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Anleitung zur Netzangst: Fürchten Sie sich richtig vor der Digitalisierung
DPA

Deutschland diskutiert über die digitale Revolution voller Angst. Das wäre nicht schlimm, wenn man sich denn vor den tatsächlichen Gefahren fürchten würde.

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santoku03 02.11.2016, 15:29
1.

Keine Bange, Lobo! Nicht nachvollziehbare, weil algorithmisch getroffene Entscheidungen sind eben deswegen auch leichter angreifbar und manipulierbar als von Menschen getroffene. Ich freue mich schon auf die tollen neuen Angriffsmöglichkeiten, die ja auch zum Nutzen der Betroffenen dienen können. Und das meint nicht nur Hackerangriffe, sondern eben auch geschicktes Aufziehen des eigenen Profils bzw. Datenstroms.

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tschoe 02.11.2016, 15:30
2. Sorry Herr Lobo..

...aber das ist mir mittlerweile zu abgehoben. Nicht die Digitalisierung macht mir Angst, nur der Umgang damit! Und da gehört ihrer mit dazu.

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a.peanuts 02.11.2016, 15:41
3. Ich würde alle Produkte/Dienstleisungen von Amazon und Konsorten

zusätzlich mit 20% besteuern (Beratunszuschlag)
da ein Produkt Beratung braucht und die ist bei komplizierten Produkten
im Netz nicht erhältich oder nur dürftig.
Da werden unsere Fussgängerzunen wieder aufblühen und nicht mit Wettbüros vollgestopft.
Das ganze Internet verwandelt eh immermehr zu einem Betrugsnetz.

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Darwins Affe 02.11.2016, 15:41
4. Wissen?

Sir Karl Popper: »Die Hauptquelle unserer Unwissenheit liegt ja darin, dass unser Wissen nur begrenzt sein kann, während unsere Unwissenheit notwendigerweise grenzenlos ist.»

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ede-wolff 02.11.2016, 15:45
5. Ausgezeichnete Analyse

Ich kann Ihrer (naturgemäß unvollständigen) Analyse in allen Punkten zustimmen! Den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt haben Sie am Ende gebracht: "Der größte Feind des Wissens ist nicht das Unwissen, sondern die Illusion von Wissen." In meiner Zeit als IT-Projektleiter war das allergrößte Risiko, dass wichtige Projektbeteiligte nicht wussten, was sie nicht wussten. Auf die heutige Zeit (Stichworte: Trump, AfD, "Wutbürger") bezogen, erschreckt mich allerdings noch mehr, dass fundiertes Expertenwissen als offen ausgesprochener Nachteil gilt, keine Chance hat gegen noch das dümmste "Bauchgefühl". Aber das ist ja auch schon wieder eine andere Art Angst (oder Furcht?)

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Leser161 02.11.2016, 15:48
6.

Zitat von santoku03
Keine Bange, Lobo! Nicht nachvollziehbare, weil algorithmisch getroffene Entscheidungen sind eben deswegen auch leichter angreifbar und manipulierbar als von Menschen getroffene. Ich freue mich schon auf die tollen neuen Angriffsmöglichkeiten, die ja auch zum Nutzen der Betroffenen dienen können. Und das meint nicht nur Hackerangriffe, sondern eben auch geschicktes Aufziehen des eigenen Profils bzw. Datenstroms.
Das denke ich nicht. Weil das gibt es schon: Nennt sich beispielsweise Bewerbungstraining. Jeder Trainer hat seinen eigenen Satz von Dos/Don'ts und in den Kopf des Personaler kann keiner gucken. Und in den des Berwerberaussuchalgorithmus auch nicht. Kurz da wird es gewiss verschiedene Messiasse geben, die behaupten sie könnten ein Profil optimieren, aber sie werden weiterhin ihren Erfolg nicht nachweisen können, also bleibt es bei Kaffeesatzleserei.

Daher ist es richtig und wichtig das wir diskutieren, was ein Algorithmus darf und was nicht, sonst holen wir nach der Abschaffung aller menschlichen Diskrimierung ganz schnell digitale Diskriminierung ins haus ohne es zu merken.

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muellerthomas 02.11.2016, 16:03
7.

Zitat von a.peanuts
zusätzlich mit 20% besteuern (Beratunszuschlag) da ein Produkt Beratung braucht und die ist bei komplizierten Produkten im Netz nicht erhältich oder nur dürftig. Da werden unsere Fussgängerzunen wieder aufblühen und nicht mit Wettbüros vollgestopft. Das ganze Internet verwandelt eh immermehr zu einem Betrugsnetz.
Meien persönliche Erfahrung ist, dass die Beratung bei Online-Geschäften fast immer besser ist als bei vergleichbaren stationären Geschäften. Die digitalen Neulinge wollen sich eben oftmals nicht nur von der stationären Konkurrenz unterscheiden, indem sie das gleiche Produkt online anbieten, sondern zusätzlich über besseren Service absetzen. Ich kann Ihnen dafür eine Lange Beispielliste geben von Elektronik über Sanitärausstattung, Stoffe und Gardinen bis zu "Erwachsenenspielzeug".

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Freier.Buerger 02.11.2016, 16:20
8. sehr einfache Argumentation

Wenn irgendwo irdendjemand Angst hat, dann hat er /sie eben zu wenig wissen. WIR - die Politiker und die Medien - haben das den besorgten Bürgern nur noch nicht richtig erklärt. Also auf gehts und die böse Angst verfliegt oder wird in etwas Gutes verwandelt.
Wobei es natürlich verschiedene Ängsten gibt, die bösen von den besorgten Bürgern, die man wegerklären muss. Das sind die Ängste vor der Digitalisierung, der Überfremdung, dem Islam...
Auf der anderen Seite gibt es die wichtigen Ängste, die großen, die uns vor den Gefahren des Lebens schützen sollen und bei denen es nur sehr wenige Unterstützer in der Politik oder den Medien gibt, wenn es darum geht auch diese auf ein vernünftiges Maß zu stutzen. Das sind die Ängste vor dem Klimawandel, der Kernkraft, der Gentechnik, vor internationalen Handelsabkommen... oder der Eisenbahn mit Dampflokomotiven.

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wdiwdi 02.11.2016, 16:23
9. Mit anderen Worten...

wenn jemand aufgrund eines unausgereiften (aber wenigstens prinzipiell noch analysier- debugbaren) Algorithmus irgendwo abgelehnt wird, dann ist das viel, viel schlimmer, als wenn jemand, der keine rothaarigen Bewerber aus ganz privaten und geheimen Gründen mag, die Ablehnung unterschreibt, und der dafür mit Sicherheit niemals zur Verantwortung gezogen wird? Da bin ich anderer Meinung...

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