Forum: Netzwelt
5G und Künstliche Intelligenz: Wir können uns den Wohlstand bald ans Faxgerät schmier
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Die Bundesregierung lässt die Frequenzen für das neue 5G-Netz versteigern - und knüpft damit an eine Tradition des digitalpolitischen Versagens an. Noch in Jahrzehnten werden Mobilfunkkunden für diesen Fehler bezahlen müssen.

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shechinah 25.04.2019, 07:54
140. Entwicklungsland

Prinzipiell bin ich mit Lobo ja einer Meinung, was den Trend zum Entwicklungsland Deutschland betrifft, aber offenkundig fehlt ihm jegliche fachlich Kompetenz was 5G betrifft. Mit seiner geringen Reichweite von nur wenigen 100 Metern (im Idealfall) ist es gerade für Milchkannen - sprich das Land - völlig ungeeignet um eine flächenmäsige Abdeckung zu garantieren. Warum sollten gerade diejenigen, die es nicht geschafft haben alle paar Kilometer einen 4G Mast aufzustellen, plötzlich schaffen zigtausende alle paar 100 Meter aufzustellen? Das wird nicht passieren. 5G ist auch eigentlich nicht für Handys oder sonstwie zum Surfen gedacht. Wozu auch? Will man denn einen Film (das dürfte wohl der Maximalfall sein für das was man am Handy machen kann) in dreifacher Geschwindigkeit anschauen? Und was 5G in anderen Ländern betrifft, das sind völlig andere Frequenzen, mit viel größeren Reichweiten - eher ein LTE+ als echtes 5G mit der extrem hochfrequenten Übertragung im Mikrowellenbereich. Echtes 5G ist nur ein Kurzstereckenstandard und deshalb für Flächendeckung deshalb völlig ungeeignet. Und ja, sie werden es wieder mal total vergeigen, und es wird wieder mal teurer als sonstwo auf der Welt.

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janos71 25.04.2019, 07:55
141. Wie wahr

Ich stimme mit Hr. Lobo überein jedoch wird D immer mit High-Tech Nationen ala China, Korea, Japan & Co. verglichen und das ist möglicherweise der Fehler. Wir sind was Digitalisierung, Software, IT, ... angeht nicht wirklich auf dem Niveau dieser Staaten. Das wäre als wenn man einen Kreisliga- Fußballer mit einem Bundesliga-Profi vergleichen möchte. D wird, egal welche Masterpläne die Politiker beschließen, in den nächsten Jahrzehnten nicht das Niveau dieser Staaten erreichen denn diese Nationen warten nicht auf den Nachzügler D. Die Automobile der Zukunft müssen auch fahren können wenn 5G nicht oder nur eingeschränkt funktioniert und im Zweifelsfall kommen diese Produkte dann, so wie der komplette Home-Entertainment Bereich, von japanischen oder koreanischen Konzernen.

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cougar60 25.04.2019, 07:56
142. seit wann interessiert

Zitat von Europeon
Oh doch, wenn man den Landausbau zur Bedingung machte. Hiesse natürlich dass der Finanzminister etwas weniger bei der Versteigerung einnimmt, zum Wohle aller. Aber das Wohl aller steht eben nicht auf der Prioritätenliste der Regierenden.
privatwirtschaftliche Großunternehmen, wie es die Mobilfunkanbieter sind, das Gemeinwohl ? Das wäre ja mal ganz was Neues. Diese Fuzzis interessiert nur die Profitmaximierung. Würde man diesen Fuzzis die Lizenzen kostenlos zukommen lassen, würde es nicht günstiger. Sondern nur die Kasse der Anbieter nur noch praller gefüllt werden

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fatherted98 25.04.2019, 07:57
143. Herr Lobo...

...Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die Mobilunternehmen die 5G Frequenzen für Umme bekämen auch nur einen Sendemast mehr bauen würden? Das ist doch ziemlich naiv und weltfremd.

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Rüdiger321 25.04.2019, 07:57
144. Vorwärts nimmer, rückwärts immer!

Das zukunftsweisende Projekt Industrie 4.0 mutiert sehenden Auges in ein Industrie 0.4! Es ist eine Schande sondergleichen wie unsere Sach-und Kompetenz-fremden Politiker, allen voran die zuständigen Minister, die Zukunft unserer Kinder verspielen. Das einzige worin diese Herrschaften gut sind ist das sichern ihrer eigenen Pfründe. Damit lässt sich auch gut leben, selbst wenn Deutschland auf dem Niveau eines Dritt-Welt-Landes angekommen und zum Armenhaus Europas mutiert ist.

