Forum: Netzwelt
5G und Künstliche Intelligenz: Wir können uns den Wohlstand bald ans Faxgerät schmier
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Die Bundesregierung lässt die Frequenzen für das neue 5G-Netz versteigern - und knüpft damit an eine Tradition des digitalpolitischen Versagens an. Noch in Jahrzehnten werden Mobilfunkkunden für diesen Fehler bezahlen müssen.

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merlin 2 25.04.2019, 09:30
160.

Zitat von zensurgegner2016
Und ganz platt gesagt: Wenn der Toaster zukünftig nur mit 5G funktioniert, dann verkauft den niemand, wenn keiner 5G hat dank fehlendem Netz
Ja, wenn man natürlich nur so "platt" formuliert, dann kommen solche Kommentare dabei raus.

Kein Toaster braucht 5G.
Schon Bluetooth an so einem Gerät wäre pure Verschwendung.

Die Leute, die heute ein Mobiltelefon benötigen, um den Zustand ihres Kühlschranks zu beurteilen, tun mir nur noch leid. Kann man bitte mal Technik und Technologien dafür einsetzen, wofür sie gedacht sind?
Und noch einmal: 5G für Handynutzer ist Quatsch. Welche Inhalte benötigen Datenraten größer 250MBit/s? Bereits LTE kann bis 500MBit/s.
Wäre LTE flächendeckend mit hohen Datenraten verfügbar, gäbe es aktuell kaum Bedarf. Leider ist die Abdeckung ungenügend und 5G würde hier überhaupt nicht helfen.
Mit 5G entsteht vielmehr das Problem noch viel mehr Relais-Stationen zu benötigen und bereits im LTE-Bereich hapert es genau daran. Und woran liegt es? Bspw. an den Kosten, die gescheut werden.
Würde sich das mit 5G ändern?
Nein!

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exHotelmanager 25.04.2019, 09:31
161. Unwissenheit schützt vor Publikation nicht

Die Landwirtschaft braucht 5G nicht. Die notwendige Verkehrsdatenmenge, die landwirtschaftlicher Betrieb innerhalb einer Höchsttransferzeit zu kommunizieren hat, ist auch per EDGE zu bewältigen. Es sind die Billig-Pseudo-Programme, die "Apps", die uns zwingen, für jedes notwendige Bit eine Luxusrennverbindung aufbauen zu müssen. Für die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander braucht man kein Netz, das könnten die Fahrzeuge auch direkt miteinander regeln - ohne Fernüberwachung via 5G.

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freiheitimherzen 25.04.2019, 09:33
162. zu kurz gedacht

Zitat von benuzar
Wie hätte denn Herr Lobo das knappe Gut 5G-Frequenzen den Interessenten zugeteilt, wenn nicht durch Versteigerung? Vielleicht mittels guter Beziehungen zwischen Telko-Lobbyisten und Behörden? Oder jeder bekommt gleich viele Frequenzen, egal, ob er etwas wirtschaftlich Gescheites damit anstellt? Ein paar Vorlesungen VWL zur Allokationstheorie oder ersatzweise ein Stammtischgespräch zum Thema mit einem VWL-Dozenten schaden sicherlich auch dem von mir geschätzten Herrn Lobo nicht.
Sehr geehrter benuzar,

klar, wenn man nur von 12 Uhr bis Mittag denkt, dann kann man sich die Allokationstheorie zu eigen machen.

Wer langfristig denkt und z.B. die Auswirkungen der UMTS Versteigerung unter diesem Gesichtspunkt ansieht, kommt klar zu anderen Schlüssen:
- Den Bietern Milliarden zu entziehen, die sie für die nach der Versteigerung notwendigen Investitionen benötigen, ist einfach nur dumm.
- Letztlich zahlt es der "Eigentümer" des knappen Guts, nämlich die Bürger dieses Landes, durch überhöhte Preise, langsamem Netzausbau und schlechten, da teuren Service.
- Die Regierung bekommt über eine verdeckte "Steuer" noch mehr Geld zum Verschwenden.
- Investiert diese Regierung das Geld selbst in den Ausbau ländlicher Gebiete, dann kostet das mehr, weil Politiker grundsätzlich nicht wirtschaften können - siehe Flughafen BER, Elbphilharmonie, Stuttgart 21.

