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15 Jahre deutsche Wikipedia: Unverzichtbar, allgegenwärtig, in Lebensgefahr
Kurt Jansson

Am Mittwoch wird die deutsche Wikipedia fünfzehn Jahre alt. Kurt Jansson hat das Projekt von Beginn an begleitet und fürchtet: Ohne neue Autoren stirbt die Online-Enzyklopädie einen langsamen Tod.

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hasipapa 16.03.2016, 17:20
1. 15 Jahre Wikipedia deutsch

15 Jahre Block-blockieren.
Seit 15 Jahren versuche ich bei bestimmten Themen mich zu informieren und muß immer wieder feststellen, daß diese blockiert sind. Meistens fühlt es sich wie eine Propagandaschlacht, die von großen Meinungskonzernen kontroliert werden. Selbst Unwahrheiten, welche nach Meyers-Lexikon richtig bewiesen werden könnten, werden geblockt. Wikipedia-Deutsch: Ihr lest das, was wir wollen.
Ihr denkt das, was wir schreiben.
Ein Miteinander existiert nicht.
Das sind meine Erfahrungen und Erlebnisse.

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spon-facebook-1402714339 16.03.2016, 17:21
2. Von wegen...

Ich habe schon x-mal einen Beitrag zu erweitern oder aktualisieren versucht.

Allerdings ist es offensichtlich extrem schwer als Neuling vom selbstherrlichen Zirkel der "Authoren" nicht ständig wegen "mangelnder Relevanz" und ähnlichem ausgeschlossen zu werden.

Nach 10 Versuchen in meinem Feld (Entwicklungsbiologie) die Wikipedia zu erweitern habe ich frustriert aufgegeben. Bei politischen Themen ist es noch deutlich krasser.

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DieButter 16.03.2016, 17:22
3.

Wäre ein großer Verlust für so manchen Journalisten.
Leider werden wikipedia-Artikel aber nicht nur von Fachleuten verfasst, sondern können von Leuten mit wenig Fachkompetenz, die wissenschaftliche Inhalte nicht richtig zuordnen oder verstehen können, editiert oder erstellt werden.
Wikipedia strotzt nur so vor Fehlern, vor allem das deutsche. Meilenweit sinnvoller wäre es dagegen einfach die englische Wiki zu übersetzen. Da sind weitaus weniger Fehler drin.

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pffft 16.03.2016, 17:26
4. Wikipedia Autorencommunity? Asoziales Netzwerk träfe es besser.

solange dort die Relevanzdiskussionsnazis das Sagen haben und Interessierte durch den "rauen" Ton (da ist nichts, aber auch gar nichts, dran zu beschönigen, das ist einfach asozial, wie dort kommuniziert und umgegangen wird) abgeschreckt werden, wird sich der Schwund nicht aufhalten lassen. Wer selbst einmal einen Artikel neu geschrieben und den Umgang dort erlebt hat, wird mir zustimmen. Ich habe mal einen Artikel über eine Person des Zeitgeschehens, Autor vieler Bücher, begonnen. Nach 2 Absätzen mal probehalber gespeichert, dann 30 Minuten weitergearbeitet. Innerhalb dieser Zeit wurde der Artikel als "Stub" und "unrelevant” gekennzeichnet und zur Löschung gelistet. Von einem knapp 18-jährigen, dessen Hauptinteressen der lokale drittklassige Fussballverein und die freiwillige Feuerwehr waren - und der von sonst nichts Ahnung hatte. Der aber "Autor" war (und mittlerweile nicht mehr ist).

Summasummarum:
Haben Sie Minderwertigkeitsgefühle? Können Sie nichts? Wollen Sie Macht ausüben und Leute quälen?
Betreiben Sie ein Forum im Internet oder werden Sie Wikipedia-Autor mit Löschrechten.

:-(

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Thomas Schnitzer 16.03.2016, 17:36
5.

"Doch in den letzten Jahren setzte ein schleichender Rückgang der Autoren ein, der von uns Wikipedianern lange verdrängt wurde."

Hallo Kurt, da du wie ich WP-Autor bist nehme ich das übliche Du.

Du erwähnst zwar in deinem Gastartikel hier, dass es aufgrund des rauen Tons schwierig ist neue Autoren zu finden, was im Übrigen voll und ganz zutrifft.

Du verschweigst aber, dass auch der Schwund an Altautoren in großem Maß von den teilweise sehr selbstgerechten und völlig überprivilegierten Administratoren ausgelöst wurde und wird.

