Forum: Leben und Lernen
Zorniger Zwischenruf: Lasst mich rein, ich kann Arzt

Ihr Abi ist nicht exzellent, aber sie will Medizin studieren: Lea, 22, machte in drei Jahren eine medizinische Ausbildung, verklagte über ein Dutzend Unis, absolvierte Praktika, arbeitet als Sanitäterin - vergebens. Zwischenruf einer jungen Frau, die in einem Ärztemangelland einfach nur Ärztin werden will.

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benuron 10.06.2011, 12:51
130. Lesen /= Verstehen

Zitat von M.Gietz
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kind träumt schon immer davon, Arzt zu werden. Und übersieht leider die - klitzekleine - Tatsache, dass man dafür leider einen sehr guten Abiturschnitt braucht... Und unter diesem Schnitt liegt sie dann am Ende ne gute Note drunter. Dümmer geht es nimmer... Da zweifele ich an der Ernsthaftigkeit des Berufswunsches. Und jetzt soll das System daran schuld sein, dass das kleine Mädchen nicht Arzt werden kann?
Trolle er sich. Das derzeitige System ist zwar ein Witz, aber das ist nicht, was die Kleine anprangert. Vielmehr, dass es angeblich eine Möglichkeit gibt, auch mit schlechteren Leistungen in Bildungsbulimie einen Studienplatz zu bekommen (durch Qualifikation und Ehrenamt), diese Möglichkeit aber nirgends Anwendung findet. Es wird ein Ärztemangel beklagt, aber nichts für die Ausbildung von Ärzten getan. Ich würde der Autorin ja die Bundeswehr empfehlen, wenn da nicht die Gefahr wäre in irgendeinem Krisengebiet in die Luft gesprengt zu werden.

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plana 10.06.2011, 12:51
131. lol

Zitat von Dualist
Man muss schon ziemlich intelligent sein, sich das ganze Fachwissen aneignen zu können. Ich würde sogar soweit gehen, dass Ärzte deutlich intelligenter sein müssen als Ingenieure und es auch sind. Eine sehr gute Abi Note beweist durchaus, dass man viel Stoff auswendig lernen kann. Wenn ein (Zahn-)Medizinstudent nicht mit medizinischem Werkzeug umgehen kann, wird er es während seines Studiums nicht leicht haben bzw. sich einen Job suchen wo er keine geschickten Hände braucht. Z.B. als Internist oder Onkologe im Gegensatz zu Chirurg oder Zahnmediziner.
*lol* der war gut!

Was hat es mit Intelligenz zu tun ein Telefonbuch auswendig lernen zu können? Das ist so in etwa die Tätigkeit eines Medizinstudenten. Wissen sie überhaupt irgend etwas über ein naturwissenschaftliches oder Ingenieurs-Studium?

Und der Zahnarzt ist, genau wie ein Chirurg, ein klassischer Handwerker.

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Bärchen09 10.06.2011, 12:52
132. ach

Zitat von Joe Ghurt
Es ist sicherlich eine schwierige Frage, wie man eine beschränkte Studienplatzzahl verteilt. Derzeit ist es allerdings so, dass von allen bekannten Faktoren die Abitursnote der beste Prädiktor des Studienerfolgs ist (z.B. deshalb wurde auch der Medizinertest abgeschafft). Daher ist die Argumentation durchaus nachvollziehbar: Man will nicht einfach nur möglichst motivierte Ärzte, sondern eher möglichst gute, die dann auch schneller fertig sind... Im übrigen: Wer unbedingt will, kann in Ungarn anfangen und nach dem Physikum wechseln. Das klappt so gut wie immer. Joe
sind das dann die guten Ärzte? Natürlich ist ein einigermaßen gutes Abi schon wichtig. Aber dieses 1,.....ist Unsinn. Zum Arzt gehört einfach mehr. Lasst Lea ran!!!

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Neuer Teilnehmer 10.06.2011, 12:52
133. .

Warum schwärmen hier so viele vom Abitur? Es sollte doch jedem, der Abitur gemacht hat, klar sein, dass das Abitur subjektiver Dreck ist. Das einzige was objektiv bewertet wird, sind die letzten 3 Klausuren die man schreibt.
In meinem Jahrgang gab es genau 2 Arten von Schülern, die gut genug für ein Medizinstudium waren: sozial absolut inkompetente, die den ganzen Tag mit lernen verbracht haben und sozial überkompetente, die den ganzen Tag mit arschkriechen verbracht haben. Abiturnoten mit Intelligenz gleichzusetzen ist das schlimmste was man machen kann.

Man könnte Fächer wie Geschichte, Philosophie, Religion, Kunst, Musik, Erdkunde und Deutsch einfach aus dem Abitur entfernen, bzw wirklich als Wahlfächer zur Auswahl stellen und nicht einfach jedem aufbrummen, dann hat man auch mehr Zeit, für die wichtigen Fächer zu lernen.