Wie oft müssen wir uns noch selbst ins Knie schießen bis wir merken, daß wir selbst die Dummen und die Verlierer bei dem Spiel sind?

Viele Grüße

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holger1412 25.04.2019, 09:38
163. Milchkanne?!?

"5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig." Stimmt, allerdings habe ich in den letzten 25 Jahren auch kaum noch Milchkannen am Straßenrand stehen sehen.
Aber was will man von Stadtpolitikern erwarten, die ihr Wahlvieh in den städtischen Ballungszentren versorgt wissen wollen, sei es mit Mobilfunk, Breitband, günstigem Wohnraum oder Ärzten und Krankenhäusern. Was die in der Stadt wohl machen, wenn die Landbewohner ihnen keine Milch, kein Fleisch und kein Gemüse mehr liefern? Sei es wegen ausbleibender Ernten, oder einfach weil kein Lkw mehr in die Stadt fährt um zu liefern.

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freiheitimherzen 25.04.2019, 09:43
164. kleine Gegenrechnung

Zitat von Brinke
...Außerdem, wer garaniert, dass die Anbieter das gesparte Geld auch in die Netzinfrastruktur investieren würden? Wir haben in Deutschland eine miese Netzabdeckung, weil sie in vielen Regionen einfach nicht luktrativ genug ist. Daran ändert sich nichts, egal wie teuer die Versteigerung für die Netzbetreiber wird. ...
Die Netzabdeckung ist mies, weil es "sich nicht rechnet"?

Und durch hohe Zusatzkosten rechnet es sich besser?

Wie wäre es statt dessen mit "keine Lizenzgebühren gegen höhere Ausbauverpflichtungen"?

Das bringt:
- niedrigere Gebühren (man brauch keine 280.000 Basisstationen für die 5,6 Mrd. €)
- bessere Netzabdeckung (bis zu 5,6 Mrd. € zusätzlich für Investitionen)
- besserer Service

Da 5G vor allem für die Industrie wichtig ist, reicht der aktuelle Wettbewerb völlig aus. 1&1 Drillisch ist bei den Firmen so irrelevant wie Telefónica. D.h. das Rennen machen eh Telekom und Vodafone unter sich aus. Da ist der Preis nebensächlich und der Service ausschlaggebend.

Viele Grüße

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cherrypicker 25.04.2019, 09:44
165. Zuckerbrot und Peitsche!

Nur wer in einer festgesetzten Frist eine ähnliche Netzabdeckung erlangt wie Mobilfunkanbieter in anderen Ländern, sollte die ersteigerten Frequenzbänder dauerhaft nutzen dürfen. Wer versagt, dem wird das Nutzungsrecht (denn mehr ist es nicht) staatlicherseits ersatzlos entzogen. Dann kann er seine bis dahin verbaute Infrastruktur billig verkloppen oder wegschmeißen. Nur so könnte man die Mobilfunkanbieter zu schnellerem Netzausbau zwingen. Gerecht wäre es, sie verdienen danach schließlich auch fett Kohle damit. Aber unsere Politik kriecht den Konzernen nur noch in den Hintern. Peinlich ist das.

