Forum: Netzwelt
25 Jahre Handy: Der Knochen, der die Welt veränderte

Es gab einmal eine Zeit, in der hätte man sich mit seinem Handy auch gegen Wölfe verteidigen können - mit einem kräftigen, wahrscheinlich tödlichen Wurf gegen den Kopf. Vor 25 Jahren brachte Motorola den "Knochen" Dynatac 8000 auf den Markt. Ein gewichtiger Grund für eine Würdigung.

Seite 1 von 2
jona kompa 12.06.2008, 12:50
1. Ein Menschheitstraum

Wie auch das Fliegen erfuellt das Handy einen alten Menschheitstraum, naemlich den der Telepatie.
Die Stimme eines anderen auch ueber Kontinente hinweg augenblicklich hoeren zu koennen ist schon eine enorme Sinnes-Erweiterung. Ohne Handy fuehlt man sich von der Welt abgeschnitten und kommunikativ amputiert, dann bleibt nur noch das e-mail. Aber auch diese tolle Erfindung von Ray Tomlinson - dem Mann gebuehrt wahrlich ein Denkmal - ist ja nun auf Mobiltelefonen erhaeltlich. Also Telepatie, Superpostamt und Aether in einer kleinen Zauberschachtel vereint. Die gebrauchten Handies landen dann mit all ihren Schwermetallen mit all dem anderen elektronischen Muell in einem Dritte Welt Land, aber das stoert ja niemanden weil der Knochen einfach viel zu bezaubernd ist. Die Eingangssequenz von Stanley Kubrick's '2001- A Space Odyssey' laesst gruessen!

Beitrag melden
K&K 12.06.2008, 13:08
2. Sinnes-Erweiterung ?

Zitat von jona kompa
Die Stimme eines anderen auch ueber Kontinente hinweg augenblicklich hoeren zu koennen ist schon eine enorme Sinnes-Erweiterung. Ohne Handy fuehlt man sich von der Welt abgeschnitten !
1. Telefonieren konnte man schon vorher

2. Fühle mich nicht abgeschnitten (besitze kein Handy)

3. Mir geht das Gequatsche allerorten auf den Zeiger! Irgendwann kaufe ich mir Oropax, damit ich mir all den Schwachsinn nicht mehr anhören muss.

Beitrag melden
Nachtfalter32 12.06.2008, 13:59
3. Warten damals sehr robust

einer meiner besten kumpel hatte einen dieser 'knochen', als aller erster in unserer clique.

er schwört heute noch auf dieses handy, als handwerker passierte es ihm gelegentlich, dass das ding vom dritten stock des gerüsts aus der tasche gefallen ist. das handy hat dies immer überlebt.

heute handys sind leider nicht mehr so robust ;-))

Beitrag melden
mime 12.06.2008, 15:54
4. oh oh

Zitat von K&K
1. Telefonieren konnte man schon vorher 2. Fühle mich nicht abgeschnitten (besitze kein Handy) 3. Mir geht das Gequatsche allerorten auf den Zeiger! Irgendwann kaufe ich mir Oropax, damit ich mir all den Schwachsinn nicht mehr anhören muss.
Die böse Menschheit, die Ihnen Ihr Hinterwäldlertum verdirbt...gemein...

Beitrag melden
fritzehü 12.06.2008, 15:58
5. Knochen brechen mit Knochen

Zitat von Nachtfalter32
einer meiner besten kumpel hatte einen dieser 'knochen', als aller erster in unserer clique. er schwört heute noch auf dieses handy, als handwerker passierte es ihm gelegentlich, dass das ding vom dritten stock des gerüsts aus der tasche gefallen ist. das handy hat dies immer überlebt. heute handys sind leider nicht mehr so robust ;-))
Da hat der Freund aber Schwein gehabt, daß er nicht selbst mit dem Knochen vom Gerüst gefallen ist. Übrigens auf´n Gerüst wird gearbeitet und nicht telefoniert! (oder brauchte er das Gerüst zur Erhöhung der Reichweite?)

Beitrag melden
K&K 12.06.2008, 16:37
6. hinten im Wald

Zitat von mime
Die böse Menschheit, die Ihnen Ihr Hinterwäldlertum verdirbt...gemein...
Ja, das genieße ich manchmal richtig. Es wird mir nur verdorben, wenn ich beispielsweise so gegen 6 Uhr, 7 Uhr morgens am Flughafen vor dem Gate warte und mir die Stöpselheinis über den Weg laufen. Mit wem um Gottes Willen telefonieren die um diese Zeit? Mit Hongkong oder Tokio? Das würde Sinn machen. Nein, was ich so mitbekomme muss es die Sekretärin sein, die sich diesen Wichtigtuer anhören muss.
Übrigens in der Senator-Lounge werde Sie kaum jemanden rumquatschen sehen/hören - die Jungs mit Gel im Haar und Laptop jonglierend sitzen nebenan.

