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Zwischenruf eines Lehrers: Gebt den Kindern die Verantwortung zurück
DPA

Helikoptereltern sind tückisch, findet Lehrer Felix Nattermann: Sie ziehen unselbständige Kinder heran, die schon an einer Busfahrt scheitern. Was sollen aus diesem Nachwuchs später für Erwachsene werden?

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uweuweuwe 13.06.2016, 07:50
1.

Eigentlich möchte ich kein Helikopter-Papa sein.

Ich habe halt Angst um meine Kinder, speziell im Straßenverkehr.

Ggf. kann es hier mal einen Artikel geben, das auch die Sichtweise der Eltern versucht zu verstehen und dafür Lösungen anbietet, wie Eltern weg vom Helikopter-Dasein kommen können?

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riedlinger 13.06.2016, 07:51
2. Danke!

Diesen großartigen Text sollte man auf DIN A 1 ausdrucken und vor jeder Schule aufhängen - da, wo die Eltern ihre Autos parken. Was aus diesen unselbstständigen Kindern einmal wird, die vor allem Angst haben und mit Freiheit nicht umgehen können? Vermutlich AfD-Wähler.

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Leser222 13.06.2016, 07:55
3. Einverstanden

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Angst frisst Eltern frisst Kinder.

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odapiel 13.06.2016, 07:56
4. Was so faszinierend ist

Dies sind die Kinder meiner Generation, bzw. der direkt danach. Wir sind doch alle mit einem Maximum an Freiheit und Selbertun aufgewachsen. Warum also die eigenen Kinder so einschränken?

Mit 5 habe ich um die Ecke eingekauft, mal Milch, mal Eier, mal Kartoffeln. Wir haben in dem Alter auf den Straßen gespielt und sind im gesamtem Viertel herumgestromert. Mit 6 bin ich jeden Morgen gut eineinhalb Kilometer durch Großstadtstraßen zur Schule, hin und zurück. Mit 8 die erste Wanderung mit dem Lehrer, mit 10 wurde der Schulweg auf 8 km erweitert, Rad oder Straßenbahn, Fußweg, winters wie sommers. Mit dem Auto nur wenn jemand verschlafen hatte. Mit 5 und 6 gabs auch schon die ersten Sommerurlaube bei den Großeltern, allein und 160 km entfernt. Zuerst hingebracht, ab 10 Jahren selbst mit der Bahn. Abends allein waren wir auch ab 6-7 Jahren, wir wussten ja wo die Nachbarn wohnen. Für Notfälle.

Bereits mit 15 waren wir so selbständig, wie es dieser Lehrer für 18 fordert. Die meisten von uns arbeiteten bereits mit 14 in den Ferien. Wir waren politisch, Pershing oder Startbahn West, da gabs so manchen Jugendlichen auf den Demos.

Hat uns nicht geschadet, keiner wurde vom schwarzen Mann erwischt, wir sind ziemlich entspannt aufgewachsen.

Was also ist schiefgelaufen?

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Florentinio 13.06.2016, 08:00
5. Zustimmung

Ich kann dem Autor voll und ganz zustimmen. Um eine wirkungsvolle Veränderung zu initiieren fehlt mir aber eine Ursachenanalyse, warum sich Eltern, Schule und Schulpolitik so verhalten, dass das Ergebnis die Erziehung zur Unselbständigkeit ist.

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ferdi111 13.06.2016, 08:11
6. So ist es...

Genau das gleiche, sehe ich bei meiner Nichte! Kaum auszuhalten...! Das Problem ist auch, dass die heutige Eltern schon eine Helikopter-Ausbildung genossen haben und genauso dumm das stehen, wie ihre Kinder! Hinzu kommen die Medien, die es furchtbar wichtig finden, dass Veranstaltungen wie die Fussball-EM, trotz Lug und Trug, die ersten 5 Nachrichten-Spalten füllen. Sie Berichten über irgendwelche Trash-Sendungen wie Dschungel-Camp - und meinen, diesen Schund interessieren Millionen. Sicher ist, es gibt tatsächlich Millionen, die immer noch diesen Mist anschauen und entsprechend mit Bier und Chips auf dem Sofa sitzen! Aber was solls...es wird so weitergehen - bis zur völligen Verblödung! Man darf nicht vergessen, dass auch Politiker mit gutem Beispiel vorangehen und korrupt bis in die Haarspitzen sind. Das kriegen die auch mit und haben eine entsprechende Meinung dazu - nämlich genau die Richtige: Fernseher abschalten, Nachrichten zwischen den Zeilen lesen usw. Kriegen nicht alle hin, aber einige doch. Zum Schluss fällt mir immer wieder auf, welche Art von Journalisten am Werke sind. Fürchterlich!

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streckengeher 13.06.2016, 08:12
7. Danke

Wenn Herr Nattermann nicht schon einen Preis bekommen hätte, wäre er spätestens jetzt reif dafür. Danke, ein tolles Plädoyer!

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frankenbaer 13.06.2016, 08:12
8. Betreutes Jungsein

Die Kinder scheitern an der Dummheit der eigenen Eltern.
Mein frommer Wunsch:
Mehr Lehrer von diesem Schlag und mehr Eltern, die sich auch einmal etwas sagen lassen!

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knutBoetticher 13.06.2016, 08:14
9. Wie?

In der Vorwoche habe ich aus einer (west-)deutschen,
wissenschaftlichen Studie gelernt, dass Unselbständigkeit, Zukunftsangst, fehlender Unternehmungsgeist und Überblick usw.usf. typische Kennzeichen von in der DDR sozialisierten Menschen sind. Und nun das...

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