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Ausweitung der Überwachung: Wenn Geheimdienste nicht mal Zeitung lesen
AFP

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris hat schon vor Monaten in einem Interview verraten, wo er ist und was er plant. Trotzdem wird jetzt wieder mehr Überwachung gefordert. Ein Beispiel für einen fatalen Trend.

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nibal 25.11.2015, 16:33
30. Was wirklich gegen Terror hilft

Ghettobildung verhindern, junge Menschen in Lohn und Brot bringen, Perspektiven schaffen. Was dagegen noch nie etwas gebracht hat und auch nie etwas bringen wird ist die Grundrechte mit Füßen zu tretten und Massenüberwachung zu betreiben. Selbst der "Allmächtige" US Überwachungsstaat hat in all den Jahren nur einen einzigen "Terror"-Plot dank Maßenüberwachung aufgedeckt: Ein Taxifahrer der dem IS 8500$ gespendet hat. Verdammt viel Heu für Nichts.

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collapsar 25.11.2015, 16:33
31. In der Tat

Zitat von townsville
Sascha Lobo, von dem ich vor zwei, drei Jahren noch kein allzu grosser Fan war, entwickelt sich mehr und mehr zum intelligentesten und treffendsten Medienanalysten der Republik. Ich ziehe meinen Hut.
Sie sprechen mir aus der Seele.

Der Eindruck verstärkt sich auf Spon noch, wenn man Form und Argumentation der Kolumne den Beiträgen von, sagen wir, Jan Fleischhauer gegenüberstellt.

MfG

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KV491 25.11.2015, 16:34
32.

Zitat von baerliner_73
Sie dürfen mir aber gerne erklären, warum sich Attentate so super am Büro-PC verhindern lassen sollen. Ich glaube es ist viel wirkungsvoller bekannte Szenen zu beobachten, aber dafür muss man seinen Hintern aus der Schreibstube bewegen.
Sorry, das ist doch Polemik. Schauen Sie sich in der Fernsehserie Ihrer Wahl doch die Zusammenarbeit von "Büro" und "Straße" an. Selbst wenn da alles falsch oder übertrieben ist - dass es beides geben muss, ist doch wohl klar.

Und die Datenmengen - sind heute (meistens leider!) überhaupt kein Problem mehr. Sie können ein Autokennzeichen aus 20 (200, 2000) Mio suchen - dauert keine Sekunde.
Missbrauchsverhinderung ist IMO das Thema. Dass Daten was nützen können eher keines.

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scoopx 25.11.2015, 16:35
33. Sicherheit und Wirtschaft

Zitat von realistisch gesehen
Ein guter Artikel! Wenn jetzt noch mit der gleichen Sachlichkeit und Rationalität Wirtschaftsthemen behandelt werden würden (insbesondere in der Diskussion!), wären wir in Deutschland einen erheblichen Schritt weiter.
Der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts kommt ohne die Sicherheitsindustrie nicht mehr aus, weil das die einzige Wachstumsbranche ist, die keine Sättigungskrise kennt. Je mehr für die Sicherheit aufgewendet wird, umso mehr wächst auch die Angst, was wiederum das Sicherheitsbedürfnis vergrößert.

Meines Erachtens ist es deshalb heute nicht mehr die totalitäre Gefahr, die hinter den Geheimdiensten steckt. Sie sind vielmehr Antreiber und Schrittmacher der Sicherheitsindustrie. It's the economy, stupid!

Das Sicherheitsbedürfnis ist allgegenwärtig, und unerschöpflich sind die Gesetze und Verordnungen auf diesem Gebiet. Egal ob "zero tolerance", Brandmelder, Fahrradhelme, Videoüberwachung, private Wachdienste, "gated communities" - Sicherheit, wohin man blickt.

Und wer weiß, Leute, angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Sicherheit, wer weiß! Feuerwehrleute sind ja auch die häufigsten Brandstifter.

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zehwa 25.11.2015, 16:36
34. Und schon gehts los...;)

Die Verschwoerer uebernehmen die Debatte: "..der Anschlag war erwuenscht, um...."
Laut dem in letzter Zeit gern zitierten Karl Popper muss eine Theorie falsifizierbar sein, um gueltig zu sein. Fragen wir also den Chef der franzoesischen Dienste: " Excusez moi, Monsieur, haben Sie die Anschlaege mit Absicht....?"
Was wird der Mann sagen? In jedem Fall nein. Die eingangs zitierte Theorie ist nicht falsifizierbar und somit schlecht.

