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"Battlefield 1" im Test: Darf der Erste Weltkrieg echt Spaß machen?

Spiele über den Zweiten Weltkrieg gibt es Hunderte - dem Ersten widmet sich kaum eins. Bis jetzt. "Battlefield 1" bietet ein beeindruckendes Spektakel in einem verdammt guten Shooter. Ist aber auch ein wenig geschmacklos.

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Ein_denkender_Querulant 21.10.2016, 15:33
1. sozioökologische Spaßbremsen

Es ist ein Spiel, ein weiter toller Shooter zum Aggressionsabbau und zur Steigerung der Hand-Auge Koordination.

Man sollte nicht alles verbieten ...

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snickerman 21.10.2016, 15:35
2. History Line

Es mag richtig sein, das dass der erste "Shooter" ist, der im 1. WK spielt, aber 1992 brachte BlueByte das Spiel "Historyline: 1914–1918"
heraus, was Maßstäbe setzte und mich wochenlang vor meinen Amiga fesselte.
Das Interesse an der Ereignissen dieser Jahre wurde dadurch bei mir geweckt, da diese Epoche in der Schule zu kurz kam.

https://de.wikipedia.org/wiki/Historyline:_1914–1918

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Thomas McKean 21.10.2016, 15:37
3. Sehr deutsch..

Naja der Unzerschied zwischen den Guten und Bösen scheint nur in Deutschland schwierig. Für den Rest der Welt ist der Überfall auf das neutrale Belgien genug um sich eine Meinung zu bilden. Insbesondere Anbetrachts der Massaker an der Zivilbevölkerung..
Dass Deutschland aber mit seiner dunklen Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat verstehe ich nicht. Das Land ist heute genau so eine Demokratie wie England oder Frankreich. Ich denke die Seelen der Gefallenen würden sich freuen dass 100 Jahre später die Jugendlichen Europas zusammen Spielen anstatt sich umzubringen..

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demokratieverteidiger 21.10.2016, 15:43
4.

Man darf als Deutscher auch mal ein wenig locker bleiben. Es ist und bleibt ein Spiel und nur ein totaler Vollidiot könnte meinen, ein richtiger Krieg wäre ne total tolle Sache. Außerdem sollte der mündige Bürger selbst entscheiden dürfen, was ihm gefällt und was er gern zockt. Aber natürlich darf die Frage zum Schluss in einer deutschen Redaktion nicht fehlen. Trotzdem vielen Dank für diesen Artikel.

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surry 21.10.2016, 15:48
5. Geschmacklos?

das ist gar kein Ausdruck dafür! Spiele, die im richtigen Leben Millionen Tote ergaben und unsägliches Leid sind pervers, ekelhaft und widerlich. ABER: Das richtige Leben wird uns schon noch einholen!

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der_unbekannte 21.10.2016, 16:02
6. Gewalt in jeder Form ist geschmacklos

Gewalt in jeder Form ist geschmacklos daher sollte man als vernunftbegabter Mensch einen großen Bogen um solche Spiele bzw. Medien allerart machen. Es gibt auch friedliche Spiele, die man im Multiplayer mit Freunden spielen kann, aber vermutlich sind diese nicht so populär. Während andere Menschen auf der Welt in Krisengebieten reale Gewalt erleben, ergötzen wir uns vor dem Fernseher oder am PC/Konsole an Gewalt und roher Sprache. Irgendwie ist das doch krank? Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin gegen Gewalt, auch in Medien.

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Weltgeisterer 21.10.2016, 16:06
7. das ist so nicht richtig

@Thomas McKean:

Vielleicht sollten Sie noch mal ein paar Bücher verschlingen. Es ist eigentlich seit Jahren bekannt, dass das meiste schlichte Greuelpropaganda war. ("abgehackte Kinderhände" etc., sogar von angeblichen Vergasungen Hunderttausender Serben wurde berichtet)

Auch als Spiegel-Leser könnten Sie wissen, dass von einer Alleinschuld Deutschlands spätestens nach dem Buch von Clark nicht mehr gesprochen werden kann.

Hingegen wer sich die Vorgeschichte um die Jahrhundertwende anschaut, stellt fest: die Kriegsstimmung wurde schon 20-30 Jahre vorher in England angeheizt, teils von sehr bekannten Persönlichkeiten (G. B. Shaw etc.).

Die Britische Doktrin "Balance of Power" müssten Sie in der Schule mitbekommen haben: wer mächtiger wird als UK, dem wird durch ein Bündnis mit allen Feinden dieses Aufsteigers Einhalt geboten.
Und dann schauen Sie nochmal die Bündnisse 1914 an, und was die Beteiligten so von sich gegeben haben:
England: "Krieg gegen Deutschland, viel zu gewinnen, nichts zu verlieren."
Deutschland: "Viel zu verlieren, nichts zu gewinnen."

Der Gewinner war am Ende: die Bank und die Rüstungsindustrie.

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Pandoron 21.10.2016, 16:09
8. Die Kunst des Differenzierens

Kein Krieg macht Spaß oder sollte als Spaß betrachtet werden - das steht außer Frage. Darum geht es aber bei einem Shooterspiel nicht. Ein Shooterspiel ist eine fiktive Darstellung von Waffenkonflikten auf der Unterhaltungsebene, welche eben auch zur Unterhaltung dient. Soweit sollte man in der Lage sein, dies auch zu differenzieren. Es gibt Shooter in so vielen Szenarien, welche man - um der Argumentation des Artikels zu folgen - allesamt als geschmacklos betrachten werden könnten, egal um welches Szenario es sich auch immer handeln mag (WK1/2, Moderne, SciFi...). Hier ist aber nun ein grundlegendes Maß an Verstand gefragt, welcher dies abgrenzen kann von der realen Begebenheit. BF1 hat nicht einmal den Anspruch authentisch zu sein, sondern stellt den 1. WK eben als modernen und gängigen Shooter dar. Weit authentischer wäre hier z.B. der Shooter "Verdun" zu nennen, welcher nebenbei schon deutlich älter ist als BF1 und sich ebenfalls mit dem 1. WK befasst.

Kurzum gesagt - reale Situationen und Begebenheiten 1 zu 1 in Spiele zu übertragen auf der moralischen und ethischen Ebene ist schwierig und eigentlich eher fehl platziert (auch ein Klempner, welcher Schildkröten zu Tode stampft ist im Umkehrschluss ja prinzipiell durchaus auch geschmacklos - oder wie steht es denn um sämtliche FIlme über den Krieg? Auch Filme dienen der Unterhaltung und sind zuweilen gut, obgleich sie sich mit ernsten Themen auseinandersetzen)

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Äderich 21.10.2016, 16:13
9. Verdun

Dürfte ich die Redaktion auf das Spiel "Verdun" hinweisen, welches nun schon seit knapp einem Jahr im Handel verfügbar ist und ebenso den 1. Weltkrieg zum Thema hat und diesen, meiner Meinung nach, bei weitem besser portraitiert, als "Battlefield 1". "Battlefield 1" versucht hier nichts neues, sondern man hat erkannt, dass es sich lohnt.

Danke

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