Forum: Netzwelt
15 Jahre Netzpolitik.org: "Man darf nicht gleich den Untergang der Demokratie verkünd
Jason Krüger

Das Blog Netzpolitik.org feiert seinen 15. Geburtstag. Berühmt wurde es, als die Bundesanwaltschaft wegen Landesverrats gegen die Journalisten ermittelte. Gründer Markus Beckedahl erklärt, warum das für die Redaktion ein Glücksfall war.

Niteftef 11.09.2019, 15:06
1. Neutralität

Wenn man zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht, ist man nicht mehr neutral.
Wenn man nicht dazu steht, sollte man besser kein Journalist sein - dann sollte man gar nicht in der Öffentlichkeit sein!
Neutralität gibt es in der Politik nicht. Wer behauptet, neutral zu sein, will oft nur die eigene Meinung verschleiern.

Journalisten haben die Aufgabe, sachlich korrekt zu berichten, sogar aufzuklären, und die verschiedenen Standpunkte fair zu beleuchten. Solange sie das tun, können sie trotzdem ihre eigene Meinung haben.
Und wenn eine Partei *hust cDU* ganz real Mist baut *hust Klima* dann ist es auch Pflicht der Journalisten, das ehrlich zu benennen.

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andras_lambak 11.09.2019, 15:50
2. Erstaunlicher Anspruch,

Maß aller Dinge zu sein und stets die einzig richtige Meinung zu vertreten.

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max_schwalbe 11.09.2019, 17:00
3. Netzpolitik ist Querschnittsthema und was ist dabei "Neutralität" ?

Vielen Dank für das Interview :=) Gut, dass die Frage nach journalistischen Standards und der Legitimität nicht-neutraler Ausrichtungen angerissen wurde. Wer als Journalist von sich aus behauptet, völlig neutral zu sein, versucht doch nur, einem eigentlich legitimen demokratischen Diskurs mit notwendigen Kontroversen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Schön, dass Markus sich an der Stelle deutlich geäußert hat in Bezug auf Netzpolitik.org. Mehr offener Umgang mit nicht-Neutralität erfordert allerdings auch mehr Toleranz für andere, offensichtlich nicht-neutrale (Alternativ-)medien. Dazu fehlt offenbar noch der Mut. Dahinter steht aber die Frage, soll die (anerkannte) Öffentlichkeit die Gesellschaft abbilden, oder nimmt man in Kauf, den Kommunikationsdraht zu Teilen der Bevölkerung zu verlieren, oder bestimmte Themen wie Netzpolitik als Querschnittsthema unterbelichtet zu belassen. Möge der (inzwischen relativ) tolerante Umgang mit Netzpolitik.org als Vorbild dafür dienen, wie es funktionieren kann! (und in Zukunft vielleicht noch besser funktioniert). Dieses Interview ist doch ein schöner Beitrag dazu, nochmals danke :)

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fred_m 11.09.2019, 17:05
4. Ich verstehe das nicht

Zitat von andras_lambak
Erstaunlicher Anspruch, Maß aller Dinge zu sein und stets die einzig richtige Meinung zu vertreten.
Ich habe mal im Artikel nachgeschaut, wo sie diesen "erstaunlichen Anspruch" gelesen haben. Es kann sich m.E. nur um folgenden Satz handeln:

"Wir sagen ganz klar: Wir sind nicht neutral. Wir berichten aus der Perspektive von digitalen Grundrechten und aus Sicht der Demokratie. Das sollte im Journalismus eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber häufig nicht".

Lesen sie darin den Anspruch auf die "einzig richtige Meinung" ?

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max_schwalbe 11.09.2019, 17:10
5. Re: Erstaunlicher Anspruch

Zitat von andras_lambak
Maß aller Dinge zu sein und stets die einzig richtige Meinung zu vertreten.
Maß aller Dinge? Nö, Markus sagte lediglich, dass Netzpolitik.org nicht neutral sei. Das heißt nicht, dass alle anderen Meinungen gleich grundrechtswidrig seien. Woher nehmen Sie das?

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