Forum: Netzwelt
Aurora-Mörder Holmes im Netz: Suche nach einem Unsichtbaren

Die Web-Community ist fassungslos: Nicht nur über den Zwölffach-Mord von James Holmes in einem Kino bei Denver, sondern auch darüber, dass ein 24-jähriger im Web offenbar kaum Spuren hinterlassen hat. Die wenigen, die zu finden sind, führen allerdings in finstere Ecken.

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rumpler_taube 23.07.2012, 10:23
110. Web-Community?

Zitat von sysop
Die Web-Community ist fassungslos: Nicht nur über den Zwölffach-Mord von James Holmes in einem Kino bei Denver, sondern auch darüber, dass ein 24-jähriger im Web offenbar kaum Spuren hinterlassen hat. Die wenigen, die zu finden sind, führen allerdings in finstere Ecken.
Nach Lesen des Artikels glaube ich weniger, dass die Web-Community fassungslos ist, sondern eher die deutsche Medien-Community!

Man findet also, trotzdem man tief im Dreck wühlt, nichts... kein Rassismus, keine zweifelhaften Tätowierungen, kein "Manifest"... ärgerlich, nicht wahr, liebe Journalisten?

Breivik hat in dieser Hinsicht offensichtlich Massstäbe gesetzt, und jetzt glaubt Ihr wie selbstverständlich, dass sich bei jedem dieser Spinner 'was finden lassen muss.

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markyku7 23.07.2012, 10:32
111. ´Gehts eigentlich noch gut?

... er hatte keinen fb-account? Wiederlich! So in perverser, warum ist denn da vorher niemand aufmerksam geworden?
Jetzt mal im Ernst, dass kann doch nicht ernst gemeint sein: Die Netzgemeinde (Die Frage, wer das sein soll, ist übrigens immer noch nicht beantwortet) ist schokiert, aber nicht über den Massenmord, sondern darüber das der Mörder nicht bei Facebook war? Lieber Herr Patalong... mit fehlen die Worte!

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Melankun 23.07.2012, 10:36
112.

Zitat von mehtmag
Wer ist denn nun diese ominöse Web-Community, ein Geheimorden? Anscheinend nicht einfach die Sammlung derer, die sich täglich im Netz tummeln, denn dort konnte ich von einer "Fassungslosigkeit" noch nicht so viel spüren. Quellen?
Danke, danke, danke!
Bei Wikipedia wird der Begriff recht treffend definiert: "Eine Online-Community (Netzgemeinschaft) ist eine Sonderform der Gemeinschaft; hier von Menschen, die einander via Internet begegnen, um sich dort auszutauschen."
Insofern muss natürlich auch dieses Forum als Teil dessen gesehen werden. Eine der deutlichsten Reaktionen hier ist jedoch nicht die Fassungslosigkeit über die Onlinenutzung des Täters, sondern die Fassungslosigkeit über den unreflektierten und unprofessionellen Normbegriff des Redakteurs.
Mich regt es schon seit Jahren auf, das sich mancher Redakteur als Sprachrohr einer vermeintlich exklulsiven "Onlinegemeinschaft" begreift.
Dieses Forum ist doch der beste Beweis dafür, dass es die eine Meinung der "Web-Community" nicht gibt, sondern wie überall eine Vielzahl an Meinungen.
Oder hat der zitierte Kollege recht und es gibt jeden morgen eine Konferenz des geheimen Web-Community Ordens in welcher man sich auf eine gemeinsame Linie für den Tag einigt?! Sollte das im Artikel durchklingende Kulturverständnis einem solchen Geheimbund entspringen sollte sich die hier deutlich werdende Oposition mal schleunigst zum Gegenorden formieren. Treffen morgen um 8:30 am Marktplatz? ;)

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Palisander 23.07.2012, 11:21
113.

Ist es nicht völlig gleichgültig ob und wie und wann dieser Mensch den Draht verloren hat? Wieder einmal liefert die Presse genau das was viele von diesen wie auch immer verstörten Menschen suchen. Ein Forum und die Aufmerksamkeit die Ihnen irgendwo scheinbar fehlt. Viel trauriger ist es doch das 14 unschuldige Menschen sterben mussten.Diese hinterlassen Schmerz und Trauer. Ich will gar nicht wissen wie krank der Typ war. Und bleibe dabei das die USA einen zu laxen Umgang mit Waffen pflegen.

