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Zorniger Zwischenruf: Stoppt die Medaillen-Inflation in der Wissenschaft
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Auszeichnungen gehören zur Wissenschaft, doch die Preise werden ungerecht verteilt - das System gehört deshalb abgeschafft, fordert der Jurist Benjamin Lahusen im Hochschulmagazin "duz": Ein Plädoyer gegen die Inflation der Ehrungen.

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johannes greve 13.10.2013, 12:42
30. Yabanci

Weil Mathe und Physik sich ergänzen.

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lorn order 13.10.2013, 12:43
31. Ist das eine satirische Glosse?

Zitat von sysop
Auszeichnungen gehören zur Wissenschaft, doch die Preise werden ungerecht verteilt - das System gehört deshalb abgeschafft, fordert der Jurist Benjamin Lahusen im Hochschulmagazin "duz": Ein Plädoyer gegen die Inflation der Ehrungen.
Der Artikel widerspricht meinem liebgewonnenem Weltbild. Seit wann haben Juristen Humor?

Falls diese Zeilen aber tatsächlich ernst gemeint sein sollten, muss man wohl von einem geistigen Tiefflug reden.

Alfred Nobel hat in seinem Testament die Nobelpreise gestiftet. Sie werden nach seinen Vorgaben vergeben. Von einem Rechtsweg ist keine Rede. Juristen gehen leer aus, Mathematiker übrigens auch.
Na und. So hat der olle Nobel es eben verfügt.

Und Erbschaftsrecht und Stiftungsrecht sind Erfindungen von Juristen.

Also Herr Dr. Lahusen: Klappe halten und weiterforschen!

Und im übrigen gilt: Si tacuisses, philosophus mansisses.

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Kesus Gis 13.10.2013, 12:59
32. Kohl

Helmut Kohl wurde schon wieder übergangen. Hat schon wieder nicht den Friedensnobelpreis erhalten. Die CDU tobt. ;)

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dark_energy 13.10.2013, 13:03
33. konstruktiv

Zitat von sysop
Auszeichnungen gehören zur Wissenschaft, doch die Preise werden ungerecht verteilt - das System gehört deshalb abgeschafft
Es ist utopisch, vollständige Gerechtigkeit bei Preisverleihungen zu verlangen. Statt der Abschaffung des ganzen "Systems" zu fordern, wäre es konstruktiver, Änderungsvorschläge anzubieten. Zum Beispiel die Abschaffung der Regel, die Anzahl der Wissenschafts-Nobelpreis Geehrten auf drei Personen zu beschränken. Im modernen Wissenschaftsbetrieb, in dem die meisten Ergebnisse in großen Kollaborationen statt im einsamen Universitätskämmerlein erarbeitet werden, ist dies nicht mehr zeitgemäß. Und beim Friedensnobelpreis geht es ja auch.

Man könnte ja genausogut die Abschaffung von Film-, Buch-, Architektur-, und sonstigen Kunstpreisen zu fordern. Bei den Oscars geht es ja nun wirklich nicht immer gerecht zu.

Ich sehe zwei weitere Vorteile solcher Preise. Erstens wird zusätliches Geld in den Wissenschaftsbetrieb hineingesteckt, was ich befürworte. Eine Nobelpreisträgerin darf das Geld zwar auch privat ausgeben und sich einen Ferrari kaufen, aber meistens wird sie einen Großteil in die Forschung stecken, und zwar unabhängig von Universitätszwängen oder aktuellen Forschungsmoden, was meistens zu begrüßen ist.

Zweitens sorgt es für Publicity und erhöht die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft. Ein Nebeneffekt ist, dass viele Nobelpreisträgerinnen sehr aktiv in Öffentlichkeitsarbeit und Popularisierung von Wissensvhaft tätig sind.

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Nachtheinigte 13.10.2013, 13:10
35. Nobelpreis

Zitat von sysop
Auszeichnungen gehören zur Wissenschaft, doch die Preise werden ungerecht verteilt - das System gehört deshalb abgeschafft, fordert der Jurist Benjamin Lahusen im Hochschulmagazin "duz": Ein Plädoyer gegen die Inflation der Ehrungen.
Der Kritiker hat völlig Recht, die Vergabepraxis ist ungerecht und politisch gefärbt , vor allem bei Literatur und Friedensnobelpreis..
Es stimmt Nobel würde sich im Grabe umdrehen, wenn er diesen Zirkus sehen würde !

