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Arbeitsbedingungen in China: Apples Image-Probleme wachsen
AFP

Kurz vor Apples Hauptversammlung erhöhen Bürgerrechtler den Druck auf Computerhersteller. Es geht um Vergiftung, gefährliche Arbeitsbedingungen und unfaire Entlohnung bei chinesischen Zulieferern wie Foxconn. Sogar die zahmen Kontrolleure der FLA entdeckten bereits "haufenweise Mängel."

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montaxx 23.02.2012, 13:09
1. Man kennt sich...

Zitat von sysop
Kurz vor Apples Hauptversammlung erhöhen Bürgerrechtler den Druck auf Computerhersteller. Es geht um Vergiftung, gefährliche Arbeitsbedingungen und unfaire Entlohnung bei chinesischen Zulieferern wie Foxconn. Sogar die zahmen Kontrolleure der FLA entdeckten bereits "haufenweise Mängel."
Allzu kritisch war der TV-Bericht über den Apple-Produzenten in China wohl nicht.Dieser Tage war zu lesen,dass die ausstrahlende US-Fernsehstation ABC zum Disney-Konzern gehört.Deren Chef sitzt,dem Zeitungsbericht zufolge,bei Apple im Aufsichtsrat.Man kennt sich,man schätzt sich,man unterstützt sich und - last but not least - verdient gemeinsam mit.

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flieder2 23.02.2012, 13:17
2. Foxconn/Apple und China

[QUOTE=sysop;9696170]Kurz vor Apples Hauptversammlung erhöhen Bürgerrechtler den Druck auf Computerhersteller.

Wann erscheinen endlich mal Berichte darueber, wie Mitarbeiter in chinesischen Fabriken behandelt werden?
Wir sprechen hier ueber ein generelles Problem in China. Am Pranger stehen dann aber die Zulieferer amerikanischer Firmen.
Ich habe den chinesischen metallverarbeitenden Betrieb besichtigt: Lehmboden, mit Metallsplittern uebersaet und die Mitarbeiter laufen in Stoffschlappen mit Gummisohle herum. Und als ich die Schutzhelme - aus Weiden geflochtene Kopfbedeckung- gesehen habe , sagte ich: So einem muss ich haben. Ich habe den chinesischen Schutzhelm bekommen. Leider kann ich hier ja kein Foto veroeffentlichen!
Es kommen immer nur Arbeitsschutzverstoesse westlicher Firmen in die Medien. Ja, SAUERREI was da abgeht.
Aber glaubt mir, die Buergerrechtler wuerden sich nie trauen, dass Elend in chinesischen Firmen anzuprangern.

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.freedom. 23.02.2012, 13:19
3.

Zitat von sysop
Kurz vor Apples Hauptversammlung erhöhen Bürgerrechtler den Druck auf Computerhersteller. Es geht um Vergiftung, gefährliche Arbeitsbedingungen und unfaire Entlohnung bei chinesischen Zulieferern wie Foxconn. Sogar die zahmen Kontrolleure der FLA entdeckten bereits "haufenweise Mängel."
So gut steht Apple nicht da.

Mehr dazu hier:

15.02.2011 Arte: Kaufen für die Müllhalde HD - YouTube

ARTE HD 74 Min.

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Konstruktor 23.02.2012, 13:51
4.

Zitat von .freedom.
So gut steht Apple nicht da.
Wer behauptet denn auch sowas?

Apple ist bisher aber der einzige Anbieter, dessen Produktionsbedingungen hier einerseits von außen in die Öffentlichkeit gezerrt werden und der andererseits aber auch selbst offensiv mit dem Thema umgeht (die öffentlich zugänglichen Berichte von Apple reichen bis 2007 zurück).
Nur um das mal in die Perspektive zu rücken:
Wir alle profitieren mit unglaublich billigen Preisen für elektronische Geräte von den harschen Arbeitsbedingungen in China und in anderen Schwellenländern, so wie wir schon länger von den Bedingungen in vielen Kolonien und Entwicklungslängern profitiert haben, um billige Nahrungsmittel und Rohstoffe zu bekommen.

Andererseits sind auch die aus unserer Sicht relativ harten Arbeitsbedingungen bei Foxconn für Apple immer noch ein Fortschritt relativ zum sonstigen Standard dort; Es wird spannend bleiben zu beobachten, ob all die Krokodilstränen-Vergießer hier und anderswo dann auch wirklich dazu bereit sind, höhere Preise zu bezahlen, um den Arbeitern bessere Bedingungen zu finanzieren.

