Forum: Netzwelt
AfD-Wahlergebnisse: Medienschuld und Merkels Beitrag
Markus Schreiber/ AP

Eine himmelschreiende Hilflosigkeit im Angesicht des Faschismus zieht sich quer durch die Gesellschaft. Die Konservativen bis hin zur Kanzlerin bleiben stumm, und Linke und Liberale verteilen politische Globuli.

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leiendeu 05.09.2019, 11:35
310. @304 burlei

Genau diese Ignoranz (Zitat: Es gibt Probleme, die überhaupt keine sind, aber von ein paar Gestalten künstlich aufgebauscht werden) zerstört das Vertrauen in die sog. Volksparteien. 'Ihr habt doch gar keine Probleme, ihr bildet euch das doch nur ein.' Wenn wir nicht versuchen die Probleme und Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, auch wenn es teilweise nur 'gefühlte' sind, dann werden wir diese Menschen nie mehr erreichen. Das sind keine Protestwähler, das sind Menschen die abgehängt sind bzw. sich abgehängt fühlen. Ca. 20 Prozent heute - und morgen? Nochmal: 1933 hat Untätigkeit zur Katastrophe geführt - wehret den Anfängen.

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saldat_bumaschny 05.09.2019, 11:40
311.

Zitat von IngoLars
...mal nach Buchenwald, Dachau oder sogar Auschwitz zu fahren und sich anschauen was Faschismus tatsächlich gewesen ist. Wer einer zugegeben teilweise sehr rechts stehenden Partei, gleich das Etikett "Faschismus" anheftet weiß nicht wirklich von was er redet und verharmlost die Geschichte auf erschreckende Weise. Ob man damit am Ende sogar die Opfer verhöhnt kann man durchaus diskutieren. Ich bin es Leid, das einfach keine Differenzierung mehr stattfindet. Alles was rechts von der sozialdemokratisierten CDU steht, ist in Augen der Linken gleich ein "Nazi". Wenn man Begriffe so entwertet, braucht man sich am Ende nicht zu wundern, wenn einem eines Tages die Worte fehlen, nämlich dann wenn tatsächlich "Nazis" die politischen Machtverhältnisse in diesem Land in Frage stellen sollten. Dann werden einem nämlich schlicht die Worte fehlen um das ausdrücken was dann passiert. Und niemand will Leuten wie Höcke und Kalbitz hier das Wort reden. Aber in der AFD werden diese Leute niemals die Mehrheit haben. Und wenn doch? Dann ist die AFD Geschichte und das ist dann auch gut so.
Und Ihnen würde ich empfehlen, sich mal Hitler-Reden, NSDAP-Pamphlete usw. mal aus den späten 1920er und frühen 1930er Jahren anzuhören und zu -sehen. Damals gab es noch kein Dachau und kein Auschwitz, trotzdem waren das auch damals schon echte Nazis. Und vieles was von der AfD und anderen "rechts von der CDU" stehenden Stimmen zu hören ist, kommt dem schon verdammt nahe.

Damals haben auch viele noch geglaubt, das radikale Gegröhle nicht so ernst nehmen zu müssen, man würde Hitler und seine braunen Gesellen schon gezähmt bekommen usw.. Als sie dann an der Macht waren, war es zu spät zu reagieren.

Man KANN ja auch mal was aus der Geschichte lernen, aber offenbar haben da viele gar kein Interesse. Nur kommt mir bitte hinterher nicht wieder mit "...das haben wir ja nicht ahnen können."

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KaraBenFasel 05.09.2019, 11:48
312. AfD-Wahlergebnisse

"AfD-Wahlergebnisse - Medienschuld und Merkels Beitrag".
Ich habe Überschrift und Einleitung gelesen. Das reichte, um die Frage aufzuwerfen, warum der Artikel und das Forum unter der Rubrik "Netzwelt" läuft. Wäre nicht die Rubrik "Ideologie" besser geeignet?

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heiko1977 05.09.2019, 12:00
313.

