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Zwischen Baby und Bologna: Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter

Starre Stundenpläne, Anwesenheitspflicht und Prüfungsdruck machen jungen Eltern im Bachelor und Master das Studieren schwer. Damit Baby und Uni zusammenpassen, sind viele auf das Wohlwollen*ihrer Dozenten angewiesen. Drei Mütter erzählen, wie sie mit Kind die Uni-Laufbahn meistern.

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utada 09.05.2011, 15:58
10. Es geht nicht um Mitleid!

Zitat von thesheeep2
Wenn man nicht gerade 40-50 ist, können Kinder auch noch ein paar Jahre warten. ich denke, man sollte sich immer erst selbst verwirklichen und eine Basis schaffen, ehe man sich an eine Lebensaufgabe wie das Kindergroßziehen macht.
Wenn man 40-50 ist, dann ist es eigentlich schon zu spät für Kinder. Es sei denn, man ist scharf auf künstliche Befruchtung u.a. teure und aufwendige Behandlungen. Bezüglich der Selbstverwirklichung und der Basis würde ich Ihnen durchaus zustimmen. Aber es gibt nunmal nicht wenige Kinder, die ungeplant kommen, und ungeplant heißt nicht unbedingt ungewollt. Abgesehen davon, dass man anderen nicht vorschreiben sollte, ob und wann sie Kinder in die Welt zu setzen haben. Und das mit der Selbstverwirklichung und der Basis können andere durchaus anders sehen.
Zitat von thesheeep2
Das richtet sich nicht pauschal gegen Azubis/Studenten mit Kind, sondern nur gegen solche, die sich über ihre schwere Situation ständig aufregen/beschweren, als hätten sie es nicht vorher wissen können.
Wer beschwert sich denn? Finden Sie im Artikel welche, die sich ständig aufregen oder beschweren? Nein. Im Übrigen: ein Kind zu bekommen, das ist immer ein Abenteuer, ein Wagnis. Denn egal, wie gut man vorbereitet ist, man ist letztlich nur theoretisch vorbereitet. Wie es PRAKTISCH wird, kann man vorher NIE wissen. Egal, über wieviel Lebenserfahrung man verfügt oder wie alt man ist. Und auch egal, ob man nebenher studiert oder arbeitet oder sonst noch was tut.

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utada 09.05.2011, 16:16
11. Baby plus Studium...

Zitat von leser_81
Was haben Sie denn studiert? ZEIT im Studium fürs Kinder aufziehen? Ich denke, es kommt auch hier sehr auf das Studium und die Hochschule an. Ich habe BWL auf Bachelor studiert. Jeder lacht über den Bachelor aber die Stundenpläne sind super voll, der Stoff sehr schwer zu schaffen und Zeit für Kinder .... kein Gedanke daran.
Stimme Ihnen zu. Es kommt absolut darauf an, was man wo studiert... und wie die Prüfungsordnung aussieht. An manchen Hochschulen hat man als Mama oder Papa das Recht, Prüfungsleistungen z.B. während eines Urlaubssemesters oder während des Mutterschutzes bzw. Elternzeit zu erbringen. Als mein Sohn geboren wurde, war mein Freund noch Student. Er hatte zwar nur noch seine Magisterarbeit und einige Abschlussprüfungen vor sich, aber trotzdem war es für ihn und für uns keine leichte Zeit. Und diese Regel, dass man während des Urlaubssemesters Prüfungsleistungen erbringen kann, konnte mein Freund leider knicken - zu spät beantragt oder was weiß ich - tja, ich sage nur: gewusst wie...

