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112-Notrufe: EuGH macht strenge Vorgaben für Standortermittlung
DPA

Die EU-Staaten müssen sicherstellen, dass Standortdaten bei Notrufen übermittelt werden, meint der EuGH - auch wenn diese von Handys ohne Sim-Karte kommen. Hintergrund der Entscheidung ist ein Gewaltverbrechen.

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e-dirk 05.09.2019, 18:09
1.

"Missbrauch der Notrufnummer ... Zuvor sei die Nummer genutzt worden, um die Funktionsfähigkeit von gebrauchten Geräten zu demonstrieren."

Wie verroht ist unsere Gesellschaft mittlerweile, das Notrufnummern für Gerätetests --- Mir fehlen die Worte!

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quark2@mailinator.com 05.09.2019, 19:04
2.

In DE funktioniert die 112 nicht, wenn keine SIM eingelegt ist ??? Was ist das für eine Bananenrepublik ??? Ich fasse es einfach nicht. Mir völlig egal, wie irgendwer das zu begründen versucht, das kann einfach nur falsch sein. Man stelle sich eine verzweifelte Person vor, die versucht, das zu nutzen. Und bevor jemand meint, es wäre sowieso immer eine SIM drin ... nein, ich betreibe Tablets am WLAN, die keine eigene SIM haben, aber den Notfallknopf auf dem Sperrschirm trotzdem anzeigen. Ich ging immer davon aus, daß das im Notfall gehen würde. Was den Mißbrauch angeht - statt der IMSI könnte man die IMEI erfassen ...

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heissSPOrN 05.09.2019, 19:16
3. Wie bitte?

"Notrufe von Handys ohne Sim-Karte seien nicht zulässig, erklärte die Behörde."

Ist das so korrekt, oder müsste dort stehen "Missbräuchliche Notrufe..." - denn warum soll ein berchtigter Notruf von einem Handie, aus dem - von wem und aus welchen Gründen auch immer - die SIM-Karte entfernt wurde, nicht zulässig sein? Glaubt die Bundesnetzagentur ernsthaft, jemand in Not mache sich Gedanken darüber, dass ein Notruf ggf. "unzulässig" sein könnte? Und müsste er dann hinterher gar mit einem Strafverfahren rechnen?

Unglaublich, sowas!

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rastlos2 05.09.2019, 22:19
4.

Dementsprechend müsste es den Providern doch auch verboten werden, bei Prepaid-Nummern (was die Regel ist) die Nummer zu löschen (und damit die SIM unbrauchbar zu machen), wenn ich mich weigere, mein Guthaben aufzuladen. Denn ich möchte mein Handy/Smartphone nur für den Notfall haben.

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g.s-sanet 05.09.2019, 22:52
5. Ohne Worte

Na klar, .........sind nicht zulässig!erklärte die Behörde. Deutschland halt, wie seit Bismarck und danach. Man braucht nur eine Behörde, eine Vorschrift, und alles ist nach Recht und Gesetz. Der Bürger, der unbequeme Störer, soll still sein. Er/Sie kann sich ja nach seinem Ableben beschweren.

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felix1961 06.09.2019, 07:29
6. Behördendeutsch

"Nicht zulässig" bedeutet im Klartext: "ist gesperrt". Leider war man zu dieser Maßnahme gezwungen, nachdem die Notrufzentralen mit Fake-Anrufen geradezu überschwemmt wurden. Wenn sie sich ihrer Anonymität sicher sind, neigen manche Zeitgenossen leider zu asozialem Verhalten. Die Ermittlung der Täter mittels IMEI scheitert in der aller Regel. Hierzu bräuchte man ein weltweites Register aller jemals verkauften Geräte und deren registrierter Besitzer - vollkommen unrealistisch. Nebenbei ist es leicht möglich, anonym in den Besitz eines Handys zu kommen. Man muss z.B. nur eins aus einer Sammelbox herausangeln. Viele der Geräte funktionieren noch, oft sind nur die Akkus schwach oder das Display beschädigt.

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Tr1ple 06.09.2019, 07:33
7. In Deutschland scheitert es am Netz

Wenn ich in der deutschen Pampa wie z.B. Hamburg Innenstadt bin, dann wird das schon nix mit dem Notruf.

Digitalisierung? Neuland!

Genau so wie bei allen unseren Nachbarn: Polen, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Tschechien, Österreich,Luxembourg, Belgien,...

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anders_denker 06.09.2019, 08:27
8. Ein Notruf ist ohne SIM nicht zulässig

Super, da kann man nur hoffen das auch das bald auf europäischer Ebene gekippt wird.
Hey Du Opfer, tut mir leid, aber dein Hilferuf scheiterte an unseren Bürokratischen vorgaben. Tut mir jetzt echt leid, kauf dir eine SIM und melde Dich nochmal, wir freuen uns auf deinen Anruf. Deine Notrufzentrale. Nein, diese Ansage ist keine Comedy!

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felix1961 06.09.2019, 09:11
9. Behördendeutsch II

"Bei Mobilfunkanrufen kann demnach auch das Gebiet der Funkzelle angegeben werden, in der die Verbindung aufgebaut wurde." Das Wörtchen "auch" suggeriert eine zusätzliche, ergänzende Möglichkeit. In Wahrheit ist es in Deutschland aber die einzige. Und die Ortung erfolgt nicht etwa automatisch während des Notrufes, sondern muss von der Rettungsleitstelle nachträglich beim jeweiligen Netzbetreiber beauftragt werden. Gerade im ländlichen Raum ist das Ergebnis oft eine Quadratkilometer große Fläche, da Funkzellen im ländlichen Raum bisweilen einen Radius von 10 und mehr Kilometern abdecken. Wünscht das Opfer trotzdem eine schnelle Rettung, so muss es mittels einer geeigneten App die Koordinaten per GPS selbst ermitteln und fernmündlich an die Rettungsleitstelle übermitteln. Leider ist das alles keine Satire. Siehe auch rettungsdienst.de

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