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Attacken auf Plattform: Internetaktivisten eröffnen Kampf für WikiLeaks

Ein US-Unternehmen entzieht WikiLeaks seine bekannte Internetadresse, Amazon stellt Dienstleistungen ein, Washingtons Politik setzt Web-Firmen Druck -*der Kampf um die Enthüllungsplattform eskaliert. Netzaktivisten setzen sich zu Wehr, sie sehen die Informationsfreiheit in Gefahr.

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Klo 03.12.2010, 14:58
1. Eines steht fest.

Zitat von sysop
Ein US-Unternehmen entzieht WikiLeaks seine bekannte Internetadresse, Amazon stellt Dienstleistungen ein, Washingtons Politik setzt Web-Firmen Druck -*der Kampf um die Enthüllungsplattform eskaliert. Netzaktivisten setzen sich zu Wehr, sie sehen die Informationsfreiheit in Gefahr.
Amazons hündische Unterwerfung und Selbstzensur wird dem Unternehmen mehr schaden, als Wikileaks. Wer behauptet, die Veröffentlichung ohnehin öffentlicher Depeschen gefährde die nationale Sicherheit, der mißachtet ohnehin die Pressefreiheit. Die nationale Sicherheit wird in erster Linie durch die Kriegsverbrechen gefährdet, die nicht nur auf Wikileaks veröffentlicht wurden. Aber die Kriegsverbrecher laufen immer noch frei herum. Unfassbar. Die USA bewegt sich sehenden Auges in eine Diktatur.

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Der Doc 03.12.2010, 15:04
2. Es lebe die Meinungsfreiheit!

Ein Hoch auf das Internet 2.0, auf den gebildeten Bürger und auf der Meinungsfreiheit - der wahren 4. Gewalt!

Man kann sich zwar darüber streiten, ob es korrekt war, all diese Informationen frei zu geben (wen interessiert es, wie die einzelnen Politiker über einander denken oder reden?!), aber es widert mich an, wie die Mächtigen nun versuchen, WikiLeaks mundtot zu machen. Und die gleichen heuchlerischen Politiker meckern ohne Unterbrechung über Iran, Nord Korea oder China.

WikiLeaks hat der Meinungsfreiheit einen Bärendienst erwiesen. Ein Hoch auf Julian Assange!

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elbröwer 03.12.2010, 15:05
3. schon verloren

"Das Vorgehen der US-Politik und Amazons erinnere ihn an die Internetzensur in China."
Nur viel schlimmer weil die USA in allen Gremien, die das Web betreffen die absolute Macht haben. Den Rechtsaußen, die derzeit vor allem durch die Tea Party repräsentiert werden, kommt es auf Meinungs- oder Pressefreiheit nicht an solange sie sagen und tun dürfen was sie wollen. Denen katzbuckeln im Moment alle weil sie die fürchten als die neuen Machthaber wenn Obama weg ist. Das auch unsere Politiker die Freiheit des Netzes bekämpfen liegt in der Natur dieser Leute. Vor 15 Jahren hätten die Nutzer viel stärker Freiheit duchsetzen müssen. Zu der Zeit wußten die meisten noch nicht was das ist. Kohl sagte zum Stichwort Datenautobahn, dafür sei sein Verkehrsminister Wissmann zuständig.

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loky mcqueen 03.12.2010, 15:09
4. Es geht Amazon in erster Linie um Geld

Natürlich mögen einige Persönlichkeiten aus der Politik ihren Einfluss geltend gemacht haben. In erster Linie geht es Amazon aber schlicht um Umsatz und Gewinn!
Das Weihnachtsgeschäft ist in vollem gange und der Höchstumsatz ist nun mal im Dezember.
Informationsfreiheit ist ein tolles Wort, interessiert bei dem ganzen Thema, in Verbindung mit Weihnachten, relativ wenig.

An sich ist diese ganze Depeschenveröffentlichung ohnehin nur etwas, was viele wußten, die sich mit ihrer Zeit befassten und befassen. Nun haben sie halt eine Bestätigung, wie die Politik der letzten verbliebenen Weltmacht wirklich tickt und handelt.

Aber abgesehen von dem ganzen gespielten Entsetzen, wen wundert dieser Sachverhalt wirklich?! Wenn Lobbyismus und pures Durchsetzen der eigenen Interessen mit allen Mitteln in sämtlichen Regierungen und Wirtschaft quasi Mode geworden ist und schöne hehre Worte wie Demokratie, Bürgerrechte und Solidarität schon indem Moment vergewaltigt durch die Medien geistern, in denen sie von macht- und gewinn Machiavellisten ausgesprochen wurden.

Im Grunde brauch man gar nicht empört und entsetzt sein! Weder über die Zustände in Russland, noch über die Sichtweise auf die hiesige Politik. Denn leider kommt das Bild, das die Veröffentlichung dieser Depeschen zeichnet, bei allem Medienbombardement und den Interessengruppen, die da ihre Ziele verfolgen, dem Pudels Kern erschreckend nahe ...

