Forum: Leben und Lernen
Wissenschaft unter Spardruck: Freiheit, um die wir weinen
AFP

Die Nachhaltigkeitsdebatte erreicht die Wissenschaft: Wie gehen Hochschulen mit knappen Mitteln um? Im Magazin "duz" beklagen Forscher, sie würden ihre Freiheit verlieren und sich in Kapazitätsmanager verwandeln.

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herzblutdemokrat 26.11.2014, 09:02
1. Der Mensch muss Forschung betreiben...

Es ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel warum die Wissenschaft kaputt gespart wird. Es gibt so viele Probleme auf diesem Planeten und Menschen mit brilliantem Verstand die diese lösen werden dringender gebraucht denn je. Was unterscheidet uns dann noch vom Tier wenn wir uns nicht weiter sondern zurück entwickeln. Wo führt das alles bloß hin...

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Diskutierender 26.11.2014, 09:17
2. Politisch motiviert

Wo soll denn das Geld für sinnvolle Forschung herkommen, wenn viele Gelder für sinnlose und Ideologie-behaftete Dinge wie Gender-Lehrstühle (über 200 in Deutschland) ausgegeben werden.

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Arminiafan 26.11.2014, 10:06
3. Interessante aber einseitige Sicht der Dinge

"Aber: Es sind eben ausdrücklich keine Wissenschaftsfehler, die hier angeprangert werden - wie denn auch?"...
Da hab ich persönlich andere Erfahrungen gemacht. An den halbstaatlichen Forschungseinrichtungen und Unis hat neben der Geschäftsführung auch der wissenschaftliche Leiter Mitspracherecht, wenn es ums Geld geht.
Die "Professoren"-Clique sieht sich aber als außer-/überhalb des Systems stehend und unterhält untereinander einen regelrechten Klüngel. Geldentscheidungen sind da oft auch von persönlichen Motiven oder Freundschaftsverhältnissen überlagert. Daß das keine Wissenschaftsfehler ist unstrittig, aber es ist halt der wissenschaftliche Part der hier im Tageseschäft oft seine Finger reinstreckt und eine Art Selbstbedienungseffekt erzeugt. Warum braucht zum Beispiel ein Unirektor einen Fahrer? Da werden eigene Pfünde gesichert und dafür Anderen Vorteile eingeräumt. Drittmittel z.B. werden hier als Sicherung der Wissenschaft dargestellt. Gleichzeitig werden aber auch Leuten aus der Wirtschaft hier Einflussmöglichkeiten geschaffen und teilweise Personalien aufgrund dieser so entstandenen Seilschaften entschieden. Die Verantwortlichen der Geldgeber oder deren Buddies findet man dann oft in den Forschungseinrichtungen wieder. Diese müssen dann wieder ihre Dankbarkeit den schon etablierten Eliten zollen... z.B. durch Bewilligung besonderer Projekte oder Prestigemaßnahmen und so weiter....
Der Artikel blendet so etwas aus, aber alles hat zwei Seiten... und insbesondere an den Forschungseinrichtungen auch mal drei.

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Herbert Bader 26.11.2014, 10:07
4. Albert ist ein schlechtes Beispiel

Einstein wurde bekannt durch seine Spezielle Relativitätstheorie. Selbige entwickelte ("kreierte") er in den Jahren bis 1905, also in einer Zeit, als er als kleiner Angestellter im Patentamt arbeitete. Man kann getrost davon ausgehen, dass er auch die Ideen zu seinen weiteren Entdeckungen schon in dieser Zeit hatte und erst später formalisierte und veröffentlichte.

Dass man mit Geld Kreativität kaufen könne, ist ein typischer Trugschluss in einer Gesellschaft, die alle möglichen Werte in Währung auszudrücken versucht. Der wahre Forscher ist aber ein Idealist, und diese Eigenschaft wird durch finanzielle Ablenkung torpediert.

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peterdkrause 26.11.2014, 10:09
5.

