Forum: Netzwelt
Anschlag auf Synagoge: Wie sich das Live-Video des Halle-Attentäters verbreiten konnt
Andreas Splett / ATV-Studio Halle / AFP

Der Angreifer von Halle übertrug die Tat live über die Web-Plattform Twitch. Dort fand er zunächst kaum Zuschauer. Doch Maßnahmen der Onlinedienste gegen eine Weiterverbreitung werden schnell ausgehebelt.

Seite 7 von 7
steffen.raschack 11.10.2019, 08:09
60. einerseits gut,

dass es gelöscht wurde, andererseits erlaube ich mir,als Mensch der das Video gesehen hat, darum zu bitten, Empathie und Abscheu allen Menschen zuzubilligen! Zu sehen, dass ein völlig unschuldiger Mensch hinterücks erschossen wird, der ich hätte sein können, dass ein Dönerladen, wo vermutlich jeder schon einmal war, zur Hinrichtungsstätte wird, löst vermutlich bei einer überwältigenden Mehrheit der Menschen, genau die Emotionen aus, die notwendig sind, derartige Handlungen anzuklagen und zu verhindern! So wie Ekelbilder nicht das Rauchen verhindern, sowenig wird das Sperren des Videos, Nachahmungstäter abschrecken! Ich würde den Video untertiteln, mit das könnte Deine Mutter, Dein Vater gewesen sein!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qoderrat 11.10.2019, 08:17
61.

Zitat von flytogether
von SPON-Redakteure die Uploadfilter vehement verurteilen? Die für freien Internetverkehr die Fahne hochhalten? Die immer so gescheit daherreden obwohl sie doch wissen müssten (wenn sie so gescheit sind) dass das, was einmal im Internet hochgeladen worden ist, für immer dort auch auffindbar ist.
Ihnen ist schon klar, dass Ihr Upload-Filter bei einer Live-Übertragung vom Prinzip her nicht greifen kann?

Und dass Sie nicht das gesamte Internet blockieren können und sich immer Akteure finden werden, die trotzdem Wege finden solche widerwärtigen Aufnahmen verfügbar zu machen?

Selbst China mit seiner extrem aufwendigen Internet-Filterung schafft es nicht das Internet vollständig zu kontrollieren.

Diese Tat offenbart ein gesellschaftliches Problem, und dies wird man nicht mit technischen Mitteln lösen können. Zumindest nicht solchen, die noch irgendwie menschenrechtlich vertretbar wären.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moev 11.10.2019, 08:56
62.

Zitat von flytogether
obwohl sie doch wissen müssten (wenn sie so gescheit sind) dass das, was einmal im Internet hochgeladen worden ist, für immer dort auch auffindbar ist.
Das ist tatsächlich nur in speziellen Fällen der Fall. Im großen und ganzen vergisst das Internet tatsächlich sogar recht schnell.

Da gab es mal einen Versuch zu und nach 5-10 Jahren ist vieles auch in den weiten des Internets schlicht nicht mehr aufzutreiben.

Da werden Server abgeschaltet, backups gehen verloren, werden gelöscht oder korrumpieren, etc.

Was sind für irgendjemanden von besondere Interesse ist wird auch in Internet in der Vergessenheit verschwinden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
scxy² 11.10.2019, 17:45
63. etwas naive Vorstellung von "Internet"?

Zitat von Bodenseeher
Während das „Christchurch“ Video - selbst für mich - relativ leicht und schnell zu finden war und anzusehen gewesen wäre, konnte ich das „Halle Video“ jetzt bereits nicht mehr finden. ... Ich hoffe, das Halle Video bleibt für die Kinder ebenso unauffindbar wie für mich.
Also ich hoffe sehr für Sie, dass Ihre Kinder cleverer sind als Sie selbst. Offenbar verstehen Sie vom Internet nur so viel, wie Ihnen Google zugänglich macht. Und dieses Niveau sollte jeder toppen können, auch wenn es sich im Falle des "Halle-Videos" nicht um ein erbauliches Suchziel handelt.
Das Internet zu beschränken, weil sich dort auch verstörende, abscheuliche und rechtswidrige Dinge finden, ist in meinen Augen auch eine absurde Idee. Dort spiegelt sich nichts anderes als was wir Menschen sind und was uns ausmacht. Das kann für eine behütete Kinderseele wirklich erschütternd sein. Man sollte m.E. lieber dafür sorgen, dass Kinder wissen, wo sie sich mit den Traumata, die ihnen das Leben - hier in der Erscheinungsform des Internets - zufügen kann, hinwenden können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 7