Letztendlich hat es mit einer vereinten Kraftanstrengung und 2 Krankschreibungen wohlgesinnter Ärzte doch noch geklappt mit dem Abschluss. Aber dennoch: ein Kind UND ein Studium abzuschließen ist alles andere als einfach. Man braucht unheimlich viel Kraft und Selbstdisziplin. Aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen würde ich es niemandem empfehlen, ein Kind während eines Studiums zu bekommen. Eben weil es nicht einfach ist, schon jetzt haben sich dank Bologna für viele die Studienbedingungen erheblich verschlechtert. Hinzu kommt auch, dass man als Student meist total knapp bei Kasse ist, und Kinder sind nunmal teuer. Wenn ein Partner richtig arbeitet, geht das ja noch. Aber wenn beide Studenten sind und außer irgendwelchen 400 Euro-Jobs oder billigen Aushilfsjobs kein richtiges Geld verdienen, ist das auch nicht gerade finanziell einfach...

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Silberstern 09.05.2011, 16:36
12. Titel

Zitat von utada
Weil Kinder manchmal einfach ungeplant kommen zum Beispiel und nicht für jeden eine einigermaßen grundlose Abtreibung in Frage kommt zum Beispiel.
Ahem ... wenn der Storch schon ganz zufällig das Kind bringt, sollte es schon nicht zuwenig verlangt, dass man vom geraden Karriereweg leicht abweicht. Hier in D bekommen junge Eltern ja schon alles in den Hintern geschoben, ob nun durch finanzielle Hilfen, im Job oder in Ausbildung, selbst Führung gibts auf Verlangen.

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day&nite 09.05.2011, 16:50
13. Da war ich erst mal schockiert,

als ich gelesen hatte, wie sehr manche es ablehnen, während dem Studium Kinder zu haben. Ich habe meinen Sohn mit 21 bekommen und bin nun 24, und schließe im Herbst mein B.A. Studium (Kommunikationswissenschaft) ab. Und natürlich ist es etwas anstrengender, aber andererseits bedeutet es für uns auch das größte Lebensglück, unseren Sohn großzuziehen.
Es ist klar, dass man sein Baby nicht in jedes Seminar mitnehmen kann, oder dass man gehen sollte, wenn es weint. Bloß ich hätte es nie gedacht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die so etwas derart ablehnen.
Nicht jeder möchte sein Kind 24 h am Tag 7 Tage die Woche selbst betreuen, ich z.B. möchte mich auch noch selbst entfalten und einen Hochschulabschluss erlangen. Und das geht eben nur, weil mein Sohn in den Kindergarten geht, was er im Übrigen auch gerne macht. Und da ist nichts, aber auch gar nichts Verwerfliches dran!

Und was die sogenannte Allgemeinheit angeht: Haben Sie, z.B. Niamey oder Mülheimer, schon mal etwas vom demographischen Wandel gehört? Oder davon, dass Menschen mit geringerer Bildung früher und mehr Kinder bekommen als Akademiker, und dass diese Kinder dann im Durchschnitt schlechtere Chancen haben? Oder davon, wie schwer es auch Frauen mit abgeschlossener Ausbildung, die ein Kind bekommen haben, fällt, wieder ins Berufsleben zurückzukehren? Oder von den Komplikationen, die bei Schwangerschaften über 40 und/ oder nach einer künstlichen Befruchtung auftreten? Oder von den Sorgen kinderloser Frauen, die sich nicht trauen schwanger zu werden, obwohl Sie einen Kinderwunsch haben, nur um Ihre Karriere nicht zu gefährden?
Ich denke, diese Themen sind bekannt, und darum wäre es für die sogenannte Allgemeinheit gut, wenn man studentische Eltern weiter fördert, was m.E. nach auch schon recht gut gelingt!

Und ich denke auch, dass man während des Studiums noch mehr Zeit für den Nachwuchs hat, als wenn man erstmal 40h arbeitet. Zum einen kann man sich als Mutter/ Vater auch durch das Bafög ein oder zwei Semester länger "erlauben" und zum anderen hat man in der Regel zwei Mal im Jahr lange Ferien!

Zu guter Letzt noch ein Feedback an den Autor: "Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter" - dieser Titel ist schon etwas gemein! Keine der Campus-Eltern, die ich kenne, nutzen ihre Elternschaft aus, um sich Vorteile gegenüber Nicht-Eltern zu verschaffen, so wie es dieser Titel suggeriert. Ansonsten danke, dass das Thema mal wieder aufgegriffen wurde!

