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Wettbewerb um Nachwuchs: Mecklenburg-Vorpommern verbeamtet erstmals Lehrer
Bildungsministerium MV

Im Kampf um junge Lehrer probieren Bundesländer alles: Zum ersten Mal macht nun Mecklenburg-Vorpommern Lehrer zu Beamte auf Probe ein. Der Versuch, Absolventen mit sicheren Jobs in den Nordosten zu locken, hat aber auch Nachteile.

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waldemar.46 03.08.2013, 11:45
50.

Zitat von Namal
Es gibt nicht zu wenige in den Naturwissenschaften. .........
Nach Ihrer Meinung gibt es also "nicht zu wenige in den Naturwissenschaften".
Komisch ist dann nur, dass seit Jahrzehnten ALLE Bundesländer händeringend Chemiker, Biologen und Physiker suchen!
Oder dass z.B. in Hessen seit Jahren Naturwissenschaftlern zumindest an Gymnasien par ordre de mufti die Altersteilzeit verwehrt wird mit der Begründung, es seien zu wenige Naturwissenschaftler da. Kenne gerade zwei ganz aktuelle Beispiele aus Darmstadt, einmal Chemie/Biologie, das zweite Mathe/Physik. Ein weiterer Bekannter von mir unterrichtet Biologie und Erdkunde in Rüsselsheim. Er wurde noch vor seiner Pensionierung gebeten, ob er nicht danach noch ein paar Stunden Biologie unterrichten könne. Jetzt gibt er noch acht Stunden Biologie.

Irgendwie stimmen die ganzen "Argumente" der Beamten- bzw. Lehrerhasser auf der ganzen Linie nicht. Richtig übrigens, was da ein Forist weiter oben über die Eltern schrieb. DIE snd nämtlich ein Hauptproblem an Schulen, habe ich selbst erlebt (war auch schon vor 25 Jahren nicht anders), als in einer Klasse unsrer Kinder bei einem Elternabend über eine abwesende Lehrerin in unglaublicher Weise hergezogen wurde. Mir platzte dann der Kragen und ich schlug vor, einen neuen Elternabend anzusetzen und besagte Lehrerin dazu einzuladen. Wurde dann auch so gemacht. Und an diesem (zweiten) Elternabend sagte dann keiner von den Meckerern etwas! Ich forderte dann einen oder zwei Meckerer auf, doch das zu wiederholen, was sie kurz zuvor so lautstark angeprangert hatten; aber dazu hatten diese Typen keinen Mut!

Ach, noch was zum Schluss: Seit 1969 haben sich die Gehälter im gesamten ÖD im Verhältnis zu den Einkommen in der Wirtschaft halbiert!!! Dann darf man sich nicht wundern, wenn NICHT gerade die "Spitzenkräfte" ganz allgemein in den ÖD gehen.

Ich las kürzlich in einer Studie (fragen Sie jetzt bitte nicht nach dem berühmten "Link"), dass ein Studienrat 1969 bei Dienstantritt (also etwa mit 27/28) etwa DEM 1.600 brutto hatte. Laut einer eben von mir angeklickten Tabell im Internet hat er aktuell ca. EUR 3.200, also Pi mal Daumen das Vierfache.
In Südhessen haben sich in dieser Zeit z.B. die Kalt-Mieten mindestens verzehnfacht; wie sich die GKV-Beiträge entwickelt haben, weiß jeder selbst: damals (je nach Kasse) etwa 7,5 % von der Bemesungshöchstgrenze von DEM 900,- (ich hatte gerade vor ein paar Tagen mal meinen GKV-Ordner in der Hand, weil ich da etwas Grundsätzliches klären muss) = ca. 65,- DEM = ca. 35 EUR!
Heute 15,5 % von der Bemessungsgrenze so um die 3.700 EUR = ca. 575 EUR oder entsprechend ca. 1.200 DEM. Das ist etwa da Sechzehnfache.
OK, da sind jetzt ein paar Rundungsfehler etc. drin, weil ich mir nicht die Arbeit mache, wegen den Lehrerhassern einen Vormittag für exakte Berechnungen zu verplempern.

Liebe Mitforisten, deren Gesicht vor Neid schon grün ist: Bitte werdet doch gut bezahlte Lehrer, meine Enkel werden sich freuen, wenn kein Unterricht mehr ausfällt!

Der ganze Beamten-Sums muss endlich weg!

Schönen Tag noch und fröhliches Weiter-Keifen!

