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Zulassung zum Medizinstudium: Warum müssen Ärzte zur Abi-Elite gehören?
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Wer Medizin studieren möchte, braucht entweder ein Spitzenabi, reiche Eltern oder Zeit, viel Zeit. Sechs Jahre warten manche Bewerber. Der Präsident der Bundesärztekammer kämpft deswegen für Reformen: "Wir brauchen Menschen und keine Abiturzeugnisse."

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peddersen 24.09.2013, 15:45
40.

...wenn ich mir so anschaue, was man machen muß, um ein Abi mit 1,0 zu machen, denke ich manchmal, umgekehrt wird ein Schuh draus.

Ich würde mich lieber von einem Arzt behandeln lassen, der ein wenig weiß, wie es auf der Welt zugeht und eben nur 2,0 hat.

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pusteblume2 24.09.2013, 15:49
41. Wozu denn dann überhaupt noch das Abitur benoten?

"Lena Weiß hat das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. So steht es im Grundgesetz. Das nützt ihr nur nichts, denn Lena Weiß will Matrosin werden. Doch Lena kann nicht schwimmen."

Meine Güte, was ist das Problem daran, einfach mal anzuerkennen, dass ein gutes Abitur zwar sicherlich nicht das perfekte, aus allen vieldiskutierten Möglichkeiten aber wohl das am besten geeignete Auswahlkriterium ist. Es zeigt, dass jemand fähig ist, über 2 Jahre mit Ausdauer und Fleiß zu arbeiten und zu Lernen, sich auf seinen Arsch zu setzen und sich auch mal durch ungeliebte Themen zu arbeiten, denn auch die wird es im Studium geben. Und ja, meinetwegen, vielleicht zeigt es auch, dass jemand von den Lehrern ganz gern gemocht wurde, aber ein nettes Wesen kann auch einem Arzt nicht schaden.
Darüber hinaus kann man im Abitur dank Kurswahlsystem sogar einige völlig ungeliebte Fächer abwählen. Wieso soll ein Auswahltest, der lediglich die Leistung an einem Tag widerspiegelt, da besser sein?
Und wofür haben wir dann überhaupt noch ein benotetes Abitur, wenn es doch eh nix aussagt? Wofür soll man sich denn dann noch anstrengen während der letzten Schuljahre, wenn es eh egal ist?
Es gibt immer Leute, die ein schlechteres Abitur gemacht haben, aus welchen Gründen auch immer, und trotzdem sicherlich gute Ärzte wären. Dem möchte auch nicht widersprechen. Aber irgendworan muss man es festmachen, und da dürfte das Abi wohl das gerechteste, objektivste Kriterium sein.

Das einzige, was ich an dem derzeitigen System kritisiere ist die Tatsache, dass egal ob 1,8 oder 3,9 - man wartet genauso lang. Es wäre schön, wenn man sich pro Wartesemester einfach 0,2 Notenpunkte verbessern würde.

(Ja, ich bin Ärztin und ja, ich hatte ein 1,0-Abitur. Sorry.)

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korox 24.09.2013, 15:49
42.

Zitat von sysop
Wer Medizin studieren möchte, braucht entweder ein Spitzenabi, reiche Eltern oder Zeit, viel Zeit. Sechs Jahre warten manche Bewerber. Der Präsident der Bundesärztekammer kämpft deswegen für Reformen: "Wir brauchen Menschen und keine Abiturzeugnisse."
Vor der Vorstellung, dass den Noten soviel Bedeutung zugemessen wird, graut es mir ziemlich. Ich hab damals zwar selbst dank inflationärer Verteilung gute Noten bekommen, aber für mich ist das Notensystem lediglich ein Gradmesser für die Anpassung an die schulische Umgebung. Wäre damals wirklich die relevante kognitive Leistungsfähigkeit geprüft worden, wäre mein eigener Schnitt von sehr gut auf höchstens knapp ausreichend gepurzelt.

Nach der jetzigen Verteilung sagen Noten für mich auch nichts darüber aus, ob wirklich eine Studiertauglichkeit vorhanden ist. Auch die Korrelationen zum späteren Berufserfolg zweifel ich an. Darüber hinaus ist auch das Zwischenmenschliche dort sehr wichtig und das lässt sich nicht aus Noten ablesen. Praxisbezogene Erfahrungen und realitätsnahe Einstellungstests würde ich daher auch befürworten.

Und wie es schon bemerkt wurde, sollte man vielleicht mal auch auf andere Bereiche wie Pflege schauen. Derzeit werden die ja eher vernachlässigt, obwohl dort viele einer harten, anstrengenden Arbeit nachgehen und der Bedarf an Personal zukünftig wohl ansteigen wird.

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wincel 24.09.2013, 15:49
43.

Wie schafft man den ein Abitur mit 0.7??

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nemesis09 24.09.2013, 15:50
44. Sicher ?