Sind Sie dazu bereit? Ich bin es.

Zitat von .freedom.
Mehr dazu hier: ARTE HD 74 Min.
Und immer wieder dieselbe olle Kamelle. Dieser Film hat sich in Bezug auf den iPod nun wirklich als obsoleter Nonsens herausgestellt. Wie sich inzwischen gezeigt hat, leben auch die allerersten iPods häufig viele Jahre lang und eigentlich länger, als mit heutiger Akkutechnologie zu erwarten wäre. Und natürlich gibt es einerseits von Apple selbst und andererseits auch von allen möglichen Fremdanbietern reichliche Angebote, um mit Austauschakkus die Lebensdauer des Geräts fast beliebig zu verlängern.

Apple - Support - Service Answer Center

Dieser Film hat sich bei manchen als Mem derart festgesetzt, daß ihnen nicht mal der Gedanke gekommen ist, die Fakten vielleicht auch mal kritisch nachzuprüfen.

Und so interessant die anderen Aspekte auch teilweise sind, so blödsinnig ist der Abschnitt über den iPod. Der ist eher ein Beleg dafür, daß das amerikanische Rechtssystem völlig abgedreht ist und teilweise selbst unberechtigte Klagen von Juries durchgewinkt werden, wenn sie hinreichend emotional manipuliert werden.

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JohnMcGully 23.02.2012, 14:50
5. Titel

Zitat von montaxx
Allzu kritisch war der TV-Bericht über den Apple-Produzenten in China wohl nicht.Dieser Tage war zu lesen,dass die ausstrahlende US-Fernsehstation ABC zum Disney-Konzern gehört.Deren Chef sitzt,dem Zeitungsbericht zufolge,bei Apple im Aufsichtsrat.Man kennt sich,man schätzt sich,man unterstützt sich und - last but not least - verdient gemeinsam mit.
Na, dafür war der Bericht dann aber doch wieder zu kritisch. Ein weiterer Widerspruch wäre auch darin begründet, dass es doch dann sinnvoller gewesen wäre wenn ABC über die Konkurrenten von Apple berichtet hätte.

Ich persönlich halte es für einen allerersten klitzekleinen Schritt in Richtung mehr Transparenz. Sicher stecken hinter ABC, FLA und den anderen Beobachtern die Apple in die Fabriken lässt auch wieder irgendwelche Interessengruppen. Aber ich halte es für bemerkenswert, dass als Ergbenis keine Absolution erteil wird oder die West von Apple weiss gewaschen wird. Es werden Misstände aufgezeigt und jedem normal denkendem Menschen ist klar, dass es sich nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

Als nächstes müssen Foxconn bzw. Apple zeigen, dass es sich bei allem nicht nur um Lippenbekenntnisse handelt und sie Veränderungen durchführen.

Ich habe da meine Bedenken. Es wird wohl nur punktuell etwas geschehen. Aber immerhin ist Apple bisher die einzige Elektronikfirma die sich jetzt der Öffentlichkeit stellt und selber blossstellen lässt. Andere machen das bisher nicht und das ist für mich ein eindeutiges Indiz, dass dort ähnliche Zustände herrschen und man heidenfroh darüber ist, dass nur Apple am Pranger steht.

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JohnMcGully 23.02.2012, 14:52
6.

Zitat von .freedom.
So gut steht Apple nicht da. Mehr dazu hier: ARTE HD 74 Min.
Das ist ein 1 Jahr alter Bericht. Und gerade deswegen wird Apple seit langem zu recht an den Pranger gestellt und Apple scheint sich dem (nach dem Tod von Steve Jobs) endlich zu stellen.

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Loosa 23.02.2012, 17:23
7. Arbeitsschutz

Zitat von flieder2
Ich habe den chinesischen metallverarbeitenden Betrieb besichtigt: Lehmboden, mit Metallsplittern uebersaet und die Mitarbeiter laufen in Stoffschlappen mit Gummisohle herum.
Das erinnert mich an eine Dokumentation über das Projekt einer skandinavischen Gemeinde (in Schweden?). Die wollte ein chinesisches Industriegebiet aufziehen um die Region zu stärken. Gebaut und betrieben von Chinesen.
Trotz massiver Unterstützung, Erklärungen, Schulungen, ... musste die Baustelle geschlossen und das Projekt beerdigt werden (und die lokalen Zulieferer blieben auf Unsummen sitzen).

