Forum: Leben und Lernen
Zitat des Tages: "22-Jährige, in Tränen aufgelöst"

Druck in der Schule, Druck in der Uni: Berufsberaterin Karin Wilcke findet, dass Turbo-Abi und die Verkürzung des Studiums dem Selbstbewusstsein junger Erwachsener schaden. Die Lockerheit sei völlig verschwunden, es herrsche "Schulklassendenken".

Seite 14 von 14
stormking 01.10.2012, 12:47
130.

Zitat von Fantail
Hier in NZ wird "functional programming" beruflich benutzt, wenn man das "Gegenteil von OO" meint.
Das ist schon deshalb Unsinn, weil es außer Objektorientierung und Strukturierter Programmierung noch einige weitere Programmierparadigmen gibt.

Zitat von Fantail
Und nein, ich versuche hier nicht, meine Fehlbenutzung des Begriffes zu relativieren.
Doch, genau das tun Sie. Erst soll es an der umgangssprachlichen Nutzung des Begriffes liegen (die so nirgendwo üblich ist), dann am englischen Sprachraum (wo der Begriff ebenfalls nirgendwo im größeren Umfang in Ihrem Sinne genutzt wird) und zuletzt weichen Sie auf Neuseeland aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fpa 01.10.2012, 19:17
131. Vergleichsvorschlag an Hand eigener Erfahrungen

Zitat von stormking
Objektorientierung ... Strukturierter ... Funktionaler Programmierung
- Am Anfang war der 8080. Alles in Assembler. Es ging um Echtzeitprogramme für kleine digitale Nebenstellenanlagen. Speicher war knapp, und Laufzeit noch knapper. Da wurden per Hand Takt-Zyklen gezählt. Die Strukturierung erfolgte außerhalb über Entwurfswerkzeuge wie z.B. SDL-Diagramme. Am Intel-Entwicklungssystem konnte man die HW des Zielgerätes dann anschließen, um zu testen, ob die Funktion auch den Entwürfen entsprach.
(=> streng ablauforientierte Programmierung ohne jede Zugriffskontrolle)

- Der nächste Schritt wurde eingeleitet durch billigeren Speicher für die Zielsysteme, und leistungsfähigere Entwicklungsrechner. Die Folge, Einsatz von Compilern, und schon bald auch Simulatoren. D.h. jetzt wurden Hochsprachen, wie z.B. Pascal zur Entwicklung von Tools wie SDL-Compiler oder Simulatoren eingesetzt. Hier sah man, was Fehlervermeidung betraf, schnell die Überlegenheit strukturierter Programmierung (d.h. Begin-End-, If-then-else-Konstrukte, Kontrolle von selbst definierten Datentypen, etc)
(=> strukturierte Programmierung, immer noch ablauforientiert; aber: ohne Pointer keine Effizienz, doch Zugriffsfehler über falsche Pointer leicht möglich)

- Dieses wollten Militär (ADA) und CCITT (CHILL) auf die Zielsystem-SW erweitern, d.h. noch besser gegen Fehlerquellen absichern, v.a. durch umfangreiche Visibility-Regeln.
(=> strukturierte ablauforientierte Programmierung mit sehr ausgedehnter Datenkontrolle)

- In der Praxis zeigten sich jene aufgeblähten Sprachen dem von AT&T entwickelten Mix aus Assembler + wenige Strukturelemente, genannt C, unterlegen. Um aber auch große Systeme sicher mit C programmieren zu können, mußte man den freien Datenzugriff bändigen. Und man adaptierte Objekt-orientierte Konzepte (Objekte, Methoden, Vererbung, etc.) auf C und nannte es C++.
(=> objektorientierte Programmierung, immer noch ablauforientiert und möglichst strukturiert)

Ein anderer Ansatz, Programmierfehler zu vermeiden, war es (1980ff)Programme beweisbar zu machen, z.B. Vienna Development Method, d.h. in etwa Programmieren wie Mathematik-Studium-Inhalte. Bei diesem Konzept darf es beim Programmieren nicht mehr um das "wie" gehen, sondern allein um das "was". Die Umsetzung der dafür immer noch notwendigen Abläufe wird in den Compiler oder besser noch in entsprechend konzipierte HW verlegt.
(=> funktionale Programmierung, d.h. entwerfen und arbeiten mit Funktionen, welche eine Abbildung von einem Definitionsraum in einen Zielraum beschreiben)

Zur möglichen Sprachverwirrung: Es liegt relativ nahe, bei letzterem ein Element der Definitionsmenge als "Objekt" zu bezeichnen, auf dem die Funktion dann wirkt. Das darf natürlich nicht verwechselt oder gleichgesetzt werden mit dem Objekt-Begriff aus C++. Ähnlich wie eine Function aus dem strukturierten Pascal nicht dasselbe ist, wie eine "Funktion" aus der Funktionalen Programmierung. Der Unterschied ist vor allem "ablauforientiert" vs. "nicht ablauforientiert", oder gar (als Analogie) "Rechnen" vs. "Mathematik".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jamblichos 02.10.2012, 15:26
132.