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merlin 2 25.04.2019, 08:00
145. Wir warten doch überhaupt nicht auf 5G!

Was der Artikel suggeriert ist, daß der Endverbraucher 5G benötigt und das ist Quatsch.
Auch die Berechnungsformel beinhaltet einen ProKopf-Faktor und wie der Autor ein paar Absätze zuvor korrekt ausgeführt hat, wird 5G nicht für den Mobilphone-Benutzer relevant sein, sondern für die Industrie. Somit ist der ProKopf-Faktor aber auch schon wieder falsch.
Richtig wäre eine Betrachtung der Realität und hier versagt Deutschland an ganz anderer Stelle.
Welches deutsche Unternehmen ist denn überhaupt für Industrie 4.0 gerüstet?
Wer weiß überhaupt was das genau ist?
Die meisten Unternehmen faseln inzwischen was von Industrie 5.0 und wenn man sie fragt, was sie zu 4.0 gemacht haben, dann erzählen sie so'n Humbug wie sie hätten nach Indien verlagert. Sie reden also allenfalls von 2.5. Wer aber 4.0 nicht kann, braucht auch kein 5G.
Und dann muß man tatsächlich korrekt attestieren, daß die Milchkanne das nicht braucht und auch der Landwirt keine Datenmengen verarbeiten muß, für die 5G erforderlich wäre. Ganz zu schweigen davon, daß die Frequenzen massiv schlechter geeignet sind, um große Gebiete kostengünstig abzudecken. Das hat mit der Ausbreitung der Funkwellen in den jeweiligen Frequenzbändern zu tun. Ergo würde man deutlich mehr Relaisstationen benötigen als bisher und das würde richtig teuer..
Was man tatsächlich benötigen würde, wäre eine 4.0 Initiative und ein flächendeckender Ausbau der bestehenden Technologien, damit stabil hohe Datenraten realisiert werden können. Da kann dann 5G gerne die Lücken schließen, wenn mal wirklich mehr als 250Mbit (3G ca. 40MBit, LTE bis max. 500 MBit) benötigt werden. Alles andere ist Verschwendung, denn 6G kommt ja auch noch.

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Raisti 25.04.2019, 08:06
146.

Zitat von ollifast
Ganz ehrlich: Wie naiv ist der Autor, wenn er glaubt, die Versorgung auf dem Land würde besser, wenn die Frequenzen günstiger hergingen. Nein: Das gesparte Geld ginge nur in die Taschen der Shareholder. Der Landausbau wäre kein Stück besser.
Stellen Sie sich vor der Gesetzgeber hat die Möglichkeit Gesetze zu verabschieden und damit die Möglichkeit die Betreiber zu einer gewissen Netzabdeckung zu zwingen.

Alternativ könnte das Netz auch komplett staatlich organisiert werden.

Ist also schon grenzwertig dem Autor naivität vorzuwerfen.

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nicht_egal 25.04.2019, 08:07
147. Halbwahrheiten und falsche Schlüsse

Das Problem sind nicht die Versteigerungskosten. Die kann man erstens steuerlich abschreiben, zweitens stehen diesen in Deutschland mit weit über 50 Mio Mobilfunknutzern erheblich mehr Kunden gegenüber als in allen anderen europäischen Ländern.
Das Problem ist die industriefreundliche Politik und die oligarchischen Strukturen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt mit gerade mal drei Anbietern, die Drittanbieter nicht auf ihre Infrastruktur lassen müssen. Märkte mit einem wesentlich ungünstigeren Verhältnis an von zu versorgender Fläche zu den Nutzern weisen wesentlich günstigere Mobilfunktarife genau dort aus, wo dieser Wettbewerb auf Grund kundenfreundlicher politischer Vorgaben funktioniert: in Skandinavien, dem Baltikum und Polen. Deutschland hingegen ist in Sachen Wettbewerb auf Platz 28(!) der 28 EU-Staaten zu finden, d.h. es sind die politischen Zugeständnisse an die Konzerne, die bei uns einen funktionierenden Wettbewerb verhindern - zugunsten der Shareholder und auf Kosten der Verbraucher. Hier muss man ansetzen, wenn sich etwas ändern will. Das weiss Herr Lobo übrigens sehr genau - weshalb dieser Artikel sicherlich kein SPON-Highlight darstellt.

