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Wissenschaft: Frauen im Nachteil
Corbis

Sie veröffentlichen weniger und werden seltener zitiert: Frauen haben in der Forschung keinen guten Stand. Allein in Physik und Astronomie haben sie ihren Kollegen etwas voraus.

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Untertan 2.0 05.11.2015, 18:54
30. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Zitat von bruno bär
komischerweise wird die einfachste Erklärung außer Acht gelassen. Die Arbeit ist einfach schlechter.
Vorsicht: in diese Richtung auch nur laut zu denken, kann Sie den Job kosten. Im Sport wird ja zum Glück noch nach Geschlechtern getrennt, sonst gäbe es da inzwischen sicher schon Rufe nach Medallienquoten...

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aix 05.11.2015, 18:59
31. und was bringt diese Erkenntnis

Frau Professorin braucht mehr Forschungsgelder bis bewiesen ist das Frauen benachteiligt werden.
Für die Gebiete Physik und Astronomie werden sich die Publikationen angleichen wenn der Anteil der
Wissenschaftlerinnen sich denen ihrer männlichen Kollegen nähert.

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mathmag 05.11.2015, 18:59
32. Tu?

"Leiterin des Fachgebiets Gender- und Diversity-Aspekte an der Technischen Universität Berlin,"
Welchen Bezug hat denn dieses Fachgebiet zu "Technik", dass es so etwas an einer TU gibt?

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FocusTurnier 05.11.2015, 19:02
33. Was Frau Professorin nicht erwähnt....

....ist, daß Frauen im Bereich der Soziologie im Bezug auf Professuren deutlich im Vorteil sind:

"Die Studie bestreitet auch die gängige Annahme, dass akademische Leistungen von Frauen in der Soziologie weniger anerkannt würden als die von Männern: Frauen müssen für eine Professur im Schnitt deutlich weniger publizieren. Bei sonst gleichen Faktoren liegt ihre Chance auf eine Professur 1,4 Mal höher. Bisherige Studien haben diesen relativen Vorteil mit der hohen Zahl von Gender-Lehrstühlen in der Soziologie erklärt."

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/wie-man-zu-einer-soziologie-professur-kommt-13391969.html

Genügend Gründe, warum Frauen (etwas) seltener zitiert werden könnten. als Männer, wurden ja auch schon genannt. Man kann allerdings von einer Uni, die von Studenten des Bereiches Verkehrswesen verlangt, schriftliche Arbeiten im Gendersprech abzuliefern, nicht erwarten, daß sie solche Umsatände berücksichtigt. Das Geld muss schließlich weiterfliessen, denn allein das Land Berlin muss da. 30 Gender-Professuren durchfüttern.

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Dino822 05.11.2015, 19:09
34.

Liegt die offensichtlichste Erklärung der beiden Zahlen (Publikationshäufigkeit und Zahl der Zitationen) nicht schlichtweg in den unterscheidlichen Frauenanteilen auf den verschiedenen akademischen Stufen?

Also es wird doch immer beklagt, dass der Frauenanteil unter den Professor/innen geringer ist, als unter den Postdocs, und dass Dieser wiederrum geringer ist, als unter den Doktorand/innen.
Nun ist es doch aber umgekehrt so dass Professor/innen deutlich mehr publizieren, als Postdocs und Postdocs deutlich mehr publizieren, als Doktoranden.
Wenn ich also ohne jegliche Gewichtung über diese drei Gruppen mittele, ist es völlig klar, dass dann rauskommen wird, dass Männner mehr publizieren als Frauen. Da wundere ich mich eher, wieso der Unterschied so klein ist. Ich hätte da deutlich mehr erwartet.

Und bei den Zitaten könnte es doch wohl auch daran liegen, dass die (überproportional männlichen) Professoren gerne mal irgendwelche Übersichtsartikel, oder Bücher/Buchkapitel schreiben, auf denen dann nur sie als Autor auftauchen. Da Diese dann ein großeres Feld abdecken, werden sie auch naturgemäß öfter zitert werden.

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Eduschu 05.11.2015, 19:15
35.

Zitat von uventrix
... Aber man muss ja Probleme suchen um sich Fördergelder fürs nächste Jahr zu sichern. Man könnte ja sonst auf die Idee kommen, dass Gender Studies ein völlig überflüssiges Groschengrab ist.
Wenn es denn nur Groschen wären. Bereits 2011 gab es 173 Gender-Professuren an deutschen Unis. Gender-Studies stellten damals die am schnellsten wachsende Fachrichtung dar. Es dürften heute also erheblich mehr sein. Diese Professoren waren damals fast ausschließlich weiblich. Ein Fall von Diskriminierung?
Wer etwas mehr über Gender-Studies lernen möchte und dabei nicht auf die Selbstbeschreibung der Studiengänge zurückgreifen will, dem sei folgender Text empfohlen.
http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-kulturelle-unterschiede

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FocusTurnier 05.11.2015, 19:17
36. Seilschaften.....