Zitat von max_copernicus
Eben. Die Leute, die hier sich hier im Forum aufspielen und die Einhaltung der Regelstudienzeit für das Wichtigste überhaupt halten, sind so obrigkeitshörig, dass sie _allenfalls_ zu durchschnittlichen Lohnsklaven unserer Gesellschaft taugen. Es ist auch gut so, denn diese Leute erarbeiten und sichern meinen Wohlstand (als Erbe von Anteilen an versch. Unternehmen). Ausnahmslos alle (finanziell) extrem erfolgreichen Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, scheren sich einen absoluten Dreck um Regeln oder externe Erwartungen. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Freund von mir, der 24 Semester studiert hat um sich dann nach zwei Jahren Angestelltendasein selbstständig zu machen. Firma drei Jahre später verkauft, nun mit Anfang 40 Millionär (zweistellig).
Natürlich gibt es solche Beispiele. Und es ist doch auch toll, wenn jemand 24 semester studieren kann. Aber wer finanziert das? Mir ist aufgefallen, dass in meinem Bekanntenkreis besonders die Sprösslinge sehr reicher Familien es immer sehr ruhig angehen ließen. Ein Studienkollege z.B. war jedes Jahr in der Nachprüfung, immer einer der Schlechtesten und so verdammt cool und locker, dass es die anderen schon nervös machte. Dank der guten Kontakt bekam er die spannendsten Praktika (ohne sich auch nur bewerben zu müssen) und als Erster einen festen Job!
Wenn er jetzt z.B. jemandem raten würde, es ruhiger angehen zu lassen, kann das doch auch fatale Folgen haben. Denn ohne seine hervorragenden Kontakte und das notwendige Kleingeld, hätte er doch nie eine solche Karriere machen können und gleichzeitig faul sein können.
Natürlich kann etwas aus jemandem werden, der lange oder gar nicht oder schlecht studiert, was auch immer. Aber dann doch wohl trotzdem und nicht deshalb!
Man kann auch in der Regelstudienzeit studieren und nebenher noch viele andere Dinge erleben und über eine gute Allgemeinbildung verfügen. Es ist doch nicht so, weil ich schnell fertig geworden bin, dass ich deswegen nichts um mich herum wahrgenommen habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gallybee 21.11.2012, 13:18
133. Man muss Kinder haben um mitreden zu können

Leider stelle ich immer wieder fest, das die Aussagen von Schülern und Eltern nicht ernst genommen werden, dabei gibt es Statistiken über ein Ansteigen von gesundheitlichen Beeiträchtigungen.
Und wenn man sagt, dass in Spanien oder anderen Ländern auch nach 12 Jahren das Abi gemacht wird, ist das richtig, aber man sollte sich genauer informieren, den dort sind die Strukturen so,dass Kinder die in die erste Klasse kommen, lesen rechnen und schreiben können (also 1 Klasse hier).
Und alle die sagen es ist nicht so schlimm, möchte ich eine 60 Stunden Woche über 1 Jahr angedeihen. Nur denken sie daran sie sind keine 14 Jahre mehr alt! Vielleicht wissen sie dann, wovon Schüler und Eltern reden,

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ewam 25.11.2012, 22:18
134. Keine Zeit...

Endlich spricht jemand das wahre Problem unserer Bildungspolitik an.
Es ist grundsätzlich zu beobachten, dass Schule immer mehr zu einer Einrichtung wird, wo das einzelne Individuum vernachlässigt wird. Von allen wird das gleiche erwartet und jeder Schüler ist bis zum Abitur gezwungen Fächer zu belegen, die ihm nicht liegen und schlicht nicht seinen Interessen entsprechen. Dazu kommt, dass es vorgeschriebene Prüfungsfächer gibt.
So muss zum Beispiel Religion oder Ethik bis zum 13. Schuljahr belegt werden, obwohl die ethische Erziehung doch in der Oberstufe längst abgeschlossen sein sollte.
Durch G8 haben Schüler noch weniger Zeit sich ihren eigenen Interessen zu widmen und diese zu finden, was dazu führt, dass viele nach dem Abitur erst einmal auf Identitätssuche gehen.
Dazu kommt, dass sich viele nicht mal trauen für eine Weile ins Ausland zu gehen, da man fürchtet wertvolle Zeit am Arbeitsmarkt zu verlieren und wieder andere sind in ihrer Zukunftsgestaltung eingeschränkt, da sie nicht volljährig sind. Im Studium geht dieser Wettlauf gegen die Zeit dann weiter. Nach dem Abitur hoffen viele, sich endlich mit den Dingen zu beschäftigen die sie wirklich interessieren, doch eigentlich unterwirft man sich einer Scheine und Klausurenjagd. Auf langfristiges, tiefgründiges Lernen wird leider einfach keinen Wert mehr gelegt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
laura95 22.01.2013, 15:09
135. Rahmenpläne

Das Problem liegt darin, dass das Abitur jetzt nach zwölf Schuljahren geschrieben werden muss, der Rahmenplan aus den 13 Jahren aber erhalten bleibt. Es müsste Stoff gekürzt und gestrichen werden, dann wäre das Abitur nach zwölf Schuljahren kein Problem mehr für Schüler.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carma 07.04.2013, 21:49
136.

Aus meiner Sicht ist vorallem das Alter der Schüler ein Problem. Ich mache jetzt mein Abi in BW und ich habe viele Mitschüler, die noch keine 18 Jahre sind. Dadurch können die SchülerInnen Abifahrten und Studienfahrten nicht richtig genießen oder gar nicht erst mitkommen.
Fangen die SchülerInnen zusätzlich dann sofort mit dem Studium an können sie nicht einmal selbst den Mietvertrag unterschreiben und müssen ihre Eltern überall mit hin schleppen, was nicht die Aufgabe der Eltern sein sollte und die SchülerInnen sollten auch ein gewisses Maß an Selbstständigkeit und eine Reife anstreben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 14