Forum: Leben und Lernen
Zorniger Zwischenruf: Lasst mich rein, ich kann Arzt

Ihr Abi ist nicht exzellent, aber sie will Medizin studieren: Lea, 22, machte in drei Jahren eine medizinische Ausbildung, verklagte über ein Dutzend Unis, absolvierte Praktika, arbeitet als Sanitäterin - vergebens. Zwischenruf einer jungen Frau, die in einem Ärztemangelland einfach nur Ärztin werden will.

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pdp-11/34 10.06.2011, 11:31
1. Notenschnitt ist Quatsch

Muss ein Mediziner eigentlich gut in Mathe sein ?
Ich als Ingenör schon aber nicht umbedingt in Latein :-)

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crocodil 10.06.2011, 11:33
2. Arzt

..warum sollte man ihr mal nicht eine Chance geben - vielleicht wird sie dann eine der besten Ärzte!

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hödr 10.06.2011, 11:33
3. Abiturnoten

Also wenn ich mir so manche Abiturienten anschaue und deren Fähigkeiten, dann sagt eine Note eigentlich nur aus, wie viel man innerhalb einer kurzen Zeit auswendig lernen kann um es dann direkt nach der Klausur wieder zu vergessen.
Natürlich muss man irgendeinen Weg finden, Bewerber irgendwie vergleichen zu können, aber dass die fachliche Eignung scheinbar so völlig ausser Acht gelassen wird, zeigt sich eindeutig auch an der sozialen Kompetenz so mancher Ärzte.

Und ich verrate nun besser nicht die Durchschnittsnote meiner Fachhochschulreife... :(

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Joe Ghurt 10.06.2011, 11:34
4. Studienerfolg

Es ist sicherlich eine schwierige Frage, wie man eine beschränkte Studienplatzzahl verteilt. Derzeit ist es allerdings so, dass von allen bekannten Faktoren die Abitursnote der beste Prädiktor des Studienerfolgs ist (z.B. deshalb wurde auch der Medizinertest abgeschafft). Daher ist die Argumentation durchaus nachvollziehbar: Man will nicht einfach nur möglichst motivierte Ärzte, sondern eher möglichst gute, die dann auch schneller fertig sind...

Im übrigen: Wer unbedingt will, kann in Ungarn anfangen und nach dem Physikum wechseln. Das klappt so gut wie immer.

Joe

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si_tacuisses 10.06.2011, 11:37
5. Tja, es ist nicht einfach,

Zitat von sysop
Ihr Abi ist nicht exzellent, aber sie will Medizin studieren: Lea, 22, machte in drei Jahren eine medizinische Ausbildung, verklagte über ein Dutzend Unis, absolvierte Praktika, arbeitet als Sanitäterin - vergebens. Zwischenruf einer jungen Frau, die in einem Ärztemangelland einfach nur Ärztin werden will.
das elitäre Weisskittelkraussell zu betreten.
Schade eigentlich für jemanden wie Lea, die offenbar
aus nicht monetären Gründen den Arztberuf ergreifen möchte.
Das ist an sich schon mal verdächtig.

Schon mal im Ausland versucht ? Schweiz, Niederlande, Luxemburg oder
UK ?

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watermark71 10.06.2011, 11:38
6. Wünsch dir was ist nicht!

"Ich glaube ich wäre eine gute Ärztin..." etc pp.

So viel Naivität tut weh!

Ich möchte Pilot werden! Ich glaube ich wäre ein guter Pilot. Unglücklicherweise bin ich blind wie ein Fisch und habe 154kg Übergewicht. Deswegen stellt mich keiner ein. Da ist jetzt mal ein zorniger Zwischenruf fällig und ich werde fortan jeden alle verklagen, die mir wieder eine Absage schicken....

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hermayke 10.06.2011, 11:40
7. Ich kann Arzt

Völlig berechtigt, diese Beschwerde der jungen Frau ! Es ist ein Unding erster Güte, dass ausschließlich die Abiturnote und damit die Kriterien Fleiß und (vielleicht) Intelligenz die Eignung zum Arzt belegen sollen ! Die Tatsache, dass inzwischen (im Gegensatz zu früher !) 20 - 25% der Studienanfänger ihr Medizinstudium abbrechen und vom Rest weitere rund 25% gar nicht erst in den Beruf eintreten, belegt allein schon die Untauglichkeit dieses Kriteriums ! Angesichts des abzusehenden Ärztemangels insbesondere auf dem Land sind andere Maßstäbe, besonders eine nachgewiesene Motivation, unabdingbar. Die Super-Abiturnoten bevorzugen Karriere-Typen - und die gehen nicht aufs Land !
(Absender: Arzt i.R., lange Chefarzt, seinerzeit auch über - milderen - NC ins Studium gekommem, keine persönliche Betroffenheit, z.B. durch nicht zugelassene Kinder - mehr)

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Hamstermett 10.06.2011, 11:41
8. Sie wird ja auch Arzt

Zitat von crocodil
..warum sollte man ihr mal nicht eine Chance geben - vielleicht wird sie dann eine der besten Ärzte!
Sie bekommt ja eine Chance, sie muss nur warten.

Und in der Zwischenzweit kann sie schon eine Ausbildung machen (hat sie ja auch) und ein verwandtes Studium anfangen (will sie ja auch).

Dadurch lernt sie schon eine Menge für ihren Beruf und ist später den Studenten gleichen Semesters weit voraus.


Klar, insgesamt hängt sie ein paar Jahre hinterher, aber ob sie dann 40 Jahre als Arzt arbeitet oder 37 ist dann volkswirtschaftlich gesehen auch relativ egal.

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la_dispute 10.06.2011, 11:42
9. Erst der Anfang

Ich kann mich da gut in die junge Frau einfühlen, diese Situation gibt es ja nicht nur bei Medizin sondern bspw. auch Psychologie.

Schüler, die, wie bereits treffend formuliert, in der kürzesten Zeit am meisten auswendig gelernt haben, entschließen sich, da sie mit einem so guten Schnitt ja "alles" studieren können, für einen "renommierten" Studiengang, obwohl das vielleicht nichteinmal ihren persönlichen Neigungen entspricht.

Auch die Eltern pushen dann oft in so eine Richtung. Abiturienten, deren Note nicht unbedingt das Potential widerspiegelt, das in ihnen steckt, bleiben dann außen vor.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen werden die wenigen freien Plätze dann auch noch von Studenten besetzt, die ein Abitur machen konnten ohne bspw. in Mathe eine Prüfung abzulegen, oder allgemein nicht alle Fächer belegen mussten.
In Sachsen dürfen die Schüler keine Fächer mehr abwählen und müssen 5 Prüfungen ableisten um ihr Abitur zu bekommen. Jetzt werden sie langsam von den attraktiven Hochschulen (keine Studiengebühren usw.) langsam verdrängt..

Armes "Bildungsland" Deutschland...

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