Forum: Leben und Lernen
Züchtige US-Studentinnen: Verdammet die Fleischeslust

Keusch sei das Weib und ewig treu: Das alte Gesetz des Patriarchats hat eine Renaissance erfahren. An US-Unis kämpfen junge Frauen gegen Sex vor der Ehe. Die Abstinenz-Aktivistinnen halten das für Feminismus - und empfehlen gegen sündige Gedanken schon mal einen tüchtigen Spaziergang.

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pykomat 20.02.2010, 12:55
40. Missionarisch?

Zitat von hga
Man fasst es nicht - doch wir leben in einer jedenfalls teilweise freien Welt und jede/jeder soll von mir aus machen was sie/er will, wenn sie/er damit nur andere nicht behelligt. Und genau da liegt das Problem: Solche Überlegungen gedeihen auf dem Humus des leider sehr oft religiösen Fundamentalismus. Diese Eiferer möchten ihr Weltbild verbreiten, betätigen sich also missionarisch, und genau das ist das Fatale. Was tun? Ich bin ratlos.
Na ja, die Botschaft des jeder mit jedem zu jeder Zeit verbreitet sich ja automatisch über alle Werbeplakate, Feuchtgebiete und sonstige Massenmedien....insofern ist ein bisschen "Missionarstum" in die andere Richtung doch nicht wirklich gefährlich, oder?

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djchrisi 20.02.2010, 12:57
41. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von Halodri73
Daß sich aber erstgenannte "Typen" gerne herausnehmen, mit dem moralischen Zeigefinger auf die zweitgenannten zu zeigen finde ich - Sie entschuldigen - zum Kotzen! Man hört eher selten von sexuell aufgeklärten und freizügigen, daß diese versuchen, die "keuschen" zu "missionieren", oder??? Also geht es hier nicht um Meinungsfreiheit, sondern um den Versuch, anderen die eigenen ( m.E. völlig antiquierten) moralvorstellungen aufzuzwingen - und da hört für mich der Spaß auf!
Kann man verstehen, allerdings laufen aud evangelischen und katholischen Jugendtagen auch ne menge eifriger atheisten usw. rum, die auch wie verrückt versuchen die Gläubigen auf "ihre Seite" zu ziehen.
Auch in den 70igern wurde missioniert (wer zweimal mit der selben pennt...) auch der CSD, na ja der missioniert zwar nicht implizit, aber aufdringlich ist es schon.

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dau=maccie 20.02.2010, 13:01
42. schau an

Zitat von Falke2006
... finde ich es gut, wenn auch konservative Christen ihre Positionen selbstbewusst anbieten. Es muss ja nicht so ausarten wie bei Schwulenparaden etc.
... schon mal ne walfahrt/feldgottesdienst zum schützenfest/urbi et orbi gesehen?

csd ist einmal im jahr (das hat mittlerweile eher karnevalcharakter) - ich empfehle ne woche urlaub in altbayern (nieder- oder oberbayern) möglichst im mai oder juni

notabene: wie oft treten schwulenvertreter bei talkshows oder in 'kulturräten' (rundfunkrat etc.) auf - und wie oft die pfaffen

die belästigung (und ihr nachrichtenwert, so man sich für sexualstraftaten interessiert) durch mythologieaktivisten ist um ein vielfaches höher - allerdings stellen sich einem bei den pfaffen nicht ganz so schnell die nackenharre auf wenn man versehentlich in die falsche ecke gerät (z. bsp. nachts am großen stern/berlin)

der letzte satz bezieht sich auf die in meinem fall irrige annahme man sei frischfleisch (sonst wäre man ja wohl nicht da)- falls wir genau so mit den mädels umgehen wie die jungs untereinander kann ich einige mir persönlich eher unsympathische feministinen besser verstehen.

die kirchen sollten wie ein x-beliebiger verein behandelt werden und wenn ihre 'satzungen' dem gg widersprechen sollten sie verboten werden. könnte sich ein jurist, bitte, dazu äußern, ob herr ratzinger unter dieser premisse einer kriminellen vereinigung vorstünde.

