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Anti-Diebstahl-App: Darf man Handydiebe per Twitter suchen?

Einem Mann wird das Smartphone geklaut. Eine App auf dem Handy schickt ihm ein Foto von dem, der es gerade in der Hand hat. Der Bestohlene twittert das Bild, um den Täter zu finden, es wird tausendfach geteilt. Ist das erlaubt?

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OskarVernon 02.10.2014, 18:54
150.

Zitat von corcoran42
Kann es nicht auch irgendein Typ sein, der das Handy irgendwo gefunden hat, nachdem es der Täter weggeworfen hat?
Klar kann das auch irgendein Typ sein, der das Handy irgendwo gefunden hat: Auf jeden Fall ist es jemand, der ein Handy in seinem Besitz hat, ohne dazu berechtigt zu sein - aber mit der offenkundigen Absicht, sich Zugriff auf das Gerät (und die darin gespeicherten Daten!) zu verschaffen: Der Versuch nämlich löst überhaupt erst das Bild aus. Einen ehrlichen Finder, der das Gerät schlicht abgibt, kann es also gar nicht treffen!

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systemgast 02.10.2014, 18:54
151. Auch nicht juristisch

Die Geringwertigkeit liegt bei einem Wert unter 50 Euro, manchmal noch drunter. Daher ist es auf keinen Fall eine Bagatelle. Wenn es nicht eine Zufallstat war, besteht immerhin die Möglichkeit der Einstufung zum besonders schweren Diebstahl.
Hier den Täter zu schützen ist lächerlich. Ein Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht wäre eh nur ein Antragsdelikt. Ob hier der Dieb rechtzeitig handeln wird? Wäre mir ein Versuch wert...

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KanyeOst 02.10.2014, 18:56
152. Na logo ist das erlaubt. ..

keinerlei Bedenken! Vielleicht nicht nur bei Twitter sondern auch an anderen Stellen publik machen.

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segelfetischist 02.10.2014, 18:56
153. das verstehe ich nicht

Wer hat hier ein Foto gemacht? Wer hat das Foto verschickt? Kann man eigentlich seine eigenen Persönlichkeitsrechte verletzen?

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herrberg 02.10.2014, 18:56
154.

Was der Mann gemacht hat war bestimmt rechtlich nicht richtig, aber was hat er denn für eine Wahl? Die Polizei handelt in solchen Fällen einfach zu selten! Ich finde das Programm super und es sollte um weitere Funtionen erweitert werden, wie zum Beispiel Foto bei SIM-Wechsel oder wieder einlegen eines Akku.

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ketzerei 02.10.2014, 18:58
155. Hat die Person auf dem Bild

das Handy geklaut, zeigt das Foto den Dieb.
Ist es ein Dritter, der das Handy gefunden und nicht abgegeben hat, hat er es unterschlagen, auch eine Straftat. In beiden Faellen dürfte Notwehr oder rechtfertigender Notstand eingreifen.
All denen, die den armen Taeter bedauern wünsche ich von Herzen, dass ihr Handy geklaut wird, ohne Backup!! Der materielle Wert eines Handys ist ueberschaubar, was zahlt ein Hehler fuer ein nicht gehacktes Handy ohne Papiere und Gewaehrleistung? Ein Bruchteil des Kaufpreises! Verlorene Anrufe, Mitteilungen, Termine und Kontakte wiegen fuer den Eigentuemer viel schwerer. Wer ein Handy klaut ist einfach ein besonders asoziales Ar......
Und jetzt kommt mit armer Junge, schwere Kindheit und Drogensucht...

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bordoblau 02.10.2014, 18:58
156. Ziemlich kurzsichtig,

die abgebildete Person als Dieb zu denunzieren. Bei allem Verständnis für den Ärger des Bestohlenen: Es fallen mir auf Anhieb etliche Möglichkeiten ein, warum der Abgebildete nicht der Täter sein muss. Die allereinfachste Möglichkeit ist ein Kauf über eine Internetplattform. Ich behaupte es gibt jeden Tag tausende Menschen, die ein günstiges gebrauchtes Handy zu kaufen versuchen.
Klar ist eine Ortungs- und Foto-App super. Aber ich möchte mir nicht ausmalen, wo wir hinkommen, wenn jeder auf seinen persönlichen Verdacht hin ihm unbekannte Menschen in der Öffentlichkeit als Kriminelle denunziert. Das hat mit "Verständnis" oder "Schutz" für und von Tätern rein nichts zu tun. Ich möchte nur sicher sein, dass die Vorteile unseres Rechtsstaates ggf. auch für mich gelten - und dazu gehört in allererster Linie, dass ich nicht unschuldig verfolgt werden möchte. Ein demokratischer Rechtsstaat tut manchmal weh, so bedauerlich das für Opfer ist. Allerdings: wenn der Täter einwandfrei feststeht, ist eine ordentliche Strafe fällig! Aber eben auch erst dann... Mängel in der Strafverfolgung dürfen keine Selbstjustiz rechtfertigen.

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alafesh 02.10.2014, 19:01
157. Täter oder nicht,

es darf nicht sein, daß der Twittermob an einem vermeindlichen (!) Täter womöglich sein selbst gefälltes Urteil vollstreckt.

Man möge sich an den jungen Mann erinnern, der einem Kinderschänder ähnlich sah und der nur knapp dem Lynchmord entging.

Es ist gruselig, wie offen seit einiger Zeit der Rechtsstaat verhöhnt wird.

Diebstahl ist große Scheiße, auch ich bin schon bestohlen worden. Aber wenn ich schon ein 500 Eu teures Telefon mit mir rumtrage, ist es so untergebracht, daß man es mir nicht im Schlaf aus der Tasche ziehen kann.

Und: selbstverständlich ist das juristisch eine Bagatelle in dem Sinne, daß man nicht gleich alle Strafverfolgungsmöglichkeiten ausschöpfen muß.

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glamax 02.10.2014, 19:02
158.

Zitat von politik-nein-danke
Tolle Welt in der wir leben.....
Wenn Täter Rechte haben, dann nennt man das Rechtsstaat und das ist gut so; dann ist das tatsächlich eine Errungenschaft einer tollen Welt.

Schließlich leben wir nicht mehr im Mittelalter, wo man Dieben die Hände abhackt.

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mantrid 02.10.2014, 19:03
159. Zweierlei Recht

Wenn jemand in die Radarfälle rast, der Halter des Kfz nicht der Schuldige sein will, darf die Polizei auch das Foto den Nachbarn zeigen. Anscheinend ist darf man für die Verfolgung eines Verkehrsvergehens, bei dem niemand geschädigt wurde das Foto herumzeigen, wenn jemand durch einen Diebstahl geschädigt wurde, aber nicht. Meinem Rechtsverständnis entspricht das nicht.

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