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Wissenschaftlicher Nachwuchs: SPD fordert 1500 neue Juniorprofessuren
Corbis

Bessere Karrierechancen für Nachwuchswissenschaftler: Die SPD will die Zahl der Juniorprofessuren verdoppeln und ihnen bessere Chancen auf Entfristung geben. Die Hälfte der neuen Stellen soll an Frauen gehen.

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koenigludwigiivonbayern 22.04.2015, 15:41
1. Yahoo!

Ein Yahoo allein reicht wohl noch nicht!

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doke969 22.04.2015, 16:12
2. Politiker-Schwachsinn

Aha, man muss den wissenschaftlichen Nachwuchs angemessen fördern. Da wäre ich nicht drauf gekommen. Und auch den nichtprofessoralen Mittelbau, wo es allermeist Angestellten-Stellen gibt, die eine um drei Besoldungsgruppen geringere effektive Vergütung (netto) haben wie entsprechende nichtprofessorale Beamte. Sowas nehmen heute nur Leute an in höchster Not, und keine motivierten Höchstleister mehr. Alles eine Folge der Politik, von Beamten, die keine Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Krankenvollversicherung) bezahlen und vor allem an ihre Spezeln denken (B-Besoldung). So wird das nie was, die anderen Länder haben uns längst überholt.

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mrotz 22.04.2015, 18:32
3.

Zitat von doke969
Aha, man muss den wissenschaftlichen Nachwuchs angemessen fördern. Da wäre ich nicht drauf gekommen. Und auch den nichtprofessoralen Mittelbau, wo es allermeist Angestellten-Stellen gibt, die eine um drei Besoldungsgruppen geringere effektive Vergütung (netto) haben wie entsprechende nichtprofessorale Beamte. Sowas nehmen heute nur Leute an in höchster Not, und keine motivierten Höchstleister mehr. Alles eine Folge der Politik, von Beamten, die keine Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Krankenvollversicherung) bezahlen und vor allem an ihre Spezeln denken (B-Besoldung). So wird das nie was, die anderen Länder haben uns längst überholt.
Es geht nicht um das Gehalt, sondern um Perspektiven.

Was nützt es wenn ich immer nur Zweijahresverträge
bekomme und mich praktisch wieder wegbewerben muß, sobald ich mit der Stelle angefangen habe.
Was nützt es, wenn ich nach 6 Jahren als Wissenschaftler faktisch Berufsverbot bekomme, da es keine festen Stellen gibt und ich auch keine befristeten Stellen mehr angeboten bekommen darf?

Eine wissenschaftliche Karriere endet für 19 von 20 höchstqualifizierten Leute, in der Arbeitslosigkeit mit 40.
(insbesondere auch bei MINT)

Für die Wirtschaft gilt man dann übrigens als überqualifiziert.

mfg

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hschmitter 22.04.2015, 19:50
5.

Ach, alle Jahre wieder dasselbe Betroffenheitsgelaber aus der Politik. Nur an den strukturell völlig verkorksten Bildungs- und Forschungsbereich will dann doch keiner ran. "mrotz" hat völlig Recht - Perspektiven an der Uni gleich null, falls man nicht eine Festanstellung hat - die allerdings unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto ist. Kurzum, liebste SPD-Genossen - nicht fordern, sondern fördern.

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kfp 22.04.2015, 20:13
6. Problem verkannt...

Wir brauchen nicht mehr (befristete) Top-Positionen mit ungewissen Erfolgschancen und teuren Gehältern. Wir brauchen Perspektiven im Mittelbau.

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kfp 22.04.2015, 20:54
7. Zahlenspielchen...

An dt. Forschungsinstituten (Max Planck, Fraunhofer, Helmholtz usw.) allein arbeiten einige Zehntausende Wissenschaftler, mit Befristungsraten von 70-80%. Dazu dann noch alle Unis. Die Petition "Perspektive statt Befristung" haben über 25000 Menschen unterschrieben.