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Brumba 20.02.2010, 13:03
43. Stimme zu

Zitat von hareck
Wenn Leute keinen Sex vor der Ehe haben wollen, ist das doch ihr gutes Recht. Lasst sie doch. Und zu versuchen, andere von dem zu überzeugen, was man für richtig hält, ist doch auch in Ordnung. Macht doch jeder. Ich vermisse in dem polemischen Artikel und in manchen Kommentaren hier eine gewisse Toleranz für andere Standpunkte.
Dem stimme ich zu. Anscheinend ist für manche eine Studentengruppe mit solchen Ansichten ähnlich bedrohlich wie eine Schutzgeldmafia oder die spanische Inquisition.

Oder Harvard Studenten sind plötzlich unmündige Menschen, die sich selbst keine eigene Meinung mehr bilden oder zu etwas nein sagen können.

Selbst aus dem Artikel liest man heraus das es genug Gegenströmungen für andere Ansichten gibt und solange diese Gruppe mit ihren Ansichten bestimmten Menschen etwas gibt...

Wenn nicht wird sie auf kurz oder lang sowieso keinen Bestand haben.

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thana 20.02.2010, 13:03
44. Warum müssen wir immer alles übertreiben.

1.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sex an der Tagesordnung ist. An jedem Kiosk bekommt man die aufgehübschten Oberweiten entgegengereckt. Wer mit 14 noch nicht hat, mit dem stimmt was nicht. Sex wird langsam zum Zwang, denn wer keinen hat, ist garantiert ein potentieller Soziopath oder noch schlimmer: ganz out. Diese Entwicklung kann nicht gut sein, da sie dem Sex das Natürliche nimmt und ihn in eine gesellschaftliche Pflichtübung verwandelt. Ich finde es daher gar nicht mal so falsch, für etwas mehr Zurückhaltung einzutreten.

ABER
2.
Sex ist nunmal ein Grundtrieb aller Lebewesen, die sich geschlechtlich vermehren. Ist ja schließlich Sinn der Sache, sonst hätte die Natur es gleich bei der Zellteilung lassen können. Und so sollte er auch behandelt werden: Als natürlicher Bestandteil des Lebens, den man weder zu stark in den Vordergrund rücken noch verdammen sollte. Soll jeder nach seiner Facon glücklich werden, ob nun mit einem Partner oder vielen.

3.
Sex ist wie alles im Leben etwas, mit dem man umzugehen lernen muss. Und gerade heute, in der bereits Kinder sehr offen auch mit den abstruseren Praktiken konfrontiert werden, ist vor allem Aufklärung wichtig. Auch über die emotionale Seite, auch darüber, dass Sex eben nicht etwas ist, das man halt tun muss, um IN zu sein und dazuzugehören - und umso exotischer die Praktiken, umso besser. Fehlt da die Aufklärung oder findet nur auf Blümchen und Bienchen Niveau statt, wird halt wild in der Gegend rumprobiert - das Ergebnis sind dann ungewollte Schwangerschaften, Krankheitsübertragung und emotionales Elend. Irgendwie scheint jedes Naturvolk in der Lage zu sein, dieses Problem intelligenter zu lösen als unsere ach so fortschrittliche Gesellschaft.