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cougar60 25.04.2019, 09:44
166. @zensurgegner2016

einen Toaster der nur mittels 5G funktioniert, den würde ich auch dann nicht kaufen. Wenn Deutschland das am Besten ausgebaute 5G Mobilfunknetz der Welt hätte. Das hat schon was von, erst den Nippel durch die Lasche ziehen. Für die gewöhnlichen Bürger ist es doch völlig egal, ob nun 2,3, oder 5G Netz. Für Hersteller ist es ein Vorwand um den privaten Konsumenten für Geräte, die für ihn eigentlich absolut keinen Sinn machen, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Denn würden die Konsumenten nur die bereits vorhandene und völlig ausreichende Gerätschaft nutzen wollen. Dann wäre es mit dem Wachstum für die Gerätehersteller vorbei. Also muß man den Leuten den Floh von der neuen supertollen 5G-Welt ins Ohr setzen, damit für die Hersteler weiterhin der Rubel bestens rollt

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darkbaroon 25.04.2019, 09:46
167. Jetzt mal im Ernst......

....wen soll denn derzeit in Deutschland eine vernünftige Digitalisierung jucken? Die Groko ist mit Ihrem Überleben beschäftigt und braucht dringend Kohle für neue Steuergeschenke. Die Grünen würden zwar gerne noch schneller Surfen, müssten aber dafür aber irgendwo Funkmasten*Innen hinstellen, die sowohl den Buchtekäfer, die Jaulmeise sowie Strahlungsempfindliche Menschen beeinträchtigen könnten. Der AFD reicht 3G locker um auf Facebook zu hetzen und der klägliche Rest ist sowieso irrelevant.

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freiheitimherzen 25.04.2019, 09:52
168.

Zitat von winnischneider
Werter Florist in einem demokratischen sozialen Rechtstaat gibt es Aufgaben, die sich betriebswirtschaftlich nicht rechnen. Neben Bildung, Gesundheit und Sicherheit zähle ich auch die Digitalisierung dazu. Hier hat der Staat in Vorleistung zu gehen, um gleiche Lebensbedingungen für alle zu gewährleisten. Gern bin ich bei Ihnen wenn es um sogenannte prestigeprojekte geht, die in den Sand gesetzt wurden. Da stellt sich aber auch die Frage nach Verantwortung und Haftung Winfried
Sehr geehrter Winfried,

richtig, das kann so aber nicht auf Mobilfunk übertragen werden. Hier war Europa in den Anfängen sehr erfolgreich, da NUR die Rahmenbedingungen festgelegt wurden und den Rest Privatfirmen geleistet haben. Hier ist die Effizienz wichtiger als die Qualität oder die Sicherheit, deshalb ist das anfänglich gut gelaufen.

Im Gesundheitsbereich wurde leider auch privatisiert - mit verheerenden Folgen. Hier sollte die Qualität der Versorgung vor der Effizienz stehen. Da jetzt das Pferd von hinten aufgezäumt wird, ist die Gesundheitsversorgung ein Desaster.

Die Digitalisierung gehört auch zu den Bereichen, in denen Effizienz vor Qualität und Sicherheit steht. Es würde reichen hier Rahmenbedingungen (z.B. Ausbauverpflichtungen) zu definieren und ansonsten sollten sich Politiker raushalten.

Dazu ist 2015 (glaube ich) auch ein Nobelpreis verliehen worden, der aufzeigt, daß die Privatwirtschaft über da besser ist, wo Effizienz an erster Stelle steht, und staatliche Eingriffe besser sind, wo Qualität und Sicherheit Vorrang haben müssen.

Viele Grüße

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Strinauftisch 25.04.2019, 09:55
169.

Zitat von ollifast
Ganz ehrlich: Wie naiv ist der Autor, wenn er glaubt, die Versorgung auf dem Land würde besser, wenn die Frequenzen günstiger hergingen. Nein: Das gesparte Geld ginge nur in die Taschen der Shareholder. Der Landausbau wäre kein Stück besser.
Es wurde oft genug gefordert, soweit ich mich erinnere auch in dieser Kolumne, die Lizenzen mit Auflagen zu versehen, die Infrastruktur Flächendeckend bereit zu stellen. Oder das eingenommene Geld zweckgebunden in die nötige Infrastruktur zu stecken.
Das sind nur 2 einfache Beispiele die um Längen besser wären als der Schwachsinn, den unsere Regierung fabriziert.

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