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utada 09.05.2011, 16:52
14. Von wegen alles in den Hintern geschoben!

Zitat von Silberstern
Ahem ... wenn der Storch schon ganz zufällig das Kind bringt, sollte es schon nicht zuwenig verlangt, dass man vom geraden Karriereweg leicht abweicht. Hier in D bekommen junge Eltern ja schon alles in den Hintern geschoben, ob nun durch finanzielle Hilfen, im Job oder in Ausbildung, selbst Führung gibts auf Verlangen.
Wie und ob man vom geraden Karriereweg ein wenig abweicht, das ist doch Sache der (werdenden) Eltern und sonst von niemandem! Abgesehen davon, dass Ihre Wortwahl unmöglich ist: was bekommen junge Eltern denn so alles in den "Hintern geschoben"? Finanzielle Hilfen gibt es, schon klar, und das ist auch gut so - aber so viele finanzielle Möglichkeiten/ Hilfen sind es auch nicht! Da wären eigentlich nur das Elterngeld (und wenn man vorher nicht richtig Geld verdient hat, also weder Student noch Azubi war, dann bekommt man lediglich 300 Euro) u. unter bestimmten Bedingungen noch Hartz IV. Und was bekommen Sie im Job oder in der Ausbildung für Hilfen?! Ist Ihnen überhaupt klar, dass die Geburt eines Kindes für junge Eltern OHNE jegliche Hilfe nichts weiter bedeutet als der Abbruch der Ausbildung/ des Studiums?! Wissen Sie überhaupt, dass viele Mamis aufgrund Ihrer Mutterschaft unter vorgeschobenen "Gründen" aus Ihren Jobs gedrängt bzw. gemobbt werden?!

Was meinen Sie überhaupt mit "Führung gibt's auf Verlangen"?

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utada 09.05.2011, 17:18
15. Zustimmung, aber......

Zitat von day&nite
als ich gelesen hatte, wie sehr manche es ablehnen, während dem Studium Kinder zu haben.
Auch ich bin erschrocken darüber, und nur, weil ich es nicht empfehlen würde, während des Studiums ein Kind zu bekommen, heißt es nicht, dass ich es derart ablehne oder ablehnen muss!

Zitat von day&nite
Bloß ich hätte es nie gedacht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die so etwas derart ablehnen. Nicht jeder möchte sein Kind 24 h am Tag 7 Tage die Woche selbst betreuen, ich z.B. möchte mich auch noch selbst entfalten und einen Hochschulabschluss erlangen. Und das geht eben nur, weil mein Sohn in den Kindergarten geht, was er im Übrigen auch gerne macht. Und da ist nichts, aber auch gar nichts Verwerfliches dran!
Haben Sie selbst denn Probleme mit zickigen Kommilitonen und/ oder Dozenten gehabt, als Sie Ihren Sohn mit ins Seminar gebracht haben? Das würde mich wirklich mal interessieren. Was Fremdbetreuung angeht, stimme ich Ihnen absolut zu: solange es allen (Kindern und Eltern) gut damit geht und die Kinder gerne in den KiGa gehen (was die allermeisten Kinder tun), ist da absolut nichts Verwerfliches dran!

Zitat von day&nite
Und was die sogenannte Allgemeinheit angeht: Haben Sie, z.B. Niamey oder Mülheimer, schon mal etwas vom demographischen Wandel gehört? Oder davon, dass Menschen mit geringerer Bildung früher und mehr Kinder bekommen als Akademiker, und dass diese Kinder dann im Durchschnitt schlechtere Chancen haben? [...]
Nein, die beiden User haben von der von Ihnen angesprochenen Problematik noch nie etwas gehört. Oder aber es ist Ihnen einfach egal... Vergessen Sie's einfach. Bei manchen Menschen ist es sinnlos...


