Forum: Netzwelt
Beklemmender Selbstversuch: So viel weiß Amazon nach jedem meiner Klicks

CC BY-SA 2.0 Gordon Welters Wissen Sie noch, wonach Sie heute vor einem Jahr bei Amazon gesucht haben? Die Netzaktivistin Katharina Nocun hat ihre Nutzerdaten angefordert - und erfuhr, wie viel der Konzern über seine Kunden weiß.

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geotie 28.04.2018, 17:55
130.

Zitat von Mr T
Welches offline Geschaeft sammelt nicht die gleichen Daten? Ein Familienhotel fragte mich nach 2Jahren, ob ich wiedern den Tisch in der Ecke moechte...
Personenbezogene Daten, die beim Einchecken abgegeben werden müssen, müssen Ende des Jahres nach 2 Jahren vernichtet werden, bei der Erhebung der Citytax (andere Städte, andere Bezeichnung, andere Regelung) sind es 6 Jahre. Und wenn man das nicht so haben möchte, dann würde ich mal daraufhin den Besitzer mal ansprechen, ob da nicht unerlaubt Daten gesammelt. Ansonsten, wenn man nichts dagegen hat, kann das Familienunternehmen, so lange es klein bleibt und diese Daten nicht speziell auswertet, auswerten lässt, warum nicht?
Es ist doch wirklich was ganz anderes als die Liga Amazon oder Facebook!

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Hamberliner 28.04.2018, 20:43
131.

Zitat von rjsedv
Das WWW ist wie die Natur - es gibt Raubtiere und deren Opfer. Schlimm finde ich, dass den Opfern ( Nutzern) oft eben diese Tatsache nicht klar ist. Die Beutetiere in der Natur sind da viel intelligenter und das gesamte System funktioniert. Oder hat sich ein Hase schon mal beschwert, wenn er vom Fuchs gerissen wurde? Oder seine Daten von der Fuchsfamilie angefordert? Hasen & Co sind einfach vorsichtig und wachsam.
Und auch unter Menschen sind Datenrisiken nicht erst durch das WWW ein Problem. Zur Zeit als das WWW erst noch geboren wurde florierte in Berlin, in der Kurfürstenstraße, die Heroin-Prostitution, quasi die Folge-Generation der "Kinder vom Bahnhof Zoo", und manche Fixerinnen, die dort anschaffen gingen, brachten zur Arbeit einen Beschützer mit. Er versteckte sich hinter einem Gebüsch und schrieb die KFZ-Kennzeichen der Freier auf, zu denen sie ins Auto stieg. Zweck: Sollte sie nach einer halben Stunde nicht zurück sein, die Polizei alarmieren und eine Vermisstenanzeige aufgeben. Ich wüsste nicht, welchen Grund diese Beschützer hätten haben sollen den Zettel mit den vielen Freier-Autonummern danach wegzuschmeißen, ohne diese nützliche Information vorher in den PC abzuschreiben und da aufzubewahren.

Es hat eben vieles im Netz seine kulturellen Wurzeln und Ursprünge außerhalb desselben.

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lupo62 29.04.2018, 04:45
132. Datenspur ist unvermeidlich

Da können wir machen, was wir wollen, eine Datenspur ist unvermeidlich. Und zwar sowohl im Einzelhandel, so bald wir bargeldlos bezahlen oder unsere Adresse angeben müssen (Hotel) als auch - und gerade dort - im Internet. Mann kann aber die allgemeine Datensammelwut durch einige ganz einfache Vorkehrungen gewaltig reduzieren:
Generelle Browsereinstellungen, dass man nicht verfolgt werden will und Cookies ablehnt.
Adblocker installieren - eine Wohltat!
Die Emailadresse möglicht wenig herausrücken und die Anschrift schon gar nicht.
Bei den bekannten Verdächtigen wie Microsoft oder Google kein "Konto" oder wie immer das heist eröffnen.
Damit ist schon mal viel gewonnen. Ein vollstänger Schutz ist nicht möglich. Eine der Datenkraken (ich weiss nicht mehr, ob Microsoft oder Google) hat vor Jahren mal den Fehler gemacht und einen ohne Anmeldung nachschauen lassen, was man alles so gespeichert hatte. Ich hatte kein Konto und war mir deshalb sicher, höchstens anomyme Daten unter meiner IP-Adresse vorzufinden. Dem war aber nicht so. Die hatten einen "Kooperarionsvertrag" mit Yahoo, wo ich mein Email-Konto habe, und Yahoo hatte meinen Klarnamen samt Anschrift fröhlich mitgeteilt. Wahrscheinlich nicht nur dieser Firma. Es gab dann die Möglichkeit, die Daten zu löschen. Ich habe davon Gebrauch bemacht. Dauerhaft wird das aber nichts gebracht haben. Überprüfen kann ich das nicht, die Firma hat nach einer Woche den Sack wieder zugemacht: Informationen nur, wenn man ein "Konto" hat, und das kriegt man nicht ohne Anmeldung.
Schöne neue Welt!

