Forum: Leben und Lernen
Zitat des Tages: "22-Jährige, in Tränen aufgelöst"

Druck in der Schule, Druck in der Uni: Berufsberaterin Karin Wilcke findet, dass Turbo-Abi und die Verkürzung des Studiums dem Selbstbewusstsein junger Erwachsener schaden. Die Lockerheit sei völlig verschwunden, es herrsche "Schulklassendenken".

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max_copernicus 29.09.2012, 20:25
80. Lohnsklaven aller Länder, vereinigt euch

Zitat von RobinB
Im Gegenteil: mit tun die heutigen Studenten richtiggehend Leid. Manche Sachverhalte und Zusammenhänge kann man schlicht nicht am Schreibtisch lernen. Die kommen durch Aha-Erlebnisse, die man nicht erzwingen kann. Das hat viel mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun und damit, in ein Fach hinein zu wachsen. Die dazu benötigte Zeit ist individuell verschieden und sicher reichen die paar Semester bis zum BSc den meisten nicht. Das Ergebnis: viele gestresste junge Leute, unzureichend ausgebildet und mit dem (berechtigten) Gefühl, nicht richtig auf das Berufsleben vorbereitet zu sein. Kein Rezept für einem glücklichen Start ins Leben...
Eben.

Die Leute, die hier sich hier im Forum aufspielen und die Einhaltung der Regelstudienzeit für das Wichtigste überhaupt halten, sind so obrigkeitshörig, dass sie _allenfalls_ zu durchschnittlichen Lohnsklaven unserer Gesellschaft taugen. Es ist auch gut so, denn diese Leute erarbeiten und sichern meinen Wohlstand (als Erbe von Anteilen an versch. Unternehmen).

Ausnahmslos alle (finanziell) extrem erfolgreichen Menschen, die ich bisher kennengelernt habe, scheren sich einen absoluten Dreck um Regeln oder externe Erwartungen. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Freund von mir, der 24 Semester studiert hat um sich dann nach zwei Jahren Angestelltendasein selbstständig zu machen. Firma drei Jahre später verkauft, nun mit Anfang 40 Millionär (zweistellig).

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nyn 29.09.2012, 20:38
81. Na na na

Zitat von n+1
G8 gab es früher schon. In der DDR durchgehend. Klappte prima.
Was und wie es in der DDR geklappt hat, wissen wir doch alle.

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mrotz 29.09.2012, 20:51
82.

Zitat von n+1
Das Notengedödel für das bisschen Schulwissen erscheint übertrieben. Was ist denn schon dabei, wenn man einen Dreier hat. Die Einstellungschancen in der Wirtschaft haben mit dem Notenschnitt nur wenig zu tun. Dort beeindruckt schnelles Studieren. Seit vielen Jahren schon: Geschwindigkeit schlägt Note.
Ist auch klar: Die Anforderungen in der Wirtschaft sind ja auch nur trivialer Natur.

WIrklich interessantes und großes findet man nur in der Forschung.

mfg

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Dr. Fuzzi 29.09.2012, 21:04
83. Och Joh!

Zitat von sirisee
... Ich habe auch 22jährige weinen sehen, weil sie statt einer 1,1 eine 1,8 bekommen haben. Die weinen nicht, weil es Noten gibt, sondern weil die anderen besser benotet sind... Schaffen wir daher doch die Noten ab ... Dann weinen sie wahrscheinlich, weil der Prof. sie nicht anlächelt ... Dann schaffen wir halt die Uni ab, kommt dann ohnehin nicht mehr drauf an... Stattdessen eine Forschungsstelle über Ehrgeizweinen im 19./20. JH...
Ich könnte fast weinen, wenn ich 22jährige sehe, die erst dann ihr Abitur geschafft haben. Wie oft müssen die eigentlich vorher sitzen geblieben sein (4x?) oder wurden die erst im Alter von 10 eingeschult?

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RobinB 29.09.2012, 21:12
84.

Zitat von Fantail
Blah-blah... wenn Sie einmal ueber C stolpern solten, dann geben Sie bitte Bescheid.
Ich wurde ab Ihrer Stelle vielleicht einfach mal “funktionale Programmierung “ googeln, bevor Sie sich hier aufplustern. C ist, wie BASIC keine funktionale Sprache. Wie OO auch, ist Funktionale Programmierung ein sehr fortgeschrittenes Konzept. Und FP ist für die meisten schwieriger.

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stuggiboogie benztown 29.09.2012, 21:26
85. optional

Ein sehr guter Artikel!
Endlich wird die Thematik mal angesprochen. Die Umstellung auf das Bachelor-Master-System hat die Studienzeit verkürzt und die Inhalte einfach belassen. Man ist unter einem imensen Leistungsdruck. Mein Studiengang: 800 Bewerber, 70 freie Plätze (vor 3 Jahren), bis heute ist es noch einmal schlimmer geworden.

