Forum: Leben und Lernen
Zitat des Tages: "22-Jährige, in Tränen aufgelöst"

Druck in der Schule, Druck in der Uni: Berufsberaterin Karin Wilcke findet, dass Turbo-Abi und die Verkürzung des Studiums dem Selbstbewusstsein junger Erwachsener schaden. Die Lockerheit sei völlig verschwunden, es herrsche "Schulklassendenken".

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Neinsowas 29.09.2012, 14:03
50. gäbe es ...

...ein "Vergessenes Wort des Jahres", so wie "das Unwort des Jahres", so würde ich das Wort "Reife" vorschlagen!
Denn sei es Obst aus dem Supermarkt oder die Zeit, die ein heranwachsender junger Mensch braucht, um sich eigenständig und verantwortlich seinen Platz in der Gesellschaft zu finden , es bleibt keine Zeit! Alles ist einem höheren Diktat, dem der Funktionalität und Rationalität unterworfen.
Leider berechnet niemand, wieviel mehr Nachhaltigkeit unser Gesellschaftsleben bereichern würde, würde man all den Jungen ihre Zeit gönnen und lassen!

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pokebrecht123 29.09.2012, 14:06
51.

es hat sich doch in den Köpfen der Deutschen eines festgesetzt: Wer nicht leidet, der leistet auch nichts. Wenn das Studium oder die Ausbildung nicht unendlich hart ist und man über alle Maßen gestriezt wird (ohne zu jammern) dann hat man auch nichts erreicht. Darum geht es doch: die Leute sollen ihre Leidensfähigkeit zeigen, beweisen, dass sie alles schlucken und sich durchbeißen, egal, was man ihnen vorsetzt. Ellenbogen ausfahren. Es geht nur darum anderen den Platz an der Sonne wegzunehmen, nicht darum sich zu bilden. Es muss immer gewinner und Verlierer geben. Das zeigt sich auch darin, dass jeder Bildungsabschluss unterhalb des Abiturs erstmal pauschal nichts wert ist. danach MUSS studiert werden, weil auch ne Ausbildung etwas für die verlierer und übriggebliebenen ist. Welcher geistig gesunde mensch aus dem bürgerlichen Millieu rät seinen Kindern ne Ausbildung zu machen? Keiner. Es gibt so zum Beispiel jede menge intelligente junge menschen, die sich aber für keines der Studienangebote tatsächlich begeistern können, die aber anderweitig hervorragende Fähigkeiten einbringen könnten. Die studieren einfach, weil sie es müssen. das sind dann die leute, die "irgendwas mit Medien oder mit Sprachen" machen wollen oder im zweifel erstmal BWL studieren. Ich möchte diese Studiengänge nicht per se schlecht machen, aber wenn die Hälfte der Leute in den Kursen nur da drinn sitzt, damit sie eben studieren, aber überhaupt nicht wissen, was sie mal mit einem Abschluss anfangen sollen, kann doch etwas nicht stimmen. Aber erstmal den Bachelor/Master/das Diplom haben, dann sehen wir weiter. Es würde kann sicher nicht schaden, wenn der ein oder andere seine Fähigkeiten in nem Ausbildungsberuf einbringt, wenn es sich mit seinen Interessen deckt. Aber man ist dann eben als Looser oder "Low-Performer" stigmatisiert. Wenn man damit noch glücklich ist, wirds ganz brenzlig, siehe meine eingangs getätigte Aussage. Generell kotzt es mich (als Student) an, dass nur noch Uniabschlüsse etwas wert sein sollen. Jetzt stelle ich mir aber mal vor der IQ in Deutschland wäre im Schnitt 50 Punkte höher und alle Leute bis in die Haarspitzen gebildet. Werden wir dann alle Doktoren? nein, denn irgendwie muss trotzdem der putz an die Wand kommen, das Wasser aus der leitung oder der Strom aus der Steckdose. Jemand muss Alte und Kranke pflegen, Kinder erziehen, das Feld bestellen oder Dächer decken usw. Das wird aber alles als selbstverständlich erachtet. Es kann nicht sein, dass die Leute, die das machen dafür als verlierer abgestempelt werden, weil sie keine uni von innen gesehen haben. Selbst wenn wir alle nen Diplom hätten müsste das noch jemand machen. Aber unsere gesellschaft ist so struktiuriert, dass sich wenige freiwillig dafür entscheiden und denen, die es tun iwrd unterstellt sie täten es weil es für mehr nicht reicht oder sie nichts leisten wollen. Alle wollen sie nach oben, ein paar schaffens, der rest fällt ab und verteilt sich nach unten. Die leute verteilen sich gar nicht nach ihren fähigkeiten und interessen, sondern nach der aussicht auf kohle und sozialprestige. und das produziert diese ganzen fachidioten die irgendwo landen, wo sie eigentlich gar nicht hingehören. Der Wert von tätigkeiten, die nicht universitärer Bildung benötigen wird immer mehr herabgestuft, sowohl was die entlohnung als auch die anerkennung dafür betrifft, was ich für sehr gefährlich halte. Es kann doch nicht sein, dass zum beispiel eine Krankenschwester, die 3 jahre ausbildung machen musste als Looser abgestempelt wird (was aber aber viele leute tun). Dieses Elitedenken wird Deutschland noch richtig vor die Wand fahren, denn wie bereits erwähnt können nicht alle Leute elitäre Berufe ausüben. Aber das merken die Idioten wohl erst, wenn hier über den Ruinen der Metropolen der atomare Winter hereinbricht und sie mit ihren Diplomen in ihren feuchten erdlöchern hausen und nichts zu essen haben. dann ist die stunde der handwerker angeborchen. Dann besinnt man sich wieder auf die Wertigkeit "normaler" Arbeit. Was ich damit sagen will: auch die menschen die nicht universitär gebidlet sind, verdienen respekt. dass eine arbeit weniger bildung verlangt, macht sie nicht unbedingt weniger wertvoll und es sollte keine schande sein, wenn man eben mal nicht studiert. es ist unnötig auf die leute draufzuhauen, die weite teile der gesellschaft am laufen halten.

