Forum: Netzwelt
Beklemmender Selbstversuch: So viel weiß Amazon nach jedem meiner Klicks

CC BY-SA 2.0 Gordon Welters Wissen Sie noch, wonach Sie heute vor einem Jahr bei Amazon gesucht haben? Die Netzaktivistin Katharina Nocun hat ihre Nutzerdaten angefordert - und erfuhr, wie viel der Konzern über seine Kunden weiß.

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hypnos 28.04.2018, 09:16
40.

Solche Daten sind für Arbeitgeber sehr interessant und werden für Bewerbungen zusammengestellt. Schließlich will man ja keine linken oder kritischen Leute im Unternehmen. In großen Unternehmen werten Personalabteilungen auch die Facebook-Einträge ihrer Mitarbeiter aus (mit Planstellen).

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Bernie59 28.04.2018, 09:19
41. Wie spannend.

Wenn ich bei AMAZON in "Mein Konto" gehe, sehe ich meine Einkäufe seit ich Kunde bei AMAZON bin. Und das ist sogar schon vor 2008. Viel wichtiger wäre es zu wissen, wie genau AMAZON meine Daten zweitverwertet und wie hoch der "Schaden" für mich wäre.

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sargeantangua 28.04.2018, 09:22
42.

Scheint hier zwar nicht viele zu stören - aber Amazon weiiss u.U. , dass Sie sich z.B. für Bücher über bestimmte Krankheiten interessieren, dass Sie vorher Seiten über bestimmte Krankheitsbilder angesehen haben, und dass Sie sich an bestimmten Orten (z.B Städte mit bestimmten Spezialkrankenhäusern) befunden haben. Und dass Sie bestimmte Produkte gekauft haben, die zu einer bestimmten Krankheitsbild passen.
Und der Standort liese sich sicher genauer bestimmen - z.B. dass Sie in der Praxis eines bestimmten Arztes angemeldet waren. Immer noch unwichtig, die Datensammlungswut?

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CrocodileDandy 28.04.2018, 09:25
43. Naiver Artikel

Der nette Buchhändler, der mir beim Stöbern nicht über die Schulter schaut und die böse Datenkrake, die alle meine Schritte aufzeichnet. Zunächst einmal sind es nur Rohdaten und Empfehlungsalgorithmen, die mir Kaufempfehlungen geben. Das ist zunächst mal ungefährlich, solange diese Daten nicht von Menschen missbraucht werden, weil zum Beispiel ein Autokrat herausfinden will, wer zu kritischen Büchern über ihn gesucht hat. Amazon verhaftet niemanden und lässt auch keine Panzer auffahren.
Ansonsten: Auch mein analoger menschlicher Plattenhändler war in den 80er schon die beste Empfehlungsengine, der kannte meinen Geschmack, wusste, wann ich komme und hat mir immer schon paar Empfehlungen hingestellt. Mein früherer Arzt war der Vater einer Schulkameradin und die Apotheke gehörte ebenfalls den Eltern eines Mitschülers. Wenn ich irgendwo MIst gebaut habe vor Zeugen, was diese Info schneller bei meinen Eltern als ich (Dorfkind eben). Überall dort liegen/lagen Daten vor, sogar sehr persönliche, vielleicht nicht auf einem Server gespeichert, aber in diversen Köpfen. Mein Bäcker (jetzt Stadt, nicht mehr Dorf) weiß jetzt schon gleich, was ich ich kaufen werde, denn ist ist Samstag 9.30 Uhr. Ich kann das Ich kann nur vermuten und hoffen, dass all diese Daten weitestgehend sicher sind. Im Zweifel ist es aber auch gar nicht so spannend, was ich wo so alles kaufe. Ich kann natürlich zu viele private Datensammlungen vermeiden, wenn ich zwischen Ärzten springe, einen anderen Bäcker nutze und bei Amazon zum Stöbern immer eine ausgeloggte private Session nutze. Oder es ist mir eigentlich auch egal, oder ich gebe ganz Eigenverantwortung ab und rufe nach immer neuen Gesetzen und noch mehr Bürokratie.

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ray8 28.04.2018, 09:34
44. Etwas naiv

Laut den ersten Kommentaren hier ist das überwiegend alles nicht schlimm. Ich finde das naiv. Amazon gehört zu den fünf wertvollsten Unternehmen. Alle fünf sind Datenkraken. Für den einzelnen unspektakulär, sind diese Daten in der Summe ein unermesslicher Schatz, der eben nicht nur genutzt wird, um uns das beste Produkt zum besten Preis zu liefern, sondern mit diesen Daten zu handeln. Diese Daten haben schon Wahlergebnisse verändert und das ist nur der Anfang. Ich will das nicht. Ich will auch nicht, daß unsere Innenstädte total veröden. Deshalb werd ich mir den Spaß machen, immer mal wieder in einer freien Minute sinnfreie Sucheingaben zu tätigen. Mal schauen, was der tolle Algorithmus damit anfängt. (-:

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bakiri 28.04.2018, 09:41
45. Netzaktivistin

das ist doch ein sehr naiver Beitrag. Hat sich die Autorin vorher nie Gedanken darüber gemacht, was die Konzerne mit den Nutzerprofilen machen? Glaubt sie nur Amazon macht das? Vielleicht solte sie mal bei Facebook und Google nachfragen, wo ebenfalls sämtliche Aktivitäten regisriert werden (sorry, vermutlich war das Erlebnis mit Amazon für die Autorin mit dem Schock bei der Aufklärung über den Weihnachtsmann zu vergleichen). Glaubte die "Netzaktivistin" tatsächlich noch an Anonymität im Internet? Übrigens sollte jeder Kreditkarten- und/oder Smartphonenutzer mal über "Bewegungsprofile" nachdenken.