4.
Was mich bei sochen "Missionarinnen" stört, ist die Fixierung auf die Ehe. Denn wenn es heißt, man soll bis zur Ehe warten, dann setzt das die Ehe zwingend vorraus. Vernünftiger wäre es, allgemein dafür einzutreten, solange zu warten, bis man wirklich "reif" ist, mit Sex und Beziehungen umzugehen. Wer dann später feststellt, dass ihm/ihr Sex auch ohne Gefühle gefällt, prima, auf gehts. Aber das sollte eben nicht schon mit 16 passieren. Das Ziel sollte also eher heißen: Warte, bis du dir wirklich sicher bist, statt auf Gruppenzwang oder Mode zu hören. Dazu müsste man freilich wesentlich eher anfangen und nicht 20jährigen Studentinnen auf den Wecker gehen, die eigentlich schon längst wissen, was sie wollen, und vor allem müsste man sich mit seinem Anliegen an die Erwachsenen wenden, die zu einem nicht geringen Teil relativ unverantwortlich mit dem Thema in der Öffentlichkeit umgehen. Was Kinder sehen, wollen sie nunmal nachmachen (und in den "teens" ist man nunmal noch Kind, die wenigsten sind geistig schon wirklich reif, bevor sie 20 sind - Jungs eher noch später). Gleiches gilt für Alltagsdrogen wie Tabak und Alkohol. Warum soll man das nicht dürfen dürfen, wenn es alle ringsrum auch machen? Wenn man allerdings vernünftig an das Thema herangeführt und einem klar wird "Ich kann, aber ich muss nicht.", dann kann das vieles erleichtern.

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Halodri73 20.02.2010, 13:10
45. Ich wiederhols gern nochmal..

Zitat von Falke2006
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist für Sie der Wunsch zu überzeugen gleichbedeutend mit Intoleranz? Sie vertreten doch auch einen Standpunkt mit dem Ziel, zu überzeugen, so wie die erwähnten Christen. Sind Sie selbst dann der Ansicht, mit Ihrem Ansatz auf dem Weg zu "Gewalt und Intoleranz" zu sein? Oder sind Sie tolerant genug, auch konservativen Christen das Recht auf einen öffentlich vorgetragenen Standpunkt einzuräumen?
Sehr gerne darf Frau Wagley keusch bleiben bis zur Ehe. Wegen mir auch noch darin. Ich werde mich nicht hinstellen und ihr sagen, wie sie ihre Sexualität auszuleben hat ( es sei denn, es widerspricht dem Strafgesetzbuch )

Der Lebensstil der Keuschheit steht für mich außerhalb der Kritik, auch das öffentliche Vertreten der Meinung nicht. Aber auch Sie werden zugeben müssen, daß es einen Unterschied zwischen einer Meinungsäußerung und einem Missionarsgedanken gibt, oder?? Und eben letzterer wird gefährlich, wenn es in Fanatismus und religiös verbrämten Eifer ausartet. Denn dann ist man ganz schnell bei Gewalt - in einem Land, wo Gynägkologen erschossen werden, bloß weil sie Aborte vornehmen, sollte man genau das sehr sensibel beobachten.
Meinen Sie nicht?

Ansonsten steht einer Gesellschaft, in der Sex bis zum Exzess an jeder medialen Ecke aufgezwungen wird, ein bißchen Besinnung gar nicht schlecht zu Gesicht. Gibt es als "Gegenpendel" auch in Deutschland übrigens. Der "Feuchtgebiete"-Trend ist schon wieder ausgelutscht.

Übrigens war vorehelicher Sex bei den frühen Christen völlig ok, solange er der Partnerwahl diente. Aber einige leben eben gerne noch ein paar klerikale Moralvorstellungen des finsteren Mittelalters aus - bitteschön, sollen Sie.

Was kann man von Menschen erwarten, deren Vorfahren das England des 18. Jahrhunderts zu liberal war??
;-))

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Hari Seldon 20.02.2010, 13:10
46. .

warum versteht denn niemand diese Vereinigung als das, was sie ist?

Eine Partnerbörse für heiratswillige religöse Studentinnen.
"December, 2007 — First men's and women's community dinners (held monthly)"
http://www.hcs.harvard.edu/tlr/about.php
Oder bestenfalls eine Art religiöse Selbsthilfegruppe.

Ich will nicht die Aggressivität der rechtgläubigen Moralapostel beschönigen, aber hier - das ist in etwa so aggressiv wie ein Vortrag von überzeugten Anthroposophen, Vegetariern, HSV-Fans...

