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Wirtschaft im Unterricht: Eine Lobby bekommt ihr Schulfach
DPA

Die Stiftung eines reichen Verlegers fordert Wirtschaft als Pflichtfach in der Schule. Jetzt setzt die Landesregierung in Baden-Württemberg den Wunsch um. Gewerkschafter sind alarmiert.

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Dan45 15.10.2015, 10:46
150. gibts/gabs schon

In Sachsen war dieses Fach (Wirtschaft) schon ab der 7. Klasse Standard. Nur in den alten Bundesländern gab es das noch nicht.

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andneu 15.10.2015, 10:57
151. Wirtschaft an Schulen ist gut und wichtig, ......

...allerdings muss es neutral(!) vorgestellt werden.

Wirtschaft einseitig aus der Sicht der Interessen der Wirtschaft vorzustellen wäre genau so falsch wie einseitig aus der Sicht der Gewerkschaften, des Staates, der Konsumenten, usw vorzustellen.

Ökonomie ist eine Sozialwissenschaft. Die Schüler müssen lernen, dass beispielsweise der Neoliberalismus eine Ideologie von vielen ist wie auch Sozialismus, Keynesianismus, usw.

Der Wirtschaft scheint es mir bei diesem Schulprojekt darauf anzukommen, nur ihre spezielle Sichtweise an den Mann zu bekommen.

Das ist unseriös. Das ist in etwa so, als würde man bei einem schulischen Religionsunterricht ausschließlich das Christentum zur einzig wahren Religion erklären.

So was gehört nicht an Schulen.

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Direwolf 15.10.2015, 10:59
152. Lehrer müssen anders geschult werden

Zitat von Kulifumpen
Das Problem ist nicht das Fach an sich, sondern dass der entsprechende Verband seine Interessen durchdrücken will, die Lehrer schult usw. usf. Hier wird einseitig auf Kinder eingegangen, so dass eine neoliberale, wertfreie Gesellschaft geformt wir. Dabei bestimmt sich der einzige Wert eines Menschen danach wie viel Ertrag dieser bringt, doch das ist im Grundsatz falsch.
Ich habe die VWL Klausuren von Lehramtsstudenten korrigiert und kann ihnen versichern, dass das kein Spass war. Nur die Ökotrophologen waren noch schlechter im Durchschnitt

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Patrik74 15.10.2015, 10:59
153. Unterrichtsmaterial

Zitat von Wirtschaftslehrer
Moin moin! Das Schulfach Wirtschaft gibt es in Niedersachsen schon seit Jahren für Real- und Hauptschulen als Pflichtfach. Es geht dort von der 8. bis zur 10. Klasse. Ich habe es selber auf Lehramt studiert und halte es für sehr wichtig!
Und wird in Niedersachsen das Unterrichtsmaterial von "VW" (direkt oder indirekt) gesponsert? Das ist doch der entscheidende Punkt.

Natürlich kann man an der Schule "Wirtschaft" lehren, aber wir haben ja nun alle in der Finanzkrise gesehen (zumindest wer es sehen wollte), dass "Wirtschaft" keine objektive Wissenschaft, sondern eine interessengetriebene Glaubenslehre ist.

Natürlich macht es Sinn, den Kindern beizubringen wie ein Kredit funktioniert, wie grob eine Bilanz aussieht, wie eine Vertrag grundsätzlich aufgebaut ist, wie unser Steuer- und SV-System funktioniert, etc. Sprich: Wie "der Laden" auf der Sachebene funktioniert.

Man muss aber der subtilen Indoktrination verbeugen, die immer eingesetzt wird, wenn es um volkswirtschaftliche Zusammenhänge geht. Sinnvoll wäre es wiederum, bspw. die Saldenmechanik zu lehren, die ideologiefrei einfach nur beschriebt, wie volkswirtschaftliche Größen rein mathematisch/logisch miteinander zusammenhängen.

Welche Schlüsse der "kritische Wirtschaftsteilnehmer" dann daraus zieht, bleibt jedem selbst überlassen - auch wenn "zu befürchten" steht, dass so geschulte Wirtschaftsteilnehmer sich leider nicht mehr so leicht vom Blendwerk der Mainstream-Ökonomie hinter die Fichte führen lassen wird, weil sie die rein mathematische/logischen Defizite leichter erkennen können.

Es steht daher zu befürchten, dass genau dieses garantiert nicht auf den Lehrplan kommt - insbesondere nicht, wenn "die Wirtschaft" aus "sozialer Verantwortung" einen Beitrag leistet und das Lehrmaterial stellt.