Und war es nicht so, dass der NC dadurch entsteht, dass sich zuviele Leute bewerben? Wenn alle Bewerber einen Schnitt von 2,0 oder schlechter hätten, wäre der NC doch auch in diesem Bereich oder nicht? Wo sagt dann der NC etwas über die Anforderungen des Studiums aus?

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PG259 10.06.2011, 12:53
134. Nope

Zitat von gruebelnd
Also Verzeihung, ich erwarte nicht, dass jeder mit 1,5 Abi macht, aber 2,4 in Bezug auf ein Medizinstudium als "eigentlich gar nicht so schlecht" zu bezeichnen, ist lächerlich. Wer Medizin studieren will, muss Telefonbuecher auswendig lernen können, wer nicht mal im Abitur ordentlich büffeln kann, wird spaetestens bei den Testaten und Klausuren auf die Nase fallen. Mit Einfuehlvermoegen und dem Glauben, dass man eine gute Ärztin waere, besteht man weder Prüfungen, noch Kreuzchentests noch das Studium. Und ein Arzt, der einfühlend ist, aber nicht ausreichend gute Kenntnisse besitzt, kann mehr Schaden anrichten als Nutzen.
Och-das kann ich so nicht unterschreiben..Auswendig lernen hat 0.0 mit Intelligenz zu tun.
Ich hab Dank pubertärem "Keine Lust auf nix" mein Abi mit 2.8 gemacht.
Den Medizinertest dann mit nem Prozentrang von 93%(d.h.7% waren bundesweit besser) und Dank Testbestenquote sofort nen Studienplatz.
Da das Studium wesentlich spannender war als die Oberstufe dann (mit Büffeln) entspannt durch und Staatsexamen mit 1.

Und wenn ich viele meiner Kollegen anschaue muß ich leider unterschreiben, dass ein 1.0 Abi zwar zum Medizinstudium reicht, aber leider nicht zum Arzt sein.
Karriere als Laborrate geht damit, aber Umgang mit Patienten ist ein ganz anderes Paar Schuhe.
Als Insider kann ich sagen: Auswahl per NC ist grober Unfug-als Arzt braucht man ganz andere Qualitäten.

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movfaltin 10.06.2011, 12:53
135. Golfplatz

Zitat von M.Gietz
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kind träumt schon immer davon, Arzt zu werden. Und übersieht leider die - klitzekleine - Tatsache, dass man dafür leider einen sehr guten Abiturschnitt braucht... Und unter diesem Schnitt liegt sie dann am Ende ne gute Note drunter. Dümmer geht es nimmer...
Doch, indem man etwa wie ich annimmt, dass Ärzte idealerweise eine hohe fachliche Qualifikation sowie eine gewisse Hilfsbereitschaft und einen nicht geringen Idealismus aufbieten sollten. Über all dies sagt der Abischnitt nichts aus. Ich suche meine Ärzte immer noch nach Vertrauenswürdigkeit aus, nicht nach Karrierismusaspekten. Viele Gute (v.a. Zahnmediziner) gibt es imho leider nicht mehr. Golfplatz statt Termin. Eine solche Ärzteschaft verdient keine Approbation. Da sollte auch der Hartmannbund mal für ein bisschen Ethos sorgen.

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gand 10.06.2011, 12:53
136. Aufpassen

Ich bin Medizinstudent u musste 10 Semester auf meinen Studienplatz warten. Hab bis aufs Verklagen der Unis auch alles versucht, die Note spielt aber nach wie vor die größte Rolle. Ein freund in ähnlicher Lage hat es über ein Motivationsschreiben in den Studiengang geschafft. Das ist aber nicht einfach.

Hab die Zeit mit einer Ausbildung und anschließender Arbeit verbracht u muss sagen, dass eine Ausbildung echt Vorteile vor allem im praktischen Umgang mit Patienten und der Medizintechnik bringt

Ich weiß ja nicht, wie sehr sich Lea in der Schule angestrengt hat, um einen 2,4- Schnitt zu erreichen, aber wenn sie "immer schon" Ärztin werden wollte, hätte man ja auf ein noch besseres Abi hinarbeiten können. Mit ordentlich Fleiß wäre sicher ein besseres Abi drin. Hätte man ausprobieren müssen. Mir wurde der Berufswunsch erst während des Zivildienstes klar, musste daher unter meiner Faulheit in der Schulzeit leiden.

Ein anderes Studium würde ich nicht beginnen, da die Zeit, in der man für ein Studium eingeschrieben ist, nicht als Wartezeit gerechnet wird. Die Unis wissen mittlerweile von Leuten, die dann quereinsteigen wollen und prüfen oft, ob der Student auch an sich den NC geschafft hätte. Wenn man also Pech hat, steht man hinterher ohne Studienplatz und ohne Wartezeit da, vor allem weil die doppelten Jahrgänge schon lauern. Da würde ich noch eher im Ausbildungsberuf weiterarbeiten, um dann Geld zurücklegen zu können. Dann liegt man den Eltern nicht auf der Tasche.

