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Zweifel am Numerus clausus: So findet man bessere Mediziner
DPA

Ist der Numerus clausus für Medizin rechtens? Das Bundesverfassungsgericht ändert womöglich das bisherige Auswahlverfahren. Manche Unis wählen bereits jetzt anders aus - und setzen weniger auf die Abi-Note.

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m.m.s. 18.12.2017, 22:48
10. Auswahlverfahren - Ressourcen

Zitat von Ökofred
Bei den staatlichen Unis spielt der NC nur noch bei 20% der Plätze eine Rolle. Den Großteil können die Unis nach eigenen Verfahren vergeben (unter Einbeziehung der Abinote). Da hätte ich von SPON etwas mehr Recherche zu diesem Thema erwartet.
Wer Arzt werden will, der wird Arzt und lässt sich nicht von irgendwelchen Blitzgneißern in diversen Auswahlverfahren abhalten. Ich habe selber erlebt, wie das Blaue vom Himmel gelogen wurde bei solchen Verfahren. Gerade solche Einrichtungen sind keine Vorbilder fürs Studieren, da muss man dankbar sein das zu durchschauen und woanders sich zu bewerben. --- Nochmals zu der Verschwendung von Ressourcen. Wenn ein Arzt seine Zeit zu 90% mit medizinfremder Arbeit außerhalb des Fachwissens vergeudet, da gehört ein externes Managementunternehmen hereingerufen um das Basiswissen in der Betriebsführung zu vermitteln. Sicherlich könnte eine Fachschwester einen Großteil der 90% übernehmen, oder sogar zwei. Damit würde der Turn-over ziemlich erhöht, die Patientenzufriedenheit steigen, und die Wartezeit auf eine Facharztbehandlung sinken. Aber was rede ich: das Geld der Kassenpatienten ist im Selbstbedienungsprinzip dazu da vergeudet zu werden, bis hoffentlich die Politik eingreift (muss).

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investor3000 18.12.2017, 22:51
11. 2 Männer mit 18 Frauen auf dem Studi-Titelfoto

Das wären nur ca. 10% Männer-Anteil. Ist das der wirkliche Durchschnitt??? Ich kennen noch die Mädels, die (vor ca. 35 Jahren) bei einer 1- in der Schul-Note heulend in sich zusammengesackt sind. Die könnte ich mir niemals als Führungspersönlichkeiten vorstellen. Ich hoffe die Frauen sind da heute weiter und bekommen nicht nur die besten Noten als konformistische und brave Individuen....

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frankfurtbeat 19.12.2017, 23:00
12. wie ...

wie bei vielen anderen Berufsbildern auch sind die in der Schule erreichten Noten eher nicht als Auswahlkriterium geeignet. Was sagt denn ein 1-er Abitur aus? Eventuell kann man auf Intelligenz oder aber auf Fleiss schließen - beides nicht wirklich Auswahlkriterien für zukünftige Mediziner.
Das ganze Notensystem ist in Frage zu stellen da es meines Erachtens nichts über den Menschen aussagt ... und schon gar nicht solange Bundesländer noch ihr eigenes Ding machen.
Enentuell ist der 3er-Abi-Kandidat geeigneter da er in seiner Freizeit welche er nicht für´s Lernen opferte wesentlichere Dinge für´s Leben gelernt hat welche der 0,5er-Kandidat eventuell niemals kennen lernt.

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Ontologix II 19.12.2017, 23:08
13. einkommen als Motivation

Zitat von forumgehts?
Solange Krankenhäuser und Arztpraxen als Profit-Center gesehen werden, ist es eigentlich egal, aufgrund von welchen Kriterien jemand den Dr.-Titel oder Ausbildung in der Pflege erhalten hat. Das ausgebeutete Personal wird dort immer hauptsächlich unfreiwillige Sterbehilfe leisten.
Das kann ich bestätigen. Einer meiner Abiturienten hatte den Abiturschnitt 1,0. Ich fragte ihn, was er studieren wolle. "Medizin." - "Aha, Sie wollen also kranken Menschen helfen." - "Ich lasse mir doch diese Gelegenheit, gut zu verdienen, nicht entgehen."

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Ontologix II 19.12.2017, 23:22
14. Verpflichtende Ausbildung als Krankenpfleger als Voraussetzung

Jeder angehende Mediziner sollte vor Beginn des Studiums eine Ausbildung als Krankenpfleger absolvieren. So könnte eine Selbstfindung erfolgen und die Eignung für diesen Beruf geprüft werden. Die dabei erworbenen Kenntnisse können das folgende Medizinstudium wesentlich verkürzen und praxisnäher gestalten.
Angehende Lehrer können in ähnlicher Weise als pädagogische Assistenten überprüfen, ob sie sich für diesen Beruf eignen.

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Reinhold Schramm 19.12.2017, 23:30
15. Durchschnitt: 1,3 reicht nicht für Medizinstudium in Berlin!

