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Anonymous-Unterstützer: Briten wollen Hacker zur Passwort-Herausgabe zwingen
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Kann man von einem Richter gezwungen werden, seine Festplatten zu entschlüsseln, damit Ermittler die Daten lesen können? In Großbritannien droht das einem Hacker - und dann die Auslieferung an die USA.

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docmillerlulu 09.05.2016, 15:53
1. Dann wollen wir einmal hoffen, ...

... daß er das Passwort nicht unter all dem Stress vergessen hat. Aber so etwas hat die Folterknechte Putins noch nie abgehalten.
Ach - gerade sehe ich es, ist gar nicht Putin. Auch nicht irgend ein Bananenstaat. Es ist einer von uns, na da kann man Water Bording ja mal durchgehen lassen.
Man weiß echt nicht mehr wer gerade der Buhmann ist. War früher alles einfacher.

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tuvalu2004 09.05.2016, 16:05
2. Im schlimmsten Fall...

... kann die gesamte Gerichtsbarkeit mit diesem RIPA-Gesetzt ausgehebelt werden. Die einzige Zwangsmaßnahme ist nämlich Beugehaft, auf unbestimmte Zeit. Und alle Bürgerrechte gelten nicht. Auch, wenn man mittlerweile das Passwort vergessen hat - was ja niemand nachprüfen kann. In zivilisierten Ländern gilt das Recht auf Aussageverweigerung gegen sich selber.
Die Briten sind wie damals McCarthy - wer sich auf seine Rechte beruft wird wegen Mißachtung Eingesperrt. Wer sich nicht auf seine Rechte beruft wird sowieso eingesperrt.

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Gmorker 09.05.2016, 16:13
3. Erinnerungslücke...

Der Schlüsselsatz lautet dann wohl "Ich kann mich nicht erinnern"... gefolgt von dem Gedanken: "Beweisen sie mir doch das gegenteil!".
Das ist mal wieder lächerlich von den Stragverfolgern. Ich will den Hacker hier sicher nicht zum Robin Hood hochstilisieren, aber ihn zur Herausgabe seiner Daten zu zwingen wird wohl kaum funktionieren. Insbesondere, da das britische Strafrecht garantiert auch einen Passus enthält, der es jedem Beschuldigten erlaubt zu schweigen, um sich nicht selbst zu belasten. Da auf den Festplatten sicherlich belastendes Material ist, muss er auch nicht aussagen, wie man da ran kommt.

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deka88 09.05.2016, 16:15
4.

Hoffentlich ereilt ihm nicht das gleiche Schicksal wie Aaron Swartz! Sehr sehenswert die Dokumentation "Tod eines Internet-Aktivisten". Eigentlich eine Schweinerei, dass Leute, die sich für Freiheit einsetzen, so schonungslos von der Justiz verfolgt werden!

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EmilSonnemann 09.05.2016, 16:23
5. Rechtsstaatlichkeit

Es gibt wohl keinen Artikel auf Spon, den die Putin-Botz nicht für ihre Propaganda zu verwenden wissen.
Aber wo wir schon dabei sind: In Russland wäre er vermutlich längst verschwunden, tot in einer Seitenstraße gefunden worden, oder zu 30 Jahren Arbeitslager verurteilt worden.
Man muss die Gesetze nicht mögen, aber sie wurden öffentlich beraten und beschlossen. Angewendet werden sie von unabhängigen Richtern. Es wäre an der Zivilgesellschaft gewesen, sie zu verhindern, aber die sorgt sich eher um ihre Sicherheit, als um das los einiger weniger "Hacker".
Was das Passwort angeht:
Je nach verwendeter Verschlüsselungs-Software bleibt ihm u.U. auch noch die glaubhafte Bestreitbarkeit. Er könnte dann ein Passwort herausgeben, dass die Datenträger tatsächlich entschlüsselt, ohne das die Ermittler finden, was sie suchen. Wenn er clever war, hat er diese Option.
Aber das sind wohl Details in der Sache, die sie offenkundig nicht interessieren.

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merlin 2 09.05.2016, 16:30
6. Wenn man jetzt hier schreibt ...

... ist doch eh schon auf dem Radar. Aber was solls, wenn man nicht schreibt, haben die ja auch nix zu tun. ;-)
Menschen Ihrer Rechte berauben ist ganz große Kunst.
Das von britischen Stellen läßt tief blicken.
Was hat er denn gemacht? Ohhh, er hat den Amis in den Vorgarten gepinkelt. Ja, dann muß natürlich Waterbording her. Mann, wann begreifen diese Kleingeister eigentlich, daß man Ihrem Sch...system einen Gefallen getan hat? Ahhh, ja, da war ja noch der Pinkelfleck auf dem Rasen... hey, nehmt 'ne Sprayflasche grüne Farbe und gut is.

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clint east wood 09.05.2016, 16:37
7. Yepp! Es ist ein

Zitat von docmillerlulu
...ist gar nicht Putin. Auch nicht irgend ein Bananenstaat. ...
Auch bei uns Deutschland war ja der Nicht-Bananenstaat mit den schlimmeren Stasi-Strukturen ge"segnet". Wenngleich die echten Bananenstaaten ja auch nicht den besten Ruf genießen...
Aber ernsthaft: Kann es sein, dass die eherne Regel, dass ein Staat seine eigenen Bürger nirgendwohin ausliefert ausgerechnet von den achso ur-demokratie Erfindern und Apologeten des Fair-Playl, den Briten, nicht gilt. Dass Großbritannien seine Hacker für Recht&Freiheit an eine abtrünnige Kolonie mit Foltertradition ausliefert ? Wie krank ist das denn? Dürften die Briten denn damit rechnen, dass ein Hacker-Amerikaner der das MI-5,6, oder 7 ausspioniert hat an den Inselstaat ausgeliefert würde?

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managerbraut 09.05.2016, 16:43
8. Es dürfte nur eine Frage der Zeit, ansehbar

kurzer Zeitspanne sein bis findige, ausgebuffte Ingenieure - Techniker - Programmierer der Hacker-Szene einen Selbstzerstörungsmechanismus aus Hardware - Software entwickelt haben werden der jeden Datenträger schon beim ersten unautorisierten Zugriffsversuch unwiederruflich zerstören.
Selbst, das reine Sektor - Spuren, reine Bit kopieren von Schnüffelbehörden welche sich damit für Entschlüsselungsexperimente - Angriffe Backup Kopien bei einer unvorhersehbaren Zerstörung der Daten sichern wollen, werden künftig nicht mehr funktionieren und Datenträger von Hacker ihre Daten unvermeidbar, sicher zerstören, auch auf angelegten Backups.

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townsville 09.05.2016, 16:43
9. Falscher Hero

Aaron Swartz wurde nicht angeklagt, weil er irgendwelche geheimen Daten im Kampf um Freiheit hackte.

Schwartz hat simplen Diebstahl begangen, als er frei verfügbare, aber halt kostenpflichtige wissenshcaftliche Artikel in grosser Menge mit einem nicht für ihn zulässigen Account runtergeladen hat. Swartz drohten maximal 6 Monate Haft als er sich umbrachte.

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