Zitat von Vex
Das Medizinstudium ist sehr Umfangreicht und auch nicht so einfach wie sich das viele vorstellen. Wer ein Abi mit 2,5 hat muss dringend was ändern um das Medizinstudium zu bewältigen denn das Abi ist ein Witz im vergleich zu fast jedem Studium. Was ich im Abi ein halbes Jahr gelernt habe wird im Studium in 4 Sunden abgearbeitet und dann frägt man sich wer es ein einem halben Jahr nicht gescheit auf die Reihe bekommt wie soll der das in 2 Stunden schaffen ? Es gibt Menschen die sich extrem ihren Anforderungen anpassen für diese Menschen ist es sicher ein Nachteil aber meine Erfahrung mit Mediziner in den ersten beiden Semestern war schon das die 1,0 Kandidaten deutlich besser sind als die Wartezeitstudenten oder Quereinsteiger. Es gibt immer Ausnahmen aber die Regel war schon das in Klausuren oder Kolloquien die ganz jungen mit guten Abinoten besser waren. Ich habe gehört das es sich später im Studium etwas relativiert weil eben viele abbrechen und auch der Praxisanteil zunimmt aber man sollte ein gutes Abi nicht unterschätzen weil es doch zeigt das man lernen kann und auch "will". Vor allem ist das Abi so einfach (zumindest vergleichbar mit Studiengängen) das man denkt wie kann man da eine drei haben obwohl man vor hat Arzt zu werden. Unnütze Fächer kann als Argument auch nicht zählen man braucht genug aus dem Abi als Mediziner (Bio, Chemie, Physik, Mathe, Englisch, Deutsch, Latein, Ethik) und die Fächer die eher sinnlos sind wie Geschichte, Musik oder Gemeinschaftskunde können doch nicht so schwer sein das man sein Abi damit versaut.
Abi in Bremen gemacht ?
Das was uns im LK Mathe beigebracht wurde hatt locker noch für die ersten 2 Semester im Ing. Studium gereicht. Bei Chemie brauchte man Prinzipiel die ersten 2 Semester garnicht erscheinen.
Und nur weil jemand auf dem Abi eine 2.5 hatt, bedeutet es noch lange nicht das er nicht gerafft hat was abgefragt wurde. Es kann genug andere Gründe geben, zumal die Bewertung immer im ermessen des Lehrers liegt.
Mein Mathe Abi war auch nur mit 7 Pkt. Trotzdem habe ich "nichtlineare dynamische Systeme" mit 1.0 bestanden.

Mediziner sollten es einfach so machen wie bei den Ing.. Alle zulassen und dann in den ersten 4. Semester wird gnadenlos Aussortiert.

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leoleospapa 24.09.2013, 15:53
45. Abschlussnote 0,7

Kann mir mal bitte jemand erklären, wie eine Abschlussnote 0,7 beim Abitur möglich ist?

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bert1966 24.09.2013, 16:00
46. optional

Jeder Beruf erfordert Qualifikation. Natürlich kann man nicht erwarten, dass ein Abiturient diese Qualifikation schon besitzt, aber er hat vielleicht in seiner schulischen Laufbahn bewiesen, dass er die Fähigkeit und Motivation besitzt, diese Qualifikation auch erfolgreich zu erwerben. Diese allgemeine Beobachtung gilt nicht nur für den Arztberuf, sondern auch für einen hochqualifizierten Pflegeberuf, als Anwalt oder als Richter. Die Zugangssperren und das mit dem zukünftigen Beruf verbundene Prestige sind doch kein Automatismus, sondern eine gesellschaftliche Antwort, eine Honorierung für die Ausdauer und Zähigkeit, es bis an diese Stelle geschafft zu haben. Soll der Zugang zu einer spezifischen Berufsausbildung jetzt anders geregelt werden, z. B. durch einen einstündigen "Eignungstest", dann muss man sich auch die Frage gefallen lassen, wieso so ein Test gerechter oder selektiver bei der Qualifikationsauswahl wäre.

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dennis x 24.09.2013, 16:02
47. optional

ich möchte auch gerne als vorstand in einer bank angestellt sein und fett reibach machen. es gibt dinge, die muss man sich hart erarbeiten. und dazu gehört auch ein studienplatz als mediziner. fertig, da braucht man echt nicht diskutieren.

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WhereIsMyMoney 24.09.2013, 16:08
48.

Zitat von mr_scrooge
es war schon eine geniale Idee, die Besten eines Schuljahrgangs in die Medizin zu führen. Dort sitzen dann unterforderte leistungsfähige Leute zuhauf, die sich mit einem Job abquälen, der eigentlich nur dank der Bezahlung zumutbar ist. Oder sie flüchten gleich ganz aus dem Job oder ins Ausland. Auf der anderen Seite fehlen diese ganzen fitten Leute in der Wirtschaft, der Industrie und der Verwaltung. Dort spielt die 2. Garde auf - die Ergebnisse können sich sehen lassen: mediokre Manager und raffgierige Banker. Einen größeren Braindrain konnte man Deutschland nicht verordnen.
Naja, die Industrie in Deutschland ist doch top. Unsere Ingenieure dominieren, während unsere Ärzte nicht unbedingt Weltruf genießen.

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blowup 24.09.2013, 16:11
49. unglaublich

Zitat von stellan0r
.. das niemand daran denkt, das Abitur schwieriger zu gestalten. In meiner Stufe damals gab es genau 10 Leute (etwas über 10%) die einen Schnitt besser als 2,0 hatten. Heute scheint 1,0 ein neuer Standard zu sein.
Ich wundere mich auch nur. Bei mir damals gab es sogar noch weniger. Und 1.0 hatte keiner. Wie auch? Manche sind eher sprachlich begabt, manche eher naturwissenschaftlich. Aber überall 1? Geht nicht auch die Sportnote da ein? Irgendwas ist da faul.

Und ohne irgendjemand auf die Füße treten zu wollen: die Spitzenschüler zu meiner Zeit waren nicht gerade die mit der sozialen Ader, guter Menschenkenntnis und ausgeprägter Empathie. Es wird höchste Zeit, dass die Abinote als Zugangskriterium abgeschafft wird.

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