Mein Verwandter hatte für zwölf Fächer im Abitur eine Durchschnittsnote von 1,3. Für das Abitur waren nur zehn Leistungsfächer erforderlich. Alle Abschlussnoten waren besser als die Note 2. / Zwei Drittel davon die Note 1. / Trotzdem bekam er an der Charité in Berlin-Mitte keinen Studienplatz, da für alle Fächer ein Notendurchschnitt von 1,0 verlangt wurde. / Er hatte auch nach dem Abitur noch ein freiwilliges Soziales Jahr geleistet, nur für ein Taschengeld. Aber auch die freiwillige Sozialarbeit findet keine Beachtung, wenn der Notendurchschnitt bei 1,3 liegt.

Er studiert nun seit zwei Jahren außerhalb von Berlin. Aber auch in einer anderen Studienrichtung als ursprünglich beabsichtigt.

Beim Abi-Abschluss gehörte er zu den drei Besten von 42 Abiturienten.

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tulius-rex 19.12.2017, 23:36
16. man darf mal wieder gespannt sein

Viele Unis haben bereits vor vielen Jahren anders ausgewählt (z. B. Mix aus Schulnoten und Eignungsgesprächen) und sind wieder reumütig zum NC zurückgekehrt weil Auswahlgespräche auch kein klareres Bild in die Zukunft vermitteln und zusätzlichen, schlicht nicht leistbaren Arbeitsaufwand durch hohe Bewerberzahlen bedeuten.
Im Medizinstudium trennen sich Spreu und Weizen im Physikum (wichtige Grundlagenpaukerei) und mancher fertige Arzt wird auch Musiker (siehe Ringsgwandl).

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ncpw 19.12.2017, 23:43
17. Ergänzend

sollte man noch sagen: diese Uni nimmt pro Semester maximal 42 Bewerber an. Also gigantische 84 (!) pro Jahr...
Ist zwar schön, wenn man so "sieben" kann, aber bei über 9.500 Studienanfängern im Fach Medizin pro Jahr an den öffentlichen Hochschulen (Bewerber gibt es mehr als vier mal so viel) kann man rein logistisch so ein Verfahren nicht anwenden.Die Herren Professoren hätten wahrscheinlich den Rest ihrer "Lehrzeit" nichts anderes zu tun als solche Gespräche zu führen und Herr Prof. Roth würde dann wahrscheinlich als erstes abspringen, weil er hauptberuflich seine Brötchen damit verdient, Chefarzt in einer Heliosklinik in Wuppertal zu sein. Einen Lehrstuhl zu haben ist damit für ihn hauptsächlich ein "nice to have"...
Zu dem kann ich nur Kommentar Nr. 5 von Ökofred zustimmen.

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hansfrans79 19.12.2017, 23:48
18.

Zitat von schade1001
So sehr ich den neuen Ansatz schätze, muss ich doch feststellen, dass sich Herr Roth wohl kaum jemals mit dem Begriff der Objektivität auseinander gesetzt hat. Das finde ich traurig. Der Mann hat schließlich einen wissenschaftlichen Abschluss. Seine Erklärung, wie sich durch eine Vielzahl von (ausgewählten) subjektiven Ansichten eine größere Objektivität ergibt als durch das lange erprobte Abitur, erinnert mich an Trumps alternativen Realitäten/Wahrheiten.
Also ich kann seiner Logik leichter folgen als Ihrer etwas gekünstelten Kritik inklusive des völlig deplatzierten Trump Vergleichs.
Er sagt doch, dass es subjektiv ist, sich aber eine Mischung ergibt, in der die Meinungen der verschiedenen Prüfer zusammenkommen.
Und das ist dann seiner Meinung nach objektiver als nur auf den nc zu schauen. Klingt wie gesagt erstmal logisch.
Meine Kritik wäre eher, dass natürlich eine gewisse Homogenisierung der Ausgewählten stattfinden konnte, da Menschen gern Menschen auswählen, denen sie sich ähnlich fühlen. Aber solange die Fachkompetenz nicht zu kurz kommt, klingt das nach einem ganz guten Auswahlverfahren.

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rka001 19.12.2017, 00:00
19. Geschlechtervielfalt

Wie man auchsehr gut am Bild erkennen kann, sind ca. 70% der frischen Mediziner*innen und Medizinstudierenden weiblich positioniert. Wir sollten den Studiengang für beide Geschlechter wieder attraktiv und zugänglich machen, dann gibt es auch weniger Probleme mit dem Nachwuchs (bzw. forschen, warum es immer weniger Männer in den Heilberufen gibt). So mancher Chefarzt zeigt sich enttäuscht, daß die jungen Ärztinnen nicht mehr so unbedingt erpicht darauf sind, 60 Stunden die Woche zu arbeiten, und auch gerne mal in Elternteilzeit gehen.
#4genderstudies.

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