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ayee 28.04.2018, 09:42
46. The winner takes it all

Im Internet geht es um Informationen. Je mehr man davon hat, desto attraktiver wird man und aufgrund dessen wächst man fröhlich weiter. Und wenn ein Konzern nicht nur Buchhändler ist, sondern auch Cloudanbieter, Werbevermarkter, Streamingdienstleister, Dienstleister für Heimautomatisieren usw., dann fallen Daten über eine Bandbreite an, die sich gewaschen hat. Letztendlich muss man aber sagen, dass das alles nicht überraschend sein sollte, selbst für nicht IT-affine Menschen. Am Ende bleibt das Problem, dass die meisten Menschen trotz vorhandener Information keine Konsequenzen in Form von Taten folgen lassen. Das ist nicht nur beim Datenschutz so, sondern bei den meisten Problemen dieser Welt.

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barbierossa 28.04.2018, 09:44
47. Guter Artikel

Dass hier zuerst wieder die Oberschlaumeier sich zu Wort melden, um anzuzeigen, dass für sie nichts Neues oder Überraschendes oder Empörenswertes oder Bedrohliches im Artikel stünde - geschenkt. Ich, als eine der Säue, vor die man keine Perlen werfen dürfe, danke Ihnen für den Artikel. Weil die Bequemlichkeit ein klebriger Freund ist, vor dem immer wieder mal gewarnt werden muß. Weil das Fazit, nämlich dass Regeln für die Sammel- und Auswertungswut der Online-Unternehmen gebraucht werden, richtig ist - wofür ein politisches Bewußtsein geweckt werden muß. Immer wieder, weil es ständig versucht ist, sich wieder zum Pennen zu legen. Interessant übrigens, dass es jeweils mehrere Wochen dauerte, bis Sie die angeforderten, ihnen gesetzlich zustehenden, Informationen erhielten. Sind Sie keine Prime-Kundin?

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dr._seltsam 28.04.2018, 09:56
48. Ist das...

...gelebte Satire, was der ein oder andere -aus blankem Unverständnis- hier so in Forum ablässt? Jemand der meint, nur weil er -zunächst- mal wegen eines "unbekannten Gerätes" nicht erkannt wird, der ist auf der sicheren Seite, wenn er seine "Identität" mittels SMS über das "Smartphone" bestätigt? Ich muss mich wirklich schwer zusammen reißen, weil ich sonst immer noch Tränen lachend über den Boden rollen würde. Mitnichten! Er lagert das von Ihm verursachte Problem nur auf ein Gerät -nebst Fingerprint- aus, welches ihm eindeutiger zuzuordnen ist. Oder wirft er auch das Handy nach Benutzung für den genannten Zweck einfach weg? Unwahrscheinlich! Ich versuche mal, einen anderen Ansatz, um einen Teil des Problems darzulegen. Die Zeitungsberichte über geklaute Datensätze sind mittlerweile Legion. Ebenso, wie jene über abgefischte Datensätze von Kreditkarten. Der Schaden dürfte weltweit nicht mehr sauber zu beziffern sein. Schaden für den wir alle geradestehen, weil wir alle als Teil des Systems genau dafür einen Beitrag über die Kalkulation eines jeden Anbieters leisten! Das mal ganz allgemein. Es mag Menschen geben, die können mit so einer kaum offensichtlichen Problematik wenig anfangen. Sie sehen ja nicht, wie sie abgezockt werden - können es nicht mal erahnen, geschweige denn am eigenen Leib erfahren. Aber mal angenommen, es gäbe eine kleine Gruppe von Menschen mit genügend krimineller Energie, die sich -um unerkannt zu bleiben- diese Datensätze einschließlich Bewegungsprofilen nutzbar macht? Die sie manipuliert oder anderweitig nutzt, um den Verdacht auf andere oder gar den Eigentümer der fraglichen Daten abzuwälzen. Konkret genug? Oder man wohne in einem Land -ist ja erst kürzlich vorgekommen- dass plötzlich von einem Autokraten nahezu diktatorisch regiert wird. Glaubt hier wirklich allen Ernstes irgend einer der Nicht-Versteher, dass dieser autokratische Diktator nicht alles tun würde, um Verdachtsmomente gegen seine Gegner zusammen zu tragen? Oder um Kritiker ruhig zu stellen, zusammen zu basteln? Und für dieses Zusammentragen bräuchte es noch nicht einmal IMs a la Stasi. Nur einen technisch halbwegs versierten Geheimdienst, der dem Diktator loyal gegenüber ist. Alles Einbildung und nicht mal im Ansatz zu verstehen?

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ZhuBaJie1 28.04.2018, 09:58
49. Hausaufgabe

Und jetzt die Hausaufgabe: Versuchen Sie, aus einem größeren Bestand derartiger Daten verwertbare Muster herauszulesen. Am besten direkt mit Python. Bei der Wahl der Methoden haben Sie freie Hand: Assoziationsanalysen, Klassifikationsbäume oder -Wälder, Support Vector Machinen, Regressionsanalysen oder die gehypten (für diese Anwendung vermutlich schwächselnden) künstlichen neuronalen Netzen. Sie werden ernüchtert sein, wie wenig Sie da herausziehen. Happy Mining!

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