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Plasmabruzzler 29.09.2012, 14:14
52.

Zitat von Neinsowas
Leider berechnet niemand, wieviel mehr Nachhaltigkeit unser Gesellschaftsleben bereichern würde, würde man all den Jungen ihre Zeit gönnen und lassen!
Tun wir doch! Der Start ins Berufsleben wird immer später:
Später Eintritt ins Berufsleben
Zitat von
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat Daten veröffentlicht, die besagen, dass junge Menschen immer länger in Ausbildung verbleiben und später ins Berufsleben einsteigen. [...] Die Faktoren, die dieser Entwicklung zugrunde liegen, werden vor allem in der Zunahme bei Studium, dualer Ausbildung zu einem späteren Zeitpunkt und rein schulischer Berufsbildung gesehen.

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jan161168 29.09.2012, 14:21
53. Der gleitende Übergang vom Bafög zur Rente wurde abgeschafft

Es stimmt sicher der gleitende Übergang vom Bafög zur Rente wurde abgeschafft. Grund zur Trauer - für manche aber das war doch der Sinn der Reformen und notwendig. Und es ist schlicht so, das ein 20 bis 30 Jähriger in der Regel belastbarer ist als ein 30 bis 40 jähriger. Daher ist es gut und wichtig, das die Leute heute früher auf dem Arbeitsmarkt sind. Und falls notwendig oder nur gewollt, ein Urlaubssemester sollte sich jeder Stundent organisieren können, das klappt im Sudium immer besser als in der Schule oder im Beruf, wozu Mensch es auch immer braucht (Welterkundung, Kinderkriegen, etc. und die Semesterferien in Deutschland sind auch nicht wirklich kurz auch wenn man gerade in Naturwissenschaften gerne mal durch Praktika davon abgehalten wird. Und übrigens, heute sollen 16 jährige schon wählen dürfen, aber die Berufswahl mit 18 statt 19 ist unzumutbar für Abiturienten?

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vogelsberg 29.09.2012, 14:53
54. Und im Job gibt es keinen Druck

Studium ist doch auch die Vorbereitung auf das künftige Berufsleben und da gibt es wohl keinen Druck? Im Job werden dann alle in Watte gepackt und der verständnissvolle Chef, versteht, dass man trotz Termindruck seine Zeit braucht Toller Ansatz, zumal das Abitur problemlos in 12 Jahren zu schaffen ist, wenn man den Lehrplan entsprechend strukturiert. Den Blödsinn mit dem Bachelor hätte man auch nicht machen müssen.
Man kann diskutieren, wie man am Ende braucht man einen ordentlichen Abschluss und den gibt es eben nur mit ein wenig Stress.

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carolane 29.09.2012, 15:33
55. Sonne und Ehrgeiz

Zitat von big t
Aha, und das ist ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens? Schnell schuften bis mandann irgendwann tot umfällt? Für mich liegt der Sinn des Lebens darin, da zu sein, zu sich zu finden, Freudne zu haben, Lebensziele zu verwirklichen, in der Sonne zu leigen, mit anderen Menschen zu kommunizieren etc. Arbeit ist einfach nur dazu da, uns da zu ermöglichen, wir jagen halt nicht mehr unser täglich Brot, sondern erarbeiten es uns. Und sich lächerlich über Lehrer und die Rauhe wElt des Erwachsenelebens zu machen ist eine Anmaßung die vor Unverständnis nur so trieft. Gehen Sie mal ein Jahr an die Schule, wenn danach in wieder in ihrer Firma sind und der Chef mit 30 Aufträgen "bis Morgen" kommt, die alle eigentlich pro Auftrag eine Woche brauchen, werden sie nur müde über diese UNTERFORDERUNG lächeln. Die ach so rauhe Erwachsenenwelt ist ein Witz, Lehrer wird nur, wer es sich traut, der Rest macht lieber was einfaches in der freien Wirtschaft.
War ja eine Frage und keine Aussage: Ist denn die Schule hauptsächlich eine Beschäftigungsmaßnahme für ehemalige Studenten die gerne an der Schule bleiben wollen, und sich die rauhe Welt draussen nicht antun wollen (ein Schelm wer Böses denkt)?

