Forum: Leben und Lernen
Wie kommen die Asten aus der Krise?

Viele Studentenvertretungen leiden derzeit an heftigen Imageproblemen. Wie können die Asten ihre Krise meistern? Mehr Service? Neue Strategien? Wie müssen sich die Vertretungen ändern, um bei den Studenten mehr Rückhalt und Interesse zu finden?

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handers 13.02.2006, 12:08
30. AStA-Referenten immer aus einer Ecke...

Fakt ist, daß das meiste Geld der Asten für Referentenpöstchen draufgeht.

Problematisch ist nur, wenn es derer zuviel gibt. Wozu braucht man einen Umweltreferent, der ca. 500 Euro im Monat verdient und vielleicht einmal im Jahr ein Heftchen über Mülltrennung rausgibt und es geleistet hat, daß jetzt mehr Ökopapier verwendet wird?

Problematisch ist zweitens, wenn diese (bezahlten!) Pöstchen nur an Studenten einer Couleur (nämlich meist links) gehen. In meiner Unistadt wurden z.B. RCDS-Mitglieder oder LHG-nahe Studenten schon ausgelacht, als sie sich für Asta-Stellen bewerben wollten.

Ich sehe das so, daß hier (wie in der Großpolitik leider zu oft auch) ein Klientel seinen "Anhänger" das Geld zuschiebt...

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Jan R. 14.02.2006, 20:16
31. Ehemaliger Umweltreferent

Hallo handers,

Ich bin so ein ehemaliger Umweltreferent und möchte doch gerne Stellung zu Deinem Vorwurf der Überflüssigkeit dieses Amtes nehmen.

Warum macht es Sinn, sich für Umweltmaßnahmen wie Recyclingpapier, Energiesparen, Müllvermeidung etc. einzusetzen?

Es gibt neben ideellen Motivationen ganz praktische Argumente, warum all diese Maßnahmen Sinn machen. Viele Universitäten haben auf Initiative von Umweltreferenten in der Verwaltung eigene Fachleute für Umweltmanagement angestellt. Ziel ist es, durch umwelteffizientes Management die Kosten für Energie, Papier, Müll etc. zu drosseln und so freiwerdende Mittel sinnvoller einsetzen zu können. Die Uni kann ihre Außenwirkung z.B. über Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichte verbessern. Diese Prozesse sind in allen großen Unternehmen Standard. In vielen Unis ist aber noch nicht angekommen, dass Umweltschutz bares Geld bedeuten kann. Daher macht alleine aus finanziellen Gründen die Besetzung des AStAs mit einem Umweltbeauftragten Sinn. Neben den finanziellen Effekten kommt es in der Regel auch zu positiven Synergieeffekten in der Uni durch die Vernetzung von Forchung, Lehre, Verwaltung und Studierendenschaft. Diese Argumente finden sich in jedem Handbuch zu betrieblichem Umweltmanagement.

Neben den aufgezählten Gründen, die eher technisch-praktischer Art sind finde ich, dass die Studierenden ein Recht auf eine nachhaltig ausgerichtete Uni haben. Dafür sollte man gut und gerne 500 Euro im Monat ausgeben!

Liebe Grüße

Jan

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JLPicard 15.02.2006, 11:13
32.

Soweit die Theorie. Wie sieht / sah denn die Praxis aus?
Z.B. das erwähnte Handbuch für Umeltmanagement. Wer liest sowas UND richtet sich danach?

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Haio Forler 07.04.2006, 17:21
33.

Zitat von Kritischer Leser
dieses widerwärtige Gesöff trinkt man heute ja zum Glück nicht mehr so gerne. Ich hab's noch nie gemocht.
Etwas Off-topic: Vertun Sie sich nicht. Aus der ehemaligen Schülerbrause sind inzwischen gute Reblagen geworden. Neben der Billigschine gibt's da beachtliche Qualitäten inzwischen.

Aber das hülfe den ASTA auch nicht mehr.

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schwiemn 09.04.2006, 10:41
34.

Zitat von olafgoetze
Die Frage ob sich die Studierendenvertreter ändern müssen, oder wie man die Krise bewältigt, stellt sich als solche nicht. Studierendenvertreter sind keine Dienstleister, sondern gewählte Vertreter. Sie sollten gute Arbeit leisten, ansonsten werden sie abgewählt.
Ein klares Beispiel der Asten Arroganz - wenn man sich bei knapp 10% Wahlbeteiligung als gewählter Vertreter sieht ...

Zitat von olafgoetze
Fühlt sich ein Studierender von niemandem gut genug vertreten, ist er aufgefordert, sich selbst aktiv einzubringen. Schliesslich kann sich jeder zur Wahl stellen. Daher ist man auch vollständig legitimiert, selbst bei niedriger Wahlbeteiligung. Minderheitenvertreter gibt es in Studierendenparlamenten deshalb so viele, weil die Mehrheit nicht wählen geht.
Das versuchen sie mal ... mal abgesehen davon, dass bei vielen Wahlen die Positionen auf den Wahlzetteln von den Studentenvertretern festgelegt werden, werden die netten Studivertreter gar nicht so net, wenn sie Konkurrenz sehen ...

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Reformhaus 08.05.2007, 17:32
35. Ein archäologischer Standpunkt

Zitat von sysop
Viele Studentenvertretungen leiden derzeit an heftigen Imageproblemen. Wie können die Asten ihre Krise meistern? Mehr Service? Neue Strategien? Wie müssen sich die Vertretungen ändern, um bei den Studenten mehr Rückhalt und Interesse zu finden?
Nach monatelangem Überlegen bin ich zur Auffassung gekommen, dass dies möglicherweise am Vertretungsprinzip liegen könnte. Dieses Prinzip der Verantwortungsdelegation hat sich in der Politik hinlänglich überlebt.

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