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waldemar.46 03.08.2013, 11:53
51. richtig!

Zitat von vonlipwig
Als ich damals aus der Wirtschaft in den Schuldienst gewechselt bin, war dies für mich mit erheblichen Abstrichen beim Nettoeinkommen verbunden, und das bei einer zwar unterschiedlichen, in der Summe aller Aspekte jedoch durchaus vergleichbaren Arbeitsbelastung. Die Hauptvorteile lagen in der Möglichkeit, die Arbeitszeit - abgesehen vom reinen unterrichten - meinen Lebensbedingungen anpassen zu können und in der Unkündbarkeit. Ich gebe gerne zu, dass dies für mich mit zwei damals jungen Kindern, aus der Baubranche kommend und einen Hauskauf planend, durchaus wichtige Argumente für den Wechsel waren und dass das weitaus geringere Einkommen dadurch verschmerzbarer wurde. Für den "internationalen Vergleich" sollten Sie bedenken, dass Lehrer in Deutschland im EU-Raum die höchste Arbeitszeit haben, vor den größten Klassen stehen und auch, seitens der Ausbildung, mit die höchsten Einstellungsvoraussetzungen erfüllen müssen.
DAS interessiert aber die Lehrerhasser nicht! Wir haben in der Nachbarschaft einen schönen Vergleich: Mutter (stolz darauf, KEINEN Hauptschulabschluss zu haben!) verlangt (!) von der Schule: "Meine Tochter MUSS Abitur machen und studieren." Als der so genannte "Studienleiter" ihr vorsichtig klar machen will, dass ihre Tochter es sehr schwer haben wird, pfeift sie ihn an, es sei schließlich sein Job, die Kinder zum Abi zu bringen!

Woher ich das weiß? Vom Ehemann besagter Dame, der zusammen mit mir Abi machte und langsam daran zweifelt, ob es wirklich richtig war, DIESE Frauu zu heiraten .... ;-))

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Feindbild_Mensch 03.08.2013, 12:17
52. Neid?

Zitat von phthalo
Die Leher dürfen nicht streiken. Warum sollten sie auch? Wenn ich sehe, wieviel Geld Lehrer bereits im ersten Jahr verdienen verglichen mit einem Ingenieur, der 10 Jahre bei einem großem Flugzeugbauer tätig ist, dann verdient ein Lehrer (nach Abzug aller Steuern etc.) immer noch mehr! Überstunden haben wir ohne Ende und auch bei weitem nicht soviel Urlaub. Und jedesmal zittern wie um die Jobs, wenn die Aufträge fehlen. Verliert man seinen Job mit 50 Jahren, dann wars das! Und v.a.m!
Sie haben/hatten die Wahl - das Geheule ist überflüssig. Wenn sie Ingenieur sind, hätte es auch zum Lehrer gereicht. Also, ihr Pech! Neidhammelei ist überflüssig. Beneide den Lehrerberuf nicht - man bekommt in irgendeiner Weise eine Profilneurose, ist weit weg von Wertschätzung und hat schon einen erheblichen psychischen Stress. Beamter zu sein, wird in Zukunft nicht die Absicherung bringen, die sich viele erhoffen.
Und wer Beamter ist/war, wird schwer nochmals von der freien Wirtschaft genommen. Sie sind also verdammt, in Deutschland bleiben zu müssen und darauf zu hoffen, dass dem Staat nie die Kohle ausgeht. Rosige Aussichten würde ich sagen.

Ich würde Ihnen mal raten, das Unternehmen zu wechseln. Weil ich habe auch viele Überstunden, aber mich stört es nicht. Um glücklich zu sein, muss Arbeit Sinn und Spass machen (daneben muss es genug fürs Leben abwerfen), dann würden sie auch nicht auf Lehrer schimpfen. Also erstmal vor der eigenen Türe kehren.