Zitat von day&nite
Und ich denke auch, dass man während des Studiums noch mehr Zeit für den Nachwuchs hat, als wenn man erstmal 40h arbeitet. Zum einen kann man sich als Mutter/ Vater auch durch das Bafög ein oder zwei Semester länger "erlauben" und zum anderen hat man in der Regel zwei Mal im Jahr lange Ferien!
Es kommt sehr darauf an, ob man als Student mehr Zeit für den Nachwuchs hat als als "arbeitender Mensch" (unglückliche Bezeichnung, ich weiß, aber ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken kann). Es kommt vor allem darauf an, wie man seinen Alltag organisiert. Wenn man vielleicht wenig Vorlesungen/ Seminare hat und auch lange Ferien, dann bringt einem das alles nichts, wenn man in dem Semester viele Hausarbeiten abzugeben hat oder Prüfungen. Vom Bafög haben auch sehr viele Studenten nichts, etwa weil ihre Eltern angeblich "zu viel" verdienen oder sie zu lange studieren oder weil sie Ausländer sind. Aber es stimmt schon, man kann als studentische Mama oder studentischer Papa schon 1 oder 2 Semester länger studieren. Aber dennoch sage ich: als Student hat man nicht zwingend mehr Zeit für sein Kind als als Angestellte(r) in einem festen Beschäftigungsverhältnis. Denn auch hier gibt es viele Möglichkeiten: eine Elternzeit von bis zu 3 Jahren, Elterngeld von (wenn man es gemeinsam mit seinem Partner in Anspruch nimmt) bis zu 14 Monaten, Teilzeit, Telearbeit u.ä. Modelle - auch wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in viel zu vielen Bereichen noch immer unterentwickelt ist, so ist doch zu beobachten, dass sich langsam was tut, denke ich. Was ich damit sagen will: auch wenn man ([fast] Vollzeit) arbeitet, heißt das nicht zwingend, dass dabei automatisch das Kind auf der Strecke bleibt.

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MartinHa 09.05.2011, 17:39
16. ...

Zitat von utada
Aber dennoch sage ich: als Student hat man nicht zwingend mehr Zeit für sein Kind als als Angestellte(r) in einem festen Beschäftigungsverhältnis. Denn auch hier gibt es viele Möglichkeiten: eine Elternzeit von bis zu 3 Jahren,
3 Jahre? Das war es dann erstmal mit der Karriere (ok, ich übertreibe, aber es ist ein gewaltiger Dämpfer realistischerweise - v.a. wenn dann nach den drei Jahren das zweite Kind kommt und man nochmal drei Jahre dranhängt).

Zitat von utada
Elterngeld von (wenn man es gemeinsam mit seinem Partner in Anspruch nimmt) bis zu 14 Monaten,
Ist ja besser als nichts, aber nicht wirklich viel im Vergleich zu einem Gehalt.

Zitat von utada
Teilzeit, Telearbeit u.ä. Modelle - auch wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in viel zu vielen Bereichen noch immer unterentwickelt ist, so ist doch zu beobachten, dass sich langsam was tut, denke ich.
Geht in manchen Berufen, aber in vielen (leider) noch nicht.

Zitat von utada
Was ich damit sagen will: auch wenn man ([fast] Vollzeit) arbeitet, heißt das nicht zwingend, dass dabei automatisch das Kind auf der Strecke bleibt.
Wie soll man denn bitte Vollzeit arbeiten? In Deutschland gibt es weder ausreichend Krippenplätze noch ist mir klar, wie man Vollzeitarbeit mit einem Schulkind, welches um 13:00 mit der Schule fertig ist, vereinbaren kann. Realistischerweise gesehen ist Deutschland einfach darauf ausgerichtet, dass die Frau zuhause bleibt. Gott sei Dank wohne ich nicht mehr in Deutschland, sondern in einem Land mit Krippen (ab 5 Monate für alle) und Ganztagesschule (die dafür nicht schon mitten in der Nacht schon anfängt wie in Deutschland).

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Silberstern 09.05.2011, 17:40
17.

