Forum: Netzwelt
5G und Künstliche Intelligenz: Wir können uns den Wohlstand bald ans Faxgerät schmier
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Die Bundesregierung lässt die Frequenzen für das neue 5G-Netz versteigern - und knüpft damit an eine Tradition des digitalpolitischen Versagens an. Noch in Jahrzehnten werden Mobilfunkkunden für diesen Fehler bezahlen müssen.

Seite 14 von 36
ghdstz 25.04.2019, 01:52
130. Sascha Lobo ist wohl am Ende ...

Sascha Lobo ist mittlerweile wohl (zumindest vorläufig) am Ende, er sollte sich eine sehr lange Auszeit gönnen oder vielleicht etwas ganz anderes machen. Er ist sicher sehr intelligent, hat sich aber offensichtlich in seiner derzeitigen Medienrolle völlig verrannt. Nun verbreitet er auf der Jagd nach noch mehr Applaus teils haarsträubenden populistische Unsinn – und es stört ihn offensichtlich nicht, dass die meiste Zustimmung aus jener sattsam bekannten Dumpfbacken-Ecke kommt von der bestimmt nicht Gutes zu erwarten ist.

Von einem Technikfreak wie Herrn Lobo kann man wohl erwarten dass er sich eingehend mit dem Thema 5G beschäftigt, bevor er eine Kolumne darüber schreibt. Vermutlich hat er das auch getan und dabei erkannt, dass 5G zwar aus der Mobilfunktechnologie stammt aber nicht unbedingt auf Mobilfunknetze angewiesen ist. Er wird wohl wissen dass in 5G auch ein sogenannter „Device-to-Device“ – Modus (D2D) definiert ist, verschweigt das aber seinem Publikum.

D2D macht Mobilfunkmasten und Netzbetreiber überflüssig, im Nahbereich können Endgeräte direkt miteinander kommunizieren. Damit ausgerüstete (teil)autonome Fahrzeuge können sich untereinander abstimmen, in modernen Werken können Maschinen, Roboter, Fördermittel und sonstige Gerätschaften via 5G direkt gesteuert werden ohne dass es dazu Funkmasten braucht – spezielle Frequenzbereiche werden dafür schon bereitgehalten. Und die Landwirtschaft braucht 5G schon mal gar nicht, dort genügt GPS-Empfang auf dem Trecker und der via PC heruntergeladene tagesaktuelle Bodenbearbeitungsplan auf dem Memorystick.

Also hat Frau Karliczek völlig recht wenn sie sagt dass man 5G-Mobilfunknetze eben nicht an jeder Milchkanne braucht. Ich unterstelle Herrn Lobo dass er das auch weiß, aber er schlägt blindwütig auf sie und das gesamte von ihm als technikfeindlich empfundene politische System ein – und nutzt damit letztlich nur den Populisten (denen ist Technik ohnedies ziemlich egal, sie verstehen davon nichts und wollen nur den Lauf der Geschichte in jene „gute alte Zeit“ zurückdrehen in der vermeintlich noch Zucht und Ordnung geherrscht hat).

5G – Mobilfunknetze sind wichtig, sie werden aber in den großen Ballungsräumen gebraucht. Dort freiwerdende 3G- und 4G-Basisstationen können dann gut genutzt werden um die vielen noch bestehenden Funklöcher zu stopfen. So wird dann ein Schuh daraus – und die deutsche Industrie wird sicher auch lernen 5G im Direktmodus (D2D) zu nutzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RaKader 25.04.2019, 01:53
131. Staat und Gier

Sascha Lobo ist einfach wohltuend. Wer oft im Ausland ist und dann Besuch aus dem Ausland hat, kennt das Lied vom Fremdschämen über Digital-Deutschland. Oft wird das im Ausland zuerst als arrogantes Understatement misinterpretiert, um einer gewissen Ungläubigkeit bei einem Besuch zu weichen. Ganz verschwindet diese Ungläubigkeit aber nie – es wird eher auf eine schlechte Organisation zurückgeführt. Der Glaube an Deutschland ist hartnäckig. Und dann redet man sich den Mund fusselig und erklärt die hohen Kosten fürs mobile Netz bei gleichzeitig real existierenden kapitalistischen Funklöchern und Knebelverträgen auf zwei Jahre hin.

