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Bertelsmann-Studie: Kaum jemand weiß, was ein Algorithmus ist
DPA

Ampeln steuern, Paare zusammenführen und festlegen, welche Werbung man zu sehen bekommt: Das alles machen Algorithmen. Einer Studie zufolge weiß trotzdem kaum jemand, was es mit den Programmiergebilden auf sich hat.

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yokewa 23.05.2018, 18:14
50. Böse Algorithmen

Zitat von lupo62
.. "Böse" sind aber nicht die Algorithmen, sondern die Pläne der Menschen dahinter. Ein menschliches Problem, kein mathemathisches. So manchen scheint das nicht bewusst zu sein.
Wie war. Heute erst gelesen von Amazons Recognition in Orleans. Das ist heftig, eine komplette Aufgabe der menschlichen Freiheit, Überwachungsstaat pur. Nicht die Bildverarbeitung, die Gesichtserkennung oder die Cloud ist böse, sondern das, was man mit ihr macht!

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yokewa 23.05.2018, 18:14
51. Böse Algorithmen

Wie war. Heute erst gelesen von Amazons Recognition in Orleans. Das ist heftig, eine komplette Aufgabe der menschlichen Freiheit, Überwachungsstaat pur. Nicht die Bildverarbeitung, die Gesichtserkennung oder die Cloud ist böse, sondern das, was man mit ihr macht!

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supergrobi123 23.05.2018, 18:28
52. Zu simpel?

Zitat von tomquixote
… wenn's auch kompliziert geht? Warum sagt niemand, dass man statt des Fremdwortes Algorithmus (nach dem orientalischen Mathematiker Al Quarismi (oder wieder sich schreibt)) im Deutschen doch ganz einfach "Rechengang" schreiben könnte - oder klänge das zu simpel? Naja, english must yes today be …
Nein, es klänge nicht zu simpel, sondern zu falsch.
Algorithmus ist letztendlich das Fremdwort für "Methode".
Ich kaufe zum Beispiel Milch, wenn sie alle ist (Mich=alle? --> neue kaufen!). Das ist meine Methode, mich für oder gegen einen Milchkauf zu entscheiden. Mit einem "Rechengang" hat das nicht allzu viel zu tun.
Und ich hoffe sehr, dass dieser fiese Algorithmus niemandem Angst macht!

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_unwissender 23.05.2018, 18:31
53. Ist das denn nicht verständlich?

Zitat von erik4tw
Anscheinend assoziieren die meisten mit Algorithmen irgendwelche bösen Programme die den Menschen beherrschen wollen. Aber letztlich ist ein Algorithmus nichts anderes als eine Handlungsvorschrift zur Problemlösung. Genau das gleiche tut der Mensch auch, indem er bspw. Nudeln kocht: 1. Wasser rein 2. Erwärmen 3. Nudeln rein 4. Nach 10 Minuten Nudeln wieder raus. Also wo ist das Problem?
Wenn man - wie z.B. auch Herr Seehofer - weiß, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, sollte man auch all diese bösen Segnungen der Menschheit, die aus dieser Ecke der Welt kommen, nicht bei uns aufnehmen.
Also sollten Algebra, Algorithmen (oder auch Schach!) nicht in unser Land gelassen werden. Was sagt denn Beatrix von Storch dazu?

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DerAndereBarde 23.05.2018, 18:33
54. Ganz im Gegenteil

Zitat von hugotheKing
Ein Kollege von mir unterrichtet als Dozent an einer Hochschule in einem MINT-Studiengang. Er erzählte mir, dass er seine Studenten befragt hätte, wie viel Informatik sie in den Schulen gehabt hätten. Das Ergebnis war erschütternd. Die meisten hatten überhaupt keine Informatik. Diese Schüler ohne Informatikvorkenntnissen fangen ein Hochschulstudium im MINT-Studiengang an. Was glauben die Politiker, wie viele Zusatzsemester die Studenten benötigen damit sie überhaupt im Grundstudium mithalten können? Ich schätze mal es ist sehr einfach zu beantworten, warum die Abbrecherquote in den Hochschulen besonders in den MINT-Studiengängen so hoch ist.
Ich kann Ihnen aus eigener Anschauung als Juniorprofessor versichern, dass Schulkenntnisse der Informatik im Studium völlig irrelevant sind. Im Gegenteil, wesentliche didaktische Kniffe werden angewendet, um diejenigen Studienanfänger, die bereits glauben Ahnung insbesondere von Programmierung zu haben, aus das Niveau der anderen zurückzustutzen.

Was man für ein erfolgreiches Informatik-Studium aus der Schule mitbringen muss, sind Grundkenntnisse der mathematischen Abstraktion; zu erwerben in Algebra, Logik, Mengenlehre. Um den Rest kümmern wir uns dann schon.