Die Forderung, dass das an den Unversitäten oder in der (Grundlagen)Forschung erarbeitete Wissen immer "zur Anwendung" gebracht wird bzw. gebracht werden soll, ist gelinde gesagt "bullshit". Die zunehmende Umgestaltung der Universitäten in "unternehmerische Hochschulen" hat die Universität als Ort der Forschung und Lehre, als ein Ort der Bildung und der Wahrheitssuche nachhaltig zerstört. Es kommt nicht von Ungfähr, dass jeder Wissenschaftler, der nur irgendwie kann, alles versucht, um sich durch "Stipendien", "Fellowships" etc. von dem an den Universitäten herrschende Zwang zum "controllingbasierten" Pseudo-Wissenschaftsbetrieb freizukaufen. Es geht mehr und mehr nur noch darum, irgendwelche "Kennziffern" zu bedienen und ein mehr an "Masse" an angeblich verwertbaren oder zumindest zählbaren "Output" zu produzieren. Das freie Denken findet zunehmend woanders statt - oder an vom normalen Unibetrieb losgelösten "Exzellenzzentern".

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Don_Draper 26.11.2014, 10:17
6. Es ist aber

auch ein Problem, wenn einfach nur Forschung wg geforscht wird.
Ein Freund von mir arbeitete in der Genforschung und er sagt, es gibt viele Forschungsstränge, bei der sich nach einer bestimmten Zeit des Forschens herausstellt, dass nichts Greifbares für die Gesellschaft herauskommt.
Der Forscher, der diese Richtung verfolgt, macht sich aber arbeitslos, wenn er das zugibt und es fließen keine Gelder mehr.
Was tut er also? Er versucht mit neuen Eingaben und neuen Theorien seinen eigentlich sinnlosen Forschungsansatz weiter am Leben zu halten.
Also muß schon mal eine qualiifizierte Stelle (eben nicht nur BWLer Kostensenker) drauf gucken, wie und wo für die Gelder verwandt werden.
In der Wirtschaft, z.B. bei Google, wo viel Geld zur Verfügung steht, wird trotzdem ein strenges Kostenmanagment angesetzt und die Wissenschaft sind nicht einfach "frei".
An den öffentlichen Forschungseinrichtungen läuft das etwas anders.

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armi-nator 26.11.2014, 10:23
7. Freiheit der Wissenschaft

Wenn man "Freiheit der Wissenschaft" so verstehen will, dass man frei ist zu tun was man als Wissenschaftler gerade so tun will, und zum Ausgleich für diese Freiheit pauschal irgendwoher regelmäßigst einige k€ auf dem Konto erscheinen, dann muss wohl gesagt werden, dass die Forderung nach der Aufrechterhaltung eines derartigen Idylls doch etwas "leicht" Kindliches hat.

Ich WILL aber tun was ich will, und ihr müsst mich trotzdem ernähren!

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großwolke 26.11.2014, 11:02
8.

Zitat von Don_Draper
auch ein Problem, wenn einfach nur Forschung wg geforscht wird. Ein Freund von mir arbeitete in der Genforschung und er sagt, es gibt viele Forschungsstränge, bei der sich nach einer bestimmten Zeit des Forschens herausstellt, dass nichts Greifbares für die Gesellschaft herauskommt. Der Forscher, der diese Richtung verfolgt, macht sich aber....
Eigentlich ist gerade dieses Forschen um des Forschens willen genau der Punkt, für den Unis da sein sollten. Gerade eben weil vorher nicht absehbar ist, wozu das mal gut ist, und hier rede ich über Zeitschienen im Bereich größer als zehn Jahre, für ein Konzernmanagement fast schon geologische Zeiträume. Solange mit solider Arbeit belastbares Wissen generiert wird, sollte man da nicht allzu kritisch sein. Trotzdem finde ich den Ansatz, auch an öffentlich finanzierten Lehrstühlen industriellen Geldgebern sozusagen "Auftragsforschung" zu ermöglichen, sehr gut. Ich habe sowas als technischer Mitarbeiter ein paar Jahre live und in Farbe gesehen und finde, dass unsere Einrichtung da durchaus gute und teils bahnbrechende Arbeit abgeliefert hat. Für die Uni ist so ein Ding vielleicht neuartiges Teufelszeug, für den Konzern ist es eine Spielwiese, auf der man aufgrund der im Vergleich zur internen Forschung sehr viel geringeren Kosten auch mal die Zügel etwas schießen lassen und Projekte anpacken kann, zu denen der Controller unter normalen Umständen niemals sein OK geben würde.

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Robeuten_II 26.11.2014, 11:09
9.

Zitat von Diskutierender
Wo soll denn das Geld für sinnvolle Forschung herkommen, wenn viele Gelder für sinnlose und Ideologie-behaftete Dinge wie Gender-Lehrstühle (über 200 in Deutschland) ausgegeben werden.
Wahre Worte, gelassen ausgesprochen.... warum nur können wir nicht von Norwegen lernen?

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