Zitat von josho
....damit ist doch alles gesagt! Es sind beileibe nicht alle Nazis, die die AfD wählen. Aber sie wählen sie trotzdem, wenn es um Protest geht. Was sollen sie denn sonst tun, wenn sie merken, dass "normale Parteien" nicht auf die offensichtlichen und jahrzehntelangen Missstände reagieren? Die Bekämpfung der AfD besteht in der Beseitigung der Missstände- so einfach ist das!
Was man sonst tun könnte als Nazis zu wählen? Da gibt es eine Menge: Selber aktiv werden in einer Partei. Aber auch neben den Nazis gibt es reichlich Auswahl, die man statt den "etablierten" Parteien oder der rassistischen AfD die Stimme zugeben: Die Partei, Piratenpartei, DKP, usw. Alles Parteien, die sowohl in Brandenburg und Sachsen antraten. Aber wer Nazis wählt, will Nazis wählen. Also Schluss mit dieser Relativierung von rassistischem Verhalten.
Die Beseitigung der Missstände, wäre die eigene Initiative zu ergreifen, aber das fällt den Ostdeutschen bis heute schwer. da wartet man lieber auf den starken Führer und sucht sich ein Sündenbock (Ausländer, Wessis, Politiker, Mutti, doofe Unternehmer, Nachbar, ...).

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urvogel 05.09.2019, 12:04
314. "unterkomplex"

Die schwarze Null ist schuld... wenn das mal nicht noch mehr unterkomplex ist, als "die Talkshows sind schuld". Wenn ich selbst ein Patentrezept hätte, dann würde es jetzt sicher hier stehen.

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heiko1977 05.09.2019, 12:15
315.

Wir tun so als hätten ostdeutsche Wähler noch nie rassistisch rechtsradikale gewählt.
2006-2016 Landtag (LT) Mecklenburg-Vorpommern NPD
1998 Sachsen-Anhalt DVU im LT
1999-2009 LT Brandenburg DVU
2004-2014 LT Sachsen NPD (2014 hat NPD den erneuten Einzug nur um 0,1% verpasst)
Das einzige Bundesland im Osten das keine rechten Parteien im LT bisher hatte war Thüringen.

Der Rassismus und Rechtsradikalismus war seit jeher ein Problem im Osten.

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großwolke 05.09.2019, 12:17
316. Das stimmt so nicht

Zitat von kael
Mit dem adjektiv "bürgerlich" werden allgemein gültige Werte einer Partei verbunden, die man zumindest bei den Demagogen in den AfD-Führungskadern vergeblich sucht. Wer von diesen Funktionären der AfD angezogen wird, weil er sich inhaltlich von ihnen vertreten fühlt, kann niemals als bürgerlich bezeichnet werden.
"Bürgerlich" ist am Ende des Tages genausoein Wort wie "Würde" und "Faschismus". Man meint zu glauben, was es heißt, man hört es immer wieder in allerlei Zusammenhängen. Aber für sich alleine genommen hat es gar keine scharf umrissene Bedeutung. (Und lieber Forenmod: googlen sie erst die Bedeutung von Faschismus, bevor Sie diesen Beitrag eventuell kassieren. Ich war auch überrascht, wie wenig klar der Begriff umrissen ist.) Für meinen Teil versuche ich, mich von solchen Begriffen möglichst fernzuhalten. Eine bestimmte Einkommensschicht, eine bestimmte Gruppe von Berufen, Wohnsituation - man kann die Leute nach vielen verschiedenen Kriterien auftrennen. Meiner Ansicht nach sollte man sich die Mühe machen, zuerst klar herauszufinden, und dann auch klar zu benennen, auf welches es in einem gerade ankommt. Wolkige, subjektiv interpretierbare Begriffe sind eine gute Art, sich gegenseitig nicht zu verstehen.

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andre_36 05.09.2019, 12:36
317.

Zitat von heiko1977
Wir tun so als hätten ostdeutsche Wähler noch nie rassistisch rechtsradikale gewählt. 2006-2016 Landtag (LT) Mecklenburg-Vorpommern NPD 1998 Sachsen-Anhalt DVU im LT 1999-2009 LT Brandenburg DVU 2004-2014 LT Sachsen NPD (2014 hat NPD den erneuten Einzug nur um 0,1% verpasst) Das einzige Bundesland im Osten das keine rechten Parteien im LT bisher hatte war Thüringen. Der Rassismus und Rechtsradikalismus war seit jeher ein Problem im Osten.
Wer ist denn "wir"? Ich kenne niemanden, der so tut. Allerdings tun Sie so, als ob die genannten Parteien niemals in westdeutschen Parlamente gewählt worden seien. Und das ist entweder Realitätsverweigerung oder gezielte Hass-Propaganda gegen Ostdeutschland. Die AfD sitzt aktuell in jedem deutschen Landtag. Ich erinnere mich noch an den Begriff Besserwessi. Früher wurden manche Westdeutsche so tituliert, die meinten, jeden über alles belehren zu müssen. Heute passt er zu der unerträglichen moralischen Selbsterhöhung mancher Bürger aus den alten Bundeslàndern.

