Forum: Leben und Lernen
Widerstand im Bundesrat gegen Digitalpakt Schule: "Etliche Länder haben höchste Beden
Getty Images

In einigen Kultusministerien regt sich Protest gegen die Änderung des Grundgesetzes, auf die sich die Parteien im Bundestag geeinigt haben. Sie drohen, den Digitalpakt Schule im Bundesrat scheitern zu lassen.

Seite 5 von 5
spondabel 02.12.2018, 14:48
40. Zu kurz gesprungen

Es wird Zeit, den Ländern etwas von ihrer Schulhoheit zu nehmen. Wohin hat uns diese geführt? Abschlüsse sind nicht vergleichbar und der Wildwuchs an verschiedenen Schularten ist nicht mehr zu überblicken. Der zentrale Satz der Kritiker lautet: "Wir wollen keine Einheitsschulpolitik aus Berlin." Aber genau das wäre erstrebenswert um diese Kleinstaaterei in die Schranken zu weisen. Die Länder hatten Jahrzehnte Zeit, um zu beweisen, dass sie es können. Aus meiner Sicht sind sie gescheitert. Also sollte man ihnen nicht mit Milliarden für die technische Ausstattung unter die Arme greifen, sondern den Schulföderalismus als solches hinterfragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
berliner789 02.12.2018, 22:51
41. Grundsätzlich der richtige Weg!

Als Schulleiter und bildungsinteressierter Mensch plädiere ich für ein bundesweit einheitliches Schulsystem. Die Bildungshoheit der Länder ist in Deutschland nicht mehr haltbar und ein Anachronismus! in der mobilen Welt leiden Schpler_innen täglich, wenn ihre Eltern arbeitsbedingt umziehen müssen. Ein Industriestaat wir Deutschlanf muss zudem alle Kräfte in die Bildung setzen, um gemeinsame Standards umzusetzen. Der Digitalisierung stehe ich kritisch gegenüber. Es hat sich gezeigt, dass die Anwendung von digitalen Medien nicht zu Verbesserung von Leistungen beigetragen haben. Hingegen hat die Vernetzung von Lehrkräften und der Austausch von Materialien dazu beigetragen, dass Schule leistungsfähiger wurde. Gemeinsame Anstrengungen zur Demokratieerziehung, Kreativität und Medienkompetenz wären unbedingt notwendig! Hier muss der Bedarf vor der Befriedigung des Egos der Landesfürsten gehen!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diestimmevomdach 02.12.2018, 23:42
42.

Zitat von oss1304
5.000.000.000 Euro für W-Lan und Tablets??? Ich bekomme das kalte K***en... Ich arbeite als Beratungslehrer in etlichen Schulen, und das letzte was diese brauchen, sind mehr Tablets und W-Lan! Was an allen Ecken fehlt, sind qualifizierte Lehrer, auch wenn z.B. die hessische Landesregierung mit ihrer 105%igen Lehrerversorgungslüge darüber hinwegtäuschen will. Die Kosten beispielsweise für Smart-Boards stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen und Lehr- und Lerngewinn, abgesehen davon, dass sie die meiste Zeit kaputt sind oder bestenfalls als großer Fernseher benutzt werden. Tablets und Apps können in max. 5% aller Unterrichtssituationen sinnvoll sein. Die zunehmende Digitalisierung hat meiner Wahrnehmung nach eher dazu geführt, dass Schüler immer unselbständiger bei der Aneignung von Wissen, Problemlösung und Texterschließung werden, alles was über "copy and paste" hinausgeht, ist oft eine Überforderung. Hinzu kommt der Mythos der neuen Generation als "digital native": Bestenfalls können Apps bedient werden - der Umgang mit richtigen Computern zur Textverarbeitung, kreativen Gestaltung von Medien, Programmentwicklung o.ä. ist den meisten Schülern schon viel zu kompliziert und anstrengend, bzw. es gibt gar keine Grundkenntnisse hierzu, hier waren Schüler vor 10- 15 Jahren deutlich fitter. Ein guter Lehrer, der ein professionelles, vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Schülern aufbauen kann, braucht meiner Erfahrung in den meisten Situationen im allgemeinen Unterricht nicht mehr als eine klassische Tafel und ein Stück Kreide. Anstatt jede Klasse mit Technik vollzustopfen die nicht oder falsch genutzt wird, gilt es hier an ganz anderen Punkten anzusetzen....
Sie haben so Recht! Ich sehe das ganz genau so. Leider sind wir mit unseren Ansichten auf verlorenem Posten, da in Deutschland der gesunde Menschenverstand keine Chance mehr hat. Und die Blender sind überall!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bil dung tut not 03.12.2018, 06:56
43. Bitte an Politiker: DigitalPakt dringend notwendig

