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5G-Frequenzversteigerung: Provider werden zum Teilen ihrer Netze verpflichtet
DPA

Die Bundesregierung will die Anforderungen für den 5G-Ausbau verschärfen. Dem SPIEGEL liegt die Änderungsliste vor. Auch das Telekommunikationsgesetz soll noch schnell überarbeitet werden.

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GoaSkin 07.11.2018, 22:04
10.

Das Einzig sinnvolle für den ländlichen Raum wäre einen Teil der Frequenzen gezielt an regionale Anbieter zu vergeben und Diese wiederum dazu verpflichten, untereinander Roamingverträge abzuschließen. Wenn es auf dem Land schnelles Festnetz-Internet gibt, dann ist das schließlich auch nur der Tatsache zu verdanken, dass sich ein örtlicher Provider dafür einsetzt. Wenn das im Festnetz funktioniert, warum nicht auch mobil?

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mike.mendez 07.11.2018, 22:04
11. und wer zahlt?

wir natürlich. Die Kosten dieser Versteigerungen werden auf die monatlichen Gebühren übertragen und wir zahlen dann zig EURO im Monat. Im Vergleich zum Rest von Europa zahlen wir drauf. Immer und immer wieder. Für alles. Wir habens ja.

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ctrader62 07.11.2018, 22:24
12. Wie in den Anfangszeiten der Eisenbahn ?

In den ersten Jahrzehnten der Eisenbahn gab es viele regionale Gesellschaften, die nur einzelne Strecken betrieben haben. Erst das Denken in einem gesamten Netz ermöglichte den wirtschaftlichen Boom, der durch Transporte jenseits der Pferdekutsche ermöglicht wurde.
Während in China bereits 35 Milliarden Dollar in schon aktive 5G-Netze investiert wurde, streitet man sich hier immer noch darum, wie man viel Geld abzocken kann und die Betreiber müssen überlegen, wie sie kreativ den Ausbau der wichtigen Infrastruktur unterlaufen können, um nicht pleite zu gehen und um wie viele Jahre man das extra rauszögern kann. Bisher hat sich die immer noch unter wesentlichem staatlichen Einfluss befindliche Telekom da auch nie mit Ruhm bekleckert.
Ich glaube heute würde sich keiner mehr darüber streiten, dass es eine staatliche Aufgabe ist, Verkehrswege bereit zu halten. Kapiert man das beim Mobilfunk erst, wenn China, Japan, Südkorea und die USA alle darauf basieren Geschäftsmodelle anbieten während man in Deutschland in die Röhre schaut und den Staat um Hilfen anbettelt, wie jüngst bei der Forderung nach Subventionen für Batterien, deren Entwicklung man verschlafen hat.
Ich bekomme schlaflose Nächte bei der Vorstellung, wie dramatisch man im öffentlichen Bereich und bei einem großen Teil der Bevölkerung die Bedeutung dieser Infrastruktur unterschätzt. Hier geht es nicht um ein schnelles LTE, es geht um ganz neue technologische Möglichkeiten, die gerade auf dem Land segensreich sein können. Henry Ford hätte keine industrielle Revolution auslösen können, wenn er an schnelleren Pferdekutschen geforscht hätte. Aber Deutschland wird im übertragenen Sinne wohl noch sehr lange an Pferdekutschen denken. Und wenn andere Länder dann schnelle Autos haben, dann kommt wieder das böse Erwachen, was natürlich wieder niemand vorausahnen konnte.

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three-horses 07.11.2018, 22:25
13. Hin und zurück.