Denn nach wie vor ist es in der Wikipedia aus meiner Sicht das größte Problem, dass die Themen einer political correctness unterliegen, die zwar nirgends erwähnt, aber allgegenwärtig ist.

Da werden z.B. ganze Artikelreihen zu Studentenverbindungen gelöscht, weil es den überwiegend studentisch-linken Wikipedianern ein Dorn im Auge ist, dass diese Vereine existieren, während jeglicher Linksextremismus vollkommen ausgeblendet wird.

Gleiches gilt für Artikel aus dem Bereich Feminismus. Da haben einige wenige Autorinnen mit ihren befreundeten Admins es geschafft dafür zu sorgen, dass Feminismuskritik in Wikipedia keine Chance bekommt, sei sie noch so sachlich und fundiert.

Aber auch im Bereich der sachlichen Angaben entstehen durch Leute, die es mit der political correctness übertreiben einfach falsche Artikel. So wird dann ein Artikel über den Kaffernbüffel aufgrund des enthaltenen beleidigenden Wortes "Kaffer" erst zum Artikel über "Afrikanische Büffel", die es nicht gibt, und wenn das jemand moniert, wird er einfach solange von irgendeinem Admin mit persönlicher Meinung dazu gesperrt, bis er aufgibt.

Und jetzt mal ganz offen: Wenn es endlich mal unterbunden würde, dass Leute dort ihre Privatkampagne zur Änderung der Gesellschaft durchziehen können, weil sich immer die gleichen immer wieder wählen, dann müsstest du nicht im Spiegel nach Autoren betteln gehen.

Insofern, werter Kollege mit mehr Einfluss als ich ihn habe, kehrt erstmal vor der Tür, vielleicht kommt dann auch wieder jemand herein.

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BesserwisserMichel 16.03.2016, 17:39
6.

Gut... die englischsprachige Wikipedia ist sowieso besser. Detaillierter, weniger parteiisch.

Wenn ich mir hier allein anschaue was sich gewisse Schreiber(innen), geschützt durch Admins, alles erlauben dürfen. Allein die Artikel aus den Sozialwissenschaften ist so herrlich idiotisch idiologisch.

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Hammelinda 16.03.2016, 17:46
7. Eigene Erfahrung:

An vielen Problemen ist das deutsche Wikipedia selbst schuld. Während man auf der englischen Wikipedia-Seite zu vielen Dingen Einträge findet, wenn auch nur kurze, ist die deutsche Wikipedia und ihre "Editoren" vor allem darum bemüht neue Einträge als "nicht relevant" oder "ungenügend recherchiert" zu löschen, selbst wenn es sich um Übersetzungen der vorhandenen englischen Artikel handelt. Kein Wunder wenn den Autoren/Übersetzern da die Lust vergeht. Es gibt schon über 5 Millionen englische Artikel, aber deutsche Artikel können seit langem die 2 Millionen Marke nicht knacken.

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fuzzi-42 16.03.2016, 18:01
8. Zustimmung!!!

Zitat von spon-facebook-1402714339
Ich habe schon x-mal einen Beitrag zu erweitern oder aktualisieren versucht. Allerdings ist es offensichtlich extrem schwer als Neuling vom selbstherrlichen Zirkel der "Authoren" nicht ständig wegen "mangelnder Relevanz" und ähnlichem ausgeschlossen zu werden. Nach 10 Versuchen in meinem Feld (Entwicklungsbiologie) die Wikipedia zu erweitern habe ich frustriert aufgegeben. Bei politischen Themen ist es noch deutlich krasser.
Zumindest die deutsche Seite von WIKIPEDIA ist alles andere als "benutzerfreundlich", wenn es um einen Ersteintrag, eine Ergänzung oder eine Korrektur zu einem bereits bestehenden Thema geht. Nicht jeder ist ein Computerfreak!!
Auch ich habe kapitiliert vor der dortigen Computer-Bürokratie (oder wie soll man das besser nennen?). Die Idee hinter WIKIPEDIA finde ich Klasse, die Verwirklichung ist eine Katastrophe!

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mcbarby 16.03.2016, 18:03
9.

Ich krieg nen Lach - Flash! Von wegen Wikipedia sucht Autoren! Das Gegenteil ist der Fall. Wenn du als Neuautor einen offensichtlich falschen Inhalt korrigierst, steht nach 30 min wieder der alte Müll drin.
Das Spiel habe ich ein paar mal mitgemacht. Für mich ist Wikipedia definitiv gestorben. Ich benutze es auch nicht für eigene Recherchen. Da gibt es genug gute Alternativen.

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