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dickebank 03.08.2013, 12:37
53. Lesekompetenz

Zitat von kölschejung72
Deutschland hat mit die höchsten Kosten für die Schulen aber gleichzeitig relativ große Klassen, weil die Lehrer im Vergleich zu teuer sind. Ich weiss, dass sich die Lehrer trotzdem ungeliebt und unterbezahlt fühlen. Aber reisen sie mal durch Europa und schauen sie sich die Bezahlung an, dann wissen Sie wie gut es den deutschen Lehrkräften geht. Als ich in der GEW war und mir dann monatlich in der Mitgliederzeitschrift das Gejammere der Lehrer auf allerhöchstem Niveau durchlesen durfte, habe ich nur mit dem Kopf geschüttelt. Aber ist in soweit menschlich verständlich, dass jemand der in einem geschlossenen System (Job bis zur Rente/Pension) drin ist, sich nur noch mit denen im System vergleicht. Wenn Ihnen A11 nicht reicht, dann müssen sie Komunalpolitik in der Partei machen, die üblicherweise die Landtagswahlen und die Kommunalwahlen gewinnt in ihrem Bundesland gewinnt. Ich garantiere Ihnen, langfristig stehen dann alle Signale auf Aufstieg.
Wer lesen kann ist glatt im Vorteil.

Ich schrieb, dass ich angestellter Lehrer bin, dessen Tätikeit nach TV-L mit E11 abgegolten wird. A11 wird in einigen Bundesländern allenfalls Grundschullehrkräften gezahlt. Die Lehrerbesoldung ist A12, Studienräte und Förderschullehrer erhalten A13. Ferner habe ich berichtet, dass ich aus einer Ingenieurstelle in den Schuldienst gewechselt bin, also nicht nur innerhalb des Systems Vergleiche anstellen kann. darüberhinaus habe ich sogar den Zeitpunkt des Wechsels offenbart.

Der vergleich mit Entgelten für Lehrer innergalb Europas kann ja gerne gezogen werden. Nur müssen dann eben auch die referenzdaten herangezogen werden, so z.B. die Kaufkraft oder Gehaltsvergleiche anderer Berufsgruppen. Verschwiegen wird auch gerne, dass in Deutschland Lehrkräfte grundsätzlich Lehrberechtigung für zwei Fächer haben müssen. Dazu kommt dann noch, dass in deutschland Aufgaben von lehrern erledigt werden müssen, für die es im europäischen Ausland zusätzliches nicht-lehrendes Personal gibt. Allein die Tatsache, dass eine Schule mit 1300 Schülern lediglich etwas mehr als zwei Sekretariatstellen (2,25 Volzeitstellen) zugewiesen bekommt ist schon bezeichnend.

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Feindbild_Mensch 03.08.2013, 12:44
54. Danke ...

Zitat von waldemar.46
Vielleicht ist dieser Verbeamtungs-Humbug sogar für die typischen Beamtenhasser ein Hinweis darauf, dass der Beamte den Staat billiger kommt als der Angestellte. Das war schon vor Jahren der Grund, weshalb Offenbach/Main viele Angestellte gegen deren Willen zwangsverbeamtete. Seit etwa 1957 hätte der Staat Pensionskassen anlegen müssen; damals wurden die Beamtengehälter um 7 % (= die Hälfte des damaligen Rentenbeitrags von 14 %) gekürzt - quasi als Arbeitnehmer-Anteil für eine der Rentenversicherung analoge Pensionskasse. Diese wurde niemals angelegt, das Geld wurde anderweitig verbuttert. Und heute wird von den notorischen Beamtenhassern (insbesondere den Lehrerhassern) auf den Beamten rum gehackt!! Leute, sooo gehts nun mal nicht! Der Beamte ist zwar grundsätzlich unkündbar, aber er kann jenseit der 35 Jahre (Pi mal Daumen) auch nicht mehr von sich aus kündigen, weil er dann so schlecht nachversichert wird, dass er selbst in einem gut bezahlten Job kaum noch eine vernünftige Rente erwirtschaften kann. Der ganze Beamten-Kokolores gehört endlich auf den Misthaufen der Geschichte und eine allgemeine Versicherung nach dem Vorbild der schweizer AHV angelegt. Dann gäbe es auch diese blöden Artikel mit den noch blöderen Beamtenhasser-Kommentaren nicht mehr! Aber ehe in Deutschland über die Abschaffung des fossilen Beamtentums auch nur ernsthaft nachgedahct wird, fließt der Rhein rückwärts und mündet in den Lago Maggiore! P.S.: Schon mal überlegt, dass die "Jungen", die unbedingt verbeamtet werden wollen, nicht unbedingt zur Elite gehören? Die Gehälter, die beamtete Naturwissenschaftler in der Schule erzielen, sind mit ein Grund dafür, dass in diesen Fächern ein gravierender Mangel herrscht. Denn die "Guten" suchen sich vernünftig bezahlte Jobs, die sie auch hinschmeißen können, um sich woanders besser zu verkaufen. Übrig bleibt der "Bodensatz" - Ausnahmen bestätigen die Regel!
... trifft den Kern der Sache. Noch einen Nachtrag.