Vom Management bis zum Arbeiter fand sich einfach kein gemeinsammer Nenner, oder eine Möglichkeit sich auf unsere Arbeitsweise und -vorschriften einzustellen.

"Sicherheitsschuhe? Baustelle sauber halten?" - "Ich sehe doch wo ich meine Füße hinsetzte"
"Absperrung um eine kleine Baugrube?" - "Da kann ich doch nicht arbeiten"

Das entschuldigt natürlich nicht alles. Zum Beispiel beim Einsatz giftiger Stoffe ohne ausreichend Schutz. Aber sehr oft kann man von außen nur bedingt Einfluss nehmen, selbst wenn man sich den mund fusselig redet. Es muss sich auch die Mentalität vor Ort umstellen.

Wohl ähnlich als würde man 50 Jahre zurück gehen und versuchen deutschen Arbeitern aktuelle Vorschriften der Berufsgenossenschaften zu erklären. Die würden sich krumm lachen.

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Litajao 23.02.2012, 17:48
8. Interessanter Bericht

Zitat von Loosa
Das erinnert mich an eine Dokumentation über das Projekt einer skandinavischen Gemeinde (in Schweden?). Die wollte ein chinesisches Industriegebiet aufziehen um die Region zu stärken. Gebaut und betrieben von Chinesen. Trotz massiver Unterstützung, Erklärungen, Schulungen, ... musste die Baustelle geschlossen und das Projekt beerdigt werden (und die lokalen Zulieferer blieben auf Unsummen sitzen). Vom Management bis zum Arbeiter fand sich einfach kein gemeinsammer Nenner, oder eine Möglichkeit sich auf unsere Arbeitsweise und -vorschriften einzustellen. "Sicherheitsschuhe? Baustelle sauber halten?" - "Ich sehe doch wo ich meine Füße hinsetzte" "Absperrung um eine kleine Baugrube?" - "Da kann ich doch nicht arbeiten" Das entschuldigt natürlich nicht alles. Zum Beispiel beim Einsatz giftiger Stoffe ohne ausreichend Schutz. Aber sehr oft kann man von außen nur bedingt Einfluss nehmen, selbst wenn man sich den mund fusselig redet. Es muss sich auch die Mentalität vor Ort umstellen. Wohl ähnlich als würde man 50 Jahre zurück gehen und versuchen deutschen Arbeitern aktuelle Vorschriften der Berufsgenossenschaften zu erklären. Die würden sich krumm lachen.
Wie ich sehe schreiben Sie Ihren Beitrag aus den wahren oder
erfundenen "Tatsachen" vor ca. 50 Jahren.

Bitte teilen Sie mir doch mit, von wann und von wem diese
"Dokumentation" ist, da auch ich mich gerne weiterbilde.

mfg
Li

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Loosa 23.02.2012, 18:42
9. Chinatown

Zitat von Litajao
Wie ich sehe schreiben Sie Ihren Beitrag aus den wahren oder erfundenen "Tatsachen" vor ca. 50 Jahren.
Nicht wirklich. Ich habe nur zufällig deutsche Arbeitsschutzfilme von heute und von vor 50+ Jahren. Die Welten die dazwischen liegen kamen mir vergleichbar vor, beziehungsweise sollten der Verständlichmachung dienen.


Die angesprochene Dokumentation heisst "Sweden - Chinatown" und ist aus dem Jahr 2011. Es ging um ein Handelszentrum und 300 Wohnhäuser in Kalmar.
Eine aussterbende Gegend in Schweden sollte sich in einen Ort für Hunderttausende verwandeln. Das Projekt scheiterte grandios und alle Seiten verloren dabei.

Wenn westliche Vorschriften (Arbeitsschutz, Gehalt, Krankenversorgung, ...) unter strenger Aufsicht in Schweden schon nicht eingehalten werden konnten, sagt mir das einiges über die Möglichkeiten in China etwas von außen zu ändern.
Man kann beeinflussend wirken. Aber kurzfristig und radikal ändern sicher nicht. Schon gar nicht ohne offizielle Unterstützung vor Ort.

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