Für einen Masterplatz muss man einen Schnitt von 1,1 vorweisen können. Es gibt bei 70 Studienplätzen im Bachelor ca. 6-10 Masterplätze.

Der Workload ist beim Bachelor viel höher als bei einem Diplomstudiengang, außerdem gibt es sehr oft eine Anwesenheitspflicht und jedes Semester in fast jedem Fach eine Prüfungsleistung. Das war beim Diplom nicht so. Außerdem ist nach zwei Fehlversuchen einer Prüfung Schluss. Man darf nie mehr in diesem Studiengang studieren (mal von der Härtefallregelung abgesehen). Es gibt sicher auch etwas lockerere Studiengänge, aber allgemein setzt einen das System sehr unter Druck.

Ich sag's mal so: Vielleicht kann man das ganze etwas lockerer sehen, wenn man reiche Eltern hat. Aber die meisten meiner Kommilitonen gehen nebenher 1-2 Tage die Woche arbeiten...kann mir niemand erzählen dass das früher normal war. Sonst gäbe es nicht die ganzen Vorurteile von den "faulen Studenten"...und wer jemanden, der seine 25 Semesterwochenstunden (exkl. Lernaufwand) und die Nebentätigkeit ableistet als faul bezeichnet hat ja wirklich nen Schuss weg.

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dale_gribble 29.09.2012, 22:10
86.

Zitat von carolane
Alles andere ist schlicht und einfach rumtrödeln und Zeitverschwendung.
Dass das das Salz des Lebens ist kapiert ihr Turbo-Leistungstraeger halt nicht.
Ich bin wirklich, total und absolut froh dass ich meine Schullaufbahn noch in den 80er und 90er Jahren durchlaufen durfte. Da hatte man wenigstens noch ein bisschen Zeit zum Leben.

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dale_gribble 29.09.2012, 22:21
87.

Zitat von karhu1
aber welche Firma braucht denn Philosophen?
Welcher Philosoph braucht eine Firma?

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iradex 29.09.2012, 22:52
88.

Ich habe 2010 Abitur gemacht, und kann bei den meisten Sachen hier nur den Kopf schütteln. 90% aller Schüler wenden außerhalb des Schulgebäudes im Schnitt nicht mehr als eine Stunde pro Tag für die Schule auf, zumindest war es bei mir in der Stufe so, und ich schließe mich da auch nicht aus. Hausaufgaben werden von der ca. der Hälfte der Schüler entweder in den Pausen vor der Stunde oder eben gar nicht gemacht. Die Wahrheit ist: Während Eltern in den ersten Jahren viel zu streng und verkrampft sind, interessieren sie sich ab der 9. Klasse kaum noch für die Leistungen der Schützlinge. Im Studium geht der Larifari-Kurs, den man noch aus der Schule kennt, natürlich nicht weiter, und als Konsequenz sind viele Studenten verzweifelt angesichts der deftigen Umstellung.

Zum Glück kann man heute überall lesen wie groß der Druck doch ist. So kann man die Schuld immer im System finden.

Meine Meinung: Druck in den Schuljahren 1 - 9 abbauen, danach ruhig erhöhen, bzw. erhöht lassen.

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Otoshi 29.09.2012, 22:57
89.

Zitat von acj
Was leisten Sie denn so im Verlaufe eines langen Tages? Nur heraus damit! Ich würde nur zu gerne wissen, was Sie unter Leistung verstehen. Denn sehen Sie, und ich will Ihnen persönlich nicht zunahe treten, die meisten Leute, die von "Leistung" reden, sind Schwätzer, die ihr Geld damit verdienen, andere für sich arbeiten zu lassen. Was nun die Schulbildung betrifft: Die Schule ist dafür da, den Jungspunden soviel Wissen über die physische und soziale Realität beizubiegen, wie irgend möglich. Für die Herzensbildung sind dann Elternhaus und Peergroups zuständig, für die Verwertbarkeit als Humankapital gibt's dann ja genug Leute, die ihr Geld dafür bekommen, von "Leistung" zu schwafeln und sich trotzdem keine Umlaute auf der Tastatur leisten können.
Nun lieber ACJ, nicht jeder lebt in einem Land mit Umlauttastaturen. Und ja ich habe schon Leute fuer mich arbeiten lassen, z.B. als ich meine erste Firma gegruendet haben um Leute einzustellen, die mir bei der Verwirklichung meiner Ideen geholfen haben. Nun meine Frage : Haben Sie schonmal etwas gleistet, oder gehoeren Sie zu dervGrupe der staatlich alimentierten, die sich nicht in einem freien Markt behaupten muessen?

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