Beitrag melden
Rainer Girbig 12.06.2008, 16:39
7. Weitwurf

Zitat von sysop
Es gab einmal eine Zeit, in der hätte man sich mit seinem Handy auch gegen Wölfe verteidigen können - mit einem kräftigen, wahrscheinlich tödlichen Wurf gegen den Kopf. Vor 25 Jahren brachte Motorola den "Knochen" Dynatac 8000 auf den Markt. Ein gewichtiger Grund für eine Würdigung.
Die modernen Handys kann man viel weiter werfen, weil sie kleiner und leichter geworden sind. Handyweitwurf soll irgendwo sogar eine angesagte Sportart sein.

Beitrag melden
2cv 12.06.2008, 16:42
8. von wegen 25... es sind 50+ Jahre Mobiltelefonie!

Ich erinnerte mich daran, im letzten Jahr was über "50 Jahre mobiles Telefonieren" gelesen zu haben. Und bin fündig geworden:

http://www.ericsson.com/de/presse/ne...6/id_600.shtml

"...Ericsson feiert 50 Jahre mobile Telefondienste
1956 stellte Ericsson das erste automatische mobile Telefonsystem der Welt vor..."

"...Die frühen Mobiltelefone waren gleichbedeutend mit Autotelefon oder Kommunikation über ein mobiles Funksystem in einem Auto. Von den Taschentelefonen von heute waren sie noch meilenweit entfernt. Die dazugehörende MTA-Funkausstattung wog über 40 kg. Sie war so entwickelt, dass sie fast zwangsläufig im Kofferraum eines Autos installiert werden musste..."

somit zwar etwas größer, aber eben mobil ;-)

Beitrag melden
someone79 12.06.2008, 16:58
9. Kritik am Knochen

Für all diejenigen, die es nicht kennen: Die oft zitierte "Knochenszene" zeigt einen Vormenschen, der einen Knochen triumphierend in die Luft wirft, welcher sich im Scheitelpunkt in ein Raumschiff verwandelt. Diese kurze Szene, die in ein paar Sekunden das Aufkeimen der menschlichen Zivilisation abhandelt bzw. das Erwachen des homo sapiens und seiner Fähigkeiten symbolisiert, hat zurecht Kubrick/Clarke 1968 den Oskar beschert.
Ein direkten Bezug zum Thema Handy sehe ich indes nicht; denn: Ein Knochen ist ein Knochen ist ein Knochen...(Gertrude Stein lässt grüssen) Hätte sich dieser anstelle des Raumschiffs in ein Motorola Dynatac 8000 verwandelt, wäre der Vergleich zulässig. So ist es (lediglich) eine hübsche Reminiszenz an die Zeit, in der grosses Kino noch von Inhalten abhing und nicht von Spezial-Effekten..
Zum Handy: "Wenn wir die ungeliebte Sache schon nicht zum Verschwinden kriegen, dann soll wenigstens die Kritik daran verstummen" << Diese Mechanik ist typisch für Gesellschaften mit freier Meinungsäusserung! Kann sich noch jemand daran erinnern, dass Mitte der 90er-Jahre der Gebrauch von Mobiltelefonen im ÖPNV bemängelt wurde? Die besagte Mechanik bewirkt nun, dass das unfreiwillige Publikum nach einiger Zeit des Lamentos überdrüssig wird und selbst die gerechtfertigste Kritik für störender hält als den getadelten Gegenstand.. Was hat es uns letztlich eingebracht - abgesehen von der Möglichkeit, mit der ganzen Welt in Verbindung zu treten (..und doch kommunikativ zu vereinsamen)? Z.B. Teenager, die meinen sie müssten mit ihrer Musik die gesamte Bahn beschallen; es hat uns den Zwang eingebracht, überall und jederzeit erreichbar sein zu müssen. Überdies sind die gesundheitlichen Langzeitfolgen nicht absehbar und werden auch nicht mehr thematisiert (ausser - um das mal vorweg zu nehmen - dass die Handynutzung für Kinder arg bedenklich sei aufgrund der starken Strahlung und einer zu dünnen Schädeldecke!!)

Beitrag melden
Seite 1 von 2
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!