Und was der Sinn des Lebens ist? Das muss jeder selbst beantworten. Für mich ergibt es jedenfalls keinen Sinn, die Schule unendlich lang mit Studium/Promotion und akademischer Karriere rauszuschieben. Wenn ich schon raus muss, dann nicht so zaghaft im über-geschützten Raum des öffentlichen Dienstes oder ähnlichem. Sondern richtig rein und Herr über sein eigenes Leben werden und einen Beruf haben der einem auf Dauer Freude macht. Und wenn schon Studium, dann etwas das mir erlaubt eben nicht der kleine Angestellte zu sein der buckeln muss. Und wenn die Lehrer dafür sorgen würden dass das ihren Schülern auch klar wird, dann würden die Schüler etwas von der Schule und den Lehrern wollen, anstatt es nur als Totschlagzeit zum Kommunizieren und Freunde haben anzusehen und den Lehrern auf die Nerven gehen. Aber Ehrgeiz ist ja eher ein Schimpfwort heutzutage dass sich nur darauf beschränkt möglichst häufig im bezahlten Urlaub in der Sonne zu liegen.

Und wenn ich schon Angst davor hätte dass die Schüler einen überfordern, würde ich sowieso sowas nicht machen.

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acj 29.09.2012, 15:57
56.

Zitat von Otoshi
Leistung zaehlt.
Zitat von Otoshi
Leistung zaehlt.
Was leisten Sie denn so im Verlaufe eines langen Tages? Nur heraus damit! Ich würde nur zu gerne wissen, was Sie unter Leistung verstehen.

Denn sehen Sie, und ich will Ihnen persönlich nicht zunahe treten, die meisten Leute, die von "Leistung" reden, sind Schwätzer, die ihr Geld damit verdienen, andere für sich arbeiten zu lassen.

Was nun die Schulbildung betrifft: Die Schule ist dafür da, den Jungspunden soviel Wissen über die physische und soziale Realität beizubiegen, wie irgend möglich.

Für die Herzensbildung sind dann Elternhaus und Peergroups zuständig, für die Verwertbarkeit als Humankapital gibt's dann ja genug Leute, die ihr Geld dafür bekommen, von "Leistung" zu schwafeln und sich trotzdem keine Umlaute auf der Tastatur leisten können.

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acj 29.09.2012, 16:02
57. Was mich brennend interessiert:

Zitat von Otoshi
Leistung zaehlt.
Was leisten Sie denn so im Verlaufe eines langen Tages? Nur heraus damit! Ich würde nur zu gerne wissen, was Sie unter Leistung verstehen.

Denn sehen Sie, und ich will Ihnen persönlich nicht zunahe treten, die meisten Leute, die von "Leistung" reden, sind Schwätzer, die ihr Geld damit verdienen, andere für sich arbeiten zu lassen.

Was nun die Schulbildung betrifft: Die Schule ist dafür da, den Jungspunden soviel Wissen über die physische und soziale Realität beizubiegen, wie irgend möglich.

Für die Herzensbildung sind dann Elternhaus und Peergroups zuständig, für die Verwertbarkeit als Humankapital gibt's dann ja genug Leute, die ihr Geld dafür bekommen, von "Leistung" zu schwafeln und sich trotzdem keine Umlaute auf der Tastatur leisten können.

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jamblichos 29.09.2012, 16:36
58.

Zitat von hopfen&malz
Ach wie schrecklich, deutsche Schüler müssen das Abitur jetzt in der gleichen Zeit schaffen wie sonst überall auf der Welt. Weinen Spanier, Italiener oder Polen von mir aus wenn sie über 20 sind, nicht mehr? Ist Weinen an sich ein Zeichen für gescheiterte Reformen oder zu viel Leistungsdruck? Ist so ein Artikel ernst gemeint?
Genauso ist es. Wenn Sie als Deutscher ein Studium in z.B. Frankreich anfangen, sind Sie oft im ersten oder zweiten Unijahr so alt wie die anderen im letzten (fünften) Jahr, das setzt einen dann schon unter Druck, ohne dass man vorher was dafür konnte und man hat keine Zeit mehr zu verlieren.

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brux 29.09.2012, 17:12
59. -------------

Wenigstens die Bundeswehr-Zeit ist doch eingespart. Jammern auf hohem Niveau....

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