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Abmahnungen: "FAZ" und "SZ" wehren sich gegen Netz-Pressespiegel

Wieder wurde ein Web-Dienst abgemahnt, der Überschriften und Artikelanrisse der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" sammelt. Der Betreiber der kostenpflichtigen Suchmaschine Echobot will sich notfalls vor Gericht dagegen wehren.

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niska 24.05.2012, 09:16
1.

Zitat von sysop
Wieder wurde ein Web-Dienst abgemahnt, der Überschriften und Artikelanrisse der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" sammelt. Der Betreiber der kostenpflichtigen Suchmaschine Echobot will sich notfalls vor Gericht dagegen wehren.
Wieviele Generationen von gestern muss man eigentlich sein, um diese Dienste nicht als das, was sie sind - kostenlose Werbung - zu betrachten?
Was kommt als nächstes? Abmahnungen an google, weil die auch Überschriften und Artikelteile darstellen?
Wäre es für FAZ und SZ nicht einfacher die robots.txt zu disallowen?

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OliverSch 24.05.2012, 09:52
2.

Zitat von niska
Wieviele Generationen von gestern muss man eigentlich sein, um diese Dienste nicht als das, was sie sind - kostenlose Werbung - zu betrachten? Was kommt als nächstes? Abmahnungen an google, weil die auch Überschriften und Artikelteile darstellen? Wäre es für FAZ und SZ nicht einfacher die robots.txt zu disallowen?
Generation von gestern?
Es kann nicht angehen das eine Firma ein Geschäftsmodell auf Grundlage fremden Eigentum macht. Warum kann man nicht bevor man eine Solche Sache veranstaltet auf SZ und FAZ zugehen und ggf. auch etwas dafür zu bezahlen? Aber nein, heutzutage ist klauen ja so selbstverständlich wie auf`s Klo zu gehen.

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Nuklid 24.05.2012, 09:54
3. Rss?

Zitat von sysop
Wieder wurde ein Web-Dienst abgemahnt, der Überschriften und Artikelanrisse der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" sammelt. Der Betreiber der kostenpflichtigen Suchmaschine Echobot will sich notfalls vor Gericht dagegen wehren.
Beim ersten Durchlesen klingt es, als würde die FAZ und SZ gegen ihren eigenen RSS Dienst klagen.

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Pfeiffer mit drei F 24.05.2012, 10:08
4.

Zitat von OliverSch
Generation von gestern? Es kann nicht angehen das eine Firma ein Geschäftsmodell auf Grundlage fremden Eigentum macht. Warum kann man nicht bevor man eine Solche Sache veranstaltet auf SZ und FAZ zugehen und ggf. auch etwas dafür zu bezahlen? Aber nein, heutzutage ist klauen ja so selbstverständlich wie auf`s Klo zu gehen.
Warum kann das nicht angehen? Es ist schon obszön, was man alles so als "Eigentum" betiteln darf. Soll etwa jeder Pizzabringdienst einen Obolus an Mercedes abführen, weil man sich Autos zur Lieferung bedient?

Warum darf man nicht darüber informieren, was in Zeitung XYZ steht? Immerhin werden die Originalartikel verlinkt und bringen somit den Zeitungen mehr Kunden.

Je länger dieser ganze Kindergarten andauert, desto mehr denke ich, dass man das Urheberrecht komplett eindampfen und gegen ein komplett neues Rechtskonzept zu immateriellen Gütern ersetzen sollte.

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Das Grauen 24.05.2012, 10:10
5. @niska: Ganz so einfach ist es nicht.

Der Protest gegen Nutzung der Überschrift und Zusammenfassung scheint auch mir überzogen. Dies ist tatsächlich Werbung für die Verlage und sorgt für zusätzliche Klickzahlen bei den Artikeln. Die Artikel dann aber in einem Echobot Frame einzusetzen ist nicht rechtens. Und erst recht nicht die Volltext Funktion! Mit dieser wird dem Herausgeber jede Möglichkeit genommen, durch Werbung an seinem Text zu verdienen. Das ist tatsächlich Diebstahl von geistigem Eigentum. Und daß der entsprechende Service in den USA sitzt spielt überhaupt keine Rolle da ja schließlich Echobot ursächlich diesen Rechtsbruch auslöst. Das ist schon eine ziemliche Drestigkeit. Also, so geht's ganz klar nicht, da kann ich die Verlage völlig verstehen.

