Forum: Leben und Lernen
Wie kommen die Asten aus der Krise?

Viele Studentenvertretungen leiden derzeit an heftigen Imageproblemen. Wie können die Asten ihre Krise meistern? Mehr Service? Neue Strategien? Wie müssen sich die Vertretungen ändern, um bei den Studenten mehr Rückhalt und Interesse zu finden?

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Anselmus 27.01.2006, 22:30
10.

Zitat von olafgoetze
Dass du Doena von deinem AStA in vier Jahren Uni nicht viel mitbekommen hast ist vielleicht auch ein bischen deine Schuld. Der AStA Uni Münster bsp. hat im vergangenen Jahr von Mai bis Dez. etwa 150 Veranstaltungen durchgeführt. Er betreibt einen E-mail Newsletter und eine Homepage. Zusätzlich wird plakatiert und mit Flyern auf Veranstaltungen und wichtige Themen aufmerksam gemacht. Der AStA betreibt eine AStA-Zeitung und das StuPa zudem eine Studierendenzeitung. In der Hochschulpolitik ist der AStA mit den Fachschaften vernetzt, Informationsaustausch findet auf vielen Ebenen statt, der den Studierenden Vorteile bringt.
Newsletter, Homepage, Flyer - natürlich erfährt man von der Existenz eines AStA. Die Frage aber ist, ob der Normalstudent das, was ein AStA veranstaltet, braucht. Es dürfte wohl einen Grund haben, daß die Wahlbeteiligung - in Bonn - bei um die 10 Prozent liegt. Offenbar scheinen 90 Prozent der Studierenden schon die Zeit, die es dauert, irgendwelche obskuren Listen anzukreuzen, für verloren und verschenkt zu halten. Bei einer solchen Wahlbeteiligung von einer repräsentativen Vertretung der Studierenden zu sprechen, ist wohl ein Witz.

Mit AStA assoziiere ich
# die Interessenvertretung für diverse Kleingruppen mit je eigener oder besonderer sexueller Orientierung,
# die Verantwortlichen dafür, daß die Mensatische immer mit diversen Papieren zumüllt sind,
# den Versuch, rechtswidrig ein allgemeinpolitisches Mandat in Anspruch zu nehmen mit Positionen, die ich in der REgel nicht teile und für deren Vertretung die normalen demokratischen Institutionen besser geeignet sind (zur mangelnden Legitimation s.o.),
# eine Stellenbeschaffungsmaßnahme für Langzeitstudenten.

Das ist zugegeben etwas plakativ und böse, bringt aber den landläufigen Eindruck auf den Punkt. Ein Studiticket kann auch anders ausgehandelt werden.

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locborg 27.01.2006, 22:47
11.

Als Mitglied des StuPa`s und als Referent für politische Bildung der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt fühle ich mich von diesem Artikel im höchsten Maße verarscht...

Unsere Koalition (und damit stehen wir sicherlich nicht alleine da) hat sich von Anfang an das feste Ziel gesetzt genau den anhaltenden Vorurteilen entgegenzuarbeiten, die den ASten stets nachgesagt werden.

Wir haben heute in einer formal und inhaltlich sehr sauberen Art und Weise unseren Haushalt in zweiter und dritter Lesung bestätigt. Keine Spur dabei von etwaigen Finanzlöchern oder Schuldenanhäufungen. Vielmehr waren wir in der Lage alle defizitären Haushaltspunkte in den Griff zu bekommen und das mit einer Transparenz, bei der sich hiesige Landesregierungen ruhig eine Scheibe abschneiden könnten.

Ich möchte weiss Gott nicht unnötig nörgeln; aber gerade diese Art von Artikeln ist es, die den jenigen, wenigen politisch engagierten Studenten auch das letzte Maß an Zuversicht nimmt.

Ich lasse mich ebenso wenig vom Spiegel wie von den vielen Politikverdrossenen als linksautonomen Punk abstempeln, nur weil ich es gewagt habe meine wertvolle Zeit an der Universität im AStA zu verschwenden.

Wenn sich jeder Student oder Autor drittklassiger Artikel
über das Wesen deutscher StudentInnenschaften wenigstens darüber im Klaren wäre, welche tiefgreifenden Änderungen in den nächsten Jahren und Monaten auf uns zukommen wäre das Ansehen unserer Arbeit und Initiativen auch nicht so dermaßen negativ belegt.