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flowpower22 03.12.2010, 15:09
5. Ende offen ..

Zitat von sysop
Ein US-Unternehmen entzieht WikiLeaks seine bekannte Internetadresse, Amazon stellt Dienstleistungen ein, Washingtons Politik setzt Web-Firmen Druck -*der Kampf um die Enthüllungsplattform eskaliert. Netzaktivisten setzen sich zu Wehr, sie sehen die Informationsfreiheit in Gefahr.
Lutig, ihrgendwie kommen mir Erinnerungen an meinen Geschichtsunterricht hoch. Wie war das noch mal im 19. Jahrhundert, mit der Zensur und der Beschlagnahmung von Pressedruckstöcken? Und hat ncht einmal ein kluger Kopf orakelt, dass in der Geshcichte sich alles .. ja WIEDERHOLT!

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darkwingduck 03.12.2010, 15:10
6. Und die braven Untertanen nehmen es klaglos hin.

Zitat von Klo
Amazons hündische Unterwerfung und Selbstzensur wird dem Unternehmen mehr schaden, als Wikileaks. Wer behauptet, die Veröffentlichung ohnehin öffentlicher Depeschen gefährde die nationale Sicherheit, der mißachtet ohnehin die Pressefreiheit. Die nationale Sicherheit wird in erster Linie durch die Kriegsverbrechen gefährdet, die nicht nur auf Wikileaks veröffentlicht wurden. Aber die Kriegsverbrecher laufen immer noch frei herum. Unfassbar. Die USA bewegt sich sehenden Auges in eine Diktatur.
Orwells 1984 ist endlich da - der Staat bestimmt:
Das musst Du wissen!
Das musst Du denken!

Und die braven Untertanen nehmen es klaglos hin.
Sei es weil es ja nur für den Kampf gegen den Terror ist oder weil es sie eh nicht interessiert.

Die USA, die sonst medienwirksam China wegen seiner Zensur anprangern, zensieren nun noch schärfer und härter.
Die Armee, die Rüstungsindustrie und die Banken wollen solche Enthüllungen nicht - und sie haben halt das sagen.
Das Tamtam um die "Diplomaten Aussagen" ist für mich vorgeschoben.

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Koltschak 03.12.2010, 15:12
7. "...sehen die Informationsfreiheit in Gefahr."

"Netzaktivisten setzen sich zu Wehr, sie sehen die Informationsfreiheit in Gefahr."?????????

Die Informationsfreiheit ist in Gefahr, in sehr großer sogar!

Wenn sich amzon.com diesem Druck beugt, dann wird das nicht nur auf einem freundlichen Plausch beruhen, sondern das ist der Angriff auf die Informationsfreiheit!

Bisher war man diese Dinge von China, Iran und all den Schurkenstaaten gewohnt.

Bloß diesen Kampf werden die Staaten verlieren.

Schön dumm von ihnen, diese Front zu eröffnen. Der Kampf hat begonnen und die Freiheit der Information wird gewinnen!

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Uwe4270 03.12.2010, 15:12
8. WikiLeaks wird nicht sterben. Informationsfreiheit im Internet wird sich durchsetzen

Zitat von Klo
Amazons hündische Unterwerfung und Selbstzensur wird dem Unternehmen mehr schaden, als Wikileaks. Wer behauptet, die Veröffentlichung ohnehin öffentlicher Depeschen gefährde die nationale Sicherheit, der mißachtet ohnehin die Pressefreiheit. Die nationale Sicherheit wird in erster Linie durch die Kriegsverbrechen gefährdet, die nicht nur auf Wikileaks veröffentlicht wurden. Aber die Kriegsverbrecher laufen immer noch frei herum. Unfassbar. Die USA bewegt sich sehenden Auges in eine Diktatur.
In der Diskussion meldete sich sogar der 79-jährige Altmeister-Whistleblower Daniel Ellsberg zu Wort. Seinerzeit 1971 bei der Veröffentlichung der geheimen Pentagon Papers zum Vietnam-Krieg wollte der damalige US-Präsident Nixon diese Veröffentlichung durch Blitz-Gerichtsurteil von vornherein unterbinden. Den traurigen Rest des Schicksals der US-Regierung von Richard Nixon mit Watergate bis zu seinem beschämenden Rücktritt kennt wie Weltgeschichte zur Genüge.

WikiLeaks wird die jetzigen Angriffe überleben. Und es wird auch in seiner Bedeutung im Netz als international führender Whistleblower-Dienstleister weiter wachsen. WikiLeaks ist aus der zeitgenössischen internationalen Informationskultur unseres 21. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken. Mehr noch: WikiLeaks ist längst unverzichtbar.

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slider 03.12.2010, 15:15
9. Rekrutierungsbüros für WikiLeaks & Co.

Mal im Ernst. Die Truppen von WikiLeaks sollten virtuelle Rekrutierungbüros im Netz eröffnen, wo man sich erfassen lassen und Rechnerleistung bereitstellen kann.

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