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wahlossi_80 23.07.2012, 11:44
114.

Zitat von sysop
Ihnen erscheint Holmes wie ein Geist. Wie kann das sein, dass ein 24 Jahre junger amerikanischer Akademiker nicht vernetzt ist? Mit niemandem kommuniziert, Bilder tauscht, Status-Aktualisierungen veröffentlicht, sich selbst öffentlich macht?
Wie wär's, wenn wir alle "Geister", die so anormal sind, dass sie "nicht vernetzt" sind, sicherheitshalber auf eine Überwachungsliste stellen würden? Merkt jemand die Absurdität der zitierten Aussage? Ist es nicht eher anormal, kommerzielle Spionagedienste wie Facebook wider besseres Wissen zu NUTZEN?

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pömpel 23.07.2012, 12:38
115.

Zitat von Surgeon_
Warum ? Weil die Leute so hohl sind, dass sie einfach nichts merken. Selbst wenn der Nachbar Kinderschänder ist. Und nachher schreien sie dann, obwohl bei genauerem Hinsehen eigentiich alles klar wäre. Die Oberflächlichkeit sucht sich ihre Opfer, der Werteverfall auch. Siehe Atta und Co., ein dummer Uniprofessor, der nichts merkt, obwohl einer unter seinen Augen Bomben baut und ständig mit den Gedanken von Anschlägen im Kopf herumläuft. Solche Leute sind ! verhaltensauffällig, nur nicht unter Hohlen und in einer Oberflächgesellschaft.
achso jetzt ist nicht mehr der Täter schuld sondern die Mitmenschen...
Also wirklich - manches kann man als Nachbar sicherlich mitbekommen, aber das Allermeiste eben doch nicht. Woher wollen sie wissen dass ihr Nachbar Kinderschänder ist? Wenn sie nicht gerade dabei sind, wenn ihr Nachbar Kinder schändet, werden sie es nie erfahren weil er es ihnen nicht sagt und komischerweise nicht nach Kinderschänder aussieht, weil das Hornbrillentragende-Kinderschänder-aussehen selten zutrifft.
Woher soll der Professor wissen, dass sein Zögling mit Gedanken von Anschlägen rumläuft??? Er wird ihm wohl nicht ins Gesicht gesagt haben dass er morgen Menschen umbringen will.
"Verhaltensauffällig" ja ne is klar... dann beschreiben sie mal wie sich jemand verhält, der Bomben baut.

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Kokeldil 23.07.2012, 14:06
116.

Zitat von spon-facebook-10000202957
der Kerl ist an einer Uni tätig-und recherchiert nicht im Netz...? Wie arbeitet so jemand bitte, wenn er sich nicht mit anderen Studierenden ect an anderen Hochschulen austauscht, daran mal gedacht? Aber stimmt ja, heut benutzt man ja Postkutschen...
- es gibt tatsächlich noch Bibliotheken und nicht für jede Art von Recherche braucht es einen account mit Klarnamen etc.

- es gibt Leute die arbeiten, studieren (sogar erfolgreich) ohne sich überhaupt jemals mit Studenten anderer Unis (oder auch der eigenen) auseinandergesetzt zu haben, daran mal gedacht?

- Aber stimmt ja, wer nicht via facebook kommuniziert heut, muss zwangsläufig Postkutschen benutzen.

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king_pakal 23.07.2012, 15:26
117.

Zitat von Die Exklusivmeldung
Menschen, die in keinem der gängigen sozialen Netzwerke vertreten sind, . Und denen traue ich alles zu. Mir sind höchsten eine Handvoll von Leuten in meinem näheren Umfeld bekannt, die weder bei Facebook noch bei wkw Mitglied sind. Ich würde sie als charakterisieren.
Das kann man wohl, bei dieser Einstellung, auch von Ihnen behaupten.
Was halten Sie von Menschen, die zwar ein YT-Account haben, aber kein Facebook. Welche neue Schublade eröffnet sich da für Sie?

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Krux 23.07.2012, 15:51
118. Wie normal kann Gewalt sein?