Die Nutzung von Software, Daten und moderner Technologie hat dazu beigetragen, dass die Globalisierung im Eiltempo vorangeschritten ist. Der DigitalPakt für den Bildungsbereich will diese unaufhaltsame Entwicklung fortsetzen. Eigentlich müsste es sogar ein europäischer DigitalPakt-Sturm sein, der über uns hinwegfegt und unsere Entwicklungs- und Bildungschancen forciert betreibt. Aber nun wird im Bundesrat der bildungspolitische Klimawandel einfach ausgebremst. Und dies möglicherweise aus Angst, länderspezifische Eigenheiten nicht mehr fortführen zu dürfen. Diejenigen Politiker, die sich im Bundesrat gegen die geplante GG-Änderung ausgesprochen haben, haben ihren Bildungsprozess offenbar leider schon abgeschlossen. Andere hingegen wissen, dass die Digitalisierung vor keiner Grenze dieser Erde halt macht. Auch vor Landes- und Ländergrenzen nicht. Es ist jammerschade, dass unsere aktuellen Volksvertreter auf dem Rücken unserer Kinder hier eine Diskussion in Gang bringen, die, weltweit gesehen, Deutschland zum digitalen Schlusslicht machen wird.
Bitte an die DigitalPakt-Weigerer im Bundesrat:
Denken Sie um und ermöglichen Sie unseren Kindern den fahrenden Zug noch zu besteigen. Noch ist es nicht zu spät. Details klären wir später – die große Linie muss her. Lieber heute statt übermorgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
linx 03.12.2018, 16:59
44.

Zitat von renker2001
Fakt ist: Wir brauchen Schulabgänger, für die "Digital" etwas so selbstverständliches ist wie Wasser
Wenn das ein Fakt ist, dann müsste es doch längst pädogigsche konzepte geben, die diesen Anspruch erfüllen. Aber der pädagogische Neantertaler kennt diese natürlich nicht und schwadroniert lieber einige Phrasen daher, die am Ende niemand etwas bringen.

Das die Lehrinhalte sich auch an die digitale Entwicklungen anpassen müssen, darüber gibt es sicher keinen Zweifel. Aber ob ein Whiteboard tatsächlich besser ist als eine Kreidetafel, darüber gibt es keine Studien.

Was aber klar ist, der Effekt von digitalen Geräten auf Jugendliche und Kinder hat extreme negative Folgen auf deren Fähigkeiten zu lernen.

Und dieser Popanz der Digital Generation bekomme ich bei den pupertierenden Kindern im Bekanntenkreis mit. Snapchat, Shpock und fortnite können sie bedienen, alles andere interessiert sie nicht und wenn sie mal an (d)einem PC müssen, musst du höllisch aufpassen, dass du hinterher keine Virusschleuder hast. (bei mir nur in einer VM)

Nee, so lange es keine fundierten Konzepte für solche Geräte gibt, solange ist das rausgeschmissenes Geld. Wie die Sprachlabore zu meiner Zeit- Die waren 1975 als ich auf's Gymnasium kam toital fortschrittlich - wie du - wir haben darin vielleicht fünfmal gesessen, dann hat man gemerkt es ist Unsinn und funktioniert nicht, wie man es in science fictions vorgestellt hat. Man setzt Menschen Kopfhöhrer auf und dann trichtert man ihnen das Wissen ein - völliger Unfug. Alle Sprachlabore die ich danach gesehen habe, waren zweckentfremdet und für praktische Dinge - wie Chemie, Physik oder auch Werken fehlte das Geld.

Pädagogik ist mehr als Maschinen, das mit dem Trichter funktioinerte noch nie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
linx 03.12.2018, 17:22
45.

