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Zulassung zum Medizinstudium: Warum müssen Ärzte zur Abi-Elite gehören?
DPA

Wer Medizin studieren möchte, braucht entweder ein Spitzenabi, reiche Eltern oder Zeit, viel Zeit. Sechs Jahre warten manche Bewerber. Der Präsident der Bundesärztekammer kämpft deswegen für Reformen: "Wir brauchen Menschen und keine Abiturzeugnisse."

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Newspeak 24.09.2013, 13:27
1. ...

Lena Weiß hat das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.

Berufsverbote gibt es faktisch noch mehr im akademischen Bereich in Deutschland. Z.B. nach dem Abschluß geregelt durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Da werden enorme Potentiale verschwendet.

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strixaluco 24.09.2013, 13:29
2. Das wäre mal was...

Ein Allgemeinmediziner braucht, denke ich, vor allem ein sehr gutes Einfühlungsvermögen und ein breites Wissen.
Ein Chirurg muss ein guter Handwerker sein.
- Kann man das an der Abinote erkennen - eher gar nicht... Es ist sehr bedauerlich, dass gerade so viele nur Arzt werden, weil das ein gut bezahlter Prestigeberuf ist. Wie ernst sie es meinen, sieht man daran, dass die kleinen Praxen auf dem Land niemand mehr will... Überzeugungstäter mit ein paar Zehntel Notenpunkten weniger wären mir da deutlich lieber. Ich möchte meinem Arzt vertrauen und nicht nur das Gefühl haben, dass der irgendetwas vermarktet und an mein Geld will. Das hatte ich schon oft. Außerdem möchte ich ernst genommen werden, wenn ich mit einem Arzt spreche. Manche schaffen das ganz gut, aber es gibt auch sehr viele, die einen solchen Akademikerdünkel vor sich her tragen, dass sie es nicht einmal schaffen, Leute ernst zu nehmen, die sich gut informiert oder auch studiert haben... Da bleibt dann kein Fettnapf ohne breite Fußspuren.
Einer der vernünftigsten Ärzte, der mir bis jetzt begegnet ist, hat übrigens - offenbar keinen Doktortitel...!

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stellan0r 24.09.2013, 13:30
3. lustig..

.. das niemand daran denkt, das Abitur schwieriger zu gestalten. In meiner Stufe damals gab es genau 10 Leute (etwas über 10%) die einen Schnitt besser als 2,0 hatten. Heute scheint 1,0 ein neuer Standard zu sein.

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acitapple 24.09.2013, 13:38
4.

Zitat von sysop
Wer Medizin studieren möchte, braucht entweder ein Spitzenabi, reiche Eltern oder Zeit, viel Zeit. Sechs Jahre warten manche Bewerber. Der Präsident der Bundesärztekammer kämpft deswegen für Reformen: "Wir brauchen Menschen und keine Abiturzeugnisse."
dummerweise ist den verfechtern dieser politik gar nicht bewußt, wie unpraktisch das ganze ist und weiter darauf beharren, nur mit 1,2 oder besser wäre man befähigt arzt (oder sonstwas) zu werden. man stelle sich vor es kämen mal gastdoktoren aus spanien, kanada, korea oder neuseeland, werden die nach ihrer abinote gefragt ? das dient doch nur dem schubladendenken, weil sich keiner die mühe machen will individuell zu beurteilen und -gott bewahre- auch die verantwortung dafür zu übernehmen.

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noer 24.09.2013, 13:40
5. Falsche Selektion

Der Abschnitt ist sicherlich ein guter Indikator was Studienerfolg angeht und es scheint mir ungerecht gute Leistungen von SchülerInnen nicht mit freier Studienwahl zu belohnen. Aber ich denke auch, dass noch viel mehr Faktoren bei der Selektion berücksichtigt werden sollten. Wer sich auf Stipendien/Praktika/Arbeitsplätze bewirbt, wird immer auch soziales Engagement und sonstige Fähigkeiten/Erfahrungen etc. angeben. Diese Angaben zusammen mit dem Abschnitt und Gesprächen/Eignungstests scheinen mir deutlich präziser als der Schnitt alleine.

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marthog 24.09.2013, 13:46
6. optional

Ärzte müssen mit zu den Besten gehören, deswegen darf man nicht jeden zulassen.
Allerdings werden bei dem aktuellen System eben auch diejenigen zugelassen, die sich rücksichtslos gute Noten "erschleichen", auf kosten anderer, als Mediziner muss man aber helfen wollen und nicht nur den hochbezahlten und angesehenen Beruf ergattern.
Allgemein erfassen die Schulnoten die möglichen Leistungen nur sehr sporadisch, weil es eben noch weitere Faktoren gibt, z.B. hat jemand, der bei den Lehrern beliebt ist, weitaus bessere Chancen und es zählen auch nicht die Talente, sondern Arbeitsbereitschaft und auswendiglernen. Zudem sollte man auch eine zweite Chance haben, damit eben auch diejenigen, die aus Überzeugung Arzt werden wollen, ihr Leben noch nicht verbaut haben.

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bubamara80 24.09.2013, 13:55
7. Oh Schland,...

Ich finde es erstaunlich, dass es in diesem Land so lange Jahre braucht bis man kapiert, dass eine Selektion nur nach Abiturnote Blödsinn ist. Was haben denn z.B. Fremdsprachkenntnisse in der Schule mit einem Medizinstudium zu tun?!
In meinem Heimatland setzt sich die Zulassung zum Studium aus 2 Komponenten gleichwertig zusammen: a) aus der Abiturnote und b) aus dem Ergebnis einer Eignungsprüfung. Diese Prüfung ist eine mehrstündige Prüfung, die für das Medizinstudium haubtsächlich aus naturwissenschaftlichen Fragen zusammensetzt (v.a. Bio und Chemie).
Meine Cousine hat mit einem durchschnittlichen Abitur und einer hervorragend bestandenen Eignungsprüfung Zahnmedizin studiert und abgeschlossen. Wenn's nur nach der Abiturnote gegangen wäre, hätte sie sich einen anderen Beruf aussuchen müssen.

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hartkern 24.09.2013, 13:57
8. Abi

Auch in anderen Studienfächern ist der Abischnitt nicht grade der beste Indikator. Das ist auch bekannt. Wäre das nicht so dann wären SAT-Scores und andere Leistungstests überflüssig.
Ich denke der Abischnitt wird aus politischen Grünen immer herangezogen weil man so das Schulsystem legitimiert.

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wrtlbrmft 24.09.2013, 13:59
9. Warum?

Zitat von sysop
Wer Medizin studieren möchte, braucht entweder ein Spitzenabi, reiche Eltern oder Zeit, viel Zeit. Sechs Jahre warten manche Bewerber. Der Präsident der Bundesärztekammer kämpft deswegen für Reformen: "Wir brauchen Menschen und keine Abiturzeugnisse."
Die Antwort ist einfach:
weil das Medizinstudium teuer ist und der Staat durch den NC den Zugang erschweren w i l l .

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