Und die Antwort soll sein, 1500 neue befristete Top-Stellen zu schaffen? Zwar diesmal mit einer gewissen Perspektive (Tenure-Track), aber immer noch weitestgehend ein Glücksspiel (die Bewertungsverfahren, nach denen über "Hopp oder Topp" entschieden wird, sind selten sonderlich transparent)? Und die sollen sich aus einem mittelklassigen Bewerberpool rekruitieren, da die meisten wirklich guten Akademiker schon nach der Promotion (in der "Qualifizierungsphase" - Witz an sich, nach ca. 10 Jahren "Vorqualifizierungsphase"??? Wann soll man denn endlich mal als qualifiziert genug für ein Mindestmaß an Perspektive gelten?) entweder ins Ausland oder in die Industrie flüchten, oder, wenn das nicht geht, längst alle Motivation und Enthusiasmus für ihr Forschungsgebiet verlieren?

Außerdem fallen die 6 Jahre Befristung zur Juniorprofessur genau in die "Familienphase", wenn Menschen im besten Alter wären, Familie zu gründen und Kinder zu haben. Und eine Verschiebung auf "in 6 Jahren" ist zwar besser als zum "St. Nimmerleinstag" wie heute, aber oft einfach zu spät für die Betroffenen. - Ich hatte sogar schon die Gelegenheit, zur Teilnahme an einem Auswahlverfahren auf eine Juniorprofessur praktisch "aufgefordert" worden zu sein, aber fand diese Option so unattraktiv und familieninkompatibel, dass sich mein Interesse daran extrem in Grenzen hielt.

Wir brauchen auch keine übertriebene Frauenförderung wie 50%-Quoten (man kann über 30-70% in beide Richtungen vorsichtig nachdenken, also auch Quoten bei Männer-Unterrepräsentation, wenn schon, aber selbst das mag je nach Fachgebiet ungeeignet sein, wenn auch in niedrigeren Karrierestufen weniger Frauen/Männer zu finden sind). Dagegen wären (funktionierende) Dual-Career-Optionen für viele Akademiker ein sinnvollerer Schritt, dass nicht mindestens ein Partner früher oder später seine Qualifikation komplett in die Tonne treten muss.

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Skakesbier 22.04.2015, 21:36
8. SPD fordert

bildungspolitisch mit grandioser Treffsicherheit sowieso das Falsche! Liegt eventuell in den Partei-Genen - Bildungsferne als Prämisse!

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Newspeak 22.04.2015, 21:40
9. ...

Zitat von doke969
Aha, man muss den wissenschaftlichen Nachwuchs angemessen fördern. Da wäre ich nicht drauf gekommen. Und auch den nichtprofessoralen Mittelbau, wo es allermeist Angestellten-Stellen gibt, die eine um drei Besoldungsgruppen geringere effektive Vergütung (netto) haben wie entsprechende nichtprofessorale Beamte. Sowas nehmen heute nur Leute an in höchster Not, und keine motivierten Höchstleister mehr.
Verabschieden Sie sich doch bitte vom Gedanken an "motivierte Höchstleister". Wenn ich solch einen Unsinn lese, man, man, man. Es geht hier um Menschen, die, wie alle anderen Menschen auch, mal mehr oder weniger motiviert sind und mal mehr oder weniger leisten, im Durchschnitt aber immer noch mehr Motivation auf- und mehr Leistung erbringen dürften, als andere, und zwar gerade auf den weniger gut bezahlten Stellen! Nennt sich Idealismus und wird leider fast immer nur ausgenutzt. Menschen entscheiden aber nicht immer aus "höchster Not", sondern verbinden vielleicht gerade mit einer Stelle im Mittelbau auch persönliche Träume und die Möglichkeit genau die Fähigkeiten einsetzen zu können, die solche Stellen verlangen. Dagegen dürften sich gerade unter den Professoren auch mehr als genug nicht motivierte und, schlimmer, demotivierende Minderleister befinden, jedenfalls wenn man der eigenen Erfahrung und der Hochschulfolklore glauben kann.

Jedenfalls geht es bei alledem um Menschen und würdevollen Umgang und nicht um faschistoide "hart wie Krupp-Stahl, usw." Steigerungen. Wer von "motivierten Höchstleistern" spricht, ist für mich daher entweder völlig uninformiert und ahnungslos oder macht sich die Sprache und Denkweise von Faschisten zu eigen (was man heutzutage ja auch nicht mehr vom Kapitalisten unterscheiden kann), indem er nur noch in sinnlosen Steigerungen schreiben kann.

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