Dann erklärt man, dass der deutsche Staat sehr gierig und sehr teuer im Vergleich ist und so langsam beginnen die Gäste zu begreifen, dass all die Wohltaten im Sozialstaat irgendwie bezahlt werden müssen. Aber sie schütteln den Kopf über soviel Ignoranz, weil sie wissen, dass Digitalien die einzige Chance in ihren Ländern in Osteuropa sein wird aufzuschließen. Sie trinken ein Bier und reisen mit demm Gefühl zurück, dass sie zwar aus ärmeren Ländern kommen, ihnen aber die Zukunft gehört.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ommshya 25.04.2019, 02:15
132. Übertriebenes Gejammer auf Bildzeitungsniveau: (2) zu AI und ML

Lieber Sascha Lobo,
wie gesagt, ich stimme den beschriebenen Problemen zu. Allerdings halte ich den Ton für völlig übertrieben. Wie gesagt, das führt nur zur Politikverdrossenheit.
Wir werden weltweit für unser Bildungssystem und unsere Industrie beneidet. Und für den Willen zum Kompromiß unserer Politiker, auch wenn es nicht immer populär ist.
Und ich glaube zu Recht.
Auch bei AI.
Die Grundlagenforschung von Hochreiter, Schmidhuber, Schölkopf und Co hat weltweit den Boden für ML bereitet. Natürlich gibt es Verbesserungspotential. Und natürlich sollte man mehr Geld in IT Forschung stecken (nicht nur ML oder AI).
Aber dafür braucht man nicht hunderte Milliarden.
Wenn Sie sich mit den Forschern unterhalten, merken Sie schnell das Strukturen fast noch wichtiger sind. Ich nehme an, Sie kennen ELLIS (https://ellis.eu/), da gibt es einen Forderungskatalog der (nicht nur europäischen) KI Elite an die Politik. Laut ELLIS bräuchte man in D ca 100 mEUR p.a. zusätzlich, keine hunderte Milliarden. Aber man bräuchte auch geänderte Strukturen und ein Institut ähnlich dem EMBL (einem europäischen Erfolgsmodell).
Insofern finde ich Ihre Kolumne eher polemisch als hilfreich, das Thema is komplex.
Und bei aller Bewunderung für Estland betrifft, kaufkraftbereinigt hat Deutschland ein 65% höheres pro-Kopf Einkommen - und das in einem Fläschenstaat.
Ich weiß noch wie die die Zeitungen voll waren mit Panikartikeln über Japan (erinnert sich jemand an das allwissende MITI), dann Korea, jetzt China. Je mehr ich in der Welt herumkomme, umso weniger habe ich Angst, und umso mehr glaube ich daß wir mit ein bißchen mehr Gelassenheit am Ende erfolgreicher sein werden!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dolfi 25.04.2019, 05:20
133. Neulich in Deutschland

Habe gestern bei einem Arzt in Deutschland angerufen, wollte das Gespräch vorab noch per E-Mail bestätigen. Die Sprechstundenhilfe so: Wir sind da noch nicht angekommen, wir haben gar kein E-Mail. Sie können uns aber gerne faxen. Ich so: Was ist faxen? Fortschritt fängt zwischen den Ohren an. Hallo Deutschland, ist da jemand?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kochra8 25.04.2019, 06:11
134. What the f...

Besser also, damit nicht auf das Land ausweichen, ansonsten noch mehr Fledermäuse den Kopf einhauen. Belasst es in den Städten, also quasi im Ziel den Menschen - als Forschungsobjekt! Nur daran kann die Strahlungseffizienz gemessen werden...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uhlenbusch 25.04.2019, 06:14
135. Parallele zu anderen Themen

Ich kenne es leider aus der Stadtentwicklung ähnlich. Meist werden Grundstücke, selbst solche die der Kommune gehören, meistbietend verkauft. Eine Konzeptvergabe, welche auch soziale, ökologische, gestalterische und andere Kriterien in die Entscheidung mit einbezieht, findet selten statt. Das Ergebnis ist, dass sich für Investoren nur noch das preislich oberste Segment lohnt, da diese erstmal das Geld für das Grundstück einholen müssen. Nur weil die Menschen mittlerweile auf die Barrikaden gehen und "bezahlbare Wohnen" ein Megathema ist, denkt die Politik langsam um. Beim Wohnen geht es aber um ei Thema, das auch die analoge Politik begreift, bei der digitalisierung sehe ich aber im Wortsinn Schwarz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
icke_hier 25.04.2019, 07:14
136. Top!