Wenn sich die Medien darauf beschränken würden, Rechtsbrecher wie Echobot zu verklagen, wäre dagegen überhaupt nichts zu sagen. Aber da man leider "fair use" Nutzer wie Commentarist in die gleiche Schublade wirft verscherzt man sich viele Sympathien.

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spon-facebook-1191288920 24.05.2012, 10:12
6.

@OliverSch - vielen Dank für Ihre Meinung. Leider ist es nicht möglich mit allen Urhebern von jedem Artikel von jeder Webseite vorher zu sprechen, bevor man eine Suchmaschine programmiert.
Natürlich sind wir aber auch vor der Abmahnung schon auf die beiden Verlage zugegangen - sogar mehrfach - per Telefon, E-Mail und Postalisch. Leider wollte man hier nicht mit uns reden.

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Nuklid 24.05.2012, 10:16
7.

Zitat von Nuklid
Beim ersten Durchlesen klingt es, als würde die FAZ und SZ gegen ihren eigenen RSS Dienst klagen.
Wenn man sich die Nutzungsbedingungen bei der FAZ von RSS für kommerzielle Nutzung ansieht, wird's klarer :)

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erst_denken 24.05.2012, 10:19
8.

Zitat von Nuklid
Beim ersten Durchlesen klingt es, als würde die FAZ und SZ gegen ihren eigenen RSS Dienst klagen.
Das war auch mein erster Gedanke ;-)
Im Ernst: Ja, es ist für mich auch immer fragwürdig, warum Geschäftsmodelle heutzutage funktionieren, indem man nur die Arbeit anderer verlinkt (ich sage jetzt absichtlich nicht klaut). Selbst der Volltext-Dienst läuft über einen amerikanischen Anbieter. Was machen die bei echobot eigenlich selber?
Andererseits stellt sich mir auch die Frage, was die Verlage eigentlich wollen? Sollen ihrer Artikel gelesen werden? Dann sollten sie sich freuen, wenn Leser auf sie aufmerksam werden, die sonst die Seiten nicht besuchen. Wer öfter bei SZ und FAZ landet, wird vielleicht irgendwann sein Abo bei echobot sparen und direkt bei den Zeitungen lesen.
Oder geht es den Verlagen darum, dass sie Klicks für ihre Werbekunden sammeln? Es geht doch wohl letztlich nur um die Klicks (bei SPON werden auch Artikel zerhackt oder auf 30 Bilder aufgeteilt, um möglichst viele Klicks zu generieren :-p). Und dann stellt sich schon die Frage, ob ihnen durch diesen Sammeldienst nicht solche Klicks verloren gehen. Das würde das Geschäftsmodell der Verlage wirklich schmälern.
Alles in allem verstehe ich nicht, warum man von Seiten von echobot nicht einfach im Vorfeld auf die Verlage zugeht und mit ihnen verhandelt. So sparen sich beide Seiten Rechtsanwaltskosten.

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Das Grauen 24.05.2012, 10:21
9. Berichterstattung über Medien muß erlaubt sein!

Wenn Politiker oder Prominente sich öffentlich äußern, können und dürfen die Medien dies natürlich zitieren, ohne sich über das Copyright Sorgen machen zu müssen. Dies heißt aber auch, daß Überschriften und Auszüge aus Medienberichten, die öffentlich zugänglich sind, genauso zitiert werden dürfen. Die Verlage können da nicht erwarten, daß zweierlei Recht angewandt wird. Dies wäre mit dem Grundgesetz auch nicht vereinbar. Das heißt nicht, daß eine Volltext-Kopie wie bei Echobot rechtens wäre. Aber das Zitat von Überschrift und Zusammenfassung, wie bei Commentarist, muß erlaubte Berichterstattung sein. Alles andere wäre unsinnig.

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