Zitat von utada
Wie und ob man vom geraden Karriereweg ein wenig abweicht, das ist doch Sache der (werdenden) Eltern und sonst von niemandem!
Nee das ist Sache der Möglichkeiten des Individuums oder dessen Umfeldes und Grundlage unseres Gesellschaftssystems. Ausgenommen davon sind seltsamerweise die Eltern der Kinder (<>nicht die Kinder!). Ein Großteil der existenziellen Probleme werden dem Mensch von Vater Staat abgenommen, sobald er/sie bekindert ist. Bezeichnenderweise halten Sie das schon für selbstverständlich.

Dass der Staat sorgt, finde ich gut, nur er sorgt für die falschen.

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Europa! 09.05.2011, 17:53
18. Studentenkinder? Ja, bitte!

Sowohl die jungen Eltern als auch die Kinder haben die besten Zukunftsaussichten!
Die Eltern, weil sie optimistischer, verantwortungsbewusster, zielstrebiger und besser organistert sind als andere Studenten - die Kinder, weil sie junge, begeisterte Eltern haben.

Wenn wir in dieser Gesellschaft warten wollen, bis wir für Kinder "Freiräume" haben, können wir die nächste Generation gleich vergessen.
Nur Mut! Ich kenne niemand, der nicht glücklich mit seinen Kindern geworden wäre.

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utada 09.05.2011, 18:08
19. ...

Zitat von MartinHa
3 Jahre? Das war es dann erstmal mit der Karriere (ok, ich übertreibe, aber es ist ein gewaltiger Dämpfer realistischerweise - v.a. wenn dann nach den drei Jahren das zweite Kind kommt und man nochmal drei Jahre dranhängt).
Ja, ich weiß, 3 Jahre sind oft ein gewaltiger Dämpfer. Muss aber auch nicht sein! Vor allem, wenn man nicht die vollen 3 Jahre zu Hause bleibt! Und an das erste Kind gleich das zweite dranzuhängen, muss ja auch nicht zwingend sein.

Zitat von MartinHa
Ist ja besser als nichts, aber nicht wirklich viel im Vergleich zu einem Gehalt.
Es sind immerhin (wenn man denn vorher richtig gearbeitet hat, ich weiß, daran hakt es oft, aber trotzdem) 67 bzw. 65% des vorherigen Gehalts! Und man kann nunmal nicht alles haben!

Zitat von MartinHa
Geht in manchen Berufen, aber in vielen (leider) noch nicht.
Ja, ich weiß. Es hakt leider noch an viel zu vielen Stellen. Aber es wird besser!

Zitat von MartinHa
Wie soll man denn bitte Vollzeit arbeiten? In Deutschland gibt es weder ausreichend Krippenplätze noch ist mir klar, wie man Vollzeitarbeit mit einem Schulkind, welches um 13:00 mit der Schule fertig ist, vereinbaren kann. Realistischerweise gesehen ist Deutschland einfach darauf ausgerichtet, dass die Frau zuhause bleibt.
Niemand hat gesagt, dass es einfach ist! Aber es geht! Wenn man keinen Krippenplatz bekommt, dann kann man z.B. oft einen Platz bei einer Tagesmutter bekommen - und oft sind die Tagesmütter bezuschusst, so dass ein Platz nicht viel mehr kostet als ein Krippenplatz. Wenn das Kind in der Schule ist, wird's wiederum schwierig, das stimmt. Aber es gibt mittlerweile an vielen Schulen Betreuung nach 13 Uhr für arbeitender Mütter und Väter. Mehr Ganztagsschulen etc. sind natürlich auch in D wünschenswert, aber ich denke, es bewegt sich was (wenn auch viel zu langsam). Ich weiß, dass vieles in Deutschland nicht gut läuft, aber andererseits gibt es z.B. in D das meiste Kindergeld (auch wenn Geld nicht alles ist) und den längsten Mutterschutz in ganz Europa (und vermutlich sogar weltweit). Übrigens: ich arbeite (fast) Vollzeit und mein Kind geht in die Krippe. Es geht also doch, auch wenn es noch viel zu selten ist.

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