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Nicole1975 13.10.2013, 13:11
36. Seltsamer Artikel

Was will er denn nun, der Autor? Will er nur das Prestige des Nobelpreises, aber ohne den Preis? Warum nur Jura, es gibt doch einen Haufen Disziplinen, "richtige" Wissenschaften wohl nach seinen Kriterien, die genauso "ausgeschlossen" sind, etwa: Mathematik, Biologie (Physiologie ist nicht das gleiche), Psychologie, Sprach- und Kulturwissenschaften, Geschichte, Theologie, und und und. Literatur und Frieden sind hingegen keine Wissenschaft.

Dass Preise insgesamt eher schaedlich sind fuer die Wissenschaft, ein willkuehrliches Machtgefaelle schaffen, und die alten Seilschaften foerdern, da stimme ich ihm ja sogar zu. Preise schaffen allenfalls insofern Gutes, gerade die mit der hoechsten Reputation, dass sie "Botschafter" ihrer Disziplin schaffen, die im Idealfall weit ueber ihr Fach hinaus gehoert werden. Zum einen, um ihr eigenes Fachgebiet verstaendlicher zu machen, aber das kann auch viel weiter gehen: Einsteins Engagement gegen die Atombombe waere ein herausragendes Beispiel. Es waere schon wenn die Kommittees das auch so sehen wuerden, foerdern liesse sich das schon. Leider scheitert dieser Wunsch doch ziemlich an der Realitaet. Wenn man an Veranstaltungen wie der Lindauer Nobelpreistagung teilnimmt, dann merkt man, dass die Zahl "wuerdiger" Preistraeger sehr, sehr klein ist. Die meisten (zum Glueck nicht alle!) sind halt doch die ehemaligen Musterschueler, die ein wenig Glueck hatten, aber nicht einmal die Reife haben, auch nur ueber ihr eigenes Feld tiefgehender zu reflektieren als viele andere, die den Preis nie bekommen werden.

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tssd47 13.10.2013, 13:17
37. Die Medailleninflation

Das ganze fängt doch schn viel früher an. An der Uni gibts bald für jeden halbwegs fleißigen einen durch diverse Industrieunternehmen und Stiftungen finanzierten Preis, bspw. für Master-, Zwischen-, Bachelor- oder sonst noch welche Abschlüsse. Ach ja, mittlerweile zumindest in den Ingenieurwissenschaften nochmals verdoppelt, da es zu den Preisen für alle auch nchmals diejenigen für die Frauen gibt.
Dann an den Schulen bis hinunter zur Grundschule und auch in den Vereinen gibt es für jeden Pups eine Urkunde. Unsere Kinderzimmer sind schon zu klein, weil nicht alles an die Wände passt.

In einer Inflation wird das Inflationäre, hier Wissenschaftspreise, immer bis zur Wertlosigkeit entwertet.

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Friedrich Hattendorf 13.10.2013, 13:23
38. Juristen vs. Wissenschaft

Ludwig Thoma: „Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand“ (aus der Kurzgeschichte „Der Vertrag“ )

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cassandros 13.10.2013, 13:29
39. Paragraphen-Schaukelpferdreiter

Zitat von sysop
- das System gehört deshalb abgeschafft, fordert der Jurist Benjamin Lahusen im Hochschulmagazin "duz": Ein Plädoyer gegen die Inflation der Ehrungen.
So löblich es ist, daß sich auch wissenschaftsfremde Bürger wie Rechtsverdreh....äh, Rechtsgeleerte (natürlich muß es Rechtsgeleerte heißen) für die Wissenschaft interessieren,
möchte man dem "duz"-Jurist Lahusen doch empfehlen, bald einmal das erhellende Buch
DER MENSCHEN-ZOO des Verhaltensforschers Desmond Morris
zu lesen.
Es wird ihm interessante und dauerhafte Einsichten in die Struktur der urbanen menschlichen Gesellschaft vermitteln,
aus denen auch hervorgeht, warum es zu der beklagten "Inflation" (ob sie empfunden oder real sein mag) kam.

Wer die "Inflation" von Preisen und Medaillen in der Wissenschaft beklagt, möge doch diesen Zustand auch einmal mit der "Inflation" von Pokalen und Pokälchen im Sport vergleichen!
Wieviele Ligen und Ligaerste gibt es im Fußball?
Wieviele Boxvereinigungen und Boxweltmeister gibt es?

Schließlich stellt sich die - entscheidende - Frage:
Was soll's? oder auch: Wem schadet es?

Summa summarum erweisen sich die Thesen des duz-Juristen als Sturm im Wasserglas, der es im herbstlichen Blätterwald ein wenig rauschen lässt. Es ist ein laues Lüftchen. Anlaß, sich warm anzuziehen besteht nicht.

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