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cwernecke 15.10.2015, 10:59
154. Wie lachhaft...

... sich darüber aufzuregen. Der Unterricht ist durchwirkt vom sozialen Engagement aber das eigentlich tragende unserer Staatswesens, nämlich die Wirtschaft, soll hier keinen Platz finden. Am Ende wundern sich denn all die Akademiker mit Abschlüssen im Sozialbereich, dass sie kein Mensch braucht oder gehen an der harten Realität des Arbeitslebens in der Wirtschaft zu Grunde. Wirklich lachhaft.

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mongolord 15.10.2015, 11:23
155. Wo ist jetzt das Problem?

Wirtschaft kann interessant sein und wichtige Inhalte vermitteln. Wäre für mich damals auf jeden Fall spannenden und entspannter gewesen als mich mit Kunst und Musik rumschlagen zu müssen, wofür ich bei beidem leider keinerlei Talent hatte.

Vor allem in der Oberstufe wäre das bestimmt ne sinnvolle Sache und man könnte tatsächlich mal sehen, für was diese abstrakte und theoretische Stochastik und Analysis in der Mathematik nun in der Praxis tatsächlich genutzt wird.

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neurobi 15.10.2015, 11:27
156.

Genau, über das Für und Wider des Mindestlohns läst sich vortrefflich in einem Fach Wirtschaft diskutieren.

Wenn dabei allerdings ein Aussage wie die der Schülerin herauskommt frage ich mich, ob es sich bei dem Fach nicht um ein Ideolgieunterricht handelt.

Ich würde sie als Mitschüler oder Lehrer einfach folgende Fragen stellen:

- Soll man Unternehmen zwingen Waren unter Produktionskosten anzubieten?
- Wenn ein Beschäftigter von seinem Lohn nicht leben kann, wer soll die Differenz zahlen und zu welchen Konditionen.

Wenn Waren und Dienstleistungen nicht erbracht werden können, weil man den dort Beschäften kein ausreichendes Einkommen zahlen kann, wird diese Ware oder Dienstleistung ja eigentlich nicht benötigt. Und wenn doch, wird sie eben etwas teuerer!

Solche Erkenntnisse sollten auch vermittelt werden.

Am besten wäre ein Fach WGSK (Wirtschaft, Gesellschaft und Sozialkunde), wo alle Aspekte zusammen betrachtet werden.

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sehichanders 15.10.2015, 11:35
157. Ja...

... da haben die Gewerkschaften recht. Es wäre viel sinnvoller, die Kinder in Fächern wie "Klassenkampf" oder "Revolution" zu unterrichten.


Ich fände es schön, wenn man mit der gleichen Verve gegen die Lobbys katholischer und evangelischer Kirchen vorgehen und den Religionsunterricht streichen würde.

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akkronym 15.10.2015, 11:44
158. Wirtschaftliche Auflärung tut not

NUR, wenn die Inhalte ausschließlich durch die Vertreter der gegenwärtigen kapitalistisch-neoliberalen Ideologie und Lobby-organisationen dieser gestaltet werden, dann ist dies das Gegenteil von Aufklärung, sondern Agitation und Propaganda im übelsten Sinne.
Wenn Wirtschaft zum Unterrrichtsfach wird, dann müssen alle Ansichten der WirtschaftsTheorien und -Ideologien in diesem Unterichtet gleichwertig und gleich gewichtet unterrrichtet werden.
Das wird vielen neoliberalen Selbstüberschätzern sehr schwer fallen.

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Ridcully 15.10.2015, 11:50
159. Naja, von

mit allesn Schattierungen, Chancen, Risiken und Mißbräuchen.
Und es ist nur wünschenswert, dass die jungen Menschen die Zusammenhänge erkennen und bewerten können. Egal was wir tun, in 90% unseres Lebens wirtschaften wir, von Hausfrau/-mann bis zum Manager und, j auch, Politiker. Über Qualitäten kann man streiten. Ich habe mal gelesen, 30% der Bürger würden glauben, die Höhe der Entgelte würde vom Staat vorgegeben. Da scheint mir so ein Fach dringend nötig.
Und was die Gewerkschaftsbedenken angeht: nun ja, womöglich könnte dann jemand erkennen, dass die mittlerweile ja auch ein Riesen-Wirtschaftsunternehmen sind (wenn auch nicht nur)

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