In meiner Zeit an der UNI in der Lehrerausbildung im MINT kamen auf 10 Studenten meist nur zwei wirklich brauchbare Neu-Lehrer. Fachlich top und dazu auch gut darin, Dinge verständlich zu erklären.

Eigentlich müssten die besten Leute in den Lehrerberuf, aber leider ist das überweigend nicht der Fall. Es gibt zahlreiche Stundenten, die vom Hauptfach ins Lehramt wechselten: "Ich will ja nur Lehrer werden, das bekomme ich dann schon hin."
Da läuft was ganz entschieden falsch. Es müsste einen erheblichen Konkurrenzdruck geben um diese Stellen. Harte Auswahl, bessere Bedingungen.
Jeder, der was auf den Kasten hat, meidet doch den öffentlichen Dienst (oder lebt in der Verklärung - hallo, Jungprofessoren!).
Übrigens kenne ich jetzt schon zwei Lehrer, die Verbeamtung in Deutschland geschmissen haben und ins Ausland sind (Schweiz, England). Sind überwiegend glücklicher im Angestelltenverhältnis --- erstaunlich.

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lottchenmv 03.08.2013, 12:47
55. Die Lehrer sind da, aber...

sie werden nicht eingestellt. Das ist das größte Problem in MV und ich durfte es am eigenen Leib erfahren. Ich unterrichte angebliche Mangelfächer, habe ein gutes Examen gemacht und suche nach wie vor. Dass Bildungsministerium und Schulämter sich die Schülerzahlen und dementsprechend den Bedarf günstig rechnen, muss endlich aufhören. Die älteren Kollegen werden auf Verschleiß gefahren und die jungen werden nicht eingestellt. Bsp.: ich werde zum Vorstellungsgespräch eingeladen, 2 Tage später wird dies abgesagt wegen "personeller Veränderungen". Sprich, eine zuvor vom Schulamt ausgeschriebene Stelle wurde wieder weggerechnet! Toll, aber leider traurige Realität, so lange in den regierenden Köpfen weiter die Meinung vorherrscht, dass Bildung gleichzeitig billig und weltweit top verwaltet werden könne. Ich persönlich freue mich darauf, im kommenden Jahr voraussichtlich verbeamtet zu werden, vorausgesetzt man lässt mich endlich in meinem Job arbeiten. Noch mehr würde ich mich aber freuen, wenn unserer Zunft etwas mehr Respekt entgegen gebracht würde, sowohl von Regierungsseite als auch von den Eltern unserer Schüler, die uns einen beträchtlichen Teil ihres Lebens anvertraut werden.

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trevi 03.08.2013, 12:54
56. ein großer Fehler -

Es ist doch hinlänglich bekannt, daß gerade in der Gruppe der verbeamteten Lehrer der größte Anteil von Problemlehren zu finden ist. Zudem ist es eine "faule Ausrede -die seien billiger". Keinesfalls, die AN+AG-Beiträge fehlen in den Sozialkassen und das große Elend/Zahlen kommt nach der Pensionierung, mit Wahnsinnsaufwendungen. Aber das Problem hat dann die nächste Regierung bzw. die nächste Steuerzahler-Generation.
Ich vermute zudem, dass der Grund für die Verbeamtung keineswegs Lehrermangel ist (arbeitslose oder Zeitvertrags-Lehrer gibt es in großer Zahl und darunter sind auch wirklich gute Pädagogen)
sondern dies ist das Ergebnis der Loby-Arbeit im Hintergrund. Zudem wohin "Verbeamtung" führt zeigt ganz aktuell Griechenland. Diese "hl.Staatskühe" haben das Land ruiniert (weil sie nichts taten/Steuern etc.) und sind heute unkündbarer Klotz am Bein.