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Tante_Frieda 29.04.2018, 11:39
133. Verfolgen

Man muss gar nicht an Verfolgungswahn leiden,wenn man befürchtet,dass nicht nur Amazon an solchen Daten interessiert ist.Sicher:Der Onlinehändler forscht seine Kundschaft aus pekuniären Gründen aus.Geheimdienste jeglicher Couleur jedoch könnten Interesse daran zeigen,welche Bücher jemand kauft.Darüberhinaus verraten auch Käufe anderer,eigentlich völlig harmloser Produkte,mit welcher Art von Person man es zu tun hat.Die Autorin hat schon recht,wenn sie fordert,dass - als Mindestmaß - wenigstens bestimmte Löschfristen eingehalten werden müssen,um nicht vollends zum gläsernen Bürger oder zur gläsernen Bürgerin zu werden.

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nyc4ever 29.04.2018, 14:23
134.

Nicht jeder Beitrag muss kritisch sein. Es geht in erster Linie auch immer wieder darum, den Menschen klarzumachen, wie abgestumpft sie inzwischen sind und beinahe alles mit sich machen lassen, wenn die Steckdose dafür aber günstiger erworben werden kann. Und ob die Steckdose tatsächlich so viel günstiger war? Wer Alexa und andere ähnliche Produkte ins intelligente Haus lässt, muss auch wissen, dass ständig zugehört wird, dauernd wissen DIE DAHINTER, wer wo wann wie warum und überhaupt ALLES!
Das wird aber noch weitreichendere Folgen haben, als die vermeintlichen Lapalien, die hier im Forum und überall anders von einigen bishin von den meisten Menschen inzwischen abgewinkt werden. Demnächst verweigern Krankenkassen bestimmte Leistungen, weil DIE DAHINTER wissen, was man das letzte Jahr in sich hineingestopft hat. Autoversicherungen bezahlen nicht mehr, weil sie mein komplettes Verhalten am Steuer und außerhalb meines Fahrzeugs kennen.
Man kann sich ganze Szenarien ausmalen. Aber mir doch egal, was DIE DAHINTER mit meinen Daten und vor allem mit meinen PRIVATEN PERSÖNLICHEN MIT HEILIGEN sensiblen Daten anfangen.
Und das soll dieser Gastbeitrag zum Ausdruck bringen. Dass es eben nicht egal sein kann, was mit uns geschieht. Und die Tatsache, dass kaum einer mehr tatsächlich reflektiert, was das zum Tragen hat, zeigt ja, dass uns demnächst wirklich ALLES egal sein wird. Bei Volkszählungen vor 30 Jahren noch haben fast alle Deutschen gegen eine solche protestiert. Und heute?
Mir ist das nicht egal. Danke für den Beitrag! P. S: ein Mobilfunkanbieter hat mir gestern ein Angebot unterbreitet. Woher wissen die, dass ich bei der Konkurrenz gekündigt habe?

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marten 29.04.2018, 16:03
135. Egal sollte es keinem sein ...

... spätestens dann, wenn Amazon mein Verhalten so genau kennt - wenn ich mir einen Artikel über mehrere Tage anschauen - und mir dann leicht erhöhte Preise anzeigt - bevor ich die Bestellung aufgebe oder einen generelle Preisssenkung eines Artikels bei mir um einige Tage herauszögert.