Zitat von hasselblad
Solange es kein standardisiertes Protokoll gibt, über das Autos herstellerunabhängig miteinander interagieren können, wird vollautonomes Fahren ein feuchter Traum der Ingenieure bleiben. Nur wenn alle Fahrzeuge, die sich miteinander in einer Verkehrssituation befinden, permanent vernetzt sind und autonom aufeinander reagieren können macht es Sinn, die volle Kontrolle der Maschine zu überlassen. Passivsysteme wie Radar, Infrarot und Kameras sind eine Brückentechnologie dahin, die Unfälle autonomer Testfahrzeuge mit konventionell gesteuerten Verkehrsteilnehmern zeigen aber dramatisch deren Grenzen auf. 5G-Technologie am Straßenrand wird das nicht ändern, und für einen unterbrechungsfreien Spotify-Stream reicht die bestehende Netzqualität schon heute locker aus. Echter Bedarf besteht hingegen entlang von Bahnlinien außerhalb der Ballungsräume, selbst in modernen ICEs mit WiFi-Zugang fühlt sich die Verbindungsqualität oft genug noch an wie zu WAP-Zeiten, wenn sie denn nicht kilometerlang komplett wegbricht. In einem Verkehrsmittel wohlgemerkt, für das explizit mit der Eigenschaft geworben wird, darin effizient arbeiten zu können. Aber wie bei der Dieselrettung, der Nicht-Durchsetzung bzw. dem Aufweichen internationaler Umweltschutzstandards und der Verhinderung einer nachhaltigen Mobilitätswende ist der Politik wohl auch beim Thema 5G mehr daran gelegen, die Zukunftsfantasien der Autoindustrie zu unterstützen, anstatt eine echte Bedarfslücke zu schließen. Gilt analog übrigens auch für die Versorgung des ländlichen Raums, dass es für die Konzerne teuer werden könnte darf eigentlich kein Grund sein, dünner besiedelte Landstriche von einer schnellen Netzanbindung auszuschließen. Wenn das so weitergeht war es das in spätestens einer Generation mit dem Innovationsstandort Deutschland.
"Echter Bedarf besteht hingegen entlang von Bahnlinien außerhalb der Ballungsräume"...dazu ist aber 5G nicht gerade geeignet.
Jede paar 100 Meter ein Mast? Eher Mitte im Dorf. Oder in der Pampa nur für mich. Bin sesshaft und laufe keine 100 Meter mehr. Man kann aber das 5G am Zug vorbei jagen. Meine Idee. Der andere Zug bringt es wieder zurück. Das wird gehen.

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der_große 07.11.2018, 22:31
14. warum bezahlen?

Wäre es nicht für zukünftige Investitionen in die Mobilfunknetze besser wenn der Staat die Lizenzen einfach vergibt, ohne finanzielle Gegenleistung?
Dann müssen weniger Kosten auf die Nutzer umgelegt werden.
Oder denke ich da falsch?

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maxm-m 08.11.2018, 05:50
15. Ganz verrückte Idee

Wie wäre es denn, wenn man die Frequenzbänder nicht für dreistellige Milliardenbeträge versteigert (wie bei der letzten Versteigerung), sondern den Anbietern einfach zuweist. Meinetwegen nach Marktanteil oder was weiß ich. Somit stünde pro Anbieter schon Mal einiges mehr an Kapital für eine bessere Netzabdeckung zur Verfügung

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arrogist 08.11.2018, 06:22
16. Was sollte denn nun bitte die Privatisierung?

Wenn jetzt die Anbieter gezwungen werden, die Infrastruktur zu teilen, weil sonst die Kosten explodieren? Da hätte man die Infrastruktur auch gleich von einem Anbieter aufbauen lassen können statt alles doppelt und dreifach vorzuhalten. Es macht absolut keinen Sinn, wenn drei Anbieter drei Funkmasten an einem Ort haben, aber an anderen Stellen gar keine Abdeckung ist. Das ist doch volkswirtschaftlicher Irrsinn. Infrastruktur ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Mit entsprechender Regulierung der Preise bei Nachweis der Kosten kann das durchaus funktionieren.

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jockel37 08.11.2018, 07:08
17.

Wie wäre es denn, die Lizenzen deutlich günstiger an die Anbieter zu bringen? Die Milliarden für die Lizenzen könnten auch zum Netzausbau genutzt werden. Oder die Regierung beteiligt aich direkt am Netz, baut ein "Bundesnetz" auf, das Anbieter nutzen können. Zu viel Planwirtschaft?

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krustentier120 08.11.2018, 07:48
18. Immer wieder der selbe Fehler

Genau wegen solchen Versteigererungen haben wir weltweit mit die teuersten Mobilfunkverträge und schlechteste Netzabdeckung. Und es geht bei 5G auch nicht um schnelleres Surfen, das würde bei gutem Netzausbau doch jetzt schon kein Problem sein. Soll denn auf den Bundesstraßen die Verbindung mit zur Roadsite-Unit so schnell sein, oder ins Internet? Letzteres wird erst möglich sein, wenn überall Glasfaser liegt. Ich glaube 5G ist für die Industrie interessant, aber nicht für die Mobilfunker. Und so schon gar nicht.

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Circular 08.11.2018, 07:54
19. Die Einnahmen aus der Lizenzversteigerung

Zitat von jockel37
Wie wäre es denn, die Lizenzen deutlich günstiger an die Anbieter zu bringen? Die Milliarden für die Lizenzen könnten auch zum Netzausbau genutzt werden. Oder die Regierung beteiligt aich direkt am Netz, baut ein "Bundesnetz" auf, das Anbieter nutzen können. Zu viel Planwirtschaft?
werden benötigt, um die Glasfaser-Backbones auszubauen. Ohne diese funktioniert 5G nicht.

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