Ist es dann irgendwann doch so weit , dass wir Studenten allgemeine Studiengebühren für eine qualitativ unverändert schlechte Lehre aufbringen müssen braucht man keine hellseherische Fähigkeiten zu besitzen um sich den Ansturm in den Büroräumen der ASten vorstellen zu können; "Ey Onkel AStA, ich muss dauernd 500 Euro bezahlen, mach dass das aufhört!"

Und ob es jetzt die Einführung von allgemeinen Studiengebühren, die Errichtung von "Exzellenzclustern" oder die Umstellung auf Bachelor/Master Studiengängen ist; die Wahrheit bleibt, dass sich der typische Student erst damit auseinandersetzt wenn es längst zu spät ist. Wenn sich aus diesem Verhalten politische Vernunft eableitet, falle ich gerne aus dem Raster.


Wir stellen (und dass nicht erst seit der Novellierung des hessischen Hochschulgesetzes) viele Haushaltsmittel zur Verfügung um den StudentInnnen Sinn und Zweck von StuPa Wahlen zu vermitteln und das möglichst ohne links oder rechtsgerichtete raikalpolitische Implikationen. Wenn diese wirklich gut gemeinten Wahlaufrufe nicht Früchte tragend sind, finde ich es sehr vermessen uns als Vertreter der Studierenden auch noch dafür verantwortlich zu machen

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DJ Doena 28.01.2006, 23:13
12.

Zitat von olafgoetze
Studierendenvertreter sind keine Dienstleister, sondern gewählte Vertreter. Sie sollten gute Arbeit leisten, ansonsten werden sie abgewählt. Fühlt sich ein Studierender von niemandem gut genug vertreten, ist er aufgefordert, sich selbst aktiv einzubringen. Schliesslich kann sich jeder zur Wahl stellen. Daher ist man auch vollständig legitimiert, selbst bei niedriger Wahlbeteiligung.
Da belügt man sich doch aber selber. Wenn 90%+x nicht wählen gehen kann man sich doch nicht selbst in die Tasche lügen und behaupten, die wären alle superzufrieden mit euch. Die interessieren sich schlicht nicht dafür, was ihr treibt und das gibt euch im Umkehrschluss nicht das Recht, so zu tun, als würdet ihr "für sie" sprechen. Schließlich hat man als Student nicht die Wahl, keine ASTA Gebühren zu zahlen.
Zitat von
Dass du Doena von deinem AStA in vier Jahren Uni nicht viel mitbekommen hast ist vielleicht auch ein bischen deine Schuld. Der AStA Uni Münster bsp. hat im vergangenen Jahr von Mai bis Dez. etwa 150 Veranstaltungen durchgeführt. Er betreibt einen E-mail Newsletter und eine Homepage. Zusätzlich wird plakatiert und mit Flyern auf Veranstaltungen und wichtige Themen aufmerksam gemacht.
Das mag vllt. in Münster so sein, an der FHTW hab ich einmal in vier Jahren etwas von der ASTA mitgekriegt und das war prompt bei der Wahl. Zu der ich nicht war, weil ich auf dem Wahlschein genausogut hätte Lotto spielen können, so wenig sagten mir die Namen was.

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Felizer 28.01.2006, 00:16
13. Demokratie ja/nein - fangen wir doch mit dem Grundsätzlichen an

Mit DJ Doena und thingamajig melden sich ganz offensichtlich die Ex-Studierenden zu Wort, die sich leider nie mit ihrem universitären Umfeld auseinander gesetzt haben (es aber für nötig halten, es posthum zu kritisieren).
Sicher, es ist unbestreitbar dass sich das Personal der ASten aus einem bestimmten politischen Klientel rekrutiert - aber immerhin gibt es (und vorallem in diesen, wenn auch von Hernn Nozick als "Tummelbecken für Linksaußen" verteufelten Kreisen) noch Studierende, die sich für einen Hungerlohn einen Beitrag für alle Studierenden abringen und, wenn sicher auch mit hier übertrieben dargestellten Kollateralschäden, unersetzbare Arbeit leisten.

Zitat Doena: "Als ich von 1998-2002 hab ich zwar jedes Semester brav meine Asta-gebühr ebgedrückt, aber ansonsten nicht gemerkt, dass es soetwas wie eine Asta gibt und mir hat auch niemand klar gemacht, was die tun und wofür ich die brauche."