Zitat von Blackmountain2340
Also, ein 24-jaehriger, der Sex mit Paerchen liebt, kommt mir nicht sexuell gehemmt vor. Vielleicht moechte der Spiegel-Redakteur einmal erlaeutern, wie sich ein ungehemmter Mensch darstellen wuerde? Die Schockwirkung dieses Vorfalls wird sich in zeitlichen Grenzen halten. In unserer Nachbarstadt Oakland werden jeden Monat etwa 10 - 12 Menschen auf der Strasse erschossen. Da zeigt niemand mehr Betroffenheit oder gar Entsetzen; das ist laengst normal.
Das hat mich jetzt fast noch mehr schockiert, als die Nachricht von dem Amoklauf, Zitat: "In unserer Nachbarstadt Oakland werden jeden Monat etwa 10 - 12 Menschen auf der Strasse erschossen. Da zeigt niemand mehr Betroffenheit oder gar Entsetzen; das ist laengst normal." Gewöhnen wir uns einfach an alles? Und wenn es irgendwann 100 Menschen pro Monat sein sollten, dann auch daran? Und wenn es normal ist, dann soll man nichts dagegen unternehmen? Es auch nicht versuchen?

Einer, der im Netz keine Spuren hinterlässt. Das ist eine - vielleicht interessante - Detailinformation. Aber warum Holmes dieses entsetzliche Blutbad angerichtet hat, auf diese Frage liefert diese Tatsache keine Antwort. Und das ist es doch, was alle wissen wollen: Warum?

Man geht ja im Allgemeinen davon aus, dass sich der Mensch weiter entwickelt. Und zwar, weil er immer intelligenter wird. Doch die hohe Intelligenz hat den Attentäter offenbar nicht davor bewahren können, ein Blutbad anzurichten. Wird es irgendwann eine Zeit geben, wo wir so weit sein werden, dass wir Gewalt nicht mehr brauchen und nicht mehr einsetzen? Und wenn Intelligenz kein Mittel gegen Gewalt ist, was dann?

Als interessante Lektüre dazu: "Die Lust am Bösen" von Eugen Sorg. Und "Traktat über die Gewalt" von Wolfgang Sofsky. Ich habe beide Bücher angefangen zu lesen, jetzt mache ich eine Pause. Sie waren schwer zu ertragen. Und auch, wenn es sich etwas lächerlich nach "Weltleiden" und "Weltschmerz" anhört: Ich finde den Zustand der Menschheit zurzeit wirklich deprimierend. Und ich will mich nicht an Gewalt gewöhnen. Ach ja, und ich bin auch nicht bei Facebook.

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dimico 23.07.2012, 18:17
119. dieser mensch

Zitat von Krux
Wird es irgendwann eine Zeit geben, wo wir so weit sein werden, dass wir Gewalt nicht mehr brauchen und nicht mehr einsetzen? Und wenn Intelligenz kein Mittel gegen Gewalt ist, was dann?
hat etwas unvorstellbar böses begangen, etwas schreckliches, grausames, nicht nachvollziehbares.
Deshalb kann ich andere verstehen, die einen solchen menschen mit schimpfwörtern belegen, um ihrer wut, ihrem zorn und ihrem hass auf diese tat ausdruck zu verleihen.

aaaber - sind wir nicht alle ein wenig schuldig?

vorausgesetzt, wir sind hier auf der erde als menschheit zusammen, um etwas zu lernen und uns weiter zu entwickeln, wie wollen wir reagieren auf so eine böse tat?
Mit wut?, mit hass?, mit verachtung und ablehnung? und dann zurückschlagen?
Wird die summe des "bösen" dann nicht noch viel größer? - und die welt der menschen noch schlechter und gefährlicher statt besser?
Wahrscheinlich ist diesem jungen mann vorerst nicht mehr zu helfen, - aber vielleicht gibt es andere situationen in unserem eigenen leben - mit den menschen um uns herum.
In diesen konkreten situationen hat man oft die Wahl - sozusagen als Alternative - das leben der menschen insgesamt etwas besser oder schlechter zu machen, begonnen mit einem einzelnen.

Wie sollte intelligenz ein mittel gegen gewalt sein?
Intelligenz sitzt vornehmlich im hirn, das mittel gegen gewalt aber woanders…

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