Forum: Leben und Lernen
Wissenschaftssprache zum Abgewöhnen: Wie Professoren ihre Studenten quälen
Illustration: Romy Blümel

Häh? Professoren drangsalieren ihre Studenten gerne mit unverständlichem Deutsch. Sie lieben Fremdwörter und Bandwurmsätze. Wir zeigen zehn akademische Grausamkeiten und ihre - eigentlich ganz einfachen - Übersetzungen.

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kieler rundschau 28.02.2014, 13:56
1. Nicht nur an der Uni

trifft man auf dieses Phänomen.
In der Politik grausiger Alltag. Verquaste und geschraubte Wendungen um eigentlich nichts zu sagen.
Besonders schlimm ist es in linkslinken Gruppen. Duemmliche Rhetorik gepaart mit der Arroganz des Allwissenden...

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Phil2302 28.02.2014, 13:58
2.

Das kenne ich als Lehramtsstudent zu genüge, da ich schon viele Pädagogikbücher lesen musste. Wenn Studienfächer aber inhaltlich nicht viel zu bieten haben, dann müssen sie eben irgendwie künstlich aufgebläht werden. In der Mathematik oder in der Physik ergeht es einem ähnlich, nur rührt da das Unverständnis über das Gelesene gänzlich aus der Schwierigkeit der Fächer an sich. Hoch angesehen ist es hier eher, wenn ein Buch es schafft, einen komplizierten Zusammenhang möglichst einfach zu vermitteln.

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Christoph Krauss 28.02.2014, 13:59
3. Fehlende Differenzierung

Der Artikel zeigt leider eher die Niveaulosigkeit der Autorinnen als den überhöhten Anspruch der Autorinnen. Denn die Übersetzungen sind ungenau und stellen oft eine Vereinfachung dar, wie man sie vermutlich im Journalismus,aber eben nicht in der Wissenschaft brauchen kann. Zweifellos gibt es Texte, die künstlich kompliziert gehalten sind; alllerdings zählen die angeführten Beiträge mehrheitlich nicht dazu. Eine Einstellung ist etwas anderes als eine Meinung, um nur ein Beispiel zu bringen.

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Paul Panda 28.02.2014, 14:04
4. unerträgliches Geschwurbele

Über das in den Fachpublikationen vorherrschende Geschwurbele ärgere ich mich schon seit vielen Jahren. Das ganze ist eine Frechheit. Ein Wort, das mir neulich unangenehm auffiel, war "similar" als Ersatz für "ähnlich". Man sollte den selbstverliebten Verfassern solchen Stusses ihre Manuskripte so lange im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren hauen, bis sie sich endlich um eine vernünftige Ausdrucksweise bemühen. Der Respekt vorm akademischen Titel erscheint mir in diesen Fällen völlig unangebracht.

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Stefan Christiansen 28.02.2014, 14:13
5. Inkonsistenten

Zitat von sysop
Personen tendieren dazu, interne Inkosistenten, Dissonanzen oder Inkongruenzen
Bin ich zu doof oder müsste es Inkonsistenzen heißen?

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rase 28.02.2014, 14:14
6. Denglish

Diese ganze Sprachverhunzung wird noch schlimmer, wenn englische Vokabeln daruntergemischt werden, auch wenn es gute deutsche Begriffe gibt. Damit soll der Eindruck der Bedeutung und Inhaltsschwere erhöht werden, auch wenn hinter den vielen schweren und fremden Worten nichts steckt. Eine Übersetzung solcher Texte in Alltagssprache (siehe oben) entlarvt die Quatschköpfe und Dummschwätzer sehr schnell.

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quark@mailinator.com 28.02.2014, 14:16
7. ?

Der Titel ist eindeutig falsch übersetzt. Zumindest müßte in der Übersetzung Meinung durch Einstellung ersetzt werden. Sowas kommt von sowas.

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mischamark 28.02.2014, 14:19
8. Nur teilweise richtig.

Zitat von kieler rundschau
trifft man auf dieses Phänomen. In der Politik grausiger Alltag. Verquaste und geschraubte Wendungen um eigentlich nichts zu sagen. Besonders schlimm ist es in linkslinken Gruppen. Duemmliche Rhetorik gepaart mit der Arroganz des Allwissenden...
Die deutsche akademische Sprache leitete sich schlussendlich aus dem Lateinischen ab, dass noch im 19. Jhd in gewissen Themenkreisen das Standardidiom der gebildeten Welt war. Wer sich heute mit lateinschen Texten der Neuzeit beschäftigt, stellt schnell fest, dass sich offensichtlich die Fähigkeit, komplexere Satzgebilde zu verstehen, in den letzen ca. 100 Jahren immer weiter zurückgebildet hat.

Es ist übrigens ziemlich egal, aus welchem Themenkreis ein Text stammt, - Sätze die sich über eine halbe Seite und länger ziehen, waren ganz normal. Man kann davon ausgehen, dass Teile des Gehirns, die für die Verarbeitung komplexerer Satzstrukturen verantwortlich sind, bei älteren Generationen besser gearbeitet haben, als es heute der Fall zu sein scheint.

Es war also ganz normal, dass beim Lesen Textelemente quasi zwischengespeichert wurden, die dann etwas später (und wohl unbewusst) wieder in den Satz integriert werden konnten, sobald dessen Gesamtheit erfasst wurde.

Wenn wir so weitermachen wie jetzt, werden wir bald nur noch in der Lage sein, Piktogramme zu verstehen. Dass es sich hierbei um eine neuere Entwicklung handelt, ist daraus ersichtlich, dass im Falle des Lateinischen die Komplexität der Sprache über einen sehr langen Zeitraum als relativ konstant wahrgenommen werden kann. (Mit den üblichen Stilabweichungen zwischen den verschiedenen Autoren)

Ich bin kein Akademiker, aber dieser Sachverhalt ist tatsächlich auffällig und kann leicht verifiziert werden.

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thenix 28.02.2014, 14:20
9.

Ich bin in der 9. Klasse eines Gymnasiums und habe eigentlich alles problemlos verstanden.

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