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Wirtschaft im Unterricht: Eine Lobby bekommt ihr Schulfach
DPA

Die Stiftung eines reichen Verlegers fordert Wirtschaft als Pflichtfach in der Schule. Jetzt setzt die Landesregierung in Baden-Württemberg den Wunsch um. Gewerkschafter sind alarmiert.

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lindenbast 16.10.2015, 07:32
210.

Zitat von brucewillisdoesit
Das bei steigenden Kosten allerdings die Nachfrage und somit Anzahl dieser Arbeitsplätze zurückgeht, so das es zu einer Aufspaltung in habende und nicht-habende kommt, erzählt einem ja keiner der Befürworter.
Und dass dieses Argument voraussetzt, dass sich an der Gewinnspanne nie, nie, nie etwas ändern darf, erzählt einem keiner der Gegner.

Übrigens auch nicht, dass man die Regel "Ein Unternehmen wird sich nicht lange am Markt halten, wenn es gezwungen ist, seine Produkte dauerhaft unter dem Gestehungspreis zu verkaufen" auch auf Arbeitskraft anwenden kann, und das heißt dann schließlich: wer keinen zum Leben reichenden Lohn erwirtschaften kann, muss dann eben den Laden dicht machen, also den Löffel abgeben. Es sei denn, es intervenieren irgendwelche Leute, die offenbar keine Ahnung von Wirtschaft haben. Zweifellos, weil sie nicht in den Genuss des einschlägigen Unterrichts gekommen sind. Gut, dass sich das endlich ändert.

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lindenbast 16.10.2015, 07:33
211.

Zitat von sehichanders
Ich fände es schön, wenn man mit der gleichen Verve gegen die Lobbys katholischer und evangelischer Kirchen vorgehen und den Religionsunterricht streichen würde.
Dieser Unterricht ist immerhin freiwillig.

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autopoiesis 16.10.2015, 07:45
212.

Zitat von kayakclc
Geographie ist auch so ein Lobbyfach. Ohne dem wären die meisten Geographiestudierenden arbeitslos. Warum es bei nur 5 Kontinenten fast 12 jahre lang gelehrt wird, ist mir auch nicht klar.
Nun ja, vielleicht liegt es daran, dass es 7 Kontinente gibt.
Und wer solche Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse an den Tag legt wie (ich habe nur einen mickrigen Abschnitt aus Ihrem Beitrag zitiert), sollte sich nicht über fehlendes Niveau in den Schulunterrichten auslassen...

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autopoiesis 16.10.2015, 07:49
213.

Zitat von zlick65
Höchste Zeit, dass Schüler zumindest frühzeitig lernen, was Grundlage allen sozialen Handelns ist. Ein funktionierendes Wirtschaftssystem. Und das ist nunmal der verteufelte Neo-Liberalismus. Verstehen aber nur die wirklich Intelligenten. Und dass es davon bei uns nur ganz wenige gibt, weiss jeder, der mal über eine Autobahn in Deutschland gefahren ist....
Mit Verlaub, das ist Schwachsinn. Sie verwechseln Wirtschaftsverstand mit Neoliberalismus, und genau solche Typen wie Sie wollen den künftigen Wirtschaftsunterricht in BW beeinflussen, worauf auch der Protest für die Ablegung für die Etablierung des neuen Schulfaches begründet ist...

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Tostan 16.10.2015, 08:11
214.

Zitat von brucewillisdoesit
Arbeit ist nämlich auch nur ein gut, welches auf einem Markt (dem Arbeitsmarkt) Angebot und Nachfrage unterliegt. Preisänderungen haben hierauf offensichtlich einen Einfluß.
Arbeit ist ein Gut in einem regulierten Markt. Und der Mindestlohn ist nur ein weiteres Regulierungsinstrument zum Feintuning. Nicht umsonst haben selbst moderne Länder mit stark neoliberaler Ausrichtung wie die USA oder GB einen Mindestlohn.

Was sie da postilieren, galt evtl. in der Frühzeit des Kapitalismus, ohne Sozialsysteme etc. Damals musste man seinen Arbeitern so viel bezahlen, damit sie nicht verhungern(Arbeitskraft war ja im Überfluss da durch die Rationalisierung der Landwirtschaft etc.)

Heute haben wir einerseits soziale Sicherungssysteme und andererseits Sanktionen für das nicht annehmen einer Arbeit. Mit einem fehlenden Mindestlohn ist das eine versteckte Subventionierung von Lohndumpern. Indem immer mehr Arbeitsplätze zu absoluten Billiglöhnen angeboten haben - den Rest stockt doch das Amt auf - wurden "faire" Unternehmen benachteiligt und mussten nachziehen. Dadurch kam es zu einer immer stärkeren Belastung der sozialen Sicherungssysteme. Ist nun mal so in einem regulierten Markt, dass bei einer solchen Schieflage an Stellschrauben gedreht wird.

