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Zweifel am Numerus clausus: So findet man bessere Mediziner
DPA

Ist der Numerus clausus für Medizin rechtens? Das Bundesverfassungsgericht ändert womöglich das bisherige Auswahlverfahren. Manche Unis wählen bereits jetzt anders aus - und setzen weniger auf die Abi-Note.

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ambulans 18.12.2017, 21:35
1. by the way:

und, ein prof von einer normalen, sprich: staatlichen uniklinik war "zufälligerweise" nicht zur stelle? immer noch dieser inzwischen völlig überflüssige privat-hype ...

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badbentham 18.12.2017, 21:41
2. Der NC und der voraussichtliche

zukünftige Ärztemangel: Da geht Vieles nicht zusammen. Ich begrüße ganz allgemein, dass nicht alleine ein Zeugnis, das allenfalls allgemeine Lernfähigkeit widerspiegeln kann, keinesfalls aber unbedingte fachliche Eignung, als Qualifikationsgrundlage herangezogen wird. Das wesentlich grundsätzlichere Problem, dass Universitäten aufgrund rein betriebswirtschaftlicher Überlegungen ihren individuellen Mangel verwalten, -ungeachtet des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes und dessen Erfordernissen-, der dann an die Gesellschaft weitergereicht wird, löst dies noch nicht.

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forumgehts? 18.12.2017, 21:59
3. Solange

Krankenhäuser und Arztpraxen als Profit-Center gesehen werden, ist es eigentlich egal, aufgrund von welchen Kriterien jemand den Dr.-Titel oder Ausbildung in der Pflege erhalten hat. Das ausgebeutete Personal wird dort immer hauptsächlich unfreiwillige Sterbehilfe leisten.

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m.m.s. 18.12.2017, 22:05
4. Alternative Verfahren sind nicht automatisch ein Vorbild

Ein alternatives Bewerbungsverfahren führt nicht automatisch zu guten Ärzten. Es ist genauso unfair wie die NC-Bewertung, nur halt auf eine andere Art. Oft zeigt sich erst Jahre später wer wirklich ein guter Arzt ist. -- Nur 10% der Zeit für den medizinischen Inhalt in der Arbeit zu verwenden zeugt von einer schlechten Ressourcenverwendung. Da gibt es sehr viel Potenzial um zu delegieren, und mehr der Zeit dafür zu verwenden wofür studiert wurde. Im Bezug zu den hohen Kosten im Gesundheitswesen könnte hier die Politik ansetzen.

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Ökofred 18.12.2017, 22:21
5. Nc

Zitat von m.m.s.
Ein alternatives Bewerbungsverfahren führt nicht automatisch zu guten Ärzten. Es ist genauso unfair wie die NC-Bewertung, nur halt auf eine andere Art. Oft zeigt sich erst Jahre später wer wirklich ein guter Arzt ist. -- Nur 10% der Zeit für den medizinischen Inhalt in der Arbeit zu verwenden zeugt von einer schlechten Ressourcenverwendung. Da gibt es sehr viel Potenzial um zu delegieren, und mehr der Zeit dafür zu verwenden wofür studiert wurde. Im Bezug zu den hohen Kosten im Gesundheitswesen könnte hier die Politik ansetzen.
Bei den staatlichen Unis spielt der NC nur noch bei 20% der Plätze eine Rolle. Den Großteil können die Unis nach eigenen Verfahren vergeben (unter Einbeziehung der Abinote). Da hätte ich von SPON etwas mehr Recherche zu diesem Thema erwartet.

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Ökofred 18.12.2017, 22:25
6. Soso

Zitat von forumgehts?
Krankenhäuser und Arztpraxen als Profit-Center gesehen werden, ist es eigentlich egal, aufgrund von welchen Kriterien jemand den Dr.-Titel oder Ausbildung in der Pflege erhalten hat. Das ausgebeutete Personal wird dort immer hauptsächlich unfreiwillige Sterbehilfe leisten.
Ich war bereits mehrfach im Krankenhaus und habe diese Aufenthalte immer überlebt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, dass Sie sich zu einem deratig zynischen Kommentar bemüßigt fühlen? Ich finde, dass wird den Menschen, die dort Tag für Tag einen großartigen Job machen nicht gerecht, so widrig ihre Arbeitsbedingungen auch oft sind.

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Ökofred 18.12.2017, 22:25
7. Soso

Ich war bereits mehrfach im Krankenhaus und habe diese Aufenthalte immer überlebt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, dass Sie sich zu einem deratig zynischen Kommentar bemüßigt fühlen? Ich finde, dass wird den Menschen, die dort Tag für Tag einen großartigen Job machen nicht gerecht, so widrig ihre Arbeitsbedingungen auch oft sind.

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schade1001 18.12.2017, 22:26
8. Objektivität

So sehr ich den neuen Ansatz schätze, muss ich doch feststellen, dass sich Herr Roth wohl kaum jemals mit dem Begriff der Objektivität auseinander gesetzt hat. Das finde ich traurig. Der Mann hat schließlich einen wissenschaftlichen Abschluss. Seine Erklärung, wie sich durch eine Vielzahl von (ausgewählten) subjektiven Ansichten eine größere Objektivität ergibt als durch das lange erprobte Abitur, erinnert mich an Trumps alternativen Realitäten/Wahrheiten.

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ruckzuck236 18.12.2017, 22:38
9. Tms

Es gibt die Fakultäten Mannheim und Heidelberg, die in ihrem Auswahlverfahren den Medizinertest (TMS) sehr stark berücksichtigen (ungefähr 50% Abinote 50% Medizinertest). Da ist es auch möglich z.B. mit einem 2,2 Abitur Medizin zu studieren ohne Wartezeit, wenn man natürlich einen sehr guten TMS geschafft hat. Der TMS ist ein besseres Mittel um festzustellen, ob jemand ein Medizinstudium erfolgreich bewältigen kann, als die Abiturnote, da in der Abiturnote zu einem großen Teil auch Kompetenzen einfließen, die für ein Medizinstudium nicht wirklich relevant sind.
Mit die besten oder sogar die besten Ergebnisse in den medizinischen Examen erzielen übrigens die Studenten aus Mannheim und Heidelberg, deswegen wäre es auch interessant gewesen, ein Interview mit einem Professor dieser Fakultäten zu sehen.

Was oft vergessen wird, wenn man über den Ärztemangel in Deutschland und den NC diskutiert, sind noch 2 Dinge:
1. Ein Medizinstudent kostet die Universität unglaublich viel Geld, meines Wissens kostet ein Studium 800.000 Euro. Wenn das stimmt, kann man nicht einfach so 100 oder 1000 mehr Studenten jedes Jahr zulassen. Dazu fehlen den Unis schlicht die Mittel.
2. Es gibt nicht nur einen Ärztemangel auf dem Land oder in Krankenhäusern, auch in der medizinischen Forschung sind Ärzte sehr wichtig, werden aber in diese Richtung meist nicht sehr gut gefördert (auch im Studium!) und müssen neben der Forschung noch viel klinisch arbeiten. Es kann oft vorkommen, dass die Forschungsarbeit in eigentlich freie Zeit fällt, weswegen es auch verständlicherweise wenig Ärzte und angehende Mediziner in die Forschung zieht.

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