Du scheinst offensichtlich einfach hoffnungslos desinteressiert und unselbstständig gewesen zu sein, sonst hättest Du evtl. mal nachgefragt, was denn mit Deinen 3 Mark 35, die Du brav und ungefragt im Quartal entrichtet hast, denn überhaupt passiert.

Zitat Doena: "Wenn 90%+x nicht wählen gehen kann man sich doch nicht selbst in die Tasche lügen und behaupten, die wären alle superzufrieden mit euch. Die interessieren sich schlicht nicht dafür, ..."

Du triffst mit Deiner Unwissenheit zufälligerweise genau den Punkt; eben wie Du interessieren sich leider zu wenige Studierende für ihre eigenen Belange, und deshalb fehlt den ASten eine ausreichende Legitimierung. Aber Du weisst: "Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen." (Max Frisch) Ich hoffe Du hast dieses einfache, aber ungemein illustrierende Beispiel wenigstens nach dem Studium verinnerlichen können, interessierst Dich mehr für Deine eigenen Belange (ein Anfang, mehr wird nicht verlangt) und gehst beispielsweise wählen. Dann kannst Du wenigstens am Ende sagen, dass die falsche Partei gewonnen hat und musst nicht die Basisdemokratie als solche in Frage stellen. Auch ich würde es als eigenes Verschulden betrachten wollen, wenn man in der Herde der "90&+x" bzw. den "Durchschnittsstudent"en (danke, Herr Nozick) mittrampelt, ohne den Blick nach links oder rechts zu wenden.

Eine Reform des bestehenden AStA-Systems wäre nicht notwendig, wenn mehr Studierende sich für ihre Rechte interessieren würden - ich habe die Kampagnen der Studierendenvertretung(en) teilweise schon als belästigend empfunden - man konnte sie einfacht nicht übersehen. Aber wie im "normalen" Leben kommt es immer darauf an, wie viel man sich um andere und sich selber schert. Und wenn nur 10%-x für Demokratie an der Hochschule sind, ja, dann... gehört sie wohl abgeschafft. Oder ausgesetzt. Oder wir geben sie dem Präsidium zurück. Noch in Originalverpackung, da kaum genutzt.

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Limulus 28.01.2006, 00:51
14. Asten oder wie ?

Zitat von Silvia
Zur Frage weiß ich nicht viel. Aber sollte es nicht AStAs oder ASten heißen, da es eine Abkürzung für 'Allgemeiner Studentenausschuss' ist? So könnte man denken, es sei ein eigenständiges Nomen. ;-)
Es heisst tatsächlich so der AStA einer Universität ist z.b. Mitglied einer LandesASten-Konferenz.

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Cennowan 28.01.2006, 11:55
15. ASTA? Fachschaft!

Hey Forum!
Über den Artikel kann man denken, was man mag. In einem Punkt - finde ich - hat er jedoch recht:
Viele Studierende, die ich kennen gelernt habe, fühlten sich viel eher ihrer eigenen Fachschaft nahe, als dem ASTA.
Ich habe von 1997 bis 2002 in Göttingen studiert, habe durchaus an den Wahlen und auch an einer StuPA-Sitzung teilgenommen (damit gehöre ich hoffentlich nicht zur 90%+x "Herde").
Das Ergebnis: Ich war geschockt, was das für eine Ansammlung von ideologisch (alternativ wie konservativ) verblendeten Mädels und Jungs war, die sich häufig sehr gern selbst reden hörten aber (in besagter Sitzung) SEHR selten zum Sachthema, um das es eigentlich ging, etwas zu sagen hatten.
Für mich war fortan klar: Engagement in der Uni? Aber klar! NICHT jedoch auf höchster Ebene, denn dort traten (aus meiner Erfahrung) die Sachfragen und (pragmatischen) Problemlösungen zu Gunsten der Ideologien in den Hintergrund.
Also Fachschaft. Wie lief das bei mir praktisch ab? Fast vollständig undemokratisch. Ich war nie offizielles Mitglied der Fachschaft, nie in irgendein Gremium gewählt, aber dennoch 2 Jahre lang intensiv an der Weiterentwicklung unserer Fakultät beteiligt. Einmal gab es eine Fakultätsvollversammlung, die ich mitveranstaltete und auf der ich auch sprach. Alles ohne Legitimation durch Wahl.
Die Mitwirkung in den Gremien wurde mir stets von meinen Vorgängern oder von Mitgliedern der Fachschaft angetragen, nach dem Motto: "Sag mal, Du interessierst Dich doch für ..., oder? Willst Du nicht..." Damit war zumindest sicher(er) gestellt, daß die Position von interessierter Seite bekleidet wurde und nicht nur kraft Wahl etc.
Warum so viel Sermon darum? Meiner Ansicht nach kommt es nicht drauf an, ob man sich an den ASTA-Wahlen, den großen Demos (auch auf einer solchen war ich, auch gegen Gebühren, allerdings damals noch die Verwaltungsgebühren) oder Ähnlichem beteiligt oder nicht. Es kommt darauf an, ob man sich ÜBERHAUPT ENGAGIERT oder nicht. Der eine tut dies im Sportverein, der nächste in der Kirche oder im Jugendtreff. Manche tun es mangels Zeit, Gelegenheit oder auch Interesse gar nicht. Und allein das mangelnde Interesse (das sind dann aber keine 90%+x mehr) berechtigt - aus meiner Sicht - zu aussagen wie: Du bist einer aus der "Herde"! Interessiere Dich, "Schurke"!
Bis dann, Cennowan