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trevi 03.08.2013, 12:57
57. ein großer Fehler -

Es ist doch hinlänglich bekannt, daß gerade in der Gruppe der verbeamteten Lehrer der größte Anteil von Problemlehren zu finden ist. Zudem ist es eine "faule Ausrede -die seien billiger". Keinesfalls, die AN+AG-Beiträge fehlen in den Sozialkassen und das große Elend/Zahlen kommt nach der Pensionierung, mit Wahnsinnsaufwendungen. Aber das Problem hat dann die nächste Regierung bzw. die nächste Steuerzahler-Generation.
Ich vermute zudem, dass der Grund für die Verbeamtung keineswegs Lehrermangel ist (arbeitslose oder Zeitvertrags-Lehrer gibt es in großer Zahl und darunter sind auch wirklich gute Pädagogen)
sondern dies ist das Ergebnis der Loby-Arbeit im Hintergrund. Zudem wohin "Verbeamtung" führt zeigt ganz aktuell Griechenland. Diese "hl.Staatskühe" haben das Land ruiniert (weil sie nichts taten/Steuern etc.) und sind heute unkündbarer Klotz am Bein.

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dickebank 03.08.2013, 13:03
58. Gehälter

Zitat von Feindbild_Mensch
Sie haben/hatten die Wahl - das Geheule ist überflüssig. Wenn sie Ingenieur sind, hätte es auch zum Lehrer gereicht. Also, ihr Pech! Neidhammelei ist überflüssig. Beneide den Lehrerberuf nicht - man bekommt in irgendeiner Weise eine Profilneurose, ist weit weg von Wertschätzung und hat schon einen erheblichen psychischen Stress. Beamter zu sein, wird in Zukunft nicht die Absicherung bringen, die sich viele erhoffen. Und wer Beamter ist/war, wird schwer nochmals von der freien Wirtschaft genommen. Sie sind also verdammt, in Deutschland bleiben zu müssen und darauf zu hoffen, dass dem Staat nie die Kohle ausgeht. Rosige Aussichten würde ich sagen. Ich würde Ihnen mal raten, das Unternehmen zu wechseln. Weil ich habe auch viele Überstunden, aber mich stört es nicht. Um glücklich zu sein, muss Arbeit Sinn und Spass machen (daneben muss es genug fürs Leben abwerfen), dann würden sie auch nicht auf Lehrer schimpfen. Also erstmal vor der eigenen Türe kehren.
Nun als Ing könnte besagter Forist natürlich auch in den ÖD wechseln, sowohl als Angestellter als auch bei vorliegen des entsprechenden Befähigungsnachweises (Zweites Staatsexamen) als Beamter.

Der Vorteil für Ings wäre sogar, dass der Behördenjob ein netter "nine to five"-Job ist. Dass sich Ings um die Stellen im gehobenen oder höheren technischen Staatsdienst reißen, wäre mir jetzt allerdings neu. Den meisten gefällt die Bezahlung nicht. Viele stoßen auch die Karrieremöglichkeiten ab. Die Zahl der A16 besoldeten Abteilungsleiter oder Ministerialdirigenten ist eher gering.

Lebensrisiko von Angestellten des ÖD ist es aber auch, dass ein Wechsel zurück in die Privatwirtschaft auszuschließen ist, wenn man einmal von B-besoldeten Beamten absieht. Durch den Aufbau der Bundesrepublik bedingt gibt es auf der Arbeitgeberseite ein Oligopol, die Möglichkeit den AG zu wechseln gibt es nur sehr bedingt.

Die Tatsache, dass der ÖD für AN auch Vorteile bietet, sieht man schon daran, dass es eine Vielzahl von Richterinnen und Lehrerinnen gibt. Der Lehrerinnenanteil an der Gesamtlehrerschaft von GS bis zum Gym und den BKs dürfte mittlerweile bei 60% liegen. Dass diese Vorteile in der Höhe der Besoldung bzw. des tariflichen (TV-L) Entgeltes liegen, kann aber ausgeschlossen werden.

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dickebank 03.08.2013, 13:13
59. Milchmädchen

Zitat von trevi
Keinesfalls, die AN+AG-Beiträge fehlen in den Sozialkassen und das große Elend/Zahlen kommt nach der Pensionierung, mit Wahnsinnsaufwendungen.
Beamte zahlen in die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme nichts ein und erhalten deshalb auch keine Leistungen aus diesen.

Würde man ab morgen alle Lehrer zu Angestellten machen, müssten zwar alle die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge abführen, im gegenzug erhielten aber auch alle "pensionierte" - also im Ruhestand befindlichen ehemaligen - Lehrkräfte ab morgen Zahlungen aus dem System.

BTW warum gibt es in der Wirtschaft für AT-Kräfte eigene Versorgungssysteme? Sind doch nicht alle gleich? Warum erinnert mich Ihre Argumentation an die Animalfarm, wo ja auch alle Tiere gleich sind. - Und nur manche Tiere wie Sie gleicher.

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