Zitat von skroete
Als Wissenschaftlerin kann ich aus eigener Erfahrung und der meiner Kolleginnen sagen, dass Seilschaften zwischen den Männern nicht zu unterschätzen sind.
....sind grundsätzlich nicht zu unterschätzen. Was denken Sie denn, wie die Seilschaften zwischen Politik und Hochschullandschaft, und dort speziell in der Frauen- und Geschlechterforschung, aussehen und funktionieren? Da kommt man selbst als Frau nur mit der richtigen Gesinnung vorwärts. Oder im BMFSFJ. Oder bei der, im Artikel erwähnten, Gender-Konferenz.
Stellen Sie sich mal vor - es gibt sogar Männer, die von Seilschaften ausgeschlossen werden.....
Ich hatte während meiner beruflichen Laufbahn auch einige Einblicke in den wissenschaftlichen Sektor deutscher Hochschulen und kann Ihre Behauptungen ganz und gar nicht bestätigen. In NRW werden Frauen (neben dem üblichen Förder- und Nestwärmeprogrammen) zusätzlich durch das Hochschulgesetz gefördert, ( Dieses sagt in Paragraf 3 aus, daß allein die für Frauen bestehenden Probleme beseitigt werden müssen. )

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hamlet 05.11.2015, 19:33
37. War da nicht was?

Jetzt muss ich mich wieder an den Artikel über Tim Hunt erinnern, bei dessen zugehöriger Umfrage knapp 92% gegen die Kündigung gevoted haben. Ich bin sehr Links, aber die Gender-Debatte halte ich (und viele andere Offensichtlich auch) für komplett übertrieben. Ich habe nichts gegen Gleichberechtigung, aber schon gegen sinnbefreite Gleichmacherei.

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shohm 05.11.2015, 19:41
38. Systematische Benachteiligung von Männern in wissenschaftlichen Karrieren

Die im Artikel zitierten Befunde verschweigen leider die aktuell vorherrschende Diskrimierung von Männern in wissenschaftlichen Karrieren.

Frauen müssen deutlich weniger publizieren und werden früher berufen als Männer (http://www.mpifg.de/pu/mpifg_dp/dp14-19.pdf).

Das sage nicht ich sondern das Max-Planck Institut für Gesellschaftsforschung in einer hochwertigen empirischen Studie. Die leider im Zeitgeist in keinem Leitmedium Erwähnung findet...

Fast alle Ausschreibungen von Promotions- oder Postdoc-Stellen verdeutlichen dies, indem sie darauf hinweisen, dass Frauen besonders aufgefordert werden, sich zu bewerben, oder sich sogar im Vorfeld an die Gleichstellungsbeauftragt wenden können.

Viele junge Männer entscheiden sich aus diesem Grund aktuell gegen eine wissenschaftliche Karriere, weil die aktuelle (grundsätzlich ja uneingeschränkt zu begrüßende) Förderung von Frauen in der Wissenschaft weit über das Ziel hinaus schießt.

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taglöhner 05.11.2015, 20:01
39. Softscience

Zitat von skroete
Ich halte nicht besonders viel von dieser Genderforschung, einen wahren Hintergrund hat der Artikel allerdings schon. Als Wissenschaftlerin kann ich aus eigener Erfahrung und der meiner Kolleginnen sagen, dass Seilschaften zwischen den Männern nicht zu unterschätzen sind. Als Frau hat man da oft keine Chance reinzukommen, es sei denn man ist deutlich überdurchschittlich gut. Die Folge ist, dass man als junge Wissenschaftlerin vom (männlichen Chef) weniger gefördert wird als männliche Kollegen. Und was die Zitationen anbelangt: Natürlich zitieren Männer eher andere Männer, da es als Gefälligkeit zählt seine Kollegen zu zitieren und seinen Seilschaften damit einen kleinen Gefallen zu tun. Die Seilschaften werden übrigens auch oft als Autoren mit aufgeführt, obwohl sie zur Publikation gar nichts beigetragen haben. So kann man seine Publikationszahl auch erhöhen...
Lassen Sie mich raten: Medizinerin?

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