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hermanngaul 20.02.2010, 13:14
47. titel

Es ist wirklich kurzweilig solche Geschichten zu lesen. Es gibt einem Selbstvertrauen, dass solche in meinen Augen irgendwie nicht ganz so hellen Menschen auf einer der angeblich besten Unis der Welt rumstudieren. Unterstreicht mal wieder das "Mehr Schein als Sein".
A propos Selbstbewusstsein, jeder der sich solchen Ideen nicht verschrieben hat, sollte genug Selbstbewusstsein aufbringen, nicht mehr als ein Lächeln gegenüber 20-Jährigen Vorzeigerepublikanerinnen hervorzubringen.

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Tingletangle 20.02.2010, 13:15
48. ich verstehe eines nich

Wir leben in einer freien und aufgeklärten Gesellschaft. In dieser darf jeder seine Meinung und Überzeugung nicht nur kund tun sondern auch dafür werben. Dies ist allgemein akzeptiert für Weltanschauungen, politische Orientierung, genauso wie bei sexueller Orientierung. Keiner regt sich auf wenn Homosexuelle durch die Straßen ziehen und ihr Gedankengut verbreiten. Keiner ist genervt wenn politische Parteien, Gewerkschaften oder andere Vereinigungen ihre Ideale öffentliche machen. Als mündiger Bürger muss ich doch in der Lage sein, dieses Angebot entweder zu ignorieren oder aber mich dafür zu interessieren. Das steht jedem frei, und diese Entscheidung muss auch jeder treffen.

Sobald aber jemand im moralisch/sexuellen Bereich gegen den Strom schwimmt, und Normen und Anschauungen vertritt, die im Widerspruch zu derjenigen der Allgemeinheit stehen, reagieren wir extrem allergisch. So jemand wird mit Hohn, Spott und Häme bedacht. Wieso eigentlich? Warum so gereizt wenn uns jemand daran erinnert dass es auch andere Möglichkeiten gibt, unser Intimleben zu gestalten? Wenn jemand uns daran erinnert dass wir fähig sein sollten, selbst eine gut durchdachte Entscheidung zu treffen, und nicht unbedingt das nachplappern müssen, was die Massenmedien uns so eintrichtern? Sind wir vielleicht doch nicht so reif und unbefangen auf diesem Gebiet? Warum akzeptieren wir das Sendungsbewusstsein und den jedem von uns innewohnenden Drang, andere für unsere eigene Position zu begeistern bei diesen Personen nicht genauso wie bei jedem anderen?

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Halodri73 20.02.2010, 13:18
49. Eine schlechte Tat ...

Zitat von djchrisi
Kann man verstehen, allerdings laufen aud evangelischen und katholischen Jugendtagen auch ne menge eifriger atheisten usw. rum, die auch wie verrückt versuchen die Gläubigen auf "ihre Seite" zu ziehen. Auch in den 70igern wurde missioniert (wer zweimal mit der selben pennt...) auch der CSD, na ja der missioniert zwar nicht implizit, aber aufdringlich ist es schon.
...wird nicht dadurch besser, weil andere es auch tun!

Ich käme nie auf den Trichter, Christen von Ihrem Glauben abbringen zu wollen.
Nochmal ( und nochmal...):
Es gibt einen Unterschied zwischen einer Diskussion und einem missionarischen Grundgedanken!!!

Die wenigsten Schwulen, die ich u.a. beim CSD kennengelernt habe, wollten mich überzeugen, nicht mehr hetero zu sein.Genaugenommen kein einziger!!

Lustig war die "Gegendemonstration" in Stuttgart vor ein paar Jahren. Da war auf einem Tranzparent zu lesen: "HIV ist die Geißel der Unzucht" Na Mahlzeit. Sagen Sie das bitte mal einem aidskranken Bluter, der sich an einer Transfusion angesteckt hat.

Es geht um Toleranz und Akzeptanz des anderen.

Wer vorhehelichen Sex für die Wurzel allen gesellschaftlichen Übels hält, so wie es bei Frau Wagley den Anschein hat, der soll gerne seine Meinung haben, aber mich bitte, bitte damit verschonen!!

Ansonsten haben Sie natürlich Recht, beide "Seiten" sollten mit Augenmaß und gegenseitigem Respekt diskutieren. Fanatismus ist in ALLEN Fällen schlecht!

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