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heiko1977 05.09.2019, 12:45
318.

Zitat von leiendeu
Genau diese Ignoranz (Zitat: Es gibt Probleme, die überhaupt keine sind, aber von ein paar Gestalten künstlich aufgebauscht werden) zerstört das Vertrauen in die sog. Volksparteien. 'Ihr habt doch gar keine Probleme, ihr bildet euch das doch nur ein.' Wenn wir nicht versuchen die Probleme und Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, auch wenn es teilweise nur 'gefühlte' sind, dann werden wir diese Menschen nie mehr erreichen. Das sind keine Protestwähler, das sind Menschen die abgehängt sind bzw. sich abgehängt fühlen. Ca. 20 Prozent heute - und morgen? Nochmal: 1933 hat Untätigkeit zur Katastrophe geführt - wehret den Anfängen.
Bei gefühlten Problemen oder Ängsten hilft am ehesten der Gang zum Psychologen oder zum Psychiater. Oder einfach mal Facebook weglassen.
Was soll denn Ihrer Meinung nach die Politik bei gefühlten Problemen oder Ängsten machen? Was soll die Politik bei gefühlter Benachteiligung denn machen? Ihnen 1000 Euro schenken dann ist es gut? Oder wird es erst bei 1 Mio Euro gut, fühlt man sich dann nicht mehr benachteiligt? Vielleicht Bäuchlein kraulen, hilft bei meinem 3 jährigen Sohn wenn er "gefühlte Bauchschmerzen" hat (in Wirklichkeit ist es meistens ein Pups, der quer sitzt, oder das zuschnell gegessene Eis).

Vor 1933 war die Unterstützung und das Zugehen auf die NSDAP durch Konservative und bürgerliche Kräfte wie Zentrumspartei, die ihr Verständnis für diese Rassisten und Faschisten zum Ausdruck brachten, schädlich. Und der Glaube sie entzaubern zu können, wenn man sie an der Macht beteiligen würde. Aber das Schädlichste war es, die antifaschistischen Menschen, die sich damals den braunen Anfängen entgegenstelllten, zu kriminalisieren.

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josho 05.09.2019, 13:01
319. Widerspruch!

Zitat von heiko1977
Was man sonst tun könnte als Nazis zu wählen? Da gibt es eine Menge: Selber aktiv werden in einer Partei. Aber auch neben den Nazis gibt es reichlich Auswahl, die man statt den "etablierten" Parteien oder der rassistischen AfD die Stimme zugeben: Die Partei, Piratenpartei, DKP, usw. Alles Parteien, die sowohl in Brandenburg und Sachsen antraten. Aber wer Nazis wählt, will Nazis wählen. Also Schluss mit dieser Relativierung von rassistischem Verhalten. Die Beseitigung der Missstände, wäre die eigene Initiative zu ergreifen, aber das fällt den Ostdeutschen bis heute schwer. da wartet man lieber auf den starken Führer und sucht sich ein Sündenbock (Ausländer, Wessis, Politiker, Mutti, doofe Unternehmer, Nachbar, ...).
.....weil die "Protest-Wähler" gerade nicht Nazis wollen, sondern Druck ausüben. Der typische Protestwähler hat in der Regel weder die Fähigkeiten noch die Lust, in eine Partei einzutreten oder sonst aktiv zu werden. Er will schlicht und einfach eine Entwicklung, die ihm nichts Negatives im Alltag einbringt. Das wurde doch auf dem flachen Land im Osten sträflich vernachlässigt! Die von Ihnen aufgezählten Parteialternativen sind hochlöblich (meine ich im Ernst!), aber leider in der Praxis ohne jeden Effekt auf die politische Entwicklung. Das ist natürlich anders bei einer Stimme für die "braune Brut". Die Reaktion auf den Wahlerfolg war doch bei allen "Verlierern" gleich: man will sich jetzt mehr um die Belange der "Abgehängten" kümmern. Damit hat der Protestwähler schon sein erstes Ziel erreicht. Leider ist das natürlich mit der hochgefährlichen Nebenwirkung verbunden, dass die "Nazis" eine Stärke erreichen könnten, die sie niemals haben dürfen. Aber dieses Risiko geht der Protestwähler bewusst oder unbewusst ein. Deshalb identifiziert er sich aber mit Sicherheit nicht mit "Nazigedankentum" rundum.

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