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auswaertsspieler 28.01.2006, 19:08
16.

Zitat von Cennowan
Hey Forum! Über den Artikel kann man denken, was man mag. In einem Punkt - finde ich - hat er jedoch recht: Viele Studierende, die ich kennen gelernt habe, fühlten sich viel eher ihrer eigenen Fachschaft nahe, als dem ASTA.
Genau das sehe ich auch. Nur hat die undifferenzierte Art des Artikels auch übersehen, dass in vielen Unis Fachschafterlisten kandidieren. In manchen Unis haben die Fachschaften sogar den AStA "übernommen". Ich denke die Reform der ASten wie sie oft gefordert wird, kann nur so stattfinden: Weg von Ideologien hin zu guter AStA-Arbeit. Diese kann von Fachschaftern am Besten geleistet werden. Der Bezug zur Studierendenschaft ist wesentlich größer und der Zwang sich zu profilieren geringer. Große Parteikarrieren streben die meisten in diesen Listen nicht an.

Wenn dennoch die Wahlbetiteiligung bei den Wahlen niedrig ist, gibt es dafür viele Begründungen. Neben fehlender Kommunikation seitens des AStA, ist es wohl vor allem der Tunnelblick den einige Studierende bekommen haben. Der Druck vom Arbeitsmarkt ist riesig und so werden viele Studierende zu Egomanen, die weder links noch rechts schauen. Sie versuchen möglichst schnell mit dem Studium fertig zu werden und kümmern sich nicht darum, ob Zukunftsfragen geklärt werden (Studienreform). Daher haben viele Fachschaften ja auch riesige Nachwuchsprobleme. Mit Gebühren wird das mit Sicherheit nicht besser. Dazu kommt, dass der AStA eigentlich nicht viel zu sagen hat. Der AStA kann nur versuchen zu mobilisieren, informieren und Service zu leisten. Durch undemokratische Strukturen an den Hochschulen (Profs als Alleinherrscher) werden die Wahlen zu den Studentischen Gremien oft zur Farce.

Wer starke Studierende haben will, braucht starke Fachschaften, die neben ihren Hauptaufgaben auch die Verantwortung in den AStA zu gehen nicht scheuen. Die institutionellen Rahmenbedingungen für gutes studentisches Engagement werden allerdings zunehmend verschlechtert, daher könnte dieser Reformprozess ins Stocken geraten.

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Roland Deschain 28.01.2006, 21:04
17.

Ahoi,

auch ich finde den Artikel weit überzogen, weil vielleicht ein oder zwei Unis, eine Berliner Uni wird ja aufgezählt, wenn ich mich nicht irre, ihren Haushalt überziehen, ist gleich alles schlecht? Welches BUNDESLAND bitte hat denn einen Haushalt mit schwarzen Zahlen bitte??? Regt sich da jemand auf? Im Wahlkampf von Rheinland - Pfalz wird auch noch das Blaue vom Himmel versprochen und die Finanzierung ist so klar wie eine Klosbrühe.