Zitat von three-horses
Und so soll man auch die so verteufelte Tablets und Lapbooks sehen. Statt hunderte von Bücher im Schulranzen, ein Tablet.
Ich glaube keiner verteufelt ein Tablet, wenn diese Intension dahinter steht. Sie unterschätzen aber bei weitem den Aufwand den es braucht um digitales Lehrmaterial wirklich umzusetzen. Bücher gibt es über 500 Jahre. Wie lange nutzen Sie einen Computer zur Wissenserweiterung?
Lesen Sie gerne am Rechner längere Texte? Ich nicht, ich finde es anstregender als Papier.

Aber wie auch immer, den Ansatz gibt es. Das Problem ist aber die Umsetzung und die Frage woher die Software kommt.

Mal ein Beispiel, es gibt dieses tolle Pilotptojekt
https://www.sueddeutsche.de/bildung/digitalisierung-an-schulen-erklaer-das-mal-dem-lehrer-1.3207479

Nirgendwo findet sich aber ein Hinweis auf die Software die zum lernen verwendet wird. Das ist die Rede von Youtube, aber ansonsten kein Name. Es wird etwas auf einer Weltkarte eingetragen, es wird präsentiert und lauter Dinge gemacht die man mit kommerzieller Software tun kann. Heißt das, das youtube weiss was die Kinder in der Schule machen? Microsoft jede Aktivität loggt? Was machen Kinder, die sich die Software nicht kaufen können? Schon der Erwerb eines Laptops müssen die Eltern selbst finanzieren, aber niemand sagt woherLernsoftware kommt.

Und als Krönung hat diese "Modellschule" nicht mal einen Adminstrator für's Schulnetz!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
domino3116 03.12.2018, 17:46
46. Was steckt dahinter?

Schafft man das zersplitterte Bildungswesen ab, dann braucht man weniger Beamte in der Verwaltung. Die müssten alle in die Schulen und auf einen Ruck hätte man wieder zu viele Lehrer. Viele haben sich aber aus dem anstrengenden Schulbetrieb heraus getrixt oder sind gleich als Rechtsvertreter aus anderen Uni-Sektionen in die Verwaltung gewechselt.
Und noch etwas ist für die Landespolitiker wichtig: Wenn sie am Bildungswesen herumschrauben, können sie mit wenig Aufwand den Wählern weismachen, was für eine tolle Arbeit sie für die Bürger gemacht haben, und es kostet sie häufig nichts, und alle müssen darüber reden. Nehmen wir mal Sachsen als Paradebeispiel:
Bildungsempfehlung für Gymnasium Klasse 4 :
1. zu Zeiten Biedenkopfs (CDU regierte allein - Durchschnitt in D und Ma 2,0
2. Koalition SPD/CDU: Durchschnitt D und Ma 2,5 ( man rechne diesen Schwachsinn durch: z.B. D 1 und Ma 4 reichten aus für das Gymi)
3. CDU/ FDP: Durchschnitt von drei Fächern D, Ma+Sachkunde jetzt wieder 2,0
(ich glaube, da gab es noch eine Variante)
Oder: Name der Mittelschule wurde in der Koalition CDU/FDP unter starke Mitwirkung der FDP in Oberschule umbenannt.
Wirkung: Kommunen mussten u.a. neue Briefköpfe und Türschilder kaufen.
Die Verursacher aber präsentierten ihre tollen politischen Leistungen., und:
Man baute weiter und immer weiter Personal ab. Heute? Viele Seiteneinsteiger, die recht oft aufgeben.
Und die Kinder, um die es gehen müsste! Aus Datenschutzgründen werde ich nicht berichten, was ich da so alles erlebt habe, wenn die Eltern das Bundesland wechseln mussten. Besonder rigoros behandelte man da die armen Würmer in einem Freistaat mit B. Ratet mal, in welchem. Da wurden Kinder schnell mal in andere Schultypen gesteckt oder ein Schuljahr zurück gestuft, weil es nämlich andere Fächer als im Herkunftsland gab.
Ja, auf dem Bildungssektor hat jedes Bundesland eine hohe Mauer um sich herum gebaut. Beim Mauerdurchbruch wird scharf geschossen, mit Noten und sozialer Diskriminierung.
Ja, liebe Leute, so geht Bildung in der Kleinstaaterei. Große Klappe, keine Lehrer, kaputte Schulen - aber wir sind ja PISA-Sieger. Die Lehrausbilder jedoch schnaufen über zurück gehendes Grundwissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 5