schuljahr. Im Prinzip sind das 4 Lehrerstellen. Zum anderen ist die tatsächliche zahl der Überstunden natürlich wesentlich höher. Das liegt daran, dass Sie als lejrer Vertretungsstunden erst ab der dritten geleisteten in einem Monat abrechnen dürfen. Hinzukommt, dass tarifbeschäftigte Lehrer das gleiche Wochenstundendeputat wie beamtete Lehrkräfte haben. Das ist einmalig im ÖD in dem die Beamten ansonsten 3 Stunden je Woche mehr als die Angestellten arbeiten.

Und nun das wirkliche Grundübel, vieles, was ich in der freien Wirtschaft oder auch bei anderen Behörden als Überstunden aufschreiben und anrechnen konnte, fällt im lehrerberuf weg. Gezählt werden nämlich nur Stunden, die vor Schülern anfallen, also Unterricht in irgendeiner Form sind. Alles andere - und da gibt es eine Menge Arbeit, die zeitintensiv ist - gilt von vornherein als nicht anrechenfähig. Hinzukommt dass man sein Ü-Stundenkonto nicht bei Bedarf abbauen kann. Wenn Sie zur Beerdigung des Nachbarn oder eine Cousins wollen, müssen Sie sich arbeitsunfähig melden. Dienstbefreiung aus persönichen Gründen ist im Schulbetrieb nicht vorgesehen. Beim Tod des ehepartners erhalten Sie zwei tage Sonderurlaub, danach werden Sie wieder vor die Klasse gestellt. Der Ihnen zustehende Urlaub muss nämlich in die unterrichtsfreie Zeit gelegt werden.

BTW beschäftigen Sie sich doch einmal mit den Arbeitszeitstudien im Lehrerberuf, die immer wieder einmal von renomierten Wirtschaftsberatungsgesellschaften erstellt worden sind.

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