Um zum Thema des Threads zurückzukommen: Zu jeder der bisher gegebenen Definitionen von ALgiriuthmen fallen mir spontan Gegenbeispiele ein. Und jeder, der etwas Ahnung von Berechenbarkeits- und Komplexitätstheorie hat, wird mir zähneknirschend zustimmen, dass wir nicht wirklich wissen, was Algorithmen "eigentlich" sind. Es ist eher wie mit der Pornographie: ich erkenne sie, wenn ich sie sehe!

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ulijoergens 23.05.2018, 18:41
55. Ahnungslosigkeit...

Dass niemand weiss was ein Algorithmus ist zeigt auch dieser Artikel wieder deutlich. Wie auch die unterschiedlichsten Massnahmen, die diskutiert werden.
Lustige Idee, Algorithmen regulieren zu wollen. Wie soll das denn funktionieren? Schon die Steuersoftware von Motoren ist ja faktisch nicht zu durchschauen. Die Millarden Zeilen von Programmcode von Online Plattformen wie Facebook, Google und Co werden zudem ständig angepasst. Zentrale Kontrollmechanismen greifen da nicht.

Die Algorithmen allein sind m.E. nicht das Problem, es ist vielmehr die Kombination aus Algorithmen und Massendaten. Dort wird zwangsläufig vereinfacht und verkürzt, was am Ende zu Fehlinterpretationen führt, die dann NAchteile für Individuen haben können.
Die "Macht" der Algorithmen wird umgekehrt aber weit überschätzt. Das merke ich jedes Mal, wenn ich aufgrund eines Tippfehlers bei Booking.com oder Amazon mit "passenden" Angeboten zugespammt werde. Mit der Intelligenz ist das da nicht so weit her.

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elli1965 23.05.2018, 19:13
56. Wundert mich nicht!

Wer immer nur aus dem Bauch heraus entscheidet, der verwendet zwar auch einen Algorithmus aber kann mit selbigen wohl eher nichts anfangen.

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adama. 23.05.2018, 19:20
57.

Zitat von Olaf
Man sollte zwischen normalen Programmen und KI unterscheiden. Das wird hier nicht so richtig deutlich. Es gibt Programme die auf Regeln basieren. Diese Regeln nennt man Algorithmen. Das ist die Mehrzahl der heutigen Programme. Diese Regeln werden natürlich vorher festgelegt, der Programmierer setzt das dann nur in Maschinensprache um. Eine Regel könnte z.B. lauten: Hat der Bewerber kein Abitur, dann lehne ab. Man kann also die Art und Weise wie ein Programm zu einer Entscheidung kommt direkt beeinflussen. Alles bleibt schön übersichtlich. Das ist aber keine KI. Eine KI ist in der Lage aus den Bewerbungs- und Einstellungsentscheidungen zu lernen. Es würde irgendwann merken, dass z.B. als Gleichstellungsbeauftragte nur Frauen eingestellt werden, auch wenn das niemand je so gesagt oder programmiert hat. Deshalb würde die KI bald nur noch Frauen für die Einstellung empfehlen. Die Regeln oder Algorithmen nach denen das Programm entscheidet ändern sich also selbstständig durch "Erfahrungen", die das Programm macht. Das ist die Intelligenz, aber dadurch wird es natürlich auch weniger berechenbar. Das hat sie dann mit dem Menschen gemeinsam.
Die KI die sie beschreiben ist ja auch berechenbar. Nicht berechenbar wäre, wenn die KI einmal umso mehr männliche Bewerber empfiehlt, zB. weil die KI mit dem Ergebnis der Einstellungen nicht einverstanden ist, ... oder umgekehrt.
Wobei gegebene Zielvorgaben die KI eigentlich immer berechenbar machen.

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_unwissender 23.05.2018, 19:29
58. Lustig

Zitat von mostly_harmless
Sicher kann ein Algo sich ändern. Es gibt ganze Vorlesungen, die sich mit dem Thema beschäftigen. http://ls11-www.cs.tu-dortmund.de/people/gutweng/AD08/VO27_28_DynamicSPRamReps.pdf
Gerade da ist zu sehen, dass der Algorithmus das statische Werkzeug ist, mit dem dynamische Vorgänge effizient verarbeitet werden sollen.
Der Punkt ist doch: wozu soll das ESP die passende Startgeschwindigkeit für eine Kurve ausrechnen, wenn das Heck im Moment gerade die Vorderräder überholt?

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C.Rainers 23.05.2018, 19:31
59. Algorithmen regulieren??

Der böse Algorithmus oder wie? Sind doch nur schlau programmtechnisch umgesetzte Abbilder menschlicher Eigenschaften, wenn der Programmierer anhand psychologischer Erkenntnisse weiß, daß ein Mensch etwas 3x lesen muß bevor ernenne Entscheidung trifft, wird der Zähler der Lese-Schleife dementsprechend angepaßt. Menschen und ihr Verhalten sind berechenbar. Das macht Menschen die das nicht verstehen Angst. Menschen sind auch deswegen berechenbar, weil sie bedenkenlos alle möglichenDaten preisgeben

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