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Newspeak 30.04.2018, 00:44
136. ...

Es braucht verbindliche Löschfristen? Nö. Wieso? Was glaubt eine Journalistin, wer sie ist, solche Dinge so dogmatisch zu schreiben? Vielleicht mag es Kunden geben, die es grossartig finden, dass alles für immer gespeichert ist? Man könnte einfach auch nur eine offene Diskussion führen. Aber nein, Journalisten sind genauso schlimm im Besserwissen, was gut für einen ist, wie Techkonzerne.

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niknukem 30.04.2018, 12:01
137. Aufklärung

Ich bin hier hin und her gerissen. Da ich in der Branche arbeite ist das für mich auch kein Skandal. Solange die Daten sicher verwahrt werden und nicht einfach an dritte weitergegeben werden. Da mache ich mir mehr Sorgen darüber, dass die Meldebehören ihre Daten jetzt schön mit der GEZ abgleichen. Aber scheint eher unterzugehen. Oder zum Thema lokaler Handel. Die haben sich jetzt schöne digitale Preisschilder gegönnt. Bei schönem Wetter wird am Freitag Abend das Bier und die Grillwurst um 50% teurer.
Ich finde bei diesem Thema wäre Aufklärung viel viel wichtiger. Zumindest das jeder weitestgehend versteht was mit den Daten passiert und wo bzw. wie diese gesammelt werden. Welche Rückschlüsse kann man aus den gesammelten Daten ziehen? Solange ich aus meinen Interessen und Klickverhalten nur Werbung bzw. Produktvorschläge erhalte ist das ja eher positiv oder als Service zu sehen. Werden die Daten für was anderes verwendet wird es kritisch. Was ich aber allen empfehle auch wenn es unbequem ist. Löscht alle Cookies und den Websitecache beim schließen eures Browsers. Denn was vorher jemand schrieb....das IKEA die Daten mit Amazon tauscht etc, sind google Werbeanzeigen, dass die Cookies ausliest. ;) Da werden keine Daten weitergegeben nur das Google durch die Cookies erkennt welche Werbedisplays ausgespielt werden.

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thorsten_olscha 01.05.2018, 16:42
138. Wo ist denn genau das Problem?

Als normal mündiger Bürger weiß ich doch, dass Amazon das aufzeichnet? Ich will es sogar. Ich füttere den Algo damit er mir möglichst gute Bücher und CDs anzeigt.
Wenn es etwas zu beanstanden gibt, dann die Tatsache, dass die NSA die Daten bekommt und mich an der Grenze fragt wieso ich welche Buch gekauft habe. Aber da kann Amazon nichts für.
Aber wenn ich es nicht will, dann kaufe ich eben woanders ein. Ich verstehe aber auch nicht was man daran nicht wollen könne.
In einem Offlibe Buchladen kann ich ja auch nicht die hand über einen Buchtitel halten und sagen"ich will nicht, dass sie wissen weches Buch ich kaufe".
Und wenn ich bei Thalia in München einkaufe, sieht Thalia in München das.
So wo ist das Problem? Oder wollten Sie einfach nur mal ein reiserisches Thema anschneiden?

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meier12 01.05.2018, 20:10
139.

Die Speicherung der besuchten Objekte kann man bei Anbietern wie Amazon unterbinden bzw. auch nachträglich löschen. Seit einiger Zeit habe ich meinem Datenaufräumprogramm beigebracht, dass es zwei Opt-out-Einstellungen, die man über die Seite der Deutschen Post einstellen kann (bzw. die Ausspähfunktion der betreffenden Cookies dort ausstellen kann), nicht mehr löscht. Beim manuellen Löschen der Cookies allgemein, dass über "Einstellungen" im Browser geht, lasse ich die beiden Opt-Out-Cookies stehen. Hmm, bei Amazon und anderen Onlinehändlern wird seitdem nichts mehr an Seitenbesuchen gespeichert. Sollten genau diese beiden Cookies die Hauptausspäher sein?

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