Zitat von barbierossa
„... so habe ich auch hier nur einen guten Grund, nicht zu verzweifeln: das Nichtvorhandensein eigener Kinder.“
Auch dem ist nichts hinzuzufügen! Hätte man mir vor 20 Jahren selbige Situation vorausgesagt, hätte ich dem keinen Glauben geschenkt. Erstaunlich, was die Menschheit, oder weniger groß: eine Gesellschaft anrichten kann, damit man nicht den unbedingten Wunsch empfindet, sich aufgrund bestimmter Perspektiven, darin fortzupflanzen. Im Gegenteil: es nicht getan zu haben, beruhigt einen schon fast.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
claus7447 25.04.2019, 07:35
137.

Zitat von markus_seidel
Schön, daß Ihr Artikel so sehr auf das Versagen der Bundesregierung eingeht (und das ist ja in so vieler Hinsicht nicht wirklich etwas Neues), aber nicht mit einer Silbe das erwähnt, was Millionen von Menschen derzeit wirklich beschäftigt: Die gesundheitlichen Risiken von 5G! Warum wird nicht erwähnt, daß in Brüssel das Netz wegen "gesundheitlicher Risiken" ebenso verboten wurde, wie im Kanton Bern? Warum wird nirgendwo erwähnt, daß 5G eigentliche eine Waffentechnik der USA ist, mit der man Menschen verletzen und außer Gefecht setzen kann? Aber nein, das ist ja irrelevant! Traurig, was aus dem Spiegel von einst geworden ist, der Skandale aufdeckte und damit den Lesern die Augen öffnete...
Haben wir nicht die identischen Argumente bereits bei allen Vorgänger Standards gehört.

Dann müssen sie jetzt ab sofort die koreanischen Nachrichten abhören. Dort müsste jetzt eine Massenepedemie ausbrechen, das Netz ist dort seit ein paar Wochen flächendeckend im Betrieb.

Zudem: es gibt bereits etliche Konzerne die ein g5 Netz in ihren Werken installieren und installiert haben, dort gibt es auch Ärzte und Fachleute.

Das wenig erfreuliche ist, das wir heutzutage laufend irgendwelche Verschwörungstheorien ausgesetzt sind, die gleichen die erneuerbare Energien fordern, dann wegen einer erdleitung die 2 km entfernt zu ihrem Haus auf die Strasse gehen. Ganz schön schizophren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
suomi1983 25.04.2019, 07:37
138. "Digital first - Bedenken second" - Ernsthaft?

Ich rate drigend davon ab, die scheinbar schöne neue 5G - Welt nur positiv zu sehen. Niemand hat zu 5G eine aussagekräftige, abschließende Prüfung dahingehend gemacht, wie sich diese völlig neue, geoulste Strahlenart auf den menschl. Organismus auswirkt. Dass Mobilfunk-Strahlungen menschl. Zellgewebe verändern und damit anfällig für freie Radikale machen, gilt mittlerweile als ziemlich sicher (Reflex-Studie, Ramazzini-Studie, NTP Studie...).
Was wir uns da mit flächendeckenden 5G antun werden kann noch niemand absehen. 180 Wissenschaftler aus 36 Länder fordern daher ein 5G-Moratorium, Belgien und die Schweiz haben die 5G-Pilotprojekte wegen der unklaren gesundheitlichen Auswirkungen abgebrochen, in Italien wird das Gleiche gefordert. In Deutschland liest man dazu nur am Rande (heise-online, rbb, 3sat - nano, diagnose-funk.org).
Warum wird hierüber nicht breiter diskutiert? Erst sollte klar sein, welche Frequenzen in welchem Abstand und welcher Dauerbelastung für Mensch und Umwelt unbedenklich sind - und erst dann sollte sowas versteigert und ausgebaut werden.
Die Grenzwerte, auf dies sich da gerne zurückgezogen wird, bilden nur die thermische Wirkung der Strahlung ab, nicht aber die athermische, zellverändernde Wirkung und sind daher obsolet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cougar60 25.04.2019, 07:47
139. also ich brauche kein Mobilfunknetz,

und genieße es stattdessen jederzeit für Niemanden erreichbar zu sein. Wenn ich nicht Zuhause bin. Ebenso braucht kein Landwirt 5G, denn die Navigation seines Traktors läuft über GPS - Signale. Dieser Artikel ist meines Erachtens reine Stimmungsmache.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 36