Ich wünsche Lea, dass es bald klappt. Das Studium macht Spaß. Das Warten lohnt sich.

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Neinsowas 10.06.2011, 12:53
137. die Auswahl...

Zitat von GeoffBTate
Der numerus clausus hatte bei seiner Einführung den Sinn, den Zugang zu überlaufenen Studiengängen zu begrenzen. Inzwischen hat er sich verselbständigt. Natürlich kann auch ein Abiturient mit einem NC von 4 ein hervorragender Arzt oder was auch immer werden. Die Universitäten können inzwischen ja auch selbst entscheiden, wen sie aufnehmen wollen. Nur sind sie dazu nicht immer bereit, manchmal auch zu bequem. Vor allem aber wollen sie sich nicht in Rechtsstreitigkeiten (Aufnahmeerzwingung per Gerichtsbeschluss) einlassen. Man kann es sehen, wie man will, aber hinsichtlich der Annahme eines Bewerbers muss die Uni absolut freie Hand haben und ein Klageweg ausgeschlossen werden. Das könnte wohl die einzige Hilfe für bislang abgewiesene Bewerber sein. Eigentlich sollte man annehmen, dass den Verantwortlichen inzwischen klar geworden ist, auf welche geistigen Ressourcen man in diesem Staat immer noch verzichtet.
....unter den 1-er Abiturienten ist noch sehr gross, es interessiert nicht der einzelne junge Mensch, seine Ambitionen oder Ideen. Der immer noch streng hierarchisch aufgebaute Ärztezirkel dirigiert von oben. Erstsemester müssen sich sogar unmögliche Bemerkungen gefallen lassen.

So fangen viele erst mal das Studium an, ohne wirklich ein Ziel zu haben. Und dann rutschen immer mehr Ärzte ohne Charisma nach, denen man heute schon öfter, vor allem in Kliniken, begegnet.
Aber ich will keinem Unrecht tun: Charisma alleine tut es eben auch nicht.

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raju1956 10.06.2011, 12:54
138. ohne Titel...

Zitat von der_helge
Ist ja lächerlich. Will nich tsagen, das die Vergabe von Studienplätzen ganz frei von Korruption ist, aber das hier beschriebene Problem ist struktureller Natur. Es gehört an den Stellschrauben für die Zulassung gedreht, wie die Autorin richtig beanstandet. Sie armer benachteiligter glauben wohl eher an solialistische Gleichverteilung als an das Leistungsprinzip. Kein Wunder also, dass Sie aus Ihrer Armut auch noch keinen Wohlstand gemacht haben. Wachen Sie auf und fangen Sie an was zu leisten!
Lustiger Beitrag, aber voll daneben! Wenn's ihnen so gut geht wie mir, können sie sich freuen. Aber die gute Frau, wird ihren eigenen Erwartungen wohl nicht gerecht werden können, wenn sie nicht noch mehr leistet. Verklagen bringt da nicht wirklich viel, ausser vielleicht einen schlechten Ruf. Ist leider so!

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kobito 10.06.2011, 12:54
139. Jura statt Medizin

Zitat von hansmaulwurf67
[..] Ich hoffe, dass diese junge Frau niemals zu einem Medizinstudium zugelassen wird. Von solchen Personen sollte ganz sicher niemand behandelt werden. Wie waere es denn alternativ mit einem Jura-Studium?
Finde ich lustig. Ich musste gerade daran denken, dass eine Bekannte aus der Schule schon immer Richterin werden wollte. Abi 3,7 (im zweiten Anlauf). Sie ist in irgendeinem Nachrückverfahren tatsächlich für Jura genommen worden. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll...Ansonsten stimme ich Ihnen zu und würde noch zwei Dinge für die allgemeine Diskussion hier anmerken:

1. Wir haben in Dtl. kein "counter-factual", d. h. wir wissen nicht, was geschehen würde, wenn wir den N.C. abschaffen. Vielleicht wären die Abbrecherquoten und die resultierenden Ärzte ja noch schlechter...

2. Die Abiturnote ist nicht das Maß der Dinge. Dummerweise zeigt der Artikel und in noch größerem Maße die Reaktion der Foristen, dass die junge Frau eben nicht alle Möglichkeiten und Chancen ausgeschöpft hat und damit vielleicht über die Abiturnote hinaus weniger geeignet ist, als sie es selbst von sich denkt. Warum muss ihr hier erklärt werden, dass sie in Ungarn studieren könnte? Oder dass Studiensemester nicht auf die Wartezeit angerechnet werden? Warum argumentiert sie selbst damit, dass sie bei 12 Semestern Wartezeit erst mit 30 fertig wäre? Das zeugt alles nicht von besonderer Reife.

Kurz: "Wollen" und (an-)klagen, weil man nicht bekommt was man will ist kein gutes Kriterium, um jemandem "eine Chance" zu geben. Nicht als Arzt und auch nirgends sonst.

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