Man hätte es auch anders lösen können und einfach sagen können: Kein Mindestlohn aber wenn jemand eine Arbeit nicht annimmt, die weniger als8,50€ bringt, muss er keine Sanktionen fürchten. Wenn er hingegen eine Arbeit annimmt die weniger bringt, dann ist davon auszugehen, dass er das als Hobby betreibt und die Sozialleistungen werden um die Differenz gekürzt. Punkt. Kein Mindestlohn, das ist doch das was die Wirtschaft will, oder?

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katzenhalter 16.10.2015, 08:37
215. Lobby-Fach abschaffen!

Wirtschaft als Schulfach finde ich wünschenswert. Der Autor spricht vom "Lobby-Schulfach". Dabei muß man sich ja den Lehrplan von keiner Lobby diktieren lassen. Und immerhin geht es um Vermittlung von Wissen und Zusammenhängen und nicht um Märchen, wie in dem wahren Lobby-Schulfach: Religion!

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hjoburg 16.10.2015, 10:02
216. Wirtschaft aus Sicht der Unternehmen?

Haben wir nicht schon genug Elite Privat Schulen im Westen, welche die Interessen der Eliten vertreten? Am Ende haben wir viele "Häuptlinge" aber zu wenig Indianer!

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hjoburg 16.10.2015, 10:13
217. Unabhänig sind die Professoren Lehrer wohl eher weniger

Sonst wären in Deutschland Professoren ja lernfähig. Denn, obwohl die Austerität in der Geschichte noch nie Erfolg gehabt hat, wird dies von den meisten Professoren in Deutschland weiterhin gepredigt, siehe Professor Sinn und viele andere Professoren? Ich hatte mich letztens mit meinem Enkel unterhalten, und der vertrat doch tatsächlich die Meinung, dass Obdachlose alle selber "Schuld" sind, hat man im Unterricht behandelt? Und die Griechen alle faul, und auch alle selber Schuld hätten. Aber das ist ja eh, wenn man den Mainstream in Deutschland hört, die "Wahrheit"

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austenjane1776 16.10.2015, 10:35
218. Sinnlose Arroganz

Zitat von autopoiesis
Gab es in Baden-Württemberg bisher wirklich keinen Wirtschaftsunterricht? Ernsthaft? Wir Schleswig-Holsteiner haben ihn, die Bayern ebenfalls. Ich kann ja verstehen, weshalb Länder mit einem wertlosen Schulsystem wie etwa Berlin, Bremen oder NRW darauf verzichten? Aber das hochwertige BW? Geht's noch? Zumal sein großer Bruder ja auch Ökonomie in den Schulen unterrichtet... Ich finde es schon beschämend genug , wenn nur eine Handvoll Bundesländer (wie etwa meines) Rechtswissenschaften anbieten. Vielleicht sollte die Bundesanwaltskammer hier mal ein bisschen Druck ausüben...
Das mit dem "wertlosen Schulsystem" ist dumme Arroganz.
Gerade Hedwig Holzbein...

Es kommt darauf an, was MEIN Kind lernt.
Und darauf achte ich.
Es gehören nämlich immer die Eltern dazu,
liebes Nordlicht.

Und NRW hat mehr Schulformen als mancher ahnt.
Ich muß da nur die richtige finden.
Und die richtige Schule.
Und dann wird gearbeitet.

In meinem Umfeld sind ca 20 GYs.
Öffentliche und private.
Wenn Sie ca 1h fahren, noch viel mehr.
Abgesehen von Gesamtschulen usw.
Davon sind mehrere für meine Kinder geeignet und außerdem gut.
Die sind alle minderwertig?
whatta bu**sh**.

SH wäre hier nicht mal ein Regierungsbezirk.

Schulsystem?
Das ist doch nur eine Ausrede, wenn Kinder nix können
oder Eltern keinen Bock haben.
Und ganze Bundesländer für "hochwertig" zu erklären,
setzt einen großen Bedarf an GANZ einfachen "Lösungen" voraus.
Da ist unsere BRD wohl zu kompliziert für Sie.
Bleiben Sie "oben" (im Norden) und äußern Sie sich doch ggf zu Dingen, von denen Sie ggf was verstehen.

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amuseemanc 16.10.2015, 10:44
219.

Wunderbar. Endlich fängt man schon früh genug an die Jugend auf eine marktkonforme Demokratie zu trimmen.
Auch passend, dass man sich da gleich mal den Mindestlohn gegriffen hat, über dessen Nachteile viel zuwenig gesprochen wird.

Das sagt alles...

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