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zensurgegner2016 25.04.2019, 08:18
148.

Zitat von ghdstz
...dass 5G zwar aus der Mobilfunktechnologie stammt aber nicht unbedingt auf Mobilfunknetze angewiesen ist. Er wird wohl wissen dass in 5G auch ein sogenannter „Device-to-Device“ – Modus (D2D) definiert ist, verschweigt das aber seinem Publikum. D2D macht Mobilfunkmasten und Netzbetreiber überflüssig, im Nahbereich können Endgeräte direkt miteinander kommunizieren. Damit ausgerüstete (teil)autonome Fahrzeuge können sich untereinander abstimmen, in modernen Werken können Maschinen, Roboter, Fördermittel und sonstige Gerätschaften via 5G direkt gesteuert werden ohne dass es dazu Funkmasten braucht – spezielle Frequenzbereiche werden dafür schon bereitgehalten. Und die Landwirtschaft braucht 5G schon mal gar nicht, dort genügt GPS-Empfang auf dem Trecker und der via PC heruntergeladene tagesaktuelle Bodenbearbeitungsplan auf dem Memorystick. Also hat Frau Karliczek völlig recht wenn sie sagt dass man 5G-Mobilfunknetze eben nicht an jeder Milchkanne braucht. 5G – Mobilfunknetze sind wichtig, sie werden aber in den großen Ballungsräumen gebraucht. Dort freiwerdende 3G- und 4G-Basisstationen können dann gut genutzt werden um die vielen noch bestehenden Funklöcher zu stopfen. So wird dann ein Schuh daraus – und die deutsche Industrie wird sicher auch lernen 5G im Direktmodus (D2D) zu nutzen.
In der Theorie haben Sie recht
In der Praxis ist Ihre Meinung schlicht der Absturz unseres Wohlstandes

Leider entscheiden immer mehr Politiker so komplett ahnungslos aus der Theorie heraus

1: Ja, Daimler Bosch ABB und Co bauen eigene, firmeninterne 5G Netze, um sich die Kosten an die Betrieber zu sparen

Nur:

1000ende von Kleinfirmen, die dennoch mit zur Weltspitze gehören haben weder das Potential noch die Kapazität, eigene netze auszubauen

2: Ja, mann kann die Gerätschaften ohne ein 5G Netz MITEINANDER kommunizieren lassen

Wie macht das dann BASF? (abgesehen davon dass die ein eigenes Netz betreiben wollen)
Auf einem viele Hektar umfassenden Betriebgelände sind 10 Millionen auf 5g kommunizierende Sensoren. die Kommunizieren dann wie mit der 10 km entfernten "Zentrale"?
Via "Hopping"?
Was machen Unternehmen, die dazwischen auch "Pampa" haben?

3: Landwirtschaft braucht 5 g gar nicht:
Da reicht GPS und ein USB Stick....
Alleine so ein Satz zeigt auf, dass Sie unter Landwirtschaft verstehen: Bäuerchen, Traktor, Kustall und Melkschemel

Und genau wegen dieser arroganten ahnungslosen Glaubenslehrer wie die der Ihren geht in Analogistan Deutschland eigentlich nichts mehr



Grundsätzliche Frage: In 15 Jahren haben wir (sollten wir) 5 G eh an jeder Milchkanne haben
War bei 2-4G auch so

Was haben die Opa Deutschen gemacht?
Mit Vollbremsung das Netz ausgebaut: Kosten waren dieselben
Zeithorizont 5 mal so lang
Und alle Industrien, die auf 2-4 G angewiesen waren/sind, sind überwiegend im Ausland entstanden/abgewandert...

Und bei 5 G nun auch wieder: Mit Vollbremsung in die Zukunft
Aber eben halt 5 Jahre hintenan

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zensurgegner2016 25.04.2019, 08:20
149.

Zitat von cougar60
und genieße es stattdessen jederzeit für Niemanden erreichbar zu sein. Wenn ich nicht Zuhause bin. Ebenso braucht kein Landwirt 5G, denn die Navigation seines Traktors läuft über GPS - Signale. Dieser Artikel ist meines Erachtens reine Stimmungsmache.
Wer glaubt dass es bei 5G um Erreichbarkeit geht, wer glaubt, dass es bei dem Thema Landwirtschaft um GPS Signale geht, der sollte bitteschön nicht wählen gehen, denn er hat zwar eine Meinung, aber nicht ein Funken Ahnung

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