Ich selbst studierte 3 Semester an der Freien Universität zu Berlin und war auch teilweise in der Fachschaft meines Faches engagiert, leider schafften wir den Sprung ins StuPa knapp nicht. Jetzt habe ich fast mein 3 und auch letztes Semester an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hinter mir und muss sagen, dass ich dem AStA hier sehr dankbar bin, da er mir schon gerade bei der Bafög-Beratung sehr weitergeholfen hat und wenn ich ein Problem hatte, nie eine geschlossene Tür beim AStA.
In diesem Sinne finde ich die Einrichtung des AStA nicht schlecht und bin froh, dass es sowas gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Deschain

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pusztapunk 29.01.2006, 14:12
18. ASten in der Krise? Welche Krise?

Na, dass dieser Artikel wohl das Allerletzte ist, darüber werden sich diejenigen, die verdammt viel Zeit in studentische Interessenvertretung stecken oder gesteckt haben, wohl einig sein. Für mich ist er ein Schlag ins Gesicht. Genauso dämlich erscheinen mir die Kommentare von denjenigen "Insidern", die noch nicht einmal wissen, dass es DER AStA heißt - und nicht DIE AStA. Mal sehen, wohin diese Diskussion führt...

Kurz noch etwas Inhaltliches. Es ist natürlich selbstverständlich, dass sich ein/e eher unpolitische/r Student/in mehr für ihre/seine FACHLICHE Interessenvertetung (Fachschaftsrat) interessiert, als für die POLITISCHE Interessenvertretung (AStA, StuPa, StuRa, StuVe etc.). Bei politisch engagierten Studierenden ist dies nach meinen Erfahrungen umgekehrt - warum wohl treten in vielen Studierendenschaften parteinahe Hochschulgruppen zu den politischen Ämtern an?

Desweiteren ist an dem Artikel zu kritisieren, dass ASten "linksdominiert" seien. Dieses Klischee ist inzwischen völlig veraltet. Im Gegenteil: Der Trend geht zur Mitte, mit der Ökonomisierung des Hochschulstudiums wird das (analog zu Wahlen zum Bundestag et al.) eher rechtslastig. In den letzten Wochen gab es sogar zwei Enttarnungen von Neonazis in Studierendenvertretungen. In Duisburg-Essen war es im Übrigen kein böser linker AStA, der die Fannazen an die Wand gefahren hat... Aber egal - wenn es nicht um Fakten geht, sondern den Kampf gegen die letzten linken Studis, dann ist jedes billige Klischee recht - auch dem SPIEGEL. Glückwunsch!

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auswaertsspieler 29.01.2006, 17:19
19. @Pusztapunk

Ich stimme Deinem Artikel in manchen Teilen zu. Möchte Dir aber doch in zwei wesentlichen Punkten widersprechen:

Die Teilung der Studentische Interessen in fachliche und politische Vertretung läuft völlig fehl. Ich denke, bei der Vertetung im AStA können Fachschaften viel erreichen. Es ist meines Erachtens sogar wesntlich glaubhafter, wenn FachschafterInnen aus Ihren Fachbereichen heraus politisch Position bezihen, als irgendein Parteinachwuchs. So ist es doch wohl politisch, wenn ASten gegen Studiengebühren, für eine demokratischere Hochschule und für eine progressive Studienreform kämpfen. Auch wenn einige politischen Gruppen das nict gefällt, ist jene Form von Interessenvertretung doch mehr als politisch. Daher ist die Einteilung in Drecksarbeit (Fachschaften) und politische Vertretung (Parteinachwuchs) völlig falsch und hat einige ASten in große Krisen gestürzt. Nur wenn politische Positionen mit Bezug den Studierenden bezogen werden kann der Eindruck vermieden werden, dass im AStA politische Spinner sitzen, die allgemeinpolitische Positionen beziehen, mit denen sich niemand identifizieren kann. Das befreit natürlich Fachschaftsasten nicht von ihrem allgemeinpolitischen Auftrag zum Beispiel im Bereich der Politischen Bildung.

Genausowenig halte ich eine Entwicklung hin zu Fachschaftsasten nicht für eine Rechtstendenz. Ich denke damit bewegen sich die ASten höchstens auf die Studierenden zu und können so linke Themen meist besser verteten.

Was die Enttarnung von Neonazis angeht: Wer die Artikel hier im Spiegel dazu gelesen hat weiß, dass diese Leute keinen rechten ASten angehörten.

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