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Pfaffenwinkel 25.11.2015, 16:38
35. Die Generalüberwachung

eines Volkes ist wohl Traum eines jeden Geheimdienstes. Da unterscheiden sich die Demokratien auch nicht von den Diktaturen.

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ichliebeeuchdochalle 25.11.2015, 16:39
36.

Zitat von PeterPaulPius
... die meisten Kritiker der offenen Grenze bemängelt, dass es offensichtlich 3 Terroristen möglich war, über die Flüchtkingsroute als Flüchtlinge getarnt ungehindert einzureisen. Und darum ging es immer. Lange hat uns die Politik erzählt, Terroristen würden diesen Weg nicht gehen. Und dann kamen sie doch.
Das ist belanglos, solange es mehrere Wege gibt, unbemerkt einzureisen. Jetzt aber mal ernsthaft: Nur bei einer sehr kleinen Insel können sie die "Einreise" so überwachen, daß ihnen kein Eindringling durch die Lappen geht. Nach Paris aber führen viele "unbemerkte" Wege. Bei der Nummer "als Flüchtling getarnt" geht es doch nur darum, als Nebeneffekt noch mehr Hass zu schüren. Und zwar bei denen, die hirnmäßig nicht so toll drauf sind.

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sumpremerulerxenu 25.11.2015, 16:44
37.

"die Attentäter wurden fast alle in Frankreich geboren, trotzdem wird wiederholt die Flüchtlingsdebatte mit dem Terrorismus verknüpft"
Genau dieses Argument wird auch gerne mit einer anderen Schlussfolgerung gebraucht: Die Tatsache, dass es sich um in Frankreich geborene Kinder muslimischer Immigranten handelte, beunruhigt manche Leute. Wer garantiert, dass die Integration der nun ankommenden Flüchtlinge und derer Kinder besser funktioniert als in der Vergangenheit? Das kann nur eine bessere Integrationspolitik, die aber außer ein "wir schaffen das" noch sehr verschwommen ist. Die Sorge gilt einer neuen Generation von gesellschaftlich Abgehängten in unseren eigenen Banlieues.

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oli h 25.11.2015, 16:44
38. Die Nadel und der Heuhaufen

Nach dem 11. September hat mal jemand gesagt, wenn man die Nadel im Heuhaufen sucht, dann bringt es nichts, den Heuhaufen zu vergrößern. Auch damals war es ja schon so, dass es genug Informationen gegeben hätte um den Attentätern auf die Schliche zu kommen. Aber ich glaube, für einen echten Schlapphut kann es gar nicht zu viel Überwachung geben und wenn es irgendwelche Vorwände gibt, die Überwachung der Bevölkerung auszudehnen dann sind die auch immer willkommen.

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bratwurst007 25.11.2015, 16:48
39.

Zitat von PeterPaulPius
Nichts für ungut, Herr Lobo, Sie haben ja in einigen Punkten Recht. Aber wenn Sie schreiben "die Attentäter wurden fast alle in Frankreich geboren, trotzdem wird wiederholt die Flüchtlingsdebatte mit dem Terrorismus verknüpft", dann ist das deutlich zu kurz gesprungen. Wenn man mal von Pegida absieht, haben die meisten Kritiker der offenen Grenze bemängelt, dass es offensichtlich 3 Terroristen möglich war, über die Flüchtkingsroute als Flüchtlinge getarnt ungehindert einzureisen. Und darum ging es immer. Lange hat uns die Politik erzählt, Terroristen würden diesen Weg nicht gehen. Und dann kamen sie doch.
Genau eins muss Ihnen gesagt werden: "Der" IS reist, ob mit oder ohne Flüchtlinge. Aber mit Flüchtlingen ist natürlich schöner, lenkt das doch vom eigentlichen Problem ab: Ein Terrorist kommt ins Land. Und Sie gehen dem ganzen auch noch auf dem Leim. Na so kann das nix werden.

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